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Ying Hong Nr. 1
Yīng hóng 1 hào · 英红1号
Ying Hong Nr. 1 ist eine der ersten selektierten Teestrauch-Sorten, die speziell für die Herstellung von rotem Tee unter den subtropischen Bedingungen der Provinz Guangdong gezüchtet wurden. 1987 als nationale chinesische Sorte zugelassen, gehört sie zur Familie des Ying De Hong Cha (英德红茶, Yīngdé Hóngchá) – der roten…
Ying Hong Nr. 1 ist eine der ersten selektierten Teestrauch-Sorten, die speziell für die Herstellung von rotem Tee unter den subtropischen Bedingungen der Provinz Guangdong gezüchtet wurden. 1987 als nationale chinesische Sorte zugelassen, gehört sie zur Familie des Ying De Hong Cha (英德红茶, Yīngdé Hóngchá) – der roten Tees aus der kreisfreien Stadt Yingde, die seit den 1960er-Jahren zusammen mit Dian Hong und Qi Men Hong Cha zu den drei bedeutendsten roten Tees Chinas zählen.
1. Klassifikation und Herkunft:
- Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá), vollständig fermentiert (Oxidationsgrad ~95–100 %). Nach europäischer Einteilung – schwarzer Tee.
- Kategorie: Rote Tees der Provinz Guangdong, Gruppe Ying De Hong Cha (英德红茶, Yīngdé Hóngchá). Nationale Teestrauchsorte (国家级茶树良种, guójiā jí cháshù liángzhǒng), Registriernummer GS13017–1987.
- Herkunft: China, Provinz Guangdong (广东省, Guǎngdōng Shěng), bezirksfreie Stadt Qingyuan (清远市, Qīngyuǎn Shì), kreisfreie Stadt Yingde (英德市, Yīngdé Shì). Wird ebenfalls in Zhanjiang (湛江, Zhànjiāng) in Guangdong angebaut, kleinere Versuchsanpflanzungen existieren in den Provinzen Fujian (福建), Hunan (湖南) und Sichuan (四川).
- Geografische Koordinaten: Etwa 24°10′ n. Br., 113°25′ ö. L. (Region Yingde).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Die Züchtung von Ying Hong Nr. 1 begann 1959 (nach einigen Angaben 1958) im Teeforschungsinstitut der Provinz Guangdong (广东省农业科学院茶叶研究所, Guǎngdōng Shěng Nóngyè Kēxuéyuàn Cháyè Yánjiūsuǒ) in Yingde. Ausgangsmaterial waren Muster der Assam-Varietät des Teestrauchs (Camellia sinensis var. assamica). Mittels individueller Selektion (单株育种法, dānzhū yùzhǒng fǎ) aus einer Population assamischer Pflanzen wurde ein vielversprechender Klon ausgelesen, der über fast drei Jahrzehnte Feld- und Produktionsprüfungen durchlief. 1987 wurde die Sorte vom Gesamtchinesischen Komitee für Sortenprüfung landwirtschaftlicher Kulturen (全国农作物品种审定委员会) offiziell zugelassen und erhielt den Status einer staatlichen Sorte.
Der Entstehungskontext von Ying Hong Nr. 1 ist untrennbar mit der Geschichte des roten Tees aus Yingde verbunden. 1956 wurden in diese Region Samen großblättriger Yunnan-Sorten eingeführt, und 1959 wurde erstmals ein Export-Rottee hergestellt, der rasch internationale Anerkennung fand. Das Züchtungsprogramm des Teeforschungsinstituts zielte darauf ab, standortangepasste, ertragreiche Klone zu schaffen, die optimal an den lokalen Terroir angepasst sind. Ying Hong Nr. 1 war eines der ersten Ergebnisse dieser Arbeit – der ältere „Bruder“ in der Ying-Hong-Sortenserie, deren bekanntester Vertreter später Ying Hong Nr. 9 (英红9号) wurde, der 1961 aus derselben Yunnan-Population selektiert wurde.
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Name:
- „Ying Hong“ (英红) – Kurzform von Ying De Hong Cha (英德红茶), bedeutet „roter Tee aus Yingde“.
- „1 Hao“ (1号) – laufende Nummer der Sorte im Züchtungsprogramm des Teeforschungsinstituts.
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Kulturelle Bedeutung: Ying Hong Nr. 1 nimmt einen wichtigen Platz in der Entstehungsgeschichte der Teeindustrie Guangdongs ein. Obwohl sie kommerziell weniger bekannt ist als Ying Hong Nr. 9, war sie eine der Pioniersorten, die den Nachweis erbrachten, dass sich aus großblättrigem Rohmaterial unter den subtropischen Bedingungen Südchinas hochwertiger roter Tee gewinnen lässt. Dank solcher Sorten erhielt Yingde 2008 den Ehrentitel „Heimat des roten Tees Chinas“ (中国红茶之乡). 2020 wurde Ying De Hong Cha in die erste chinesisch-europäische Liste geschützter geografischer Angaben aufgenommen.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
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Sorte / Kultivar: Ying Hong Nr. 1 (英红1号, yīng hóng 1 hào) – eine klonale (vegetativ vermehrte) Sorte, die aus der Assam-Varietät (Camellia sinensis var. assamica) durch Einzelpflanzenauslese hervorgegangen ist. Diploid (2n).
- Wuchstyp: Baumartig (乔木型, qiáomù xíng), großblättrig (大叶类, dàyè lèi), frühreif (早生种, zǎoshēng zhǒng).
- Habitus: Hochwüchsige Pflanze, Krone ausladend (开张, kāizhāng), Hauptstamm gut ausgeprägt, Verzweigung mitteldicht. Blätter stehen waagerecht oder leicht aufwärts geneigt.
- Blätter: Elliptisch, groß, dunkelgrün, mit deutlichem Glanz. Blattspreite gewölbt, längs flach, mit welligem Rand und allmählich zugespitzter Spitze. Zähnung spitz, tief. Blatttextur dick, weich.
- Knospen und Triebe: Gelbgrün, Behaarung mittel. Das Gewicht von 100 Knospen im Standard „eine Knospe und drei Blätter“ beträgt 134,0 g – ein hoher Wert, der die Wuchskraft der Triebe belegt.
- Blüten: Krone etwa 3,0 cm im Durchmesser, 7 Kronblätter, Fruchtknoten mittel behaart, Griffel dreiteilig.
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Ernte: Dank der Frühreife erreichen die Triebe den Standard „eine Knospe und drei Blätter“ bereits Ende März bis Anfang April. Neue Triebe bringen 6–7 Wachstumsschübe pro Jahr, was Ernten vom Frühjahr bis zum Herbst ermöglicht. Hauptsächlich wird im Frühjahr (März–April) geerntet, zusätzlich im Sommer und Herbst.
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Pflückstandard: Für Spitzengrade – eine Knospe und ein bis zwei junge Blätter; für Standardpartien – eine Knospe und zwei bis drei Blätter; für gebrochenen roten Tee – ausgereiftere Triebe.
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Anforderungen an das Rohmaterial: Gesunde, unbeschädigte Blätter ohne Krankheitsanzeichen. Die Sorte ist anfällig für Milbenbefall (螨类, mǎn lèi), was während der Vegetationsperiode Kontrollmaßnahmen erfordert.
4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:
- Region Yingde: Liegt am Übergang des Südchinesischen Gebirges (Nanling, 南岭) zur Guangdong-Ebene im Norden der Provinz. Das Relief ist hügelig, mit zahlreichen Flüssen und Bächen; das Gebiet gehört zum Einzugsgebiet des Bei Jiang (北江). Yingde zeichnet sich durch eine typische Karstlandschaft aus.
- Anbauhöhe: Teeplantagen befinden sich auf 100 bis 500 m über dem Meeresspiegel. Einige Elitegärten reichen bis 600 m und höher.
- Böden: Vorherrschend sind fruchtbare Roterden (rote Lateritböden) mit schwach saurer Reaktion (pH 4,5–5,5), lockerer Struktur und hohem Gehalt an organischer Substanz. Die Böden sind reich an Mineralstoffen, was großblättrigen Sorten zugute kommt.
- Klima: Subtropisch-monsunal. Jahresmitteltemperatur 20–22 °C, jährlicher Niederschlag 1800–2000 mm, relative Luftfeuchte 78–82 %. Ausreichende Sonneneinstrahlung, milde Winter. Yingde liegt nahezu auf der Breite des nördlichen Wendekreises – im sogenannten „Aromagürtel“ (花香地带), auf gleicher Breite wie die Teeanbaugebiete Indiens und Sri Lankas.
- Anbaubesonderheiten: Die Sorte Ying Hong Nr. 1 ist sehr ertragreich – bis zu 350 kg Trockentee pro Mu (667 m²). Die Bewurzelung von Stecklingen ist gut. Junge Pflanzen vertragen jedoch Frost (bis −3 °C) und Trockenheit nur schlecht, was die Verbreitung der Sorte nach Norden begrenzt. Empfohlene Pflanzdichte – zweireihig (30 000–45 000 Pflanzen/ha) oder einreihig (10 000–15 000 Pflanzen/ha) mit Schattenbäumen zur Verbesserung des Mikroklimas.
5. Herstellungstechnologie:
Die Herstellung von Ying Hong Nr. 1 folgt dem klassischen Verfahren für Gongfu-Rottee (工夫红茶, gōngfu hóngchá) und kann auch für gebrochenen roten Tee (红碎茶, hóng suì chá) angewandt werden.
- Pflücken (采摘, cǎizhāi): Manuelles oder maschinelles Pflücken von Trieben des festgelegten Standards.
- Welken (萎凋, wěidiāo): Die frischen Blätter werden in dünner Schicht auf speziellen Horden oder in Räumen mit kontrollierter Belüftung ausgelegt. Der Prozess dauert 12–18 Stunden (mitunter länger), bis der Feuchtigkeitsgehalt auf etwa 60–65 % gesunken ist. Kann im Freien (Sonnenwelke) oder im Schatten erfolgen. In dieser Phase beginnt sich das Aroma zu entwickeln.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Die gewelkten Blätter werden in Rollmaschinen (揉捻机) bearbeitet, um Zellwände aufzubrechen, Enzyme freizusetzen und die Oxidation einzuleiten. Für gebrochenen Tee kann das CTC-Verfahren (Crushing-Tearing-Curling) eingesetzt werden.
- Fermentation / Oxidation (发酵, fājiào): Das gerollte Blatt wird in Fermentationsräumen bei 25–30 °C und 80–90 % Luftfeuchte ausgelegt. Dauer 4–6 Stunden. Während der Oxidation wandeln sich Catechine in Theaflavine und Thearubigene um, die die charakteristische rote Tassenfarbe, den süßlich-malzigen Geschmack und das komplexe Bouquet ausbilden.
- Trocknen (烘干, hōnggān): Der Tee wird bei hoher Temperatur (100–120 °C) getrocknet, um die Fermentation zu stoppen und die Restfeuchte auf 4–6 % zu senken. Üblich ist eine zweistufige Trocknung: erst schnelle Fixierung, dann Nachtrocknung bei schonenderen Bedingungen.
- Sortierung (分级, fēnjí): Der fertige Tee wird gesiebt und nach Größe und Qualität in Grade eingeteilt: Blatttee (FOP), Broken (FBOP), Fannings und Dust.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Bei Blatttee – dicht gerollte, gleichmäßige Streifen mit homogener Struktur, Farbe von dunkelbraun bis schwarz, mit glänzendem Schimmer (乌润, wūrùn). Goldene Tips sind in den höheren Graden sichtbar. Bei Broken – gleichmäßige, feste Granulate mit öligem Schimmer.
- Aroma des trockenen Blattes: Voll, süßlich, mit ausgeprägten Noten von Malz, Trockenfrüchten (Backpflaume, Aprikose), Honig. Im Hintergrund schokoladige, würzige und feine florale Anklänge. Das Aroma ist hoch und durchdringend (香气高锐, xiāngqì gāoruì).
- Aroma des Aufgusses: Umhüllend, warm, mit dominierenden Malz-Honig-Tönen und einer Grundlage aus Trockenfrüchten, Karamell, Gewürzen. Langanhaltend – bleibt auch im abgekühlten Aufguss erhalten.
- Geschmack: Vollmundig, reich, samtig. Ausgeprägte Süße (甜润, tián rùn), moderate Adstringenz. Im Geschmack treten Noten von Trockenfrüchten, Honig, Malz, Schokolade hervor. Langanhaltender Abgang mit zurückkehrender Süße (回甘, huígān). Gebrochener Tee ergibt einen kräftigeren, belebenden Aufguss – genau in diesem Format entfaltet Ying Hong Nr. 1 sein Potenzial am vollständigsten.
- Tassenfarbe: Von bernsteinrot bis rotbraun, satt, klar, mit einem ausgeprägten „goldenen Ring“ (金圈, jīn quān) am Tassenrand – ein Zeichen für hohen Theaflavingehalt.
- Teeblatt (nasses Blatt): Ganze, elastische Blätter von gleichmäßiger rötlich-brauner Farbe mit kupfrigem Ton. Die Knospen öffnen sich vollständig und bleiben weich.
7. Chemische Zusammensetzung:
Das biochemische Profil von Ying Hong Nr. 1 wird durch seine großblättrige Assam-Natur bestimmt, die sich durch hohe Extraktstoffgehalte auszeichnet.
- Polyphenole: Der Gehalt an Teepolyphenolen im Frühjahrsmaterial (eine Knospe und zwei Blätter) liegt bei etwa 42,2 % – ein außergewöhnlich hoher Wert, der die meisten kleinblättrigen Sorten übertrifft. Die Hauptformen im fertigen Tee sind Theaflavine (0,8–1,2 %) und Thearubigene (8–12 %), die für Farbe, Adstringenz und antioxidative Aktivität verantwortlich sind. Catechingehalt etwa 13,4 %.
- Aminosäuren: Gesamtgehalt etwa 2,2 %, darunter L-Theanin, Glutaminsäure und andere. L-Theanin sorgt für die Weichheit des Geschmacks und eine beruhigende Wirkung, die die stimulierende Wirkung des Koffeins ausbalanciert.
- Alkaloide: Koffein (koffeinähnliche Substanzen) etwa 4,1 %, Theobromin und Theophyllin in geringeren Mengen. Der Wasserextrakt beträgt ~38,2 %.
- Ätherische Öle und Aromastoffe: Untersuchungen zeigen, dass im Aromaprofil der roten Tees aus Yingde Alkohole dominieren (Geraniol, Linalool, Citronellol), Ester und Aldehyde – insgesamt über 50 identifizierte Komponenten. Gerade Alkohole stellen den größten Anteil, was für die Ying-Hong-Serie charakteristisch ist.
- Vitamine: C, B-Gruppe (B₁, B₂, B₆), E, K, PP.
- Mineralstoffe: Kalium, Mangan, Magnesium, Eisen, Fluor, Zink, Selen, Kupfer.
8. Gesundheitliche Eigenschaften:
- Anregende Wirkung: Der hohe Gehalt an Koffein und L-Theanin bewirkt eine sanfte, aber anhaltende Stimulation – Wachheit ohne abrupte Erregung, Verbesserung von Konzentration und kognitiven Funktionen.
- Antioxidativer Schutz: Theaflavine und Thearubigene sind starke Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren, oxidativen Stress und zelluläre Alterungsprozesse verlangsamen.
- Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Polyphenole tragen zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels bei, stärken die Elastizität der Gefäßwände und helfen bei regelmäßigem, moderatem Konsum, den Blutdruck zu normalisieren.
- Förderung der Verdauung: Roter Tee regt die Peristaltik an und unterstützt die Sekretion von Verdauungsenzymen. Er hat eine milde, wärmende Wirkung auf den Magen (养胃, yǎng wèi).
- Wärmende Wirkung: Vollständig fermentierter Tee besitzt einen ausgeprägten thermischen Effekt, der die periphere Durchblutung anregt – ideal für die kalte Jahreszeit.
- Antibakterielle Eigenschaften: Polyphenole und Gerbstoffe zeigen bakterizide Aktivität und hemmen das Wachstum pathogener Mikroorganismen in Mundhöhle und Magen-Darm-Trakt.
- Stärkung des Immunsystems: Der Komplex aus Vitaminen, Mineralien und bioaktiven Verbindungen unterstützt die allgemeine Widerstandskraft des Organismus.
9. Zubereitung:
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Wassertemperatur: 90–95 °C. Für Spitzengrade (eine Knospe) sind 85–90 °C zulässig.
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Teemenge: 3–5 g auf 150 ml Wasser (Aufgussmethode); 3–4 g auf 250–300 ml (europäische Methode).
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Gefäß: Porzellan-Gaiwan (盖碗, gàiwǎn), Tonkanne aus Yixing-Zisha (宜兴紫砂壶, Yíxīng zǐshā hú) oder Glas-/Porzellankanne. Der Gaiwan eignet sich besonders zur Bewertung des Aromas; die Yixing-Kanne für die tägliche Zubereitung, wobei sie die Weichheit des Geschmacks betont.
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Ablauf:
- Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen, Wasser ausschütten.
- Tee einfüllen und im vorgewärmten Gefäß 15–20 Sekunden „erwachen“ lassen.
- Mit Wasser aufgießen und den ersten Aufguss sofort abgießen (Spülung, 洗茶, xǐ chá) – das erfrischt das Blatt und entfernt Staubpartikel.
- Zweiter Aufguss: mit Wasser übergießen und 10–15 Sekunden ziehen lassen.
- Aufguss durch ein Sieb in die Tassen verteilen.
- Weitere Aufgüsse: Ziehzeit jeweils um 5–10 Sekunden verlängern. Der Tee verträgt 5–7 vollwertige Aufgüsse.
Europäische Methode: 3–4 g auf eine Kanne mit 300 ml, Ziehzeit 3–5 Minuten. Ergibt 2–3 Aufgüsse.
10. Lagerung:
Ying Hong Nr. 1 ist ein vollständig fermentierter Tee, der keiner Kühllagerung bedarf. Grundregeln:
- Behältnis: Luftdichtes, lichtundurchlässiges Gefäß – Blechdose, folienkaschierter Beutel mit Zip-Verschluss oder Keramikgefäß mit dichtem Deckel.
- Bedingungen: Trockener, kühler Ort (nicht über 25 °C), fern von direktem Sonnenlicht, Wärmequellen und starken Gerüchen. Relative Luftfeuchte nicht über 60 %.
- Lagerdauer: Bei sachgemäßen Bedingungen 2–3 Jahre. Das Aroma ist in den ersten 12–18 Monaten nach der Produktion am intensivsten.
- Feinde des Tees: Feuchtigkeit, Licht, hohe Temperatur, Fremdgerüche, Sauerstoff.
11. Preis und Fälschungen:
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Preiskategorie: Ying Hong Nr. 1 zählt zu den roten Tees des mittleren Preissegments. Übliche Grade sind ab 50 bis 100 Yuan pro 500 g erhältlich, hochwertige Partien aus der Frühlingsernte ab 200 Yuan aufwärts. Der Preis liegt deutlich unter dem von Ying Hong Nr. 9, dessen Spitzengrade (金毫, jīn háo – „Goldene Härchen“) mehrere Tausend Yuan pro Jin erreichen können. Preisfaktoren: Erntesaison, Pflückstandard, Ruf des Betriebs, Verarbeitungsweise.
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So vermeiden Sie Fälschungen:
- Kaufen Sie bei vertrauenswürdigen Händlern: Fachgeschäfte mit Herkunftszertifikaten oder direkt bei Betrieben aus der Region Yingde.
- Beurteilen Sie das Aussehen: Die Blätter sollten gleichmäßig, fest gerollt und ölig glänzend sein. Bruchstücke, staubige oder ungleichmäßige Blätter weisen auf geringe Qualität hin.
- Prüfen Sie das Aroma: Das trockene Blatt sollte einen sauberen, vollen süßlich-malzigen Duft ohne muffige, saure oder chemische Noten besitzen.
- Bewerten Sie den Aufguss: Die Farbe sollte rot, leuchtend und klar sein, mit einem „goldenen Ring“. Trüber oder stumpfer Aufguss deutet auf minderwertiges Rohmaterial oder Verarbeitungsfehler hin.
- Misstrauen Sie ungewöhnlich niedrigen Preisen: Ein unverhältnismäßig günstiger Preis für einen angeblich hohen Grad von Ying Hong Nr. 1 ist ein Warnsignal für eine mögliche Unterschiebung einer Basissorte.
12. Interessante Fakten:
- Assam-Wurzeln: Anders als Ying Hong Nr. 9, der aus der großblättrigen Yunnan-Population (im Grunde dieselben Assam-Formen, aber über Yunnan eingeführt) stammt, wurde Ying Hong Nr. 1 unmittelbar aus Assam-Material gewonnen. Das macht ihn zu einer der wenigen chinesischen Nationalsorte mit direkter Assam-Abstammung.
- Rekordproduktivität: Ein Ertrag von bis zu 350 kg Trockentee pro Mu (rund 5250 kg/ha) – einer der höchsten Werte unter Sorten für roten Tee – bestimmte seine Bedeutung für die Massenproduktion von Export-Rottee in den 1960er- bis 1980er-Jahren.
- Breite des nördlichen Wendekreises: Yingde liegt praktisch auf der Linie des nördlichen Wendekreises – auf derselben geografischen Breite wie die berühmten Plantagen Assams (Indien) und Kandys (Sri Lanka), was ähnliche klimatische Voraussetzungen für großblättrige Sorten schafft.
- Roter Tee, der Europa eroberte: Ying De Hong Cha, einschließlich Tee der Sorte Ying Hong Nr. 1, wurde seit den 1960er-Jahren in mehr als 70 Länder exportiert, erhielt Goldmedaillen auf internationalen Ausstellungen und wurde für Empfänge im Buckingham Palace geliefert.
- Der „ältere Bruder“: Obwohl Ying Hong Nr. 9 zum Star der Serie wurde, wurde Nr. 1 ein Jahr früher als nationale Sorte zugelassen (1987 gegenüber 1988) und ist damit genau genommen der „Erstgeborene“ des Züchtungsprogramms des Teeforschungsinstituts Guangdong.
13. Vergleich mit anderen roten Tees:
- Ying Hong Nr. 9 (英红9号, Yīng Hóng 9 Hào): Der nächste „Verwandte“. Ying Hong Nr. 9 wurde aus der großblättrigen Yunnan-Population gezüchtet, zeichnet sich durch einen noch wuchtigeren baumartigen Habitus und ein etwas größeres Blatt aus. Geschmacklich zeigt Nr. 9 mehr Adstringenz und eine satte Honig-Frucht-Süße; Nr. 1 ist weicher, eleganter, mit einer deutlicheren floralen Note. Nr. 9 ist erheblich teurer und am Markt weiter verbreitet.
- Dian Hong Gongfu (滇红工夫, Diān Hóng Gōngfu): Roter Tee aus Yunnan aus großblättrigen Sorten. Ähnlich in der Rohmaterialart und der Fülle des Aufgusses, unterscheidet sich jedoch durch hellere Honig-Pfeffer-Noten und einen charakteristischen „Yunnan“-Körper. Ying Hong Nr. 1 ist meist leichter und geschmacklich reiner.
- Qi Men Hong Cha (祁门红茶, Qímén Hóngchá): Kleinblättrige Sorte aus der Provinz Anhui, bekannt für ihr feines „Orchideen“-Aroma (祁门香). Unterscheidet sich grundlegend von Ying Hong Nr. 1 in Rohmaterialart und Stil: Keemun – delikat, weinartig-fruchtig; Ying Hong – kraftvoll, malzig-süß.
- Zheng Shan Xiao Zhong (正山小种, Zhèngshān Xiǎozhǒng): Fujian-Rottee mit charakteristischem Kiefernrauch (in der traditionellen Version) oder fruchtig-blumigen Noten (in der modernen). Stilistisch stark abweichend – Xiao Zhong basiert auf einer kleinblättrigen Sorte und einem einzigartigen Verfahren der Rauchwelke.
Zum Abschluss:
Ying Hong Nr. 1 ist ein gediegener, charaktervoller roter Tee mit ernstzunehmender historischer Herkunft und einem ausdrucksstarken Geschmacksprofil. Er vereint die Kraft des großblättrigen Assam-Ausgangsmaterials mit der Finesse des Guangdong-Terroirs und bietet einen satten, malzig-honigen Aufguss mit guter Struktur und angenehm zurückkehrender Süße. Dieser Tee eignet sich für Liebhaber roter Tees mit Körper und Charakter, die eine zugänglichere und mildere Alternative zum berühmten Ying Hong Nr. 9 suchen. Für Einsteiger in die Welt des chinesischen Roten Tees kann Ying Hong Nr. 1 ein hervorragender Ausgangspunkt sein – ehrlich, verständlich und großzügig zeigt er überzeugend, warum die südchinesischen Roten Tees weltweite Anerkennung verdient haben.