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Yǎngtiān Xuě Lǜ
Yǎngtiān xuě lǜ · 仰天雪绿
Yǎngtiān Xuě Lǜ ist ein moderner, benannter Grüntee aus der Provinz Henan, der Anfang der 1980er Jahre an der Schnittstelle chinesischer und japanischer Teetraditionen entstand. Er wird an den Nordhängen des Berges Nǎinǎi Diàn im Gebirge Dàbié Shān produziert, wo der Gebirgsfrühling auf die Schneedecke der Gipfel…
Yǎngtiān Xuě Lǜ ist ein moderner, benannter Grüntee aus der Provinz Henan, der Anfang der 1980er Jahre an der Schnittstelle chinesischer und japanischer Teetraditionen entstand. Er wird an den Nordhängen des Berges Nǎinǎi Diàn im Gebirge Dàbié Shān produziert, wo der Gebirgsfrühling auf die Schneedecke der Gipfel trifft und die Teegärten in das diffuse Licht des Wolkendunstes gehüllt sind. Er zeichnet sich durch eine flache, schlanke Blattform mit reichlichem Flaum und ein anhaltendes Orchideenaroma aus.
1. Klassifizierung und Herkunft:
- Typ: Grüntee (绿茶, lǜchá) – unfermentiert, Oxidationsgrad minimal (unter 5 %). Nach der Trocknungstechnologie gehört er zur Kategorie Hōngqīng (烘青, hōngqīng) – Grüntee mit Erwärmungstrocknung (Bèihōng, 焙烘).
- Kategorie: Moderner benannter Grüntee der Provinz Henan; zählt zu den „Zehn berühmten Tees von Henan“ (河南省十大名茶). Gehört zur Gruppe der speziellen Grüntees mit flacher Form (扁形绿茶, biǎnxíng lǜchá).
- Herkunft: China, Provinz Hénán (河南省), bezirksfreie Stadt Xìnyáng (信阳市), Kreis Gùshǐ (固始县). Kerngebiet ist die Teefarm Yǎngtiān Wā (仰天洼茶场) am Nordhang des Berges Nǎinǎi Diàn (奶奶殿) in der Gemeinde Zǔshīmiào (祖师庙镇), an der Nahtstelle zu den Gemeinden Wǔmiào (武庙乡) und Chénlínzǐ (陈淋子镇). Zusammenhängende Teegärten – 4.500 Mu (ca. 300 ha), die den Status einer nationalen ökologischen Demonstrationszone besitzen.
- Geografische Koordinaten: ca. 115°33′–115°34′ ö. L., 31°36′–31°37′ n. Br. (Kerngebiet).
- Schutzstatus: Produkt mit nationaler geografischer Angabe (国家地理标志产品, Zertifizierung 2004). Eingetragen in das Register ökologischer Produkte mit Herkunftsschutz (生态原产地保护产品, 2015). Die Handelsmarke wurde 2003 registriert; der Markenwert überstieg 29 Mrd. Yuan (2024).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
- Geschichte:
Der Teeanbau im Gebiet von Gùshǐ hat tiefe Wurzeln. Im „Tee-Klassiker“ (《茶经》, Chájīng) von Lù Yǔ (陆羽) heißt es: „Unter den Tees von Huáinán hat der Tee aus Guāngzhōu den ersten Rang“ (淮南茶以光州上). Der alte Bezirk Guāngzhōu (光州) umfasste das Gebiet des heutigen Kreises Gùshǐ, was auf eine Tang-zeitliche (7.–9. Jh.) Teeproduktionstradition an diesem Ort hindeutet. Einer lokalen Legende nach wurde der Tang-Kaiser Lǐ Shìmín (李世民), als er verwundet war, durch das Trinken von Tee vom Berg Dàbié Shān geheilt, und er verlieh ihm den Status eines Tributtees (贡茶).
Der Nordhang des Nǎinǎi Diàn wurde traditionell „Guāngzhōu Dà Shān Chá“ (光州大山茶) genannt – „großer Bergtee aus Guāngzhōu“. Seinen heutigen poetischen Namen erhielt der Tee jedoch viel später. Im Jahr 1847 (27. Jahr der Regierungsdevise Dàoguāng, 道光) besuchte der Qing-zeitliche Zhuàngyuán (状元) und bedeutende Botaniker Wú Qíjùn (吴其濬, 1789–1847), ein Heimatsohn von Gùshǐ, nach seiner Entpflichtung auf der Rückkehr in die Heimat den Berg zur Zeit des Gǔyǔ (谷雨, „Kornregen“). Als er aufblickte, sah er die schneeweiße Gipfeldecke und das smaragdgrüne Grün der Teebüsche am Fuß und verfasste die Zeile: „Hé fēng yǒng xuě yǎng tiān lǜ, fāng míng yíng chūn gài shì xiāng“ (和风咏雪仰天绿,芳茗迎春盖世香) – „Im milden Wind wird der Schnee besungen, das Grün blickt zum Himmel; duftender Tee empfängt den Frühling, sein Aroma übertrifft die Welt.“ Daher stammt der Name „Yǎngtiān Xuě Lǜ“ – „Zum Himmel blickendes Schneegrün“.
Der moderne Tee in seiner heutigen Form wurde 1982–1984 von dem Agronomen Zhū Xuéyì (朱学义) geschaffen, der Elemente der Technologie des japanischen Sencha (煎茶) und des Xīhú Lóngjǐng (西湖龙井) verband und so ein einzigartiges flaches Profil mit einer speziellen Formgebungstechnik kreierte. 1986 wurde der Tee auf einem Provinz-Expertentreffen mit Spezialisten der Landwirtschaftsuniversität Hunan sowie der Agrarhochschulen von Anhui und Zhejiang als „innovativer benannter Tee Henans“ (河南省创新名茶) anerkannt. 2003 wurde die Handelsmarke registriert; 2004 erhielt der Tee die nationale geografische Angabe.
- Name:
„Yǎng“ (仰) – „den Blick erheben, aufwärts schauen“; „tiān“ (天) – „Himmel“; „xuě“ (雪) – „Schnee“; „lǜ“ (绿) – „Grün“. Wörtlich: „Zum Himmel blickend – schneeiges Grün“. Der Name vermittelt ein Frühlingsbild: Am Fuß des Berges entfalten sich smaragdfarbene Teeknospen, während der Gipfel noch von Schnee bedeckt ist. Die Poesie des Namens geht auf die Gedichtzeile des Qing-Gelehrten Wú Qíjùn zurück.
- Kulturelle Bedeutung:
Gùshǐ ist einer der „Wurzel“-Kreise der chinesischen Südwanderung: Von hier stammen Vorfahren eines großen Teils der Bevölkerung Fujians und Taiwans (festgehalten in der Formel „Guāngzhōu Gùshǐ“, 光州固始). Die Teekultur von Gùshǐ steht am Kreuzungspunkt zweier großer Teetraditionen – westlich des Kreises wird Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖) produziert, östlich Liù’ān Guāpiàn (六安瓜片). Yǎngtiān Xuě Lǜ nimmt dazwischen eine Zwischenposition ein, indem er das Dàbié-Shān-Terroir mit einer Autorentechnologie verbindet. Der Tee gilt gemeinsam mit Jiǔhuáshān Máojiān (九华山毛尖) – einem anderen lokalen benannten Tee – als „Visitenkarte“ des Kreises.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Sorte / Kultivar: Grundlage ist die lokale kleinblättrige Populationsvarietät (本地群体小叶种, běndì qúntǐ xiǎoyè zhǒng) Camellia sinensis var. sinensis. Ergänzende Kultivare: Fúdǐng Dàbái Chá (福鼎大白茶, Fúdǐng Dàbái Chá) und Lóngjǐng 43 (龙井43, Lóngjǐng 43). Alter der Hauptplantagen – über 30 Jahre. Blätter elliptisch, dick und fleischig; das Gewicht von 100 Trieben des Standards „eine Knospe – ein Blatt“ beträgt etwa 45 g. Die Zartheitsdauer (持嫩期) der lokalen Sorte ist im Vergleich zu Standardkultivaren um 7–10 Tage verlängert.
- Ernte: Die Frühjahrsernte ist die wichtigste. Optimales Fenster – von Qīngmíng (清明) bis Gǔyǔ (谷雨), d. h. etwa von Anfang bis Ende April. Die frühe Frühlingsernte (vor Qīngmíng) ist die wertvollste.
- Erntestandard: Höchste Sorte (特级) – einzelne Knospen oder Knospe mit einem kaum geöffneten Blättchen (单芽或一芽一叶初展); Erste Sorte (一级) – Knospe mit einem Blatt (一芽一叶); Zweite Sorte (二级) – Knospe mit zwei Blättern und entfalteten Blättern (一芽二叶及开展叶).
- Anforderungen an das Rohmaterial: Triebe müssen vollständig, zart, homogen und mit reichlichem Flaum sein. Handpflückung ist für die oberen Grade obligatorisch.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
Die Teegärten von Yǎngtiān Xuě Lǜ befinden sich am Nordhang des Berges Nǎinǎi Diàn (奶奶殿) – einer der Gipfel des Dàbié Shān (大别山), im Südosten der Provinz Hénán, an der Grenze zur Provinz Ānhuī. Das Schlüsselmerkmal ist gerade die Nordexposition: Die verringerte Sonneneinstrahlung verlangsamt das Wachstum der Triebe, was die Akkumulation von Aminosäuren und Aromastoffen erhöht.
- Anbauhöhe: Etwa 653 m über dem Meeresspiegel (Hauptplantagen); der Gipfel des Nǎinǎi Diàn ist höher.
- Klima: Übergang von subtropischem zu gemäßigtem Monsunklima. Mittlere Jahrestemperatur 12,5–15,5 °C; tägliche Temperaturamplitude – über 10 °C. Anzahl der Nebeltage – über 102 pro Jahr. Es herrscht diffuses Licht (散射光), das die Anreicherung von L-Theanin und Aminosäuren stimuliert.
- Böden: Schwach saure gelbe Sandlehme (微酸性黄沙土), pH 4,5–5,6. Reich an Humus sowie an Zink und Selen. Die Böden haben sich auf alten Schiefern entwickelt und tragen den lokalen Namen „aschefarbene Erde“ (香灰土, xiānghuī tǔ) – ein ideales Substrat für den Teestrauch.
- Ökologie: Waldbedeckung – 87,6 %. Der Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden ist verboten; die Farm besitzt eine europäische Bio-Zertifizierung. Das Gebiet ist als nationale ökologische Demonstrationszone anerkannt.
5. Herstellungsverfahren:
Die Technologie von Yǎngtiān Xuě Lǜ ist eine Autorenentwicklung der 1980er Jahre, die Elemente der klassischen Röstung von Lóngjǐng und des japanischen Sencha synthetisiert. Die manuelle Verarbeitung vereint über zehn Techniken, darunter „Aufnehmen“ (捞, lāo), „Schütteln“ (抖, dǒu), „Führen“ (带, dài), „Ausstreuen“ (撒, sā), „Rollen“ (搓, cuō) und „Pressen“ (压, yā). Das Prinzip „Kombination von schwachem und starkem Feuer“ (文火武火并施) stammt aus der japanischen Tradition.
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Auslegen-Welken (摊青, tān qīng): Frisch gepflückte Blätter werden für 4 Stunden in dünner Schicht ausgebreitet, um teilweise Feuchtigkeit zu verlieren und ein erstes Aroma zu entwickeln.
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Grünfixierung – „Tötung des Grüns“ (杀青, shāqīng): Geschieht in einer gusseisernen Pfanne (铁锅) bei einer Temperatur von etwa 120 °C. Die Temperatur ist niedriger als bei den meisten klassischen Chǎoqīng-Tees – dies erlaubt es, die Zartheit des Blattes und das feine Aroma zu bewahren.
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Formgebung (做形, zuòxíng): Die Schlüsseletappe, die dem Tee seine charakteristische flache Form verleiht. Sie kombiniert zwei Techniken: das „Rollen zu einem Strang“ (搓条, cuō tiáo) – das Durchziehen des Blattes zwischen den Handflächen zur Ausbildung eines geraden Streifens; und das „Abschnellen des Strangs“ (甩条, shuǎi tiáo) – leichtes Schütteln zum Glätten und Einebnen. Genau in dieser Etappe erhält der Tee seine flache, schlanke, leicht glänzende Form mit hervortretendem Flaum.
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Erste Trocknung – 毛火 (máo huǒ): Erwärmung bei 80 °C; Verringerung des Feuchtigkeitsgehalts auf ein mittleres Niveau.
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Endtrocknung – 足干 (zú gān): Langanhaltende Niedrigtemperaturtrocknung bei 60 °C bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von ≤7 %. Gewährleistet die Fixierung des Aromas und die Stabilität bei der Lagerung.
6. Organoleptische Eigenschaften:
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Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flach, schlank, gerade (扁平挺秀), mit reichlichem silbrigem Flaum (显毫). Farbe – ölig-grün, saftig (翠绿油润). Das Blatt ist gleichmäßig, homogen in der Größe. Es erinnert optisch an Lóngjǐng, jedoch mit ausgeprägterem Flaum.
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Aroma des trockenen Blattes: Rein, hoch, mit deutlicher Orchideennote (兰花香, lánhuā xiāng). Bei der Frühlingsernte – zusätzliche Kastaniennote (栗香).
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Aroma des Aufgusses: Anhaltend, langanhaltend, mit vorherrschender Orchideennote. Die Höhe des Aromas ist eines der Hauptunterscheidungsmerkmale: Gemäß dem Standard der geografischen Angabe wird das Aroma als „qīng gāo chíjiǔ“ (清高持久) charakterisiert – „rein, erhaben, dauerhaft“.
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Geschmack: Frisch und weich-dicht (鲜醇, xiān chún), mit ausgeprägter süßlich-reicher Fülle (甘厚, gān hòu). Abgang – anhaltende zurückkehrende Süße (回甘持久). Bitterkeit und Adstringenz sind bei korrekter Zubereitung nicht vorhanden. Körper des Aufgusses – mittel, mit samtiger Textur.
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Farbe des Aufgusses: Zartgrün mit leicht gelblichem Unterton (嫩绿微黄), klar und transparent (清澈明净).
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Teeboden (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, leuchtend (嫩绿明亮), gleichmäßig, lebendig (匀齐鲜活). Die Blättchen öffnen sich vollständig und demonstrieren Unversehrtheit und Zartheit.
7. Chemische Zusammensetzung:
Yǎngtiān Xuě Lǜ zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Wasserextrakt und Aminosäuren aus – ein Ergebnis der Nordexposition und des Hochgebirgsmikroklimas.
- Wasserextrakt (水浸出物): ≥44 % – einer der höchsten Werte unter den benannten Grüntees Chinas, was die außergewöhnliche „Dichte“ und Fülle des Aufgusses gewährleistet.
- Aminosäuren (氨基酸): ≥4,6 %. Der hohe L-Theanin-Gehalt ist bedingt durch diffuses Licht und eine tägliche Temperaturamplitude von über 10 °C.
- Polyphenole (茶多酚): ≥23 % (für die erste Sorte und höher). Moderate Werte im Vergleich zu südlichen Grüntees – genau das erklärt die Weichheit und die Abwesenheit von Bitterkeit.
- Alkaloide: Koffein – in für Grüntee typischen Grenzen (2,5–4 %); Theobromin, Theophyllin – in Spurenmengen.
- Vitamine: Vitamin C – 100–500 mg/100 g (erhebliche Streuung je nach Saison und Grad). Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E.
- Mineralstoffe: Zink und Selen – in erhöhter Konzentration, bedingt durch die Mineralisierung der Böden des Dàbié Shān.
- Ätherische Öle: Das Orchideenaromenprofil wird durch Linalool, Geraniol und Nerolidol gebildet.
- Besonderheit der Zusammensetzung: Das hohe Verhältnis von Aminosäuren zu Polyphenolen (Aminosäuren/Polyphenole ≈ 0,2) ist einer der Marker für „weiche“, „süße“ Grüntees.
8. Gesundheitliche Wirkungen:
- Antioxidativer Schutz: Der hohe Vitamin-C-Gehalt (bis 500 mg/100 g) gewährleistet eine wirksame Neutralisierung freier Radikale und den Schutz der Zellmembranen.
- Entgiftung und Strahlenschutz: Vitamin C fördert die Ausscheidung von Schwermetallen (Blei, Cadmium) und die Verringerung von Strahlenbelastungsfolgen.
- Tonisierende Wirkung: Die Kombination von Koffein und L-Theanin sorgt für eine milde, gleichmäßige Wachheit ohne Unruhe – ein Zustand ruhiger Konzentration.
- Unterstützung des Fettstoffwechsels: Catechine stimulieren die Fettoxidation; ein maßvoller regelmäßiger Konsum kann zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Prophylaxe von Gallensteinleiden beitragen (durch Anregung der Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren).
- Herz-Kreislauf-System: Teepolyphenole werden mit einer Senkung des Blutdrucks und einer Verbesserung der Gefäßelastizität in Verbindung gebracht.
- Kognitive Funktionen: L-Theanin verbessert die Alpha-Wellen des Gehirns und fördert Denkklarheit und Konzentration.
- Hautzustand: Der antioxidative Komplex (Vitamin C + Catechine) unterstützt die Kollagensynthese und den Schutz vor Lichtalterung.
- Verdauung: Der moderate Tanningehalt regt die Peristaltik sanft an, ohne die Schleimhaut zu reizen.
9. Zubereitung:
- Wassertemperatur: 85–90 °C. Kochendes Wasser über 90 °C ist dringend zu vermeiden – hohe Temperaturen zerstören Theanin und verstärken die Bitterkeit.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml (Verhältnis 1:50).
- Gefäß: Ein Glasbecher (玻璃杯) – optimal zur Beobachtung der Blattform und der Aufgussfarbe; eine weiße Porzellangaiwan (盖碗) – für eine vollere Entfaltung des Aromas und eine schichtweise Geschmacksbewertung.
- Vorgang:
- Das Glas oder die Gaiwan mit heißem Wasser vorwärmen, das Wasser abgießen.
- Die Methode des oberen Aufgusses (上投法, shàngtóufǎ) anwenden: zuerst Wasser in das Gefäß gießen, dann den Tee vorsichtig hinzugeben – die Blätter werden langsam absinken und sich öffnen.
- Das Wasser sanft an der Gefäßwand entlang eingießen – dies verhindert ein Zerstreuen der Härchen und eine Trübung des Aufgusses.
- Erster Aufguss – 1 Minute. Jeder folgende – mit 20 Sekunden Verlängerung.
- Der Tee verträgt 7 und mehr Aufgüsse (耐泡度7次以上).
- Für die Gaiwan: eine mittlere Ziehzeit von 15–20 Sekunden bei den ersten Aufgüssen verwenden, dann um 5–10 Sekunden verlängern.
- Tipp: Beim Aufbrühen im Glas kann Wasser nachgegossen werden, wenn etwa 1/3 des Volumens getrunken wurde – dies hält die Konzentration stabil.
10. Lagerung:
- Bedingungen: Luftdichte, lichtundurchlässige Verpackung (Aluminiumfolie + Blech- oder Zinndose). Im Kühlschrank bei 0–5 °C aufbewahren.
- Frist: Am ausdrucksstärksten in den ersten 6–12 Monaten. Es wird empfohlen, den frischen Tee 7 Tage nach dem Öffnen „aufzuwecken“ (醒茶) – an der Luft an einem vor Licht geschützten Ort ruhen lassen, um den restlichen „Feuer“-Geschmack zu zerstreuen. Nach dem Öffnen – innerhalb von 10 Tagen verbrauchen.
- Feinde des Tees: Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Fremdgerüche, Sauerstoff. Nicht neben stark riechenden Produkten lagern.
- Anmerkung: Für eine kurzfristige Lagerung (bis zu 2 Monaten) ist ein kühler, dunkler Ort bei Raumtemperatur zulässig.
11. Preis und Fälschungen:
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Preisrichtwerte (chinesischer Binnenmarkt, 2023–2024):
- Höchste Sorte (特级): ≥500 Yuan pro Jīn (500 g) – reine Knospen oder Knospe + ein Blatt, helles Orchideenaroma.
- Erste Sorte (一级): 200–500 Yuan pro Jīn – Knospe + ein Blatt, reine Aromatik, dichter Geschmack.
- Zweite Sorte (二级): unter 200 Yuan pro Jīn – erschwingliche Alltagsvariante.
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Wie man Fälschungen vermeidet:
- Prüfen Sie die Blattform: Echter Yǎngtiān Xuě Lǜ – flach, schlank, mit ausgeprägtem Glanz und reichlichem silbrigem Flaum. Imitate haben oft eine lockerere oder unregelmäßigere Struktur.
- Beurteilen Sie das Aroma: Echter Tee besitzt ein anhaltendes Orchideenaroma ohne „heuigen“, grasigen oder säuerlichen Geruch.
- Prüfen Sie den Aufguss: Zartgrün mit gelblichem Unterton, klar und transparent. Trüber oder dunkelgrüner Aufguss – ein Anzeichen für Ersatz oder falsche Lagerung.
- Achten Sie auf den Preis: Ein verdächtig niedriger Preis für eine „höchste Sorte“ – Anzeichen für Ersatz durch billigeres Rohmaterial.
- Wählen Sie den Verkäufer: Bevorzugen Sie Produkte mit der Kennzeichnung der geografischen Angabe (国家地理标志产品) aus dem Kreis Gùshǐ. Verlässlich sind Marken mit Bindung an die konkreten Teefarmen von Yǎngtiān Wā.
12. Interessante Fakten:
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Ein durch ein Gedicht benannter Tee: Yǎngtiān Xuě Lǜ ist einer der wenigen chinesischen Tees, deren Name unmittelbar auf eine Gedichtzeile zurückgeht. Der Autor des Gedichts ist Wú Qíjùn (吴其濬), der einzige Zhuàngyuán (状元, „Erster der Staatsprüfung“) in der gesamten Geschichte der Provinz Hénán während der Qing-Zeit, sowie Verfasser des monumentalen botanischen Werks „Zhíwù míngshí túkǎo“ (《植物名实图考》) – eines der bedeutendsten botanischen Atlanten Chinas des 19. Jahrhunderts.
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Synthese zweier Traditionen: Bei der Schaffung des Tees 1982–1984 entlehnte der Agronom Zhū Xuéyì bewusst Elemente der Technologie des japanischen Sencha (schonende Behandlung, Fokus auf Erhaltung der Aminosäuren) und verband sie mit der klassischen chinesischen Pfannenröstung. Dies macht Yǎngtiān Xuě Lǜ zu einem seltenen Beispiel interkultureller Synthese in der Teeproduktion.
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Klimatischer Knotenpunkt: Der Kreis Gùshǐ liegt genau auf der Januar-Null-Isotherme – der klimatologischen Grenze zwischen den Subtropen und der gemäßigten Zone Chinas. Dieser Übergangscharakter verleiht den lokalen Tees eine einzigartige Ambivalenz: die Weichheit südlicher Tees mit der Dichte und Beständigkeit nördlicher Tees.
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„Botanischer Status“: 2015 wurde Yǎngtiān Xuě Lǜ in das Register von 11 Produkten aus Gùshǐ aufgenommen, die auf nationaler Ebene den Schutz der ökologischen Herkunft erhielten – der erste derartige Präzedenzfall in China auf der Ebene eines ganzen Kreises.
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Nachbarschaft der Titanen: Die Teegärten von Gùshǐ liegen genau zwischen zwei berühmten Teeregionen: Xìnyáng (信阳) im Westen mit seinem Máojiān und Liù’ān (六安) im Osten mit seinem Guāpiàn. Yǎngtiān Xuě Lǜ wächst also „im Schatten der Großen“, bietet jedoch ein völlig anderes Geschmacksprofil.
13. Vergleich mit anderen grünen Tees:
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Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖, Xìnyáng Máojiān): Der nächste geografische Nachbar, einer der „Zehn berühmten Tees Chinas“. Beide sind Henan-Tees, beide mit reichlichem Flaum. Allerdings hat Máojiān eine rundliche, fein gerollte Form (细圆光直), während Xuě Lǜ flach und schlank ist. Die Aromatik von Máojiān ist kastanien-bohnig; Xuě Lǜ – mit deutlicher Orchideennote. Das Terroir von Xìnyáng ist etwas höher (800–1000 m), jedoch ohne einen so ausgeprägten Effekt der Nordexposition.
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Xīhú Lóngjǐng (西湖龙井, Xīhú Lóngjǐng): Der flache Referenz-Grüntee. Die Blattform von Yǎngtiān Xuě Lǜ erinnert visuell an Lóngjǐng, jedoch hat Xuě Lǜ einen stärker ausgeprägten Flaum (毫), während die besten Lóngjǐng glatt sind. Die Aromatik von Lóngjǐng – kastanien-bohnig, stärker „geröstet“; Xuě Lǜ – blumiger (Orchidee). Lóngjǐng ist ein Chǎoqīng (Pfannenröstung); Xuě Lǜ ist ein Hōngqīng (Erwärmungstrocknung), was ein weicheres, „luftigeres“ Aroma ergibt.
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Tàipíng Hóukuí (太平猴魁, Tàipíng Hóukuí): Flacher Grüntee aus Anhui, ebenfalls aus der Dàbié-Shān-Zone, jedoch deutlich großblättriger. Hóukuí ist der „größte“ unter den flachen Grüntees; Xuě Lǜ ist dagegen winzig. Die Aromatik von Hóukuí – Orchidee (兰花香), was ihn mit Xuě Lǜ verwandt macht, aber der Geschmack von Hóukuí ist öliger und „voluminöser“.
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Liù’ān Guāpiàn (六安瓜片, Liù’ān Guāpiàn): Östlicher Nachbar im Dàbié Shān. Einzigartig dadurch, dass er aus der Blattspreite ohne Knospe hergestellt wird. Form – ein gerolltes „Kürbiskernplättchen“. Aromatik – stärker „erwärmt“, kastanienartig. Das Fehlen der Knospe ergibt einen weniger zarten, aber kräftigeren Geschmack.
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Jiǔhuáshān Máojiān (九华山毛尖): Der zweite benannte Tee von Gùshǐ. Wird auf denselben Breitengraden produziert, jedoch nach einer Technologie, die dem klassischen Xìnyáng Máojiān näher ist. Form – rundlich, gerollt; Aroma – kastanienartig. Wenn Jiǔhuáshān Máojiān der „traditionelle“ Vertreter der Gùshǐ-Tees ist, dann ist Yǎngtiān Xuě Lǜ der „Autoren-Innovator“.
Zum Schluss
Yǎngtiān Xuě Lǜ ist einer der poetischsten und technologisch originellsten Grüntees Zentralchinas. Geboren am Kreuzungspunkt großer Teeregionen, hat er die Weichheit des Dàbié-Shān-Terroirs, die Orchideenverfeinerung des Aromas und die flache Eleganz der Form in sich aufgenommen, die an Lóngjǐng erinnert, jedoch mit eigenem Charakter. Dieser Tee eignet sich besonders für jene, die im Grüntee nicht Herbheit und „grüne“ Leuchtkraft schätzen, sondern samtige Süße, langen Nachhall und jene besondere Transparenz, die nur die Bergnebel an der Nahtstelle von Süden und Norden verleihen. Sein Name ist eine poetische Postkarte: schneebedeckter Gipfel, smaragdene Triebe und ein zum Himmel gerichteter Blick.