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Xiāngcǎo Lán Lǜchá

Xiāngcǎo lán lǜchá · 香草兰绿茶

Xiāngcǎo Lán Lǜchá (香草兰绿茶, xiāngcǎo lán lǜchá) ist der weltweit einzige grüne Tee, der mit natürlicher Vanille (*Vanilla planifolia*) aromatisiert wird, dem „König der natürlichen Lebensmittelaromen“ (世界天然食品香料之王).

Xiāngcǎo Lán Lǜchá (香草兰绿茶, xiāngcǎo lán lǜchá) ist der weltweit einzige grüne Tee, der mit natürlicher Vanille (Vanilla planifolia) aromatisiert wird, dem „König der natürlichen Lebensmittelaromen“ (世界天然食品香料之王). Das Produkt entstand auf der Insel Hainan (海南) – der einzigen tropischen Region Chinas, in der Vanille wachsen kann – als wissenschaftliches Projekt des Instituts für tropische Gewürze und Getränke der Chinesischen Akademie für tropische Landwirtschaft (中国热带农业科学院香料饮料研究所). Es wurde 1993 durch eine revolutionäre Lösung geschaffen: Statt der traditionellen Blüten-„yìnzhì“ (窨制, Aromatisierung mit Jasmin- oder Rosenblütenblättern) fermentierte Vanilleschoten der Orchidee zu verwenden – ein Produkt, das eine 120-tägige Fermentation durchläuft und über 250 Aromastoffe enthält. Das Ergebnis ist ein Tee mit schokoladig-vanilligem Aroma, einer „orchideenartigen“ Süße sowie angstlösender Wirkung, der weder in China noch weltweit seinesgleichen hat. Im Jahr 2024 wurde das Herstellungsverfahren in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Stadt Wanning aufgenommen.

1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Aromatisierter grüner Tee (添香型绿茶, tiān xiāng xíng lǜchá). Basistee ist ein Grüntee aus der Hainan-Großblattsorte. Aromastoff sind natürliche fermentierte Schoten der Gewürzvanille (Vanilla planifolia). Die Aromatisierungsmethode ist die „blütenfreie yìnzhì“ (免花窨制, miǎn huā yìnzhì) – eine Niedertemperatur-Adsorption bei 25–45 °C, im Gegensatz zum klassischen Jasmin-yìnzhì mit Blütenblättern.

  • Kategorie: Wissenschaftlich entwickelter Tee neuen Typs (1993). Immaterielles Kulturerbe der Stadt Wanning (万宁市级非遗, 2024). Preisträger internationaler Teewettbewerbe (Gold beim Welt-Schwarztee-Wettbewerb 2022 – für die schwarze Version „雨林春芽“).

  • Herkunft: China; Provinz Hainan (海南, Hǎinán); kreisfreie Stadt Wanning (万宁市, Wànníng Shì). Produktionszentrum ist der Xinglong Tropische Botanische Garten (兴隆热带植物园, Xīnglóng Rèdài Zhíwùyuán), der dem Institut für tropische Gewürze und Getränke angeschlossen ist (18°44′ N, 110°11′ O). Xinglong ist eine historische Siedlung zurückgekehrter chinesischer Auswanderer aus Südostasien, die tropische Kulturen einschließlich Vanille mitbrachten.

  • Geografische Koordinaten: 18°44′ N, 110°11′ O (Xinglong, Wanning).

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte:

Xiāngcǎo Lán Lǜchá ist einer der „jüngsten“ benannten Tees Chinas: Er ist etwas über 30 Jahre alt. 1993 verwendete das Unternehmen „Hainan Xiangsheng“ (海南香圣天然食品有限公司) in Zusammenarbeit mit der Südwestlichen Landwirtschaftsuniversität (西南农业大学) erstmals in China Vanille zur Teearomatisierung. Der Durchbruch bestand darin, dass statt des traditionellen Blüten-„yìnzhì“ (窨制) – einer Technik, bei der Tee den Duft frischer Jasmin- oder Rosenblüten aufnimmt – ein Verfahren der „blütenfreien yìnzhì“ (免花窨制) entwickelt wurde: Der Tee wird mit fermentierten Vanilleschoten aromatisiert, nicht mit Blüten. Das war grundlegend neu: Vanilleschoten sind keine Blüte, sondern eine Frucht, und ihr Aroma (Vanillin und über 250 Begleitstoffe) entsteht nicht beim Aufblühen, sondern während einer 120-tägigen Fermentation.

Noch im selben Jahr 1993 durchlief das Produkt die wissenschaftlich-technische Prüfung des Hainaner Provinzkomitees für Wissenschaft und Technologie und füllte eine Lücke im Sortiment aromatisierter Tees Chinas (填补国内空白). Ab den 2000er Jahren skalierte der Xinglong Tropische Botanische Garten die Produktion und schuf eine Produktlinie aus grünem, schwarzem und Oolong-Tee mit Vanille. 2022 gewann die schwarze Version „Yulin Chunya“ (雨林春芽) Gold beim Welt-Schwarztee-Wettbewerb. 2024 wurde die „Xinglong-Herstellungstechnik für Vanilletee“ (兴隆香草兰茶制作技艺) in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes von Wanning aufgenommen.

  • Name: 香草兰 (Xiāngcǎo Lán) – „Vanille-Orchidee“ – ist die chinesische Bezeichnung für Vanilla planifolia, eine tropische Liane der Orchideenfamilie, deren fermentierte Schoten die Quelle natürlichen Vanillins sind; 绿茶 (Lǜchá) – „grüner Tee“. Vollständige Bedeutung: „Grüner Tee mit Vanille-Orchidee“.

  • Kulturelle Bedeutung: Xiāngcǎo Lán Lǜchá ist ein Produkt einer einzigartigen Überschneidung tropischer Landwirtschaft und Teeindustrie, die nur auf Hainan möglich ist – der einzigen tropischen Insel Chinas. Xinglong, in den 1950er Jahren von heimkehrenden Südostasien-Chinesen gegründet, wurde zum „Schmelztiegel“ tropischer Kulturen: Kaffee, Kakao, Pfeffer, Vanille – und dieses kulturelle Umfeld brachte die Idee hervor, Vanille und Tee zu verbinden. Der Botanische Garten von Xinglong ist einer der meistbesuchten tropischen Gärten Chinas (42 ha, über 3000 Pflanzenarten). Das Institut für tropische Gewürze ist die einzige wissenschaftliche Einrichtung Chinas, die sich auf tropische Aroma- und Getränkekulturen spezialisiert hat; die Vanilleforschung wird hier seit 1983 betrieben. Hainan ist in das Programm der „Freihandelszone China“ (中国自由贸易港) aufgenommen, was dem Export von Xiāngcǎo Lán Perspektiven auf dem internationalen Markt eröffnet.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Basistee – Hainan-Großblattsorte (海南大叶种): Camellia sinensis var. assamica, eine autochthone Hainansorte – einer der südlichsten Teekultivare Chinas (18° N). Die Blätter sind groß und fleischig, Polyphenolgehalt ≥28 %, was eine „kräftige“ Grundlage liefert, die das kraftvolle Vanillearoma tragen kann, ohne den Teecharakter zu verlieren. Anbau in Höhenlagen bis 400 m unter tropischen Waldbedingungen. Für einzelne Partien wird ergänzend der Kultivar Qilan (奇兰) verwendet, der blumig-fruchtige Noten einbringt.

  • Aromastoff – Gewürzvanille (Vanilla planifolia): Tropische Liane aus der Familie Orchidaceae, ursprünglich aus Mexiko, die seit den 1960er Jahren auf Hainan kultiviert wird (Institut für tropische Gewürze). Die Schoten („Bohnen“) von 15–25 cm Länge werden grün geerntet und einer 120-tägigen Fermentation unterzogen (殺青 → Trocknung → Fermentation bei 40–50 °C), wobei β-Glucosidase Glucovanillin in Vanillin und Glucose spaltet und ein charakteristisches schokoladig-vanilliges Aroma mit über 250 Begleitaromastoffen entsteht. Die fermentierten Schoten werden zerkleinert und zur Aromatisierung verwendet.

  • Sondervariante: Es gibt eine Version „Xianglan Nuomixiang“ (香兰糯米香) unter Zugabe des wilden „Klebreisblattes“ (糯米香叶, nuòmǐ xiāng yè) aus Xishuangbanna – sie erzeugt ein doppeltes Aroma aus Vanille und Klebreis.

  • Ernte des Teeblatts: Ganzjährig (das tropische Klima ermöglicht bis zu 10 Ernten pro Jahr – deutlich mehr als in subtropischen Zonen). Die Spitzenqualität besteht aus einzelnen Knospen oder Knospe plus einem Blatt, von Hand gepflückt. Die Basisqualität umfasst Knospe plus zwei bis drei Blätter, maschinelle Ernte ist zulässig. Hainaner tropischer Tee unterscheidet sich von festlandchinesischen Gegenstücken durch einen erhöhten Polyphenolgehalt und einen niedrigeren Aminosäurengehalt, was ihn zur idealen „kräftigen“ Basis für die Aromatisierung macht.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

Wanning liegt an der südöstlichen Küste Hainans, in der tropischen Zone (18° N) – dies ist das einzige Gebiet Chinas, in dem Vanille im Freiland wachsen kann.

  • Klima: Tropisch-monsunal. Jahresmitteltemperatur >25 °C; Niederschlag 2200 mm/Jahr; über 200 bewölkt-neblige Tage jährlich; Waldbedeckung 86 %. Für Vanille sind Temperaturen ≥25 °C und eine Beschattung ≥50 % entscheidend.

  • Böden: Leicht saure Roterden (pH 5,0–6,5), mit Selen angereichert. Organische Substanz ≥15 g/kg.

  • Besonderheiten: Vanille gehört zu den arbeitsaufwendigsten landwirtschaftlichen Kulturen der Welt: Jede Blüte muss innerhalb von 4–6 Stunden nach dem Öffnen von Hand bestäubt werden (in der Natur wird Vanille von einer einzigen, in Mexiko endemischen Bienenart bestäubt, die auf Hainan fehlt); die Schoten reifen 9 Monate; die Fermentation dauert 120 Tage. Dies macht natürliche Vanille zu einem der teuersten Gewürze (250–560 USD/kg Trockenschoten). Das chinesische Institut auf Hainan entwickelte die „Einzelraumtechnik der Heißluftfermentation“ (单元式热空气发酵生香法), die Vanilleschoten in ISO-Qualität ermöglicht, und schuf als erstes im Land nationale Standards für Vanillesetzlinge und -produkte (《香荚兰种苗》, 《香荚兰》). Die Produktivität der Hainaner Vanilleplantagen übersteigt dank einzigartiger Technik künstlicher Schattendächer den weltweiten Durchschnitt.

5. Herstellungstechnologie:

Die Herstellung von Xiāngcǎo Lán Lǜchá ist ein zweistufiger Prozess: Zuerst wird der Basistee hergestellt, dann folgt die Aromatisierung mit Vanilleschoten.

  • Stufe 1 – Herstellung des Basis-Grüntees: Standardtechnologie für Hainan: Pflücken → Welken → Fixierung (Rösten) → Rollen → Trocknen. Der Basistee muss „kräftig“ sein (Polyphenole ≥28 %), um die Aromatisierung ohne Verlust des eigenen Charakters zu überstehen.

  • Stufe 2 – Fermentation der Vanilleschoten (120 Tage): Die grünen Schoten werden geerntet, mit heißem Wasser behandelt (殺青, „Blanchieren“) und anschließend etwa 120 Tage bei 40–50 °C fermentiert. β-Glucosidase spaltet Glucovanillin → Vanillin + Glucose. Die fermentierten Schoten werden in Stücke geschnitten.

  • Stufe 3 – Aromatisierung durch „blütenfreie yìnzhì“ (免花窨制):

    • Der Basis-Grüntee wird mit den zerkleinerten fermentierten Vanilleschoten gemischt (≥5 % für die Spitzenqualität).
    • Die Mischung wird luftdicht in Weißblechdosen versiegelt (铁罐密封).
    • Lagerung bei 25–45 °C über 5–30 Tage – „Niedertemperatur-Adsorption“ (低温吸附, dī wēn xīfù). Das Teeblatt adsorbiert flüchtige Aromastoffe aus den Vanilleschoten. Die Temperatur ist kritisch: Bei >45 °C zerfällt Vanillin, bei <25 °C verläuft die Adsorption zu langsam.
    • Die Schoten werden entfernt, der Tee wird nachgetrocknet.
  • Wesentlicher Unterschied zum Jasmin-„yìnzhì“: Jasmintee wird mit frischen Blüten aromatisiert, die beim Welken ihr Aroma „abgeben“; Vanilletee wird mit fermentierten Schoten (Früchten) aromatisiert, deren Aroma durch einen 120-tägigen enzymatischen Prozess geformt ist. Dies ist keine „Blüten“-, sondern eine „Frucht“-Aromatisierung – ein grundlegend anderer Mechanismus.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Dichte, gerollte Fäden (条索紧结卷曲), grün-glänzend mit leichtem „Reif“ (色泽绿润显霜). Gelegentlich sind kleine Fragmente der Vanilleschote (braun-schwarze Einschlüsse) sichtbar.

  • Trockenblattaroma: Dominant ist eine schokoladig-vanillige Note (巧克力香, qiǎokèlì xiāng) – das Markenzeichen von Vanilla planifolia. Dahinter liegen ein „orchideenartiger“ Blumenton (兰花香) und eine krautig-grüne Frische (草本清香). Das Aroma ist anhaltend: Eine kalte Tasse behält den Duft >5 Minuten.

  • Aufgussaroma: Intensiv, „konditorisch“: Vanille + Schokolade + leichte grüne Frische. Kein anderer Grüntee bietet etwas Vergleichbares – die nächste (sehr entfernte) Analogie ist Jasmintee, doch das Profil ist vollkommen anders. Beim Abkühlen treten „cremige“ und „karamellige“ Noten hervor – das Ergebnis der Wechselwirkung von Vanillin mit den Aminosäuren des Tees bei Temperaturen unter 50 °C.

  • Geschmack: Vollmundig und kräftig (醇厚, chúnhòu) – Folge des hohen Polyphenolgehalts der Basis (≥28 %). Anhaltende Süße im Nachgeschmack (回甘) mit Vanillenoten. Geschmeidig und ölig (润滑, rùnhuá). Adstringenz ist minimal – Vanillin maskiert die Bitterkeit der Tannine.

  • Aufgussfarbe: Gelbgrün, leuchtend und klar (黄绿明亮).

  • Blattgrund (aufgebrühtes Blatt): Zartgrün mit gelblichem Schimmer (嫩匀黄绿); gelegentlich sind Stücke der Vanilleschote erkennbar.

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole (茶多酚): ≥28 % (Basistee) – hoher Gehalt, der die „kräftige“ Grundlage sichert.

  • Vanillin (香兰素, xiānglán sù): Hauptaromastoff aus den Vanilleschoten (3-Methoxy-4-hydroxybenzaldehyd). Zusammen mit über 250 Begleitaromamolekülen ergibt sich ein „natürliches Vanillebukett“, das mit synthetischem Vanillin nicht reproduzierbar ist.

  • Aminosäuren: Im Basistee vorhanden, sorgen für Frische.

  • Coffein: Standardgehalt eines Grüntees.

  • Vitamine: Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe.

  • Mineralstoffe: Selen (aus den Hainan-Böden), Kalium, Mangan.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Angstlösende Wirkung: Vanillin stimuliert die Aktivität der γ-Aminobuttersäure (GABA) – dem wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitter. Quellenangaben zufolge liegt die angstlösende Wirksamkeit um 40 % höher als bei gewöhnlichem Grüntee.

  • Unterstützung der Verdauung: Die Aromastoffe der Vanille steigern die Aktivität von Magenpepsin.

  • Antioxidativer Schutz: Die Polyphenole (≥28 %) des Basistees gewährleisten die für grünen Tee typische antioxidative Wirkung.

  • Belebende Wirkung: Coffein + L-Theanin – milde Wachheit.

  • Schlafförderung: Die ätherischen Öle der Vanille haben eine leicht sedierende Wirkung auf das Zentralnervensystem – bei Einnahme am Nachmittag (coffeinfrei als Kaltaufguss).

  • Wichtig: Die genannten Eigenschaften stützen sich auf allgemeine Daten und stellen keine medizinische Empfehlung dar. Nicht auf nüchternen Magen trinken. Tagesdosis maximal 600 ml (um Coffeinüberschuss zu vermeiden).

9. Aufguss:

  • Wassertemperatur: 80 °C (für Spitzenqualität 75 °C). Kein kochendes Wasser verwenden – es zerstört Vanillin und erzeugt Bitterkeit.

  • Teemenge: 3 g auf 150 ml (Verhältnis 1:50).

  • Gefäß: Glas (zur Beobachtung der Aufgussfarbe) oder weißes Porzellan-Gaiwan (zur Aromakonzentration).

  • Vorgang: Mit Wasser von 80 °C übergießen, 3 Minuten ziehen lassen. Bis zu 3 Aufgüsse möglich.

  • Kaltaufguss (冷泡法, lěng pào fǎ): 4 g Tee + 500 ml kaltes Wasser → Kühlschrank, 4 Stunden. Kalter Xiāngcǎo Lán gilt als einer der besten Kalttees Chinas: Das Vanille-Schokoladen-Aroma entfaltet sich heller, und Coffein wird nur minimal extrahiert.

10. Lagerung:

  • Temperatur: Raumtemperatur. Nicht im Kühlschrank lagern. (Ausnahme unter den grünen Tees) – Kühlschrankkondensat zerstört das Vanillearoma, und Fremdgerüche anderer Lebensmittel werden augenblicklich vom Tee adsorbiert. Dies ist ein grundlegender Unterschied zu den meisten grünen Tees, die Kühllagerung benötigen.
  • Behälter: Luftdicht, dunkel.
  • Licht: Vollständiger Ausschluss – Vanillin ist lichtempfindlich.
  • Haltbarkeit: Bis zu 18 Monate.

11. Preis und Fälschungen:

Xiāngcǎo Lán Lǜchá ist ein erschwinglicher Tee (einer seiner Vorteile gegenüber teuren Jasmintees). Spitzenqualität – 80–100 Yuan/100 g (in Geschenkdosen); erste Qualität – 30–50 Yuan/100 g; Basisqualität (Beutel) – 20–30 Yuan/66 g.

  • Fälschungen vermeiden:

    • Aroma – natürlich vanillig-schokoladig, anhaltend (>5 min auf kalter Tasse). Synthetisches Vanillin ist scharf, „flach“ und verfliegt schnell.
    • Herkunft – Xinglong, Wanning, Hainan. Marken: „兴隆“ (Xinglong), „香圣“ (Xiangsheng).
    • Fragmente von Vanilleschoten im Tee sind ein Indiz für natürliche Aromatisierung.

12. Interessante Fakten:

  • Der einzige Vanilletee der Welt: In keiner anderen Teekultur – weder in China, noch in Japan, Indien oder Sri Lanka – existiert ein Analogon zu Xiāngcǎo Lán Lǜchá. Dies ist eine unmittelbare Folge der einzigartigen geografischen Lage Hainans: der einzigen tropischen Insel Chinas, auf der Vanille im Freiland wächst.

  • „Blütenfreie yìnzhì“: Das traditionelle chinesische „yìnzhì“ (窨制) ist eine Aromatisierung mit Blüten: Jasmin, Rose, Osmanthus. Xiāngcǎo Lán ist der erste und einzige Fall einer „Frucht“-yìnzhì: Aromatisierung mit fermentierten Schoten, nicht mit Blütenblättern. Dies erforderte eine vollständige Neukonzeption der Technologie: Statt einer 6–8-stündigen Blüten-„Aromaabgabe“ eine 5–30-tägige langsame Niedertemperatur-Adsorption.

  • 120 Tage Fermentation: Die Vanilleschote zählt zu den arbeitsaufwendigsten Aromaprodukten der Welt. Jede Blüte wird von Hand bestäubt (morgens innerhalb von 4–6 Stunden nach dem Öffnen); die Schote reift 9 Monate; die Fermentation dauert 120 Tage. Für eine Charge Xiāngcǎo Lán werden Schoten verwendet, deren „Biografie“ über ein Jahr zuvor begann.

  • Xinglong – ein Repatriiertendorf: Xinglong wurde in den 1950er Jahren zur Ansiedlung chinesischer Rückwanderer aus Südostasien (Malaysia, Indonesien, Vietnam) gegründet. Sie brachten die Kultur tropischen Landbaus mit: Kaffee, Kakao, Pfeffer, Vanille. Dieser kulturelle „Schmelztiegel“ brachte die Idee hervor, Vanille und Tee zu verbinden.

  • Ideal für Kaltaufguss: Das schokoladig-vanillige Aroma entfaltet sich beim Kaltaufguss sogar heller als beim Heißaufguss – dabei wird Coffein nur minimal extrahiert (etwa 30 % des Heißaufgusses). Das macht kalten Xiāngcǎo Lán zum idealen Sommergetränk für das tropische Hainan – und darüber hinaus für den gesamten südostasiatischen Raum, wo die Kultur des kalten Tees viel stärker entwickelt ist als auf dem chinesischen Festland.

  • Vanille im „Areca-Hain“: Eine vielversprechende Anbaumethode für Vanille auf Hainan ist der Mischanbau (间作, jiānzuò) mit der Betelnusspalme (槟榔, bīnglang): Die Vanille ist eine Liane, die Stütze und Schatten braucht; die Betelnusspalme ist ein hoher Baum, der beides liefert. So wachsen zwei „typische“ Hainan-Produkte – Betelnuss und Vanille – auf einer Plantage und sparen Land und Ressourcen.

13. Vergleich mit anderen aromatisierten grünen Tees:

  • Mòlì Huāchá (茉莉花茶, Mòlì Huāchá): Klassischer Jasmintee. Aromatisierung mit frischen Jasminblüten (Blüten-„yìnzhì“, 6–8 Stunden × 3–7 Zyklen). Aroma blumig, „weiß“; Geschmack frisch, „luftig“. Xiāngcǎo Lán ist „dunkel“, schokoladig-vanillig; der Geschmack ist „dichter“ und „konditorischer“. Die Technologien sind grundverschieden: Blüten- versus Fruchtaromatisierung.

  • Guìhuā Lǜchá (桂花绿茶, Guìhuā Lǜchá): Grüner Tee mit Osmanthus. Aroma „aprikosenartig-honigsüß“. Wärmer als Jasmin, jedoch ohne die schokoladige Tiefe von Xiāngcǎo Lán.

  • Earl Grey: Westliches Pendant – schwarzer Tee, aromatisiert mit Bergamotteöl. Beide sind „aromatisierte Tees mit exotischem Profil“, doch der Mechanismus ist völlig anders: Earl Grey verwendet ätherisches Öl (Extrakt); Xiāngcǎo Lán verwendet ganze fermentierte Schoten (natürliche Adsorption). Das Ergebnis ist beim Xiāngcǎo Lán ein komplexeres und „tieferes“ Aroma dank der über 250 Aromastoffe der Schote gegenüber dem einen dominierenden Linalool der Bergamotte. Zudem ist Xiāngcǎo Lán ein grüner Tee, Earl Grey ein schwarzer, was grundlegend andere Hintergrundgeschmacksprofile ergibt: Frische und Vegetalität versus Malzigkeit und Tannine.

Fazit:

Xiāngcǎo Lán Lǜchá ist ein Tee der Anomalien: Er wurde nicht in den Bergen geboren, sondern in einem tropischen botanischen Garten; er wird nicht mit Blüten, sondern mit Früchten aromatisiert; er schmeckt kalt besser als heiß; und er gehört nicht in den Kühlschrank – obwohl er ein grüner Tee ist. All das ist die Folge der Begegnung zweier „Könige“: des großblättrigen Hainan-Tees (Polyphenole 28 %) und der mexikanischen Vanille-Orchidee (über 250 Aromamoleküle, 120 Tage Fermentation), die in einem Repatriiertendorf Südostasiens auf der einzigen tropischen Insel Chinas stattfand. Bei 80 °C aufbrühen – oder noch besser: mit kaltem Wasser übergießen und 4 Stunden in den Kühlschrank stellen: Das schokoladig-vanillige Aroma entfaltet sich so, wie es kein anderer grüner Tee der Welt vermag.