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Tóngbǎi Yù Yè

Tóngbǎi yù yè · 桐柏玉叶

Tóngbǎi Yù Yè ist die Visitenkarte des Teekreises Tóngbǎi in der Provinz Hénán, ein flacher (扁形) grüner Tee, der technologisch und ästhetisch mit Xī Hú Lóngjǐng verwandt ist. Der Name bedeutet „Jadeblatt von Tóngbǎi“, und das ist nicht übertrieben: Glattes, flaches, smaragd-öliges Blatt, 杏-grüner klarer Aufguss,…

Tóngbǎi Yù Yè ist die Visitenkarte des Teekreises Tóngbǎi in der Provinz Hénán, ein flacher (扁形) grüner Tee, der technologisch und ästhetisch mit Xī Hú Lóngjǐng verwandt ist. Der Name bedeutet „Jadeblatt von Tóngbǎi“, und das ist nicht übertrieben: Glattes, flaches, smaragd-öliges Blatt, 杏-grüner klarer Aufguss, anhaltendes Aroma und eine ausgeprägte Süße machen diesen Tee zu einem der besten grünen Tees der „Zentralen Ebene“ (中原). Geschützt durch die nationale geografische Indikation (农产品地理标志) und mit eigenem Branchenstandard GH/T 1445-2023.

1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Grüner Tee (unfermentiert), Unterkategorie – flacher (扁形) grüner Tee, Wok-Fixierung (炒青).
  • Kategorie: Regionaler, berühmter Tee mit geschützter Herkunft – Produkt mit nationaler geografischer Indikation (国家地理标志产品). Einer der „Zehn berühmten Tees der Provinz Hénán“ (河南十大名茶). Gelistet als „Nationales, benanntes neues Agrarprodukt“ des Landwirtschaftsministeriums der VR China. Seit 2022 zählt die Marke „Tóngbǎi Yù Yè“ zu den „100 stärksten chinesischen Teemarken des öffentlichen Sektors“ (全国茶叶百强公用品牌).
  • Herkunft: China, Provinz Hénán (河南, Hénán), bezirksfreie Stadt Nányáng (南阳, Nányáng), Kreis Tóngbǎi (桐柏县, Tóngbǎi Xiàn). Das Kernproduktionsgebiet befindet sich am Osthang des Hauptgipfels des Tóngbǎi-Shan-Gebirges – des Tàibái-Gipfels (太白顶, Tàibái Dǐng, 1140 m), im Bereich des Jīntáiguān-Tempels (金台观), des Shuǐliándòng-Wasserfalls (水帘洞) und der Táohuādòng-Pfirsichgrotte (桃花洞).
  • Geografische Koordinaten: Ungefähr 32,37° N, 113,42° O.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Tóngbǎi ist eines der ältesten Teeanbaugebiete Zentralchinas. Laut „Shénnóng Běncǎo“ (《神农本草》) soll Shénnóng (神农), der mythische Schutzpatron der Landwirtschaft, „hundert Kräuter probiert, an einem Tag zweiundsiebzig Gifte erlitten und durch Tee Heilung gefunden haben“ – lokale Überlieferungen verorten Shénnóngs Wirken genau im Tóngbǎi-Shan-Gebirge. Der Teeheilige Lù Yǔ (陆羽) erwähnte im „Chájīng“ (《茶经》) den Tee aus der alten Region Yìyáng (义阳郡, Yìyáng Jùn), zu der das heutige Tóngbǎi gehörte, und bewertete ihn hoch. Ein Volksspruch lautet: „Fragt man, wohin Herr Lù geht? – Er trinkt Tee nur auf dem Tàibái-Gipfel“ (借问陆君何处去?品茗只向太白峰). Schon während der Táng-Dynastie (唐, 618–907) war das Gebiet eine bekannte Teezone. Unter der Sòng-Dynastie (宋, 960–1279) gehörte das Tóngbǎi-Shan zu den dreizehn staatlichen Teemärkten (茶场). Ein Sòng-Gelehrter hinterließ nach einem Besuch des Tàibái die berühmte Spruchpaar-Inschrift: „Drei Stockwerke des Pavillons – zum Lesen und Diskutieren über die Welt; Neun Bergbäche – um dem Wasserfall zu lauschen und Tee zu kochen“ (阁楼三层读书论世,泉飞九壑听瀑烹茗).

    Der moderne Tee „Tóngbǎi Yù Yè“ entstand 1985 auf der Tóngbǎi-Teepflanzenzüchtungsstation (桐柏茶种场) – ursprünglich unter dem Namen „Shuǐlián Yù Yè“ (水帘玉叶, „Jadeblatt des Wasserfalls“), nach dem Wasserfall. Noch im selben Jahr siegte der neue Tee bei einem Verkostungswettbewerb in Nányáng und erhielt einen Preis auf einer Provinzausstellung. 1986 wurde ihm der Titel „Tee von höchster Qualität der Provinz Hénán“ verliehen. 1988 bestätigten Professoren der Fakultät für Teewissenschaft der Zhèjiāng-Landwirtschaftsuniversität (heute Zhèjiāng-Universität) die Spitzenqualität. 1997 und 1999 folgte die Auszeichnung „Berühmter Tee Hénáns“; 1999 die Bronzemedaille der Kūnmíng-Gartenbau-Weltausstellung. 2001 erhielt er den Status eines „namentlichen Produkts“ der Internationalen Landwirtschaftsausstellung Chinas. 2002 Aufnahme in die „Zehn berühmten Tees Hénáns“. 2006 die Silbermedaille des VI. Internationalen Wettbewerbs berühmter Tees. Im Dezember 2015 erfolgte die Registrierung als Produkt mit nationaler geografischer Indikation durch das Landwirtschaftsministerium der VR China. 2023 wurde der Branchenstandard GH/T 1445-2023 „Tóngbǎi Yù Yè Chá“ (桐柏玉叶茶) genehmigt.

  • Name: „Tóngbǎi“ (桐柏) – der Name des Kreises und des Gebirges, wörtlich ‚Tóng-Baum auf Zypresse‘ (historische Toponymie). „Yù“ (玉) – Jade, Nephrit, Symbol für Reinheit und Edelmut. „Yè“ (叶) – Blatt. Vollständige Bedeutung: „Jadeblatt von Tóngbǎi“ – eine poetische Metapher, die die smaragdgrüne Farbe, Glätte und Kostbarkeit des Teeblatts betont.

  • Kulturelle Bedeutung: Tóngbǎi ist die „Teestadt der Zentralen Ebene“ (中原茶乡), einer der zehn wichtigsten teeproduzierenden Kreise Hénáns. Die Teekultur ist tief in den Alltag eingewoben: Ein Gast, dem kein Tee angeboten wird, fühlt sich unerwünscht, und der Gastgeber als unhöflich. Ein lokales Sprichwort: „In frostiger Nacht kommt ein Gast – Tee ersetzt den Wein“ (寒夜客来茶当酒). Seit 2016 werden jährlich die „Erste Frühjahrsernte“ (春茶第一采) sowie ein Wettbewerb in handgefertigtem Tóngbǎi Yù Yè abgehalten – ein Fest, zu dem Meister aus dem ganzen Kreis zusammenkommen. Die Teeindustrie in Tóngbǎi sichert über 50.000 Menschen Beschäftigung.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Art: Camellia sinensis var. sinensis.
  • Sorte / Kultivar: Lokale, kleinblättrige Population (小叶种群体种). Im Tóngbǎi-Shan-Gebirge gibt es ausgedehnte Bestände wild wachsender und verwilderter kleinblättriger Teebäume (野生茶树) – einige Exemplare erreichen ein Alter von über 100 Jahren. Dies ist das größte wild wachsende kleinblättrige Teebaumgebiet Chinas mit Bio-Zertifizierung. Seit 1962 besteht die Tóngbǎi-Teepflanzenzüchtungsstation (桐柏茶种场) – die einzige spezialisierte Station zur Züchtung von Teesorten in Hénán, die jährlich über 10 Millionen Setzlinge hervorbringt.
  • Ernte: Frühling (Ende März – April); Spitzenpartien – vor dem Qīngmíng-Fest (清明前). Für die Linie „Tóngbǎi Yù Yè“ wird ausschließlich Frühlingsmaterial verwendet.
  • Erntestandard: Höchster Grad – einzelne Knospe oder Knospe mit einem Blatt im ersten Entfaltungsstadium (一芽一叶初展), wobei mindestens 80 % der Knospen länger als das Blatt sein müssen. Mittlerer Grad – Knospe mit zwei Blättern im ersten Entfaltungsstadium (一芽二叶初展).
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Beschädigte, kranke, violette Blätter, einzelne Blattspreiten, fischförmige Blätter (鱼叶) und Schuppen sind nicht erlaubt. Die Triebe müssen von gleicher Länge sein. Das Material wird in Bambuskörben transportiert (Plastiktüten sind strengstens verboten).

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

Der Kreis Tóngbǎi liegt an der Grenze zwischen Hénán und Húběi, im Herzen des Tóngbǎi-Shan-Gebirges (桐柏山) – der östlichen Fortsetzung des Qínlǐng-Huáihe-Systems, das die Hauptklimascheide Chinas zwischen dem Einzugsgebiet des Yangtze (Subtropen) und des Gelben Flusses (gemäßigte Zone) bildet. Tóngbǎi liegt nahe der Quelle des Huáihe (淮河), des drittlängsten Flusses Ostchinas.

  • Anbauhöhe: 400–800 m (Hauptplantagen); einzelne Wildbestände bis zu 1000 m. Hauptgipfel Tàibái – 1140 m.
  • Klima: Übergangsklima subtropisch-gemäßigt, Monsun. Jahresmitteltemperatur ~15 °C. Niederschlag ~1168 mm/Jahr, hauptsächlich im Frühjahr und Sommer. Reichlich warme Feuchtigkeit und häufige Bergnebel erzeugen ideales „weiches Licht“ für die Teepflanze.
  • Böden: Berggelbbraunerden (黄棕壤) und Bergbraunerden, sauer bis schwach sauer (pH 4,5–6,0), mit hohem Gehalt an organischer Substanz. Das Ausgangsgestein besteht aus Graniten und Gneisen. Die Böden sind gut drainiert und reich an Mineralstoffen.
  • Agrartechnik: Tóngbǎi ist eine Zone mit minimaler industrieller Belastung, 80 km von der nächsten Großstadt entfernt. Luft-, Boden- und Wasserqualität erfüllen die Kriterien für umweltfreundliche Landwirtschaft. 100 % der Teeplantagen sind als sicher zertifiziert (无公害). Im Jahr 2023 erhielten zwei Betriebe des Kreises als eine der ersten im Land den Status „Produzent von ökologischem, kohlenstoffarmem Tee“.

5. Produktionstechnologie:

Die Technologie des Tóngbǎi Yù Yè ist klassisch für flache grüne Tees (扁形绿茶), ähnelt der des Lóngjǐng, ist aber an das lokale Rohmaterial angepasst. Eine Besonderheit ist der „Huīguō“-Schritt (辉锅), der für die Flachheit, Glätte und den Glanz des fertigen Blattes entscheidend ist. Der vollständige Zyklus: Pflücken → Auslegen → Wok-Fixierung → Rückbefeuchtungspause → Sieben → Huīguō (endgültige Formgebung und Trocknung) → Verpackung.

  • Pflücken (采摘 – cǎizhāi): Manuelle Ernte nach dem oben beschriebenen Standard. Das Material wird sofort zur Fabrik geliefert.
  • Auslegen (摊放 – tānfàng): Das Material wird im Schatten in einer Schicht von 2–3 cm für 5–12 Stunden ausgelegt und zweimal gewendet. Die Feuchtigkeit sinkt um 25–30 %, das Blatt wird weich und elastisch, ein leichter, reiner Duft entsteht.
  • Grünfixierung (杀青 – shāqīng): Der Wok wird auf 100–110 °C erhitzt und zuvor mit Teeöl eingerieben. Einwaage ~150 g. Das Blatt gibt beim Einbringen ein leichtes Knistern von sich. Die Handarbeit durchläuft drei Phasen: (1) „Dǒu“ (抖, Schütteln) – 1–2 Min., 40–45 Bewegungen/Min., leichte Hand, schnell; (2) „Dǒu + Dài + Shuāi“ (抖 + 带 + 甩, Schütteln + Führen + Abwerfen) – 2–3 Min., der Druck steigt, das Blatt beginnt flach zu werden; (3) „Nà + Zhuā“ (捺 + 抓, Andrücken + Greifen) – 8–9 Min., das Blatt erreicht etwa 80 % Trockenheit und eine flache Form. Auswurf aus dem Wok.
  • Rückbefeuchtung (回潮 – huícháo): Das heiße Blatt wird dünn auf einem Bambustablett ausgebreitet, abgekühlt und mit einem feuchten Tuch für 30–40 Minuten bedeckt. Das Blatt „gibt“ die innere Feuchtigkeit zurück und wird weich – entscheidend für den nächsten Schritt.
  • Sieben (过筛 – guòshāi): Das Blatt wird durch ein Bambussieb (3,5 Maschen pro Zoll) gegeben. Grobe und feine Fraktionen werden im Huīguō getrennt bearbeitet.
  • Huīguō – endgültige Formgebung und Trocknung (辉锅 – huīguō): Der entscheidende Schritt, der die Flachheit, Glätte, den Glanz und das finale Geschmacks-Aroma-Profil bestimmt. Woktemperatur 70–80 °C (für Spitzengrade niedriger, für mittlere höher), zum Ende hin 50–60 °C. Einwaage: 250–300 g (3–4 Portionen aus der Fixierung). Der höchste Grad wird etwa 20 Minuten bearbeitet, mittlere Grade länger. Das Blatt wird mit sanften Bewegungen an die Wokwand gedrückt und erhält seine endgültige flache, glatte, glänzende Form.
  • Verpackung und Lagerung (包装贮藏 – bāozhuāng chǔcáng): Der abgekühlte Tee wird luftdicht verpackt, um die Frische zu erhalten.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flach (扁平), glatt (光滑), gleichmäßig. Der Knospenflaum ist im Blattinneren verborgen (芽毫隐藏). Die Farbe ist smaragdgrün, ölig (翠绿油润), mit charakteristischem gesundem Glanz.
  • Trockenaroma: Frisch, rein, mit deutlicher Kastanien-Nuss-Note (栗香) und leichtem blumigem Unterton. Das Aroma ist beständig – es bleibt auch in einer offenen Schale erhalten.
  • Aufgussaroma: Hoch, anhaltend, mit klarer Kastanien-Dominante und mildem pflanzlich-süßem Hintergrund.
  • Geschmack: Frisch (鲜), vollmundig (醇厚), körperreich. Eine Kombination aus ausgeprägter Süße, weicher Dichte und reinem Nachgeschmack. Bitterkeit ist praktisch nicht vorhanden. Anhaltende, zurückkehrende Süße (回甘). Gute Beständigkeit bei mehrfachen Aufgüssen (耐冲泡).
  • Farbe des Aufgusses: Aprikosengrün (杏绿), leuchtend, klar, mit lebendigem Schimmer.
  • Nasses Blatt (aufgebrüht): Zartgrün (嫩绿), leuchtend, gleichmäßig. Die Blätter öffnen sich ganz, sind elastisch und ohne Beschädigungen.

7. Chemische Zusammensetzung:

Laut dem Teequalitätsüberwachungs- und -prüfzentrum des Landwirtschaftsministeriums der VR China (农业农村部茶叶质量监督检验测试中心):

  • Wasserlösliche Extraktstoffe: 44,7–49,5 % – ein außergewöhnlich hoher Wert, der für die Geschmacksfülle und die mehrfache Aufgießbarkeit sorgt.
  • Aminosäuren: 4,6–6,4 % – deutlich über dem Durchschnitt grüner Tees (typisch 2–4 %). Dieser Wert ist für die ausgeprägte Süße und die Umami-Note verantwortlich.
  • Polyphenole (Catechine): Mäßiger Gehalt; in Kombination mit dem hohen Aminosäurespiegel ergibt sich ein optimales geschmackliches Verhältnis von „Süße zu Adstringenz“.
  • Alkaloide: Koffein (~2,5–3,5 % Trockenmasse), Theobromin in Spuren.
  • Rohfaser und Asche: Relativ niedrig – ein Zeichen für die hohe Qualität des Rohmaterials (zarte Knospen und junge Blätter).
  • Vitamine: C, B₁, B₂, E, K. Der hohe Vitamin-C-Gehalt ist typisch für flache grüne Tees mit schonender Wok-Fixierung.
  • Mineralstoffe: Kalium, Phosphor, Mangan, Zink. Selen wird als bedeutendes Spurenelement der Bergböden des Tóngbǎi-Shan hervorgehoben.

8. Gesundheitliche Wirkungen:

  • Antioxidative Abwehr: Catechine und Vitamin C sorgen gemeinsam für eine starke Neutralisation freier Radikale.
  • Immununterstützung: Tee-Polyphenole verstärken die antivirale Aktivität von Immunzellen.
  • Tonisierung und Konzentration: Der milde synergistische Effekt von Koffein und L-Theanin verleiht eine gleichmäßige Wachheit ohne Nervosität.
  • Unterstützung der Verdauung: Anregung der Enzymsekretion, milder choleretischer Effekt.
  • Herz-Kreislauf-Schutz: Regelmäßiger Genuss von grünem Tee wird mit der Aufrechterhaltung gesunder Cholesterin- und Blutdruckwerte in Verbindung gebracht.
  • Anti-Aging-Wirkung: Der Antioxidantien-Komplex verlangsamt die Zellalterung – besonders ausgeprägt bei dem für Tóngbǎi Yù Yè typischen hohen Aminosäuregehalt.
  • Strahlenschutz: Eine traditionell dem grünen Tee zugeschriebene Eigenschaft, die mit der Fähigkeit der Polyphenole zusammenhängt, bestimmte Radionuklide zu binden.

Wichtig: Individuelle Koffeinempfindlichkeit beachten. Menschen mit erhöhter Magensäure wird nicht empfohlen, grünen Tee auf nüchternen Magen zu trinken.

9. Zubereitung:

  • Wassertemperatur: 75–85 °C. Für Spitzengrade (Einzelknospen) – 75–80 °C; für Standardqualitäten – bis 85 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml (Gaiwan); 5 g auf 200–250 ml (Glas).
  • Gefäß: Ein Porzellan-Gaiwan (盖碗) ist die beste Wahl, um das Kastanienaroma zu entfalten und die Extraktion zu kontrollieren. Ein Glasbecher eignet sich für den täglichen Genuss und den optischen Effekt: die flachen Blätter des Tóngbǎi Yù Yè „schweben“ wunderschön im Wasser.
  • Ablauf:
    1. Geschirr mit kochendem Wasser vorwärmen und abgießen.
    2. Tee einfüllen, den Gaiwan leicht schwenken, um das Trockenaroma zu entfalten.
    3. Erster Aufguss: 80 °C, an der Wandung entlang gießen, 20–25 Sekunden ziehen lassen. Die Blätter öffnen sich, der Aufguss nimmt einen zarten aprikosengrünen Ton an.
    4. Zweiter – dritter Aufguss: 25–35 Sekunden. Geschmacksgipfel – voller Körper, Kastaniensüße, anhaltendes Nachgefühl.
    5. Vierter – sechster Aufguss: 40–60 Sekunden, jeweils 10–15 Sekunden länger. Das Aroma wandelt sich in ein mildes blumig-krautiges Register.
    6. Bei der Zubereitung im Glas: 2–3 g auf 200 ml, 2–3 Minuten ziehen lassen, 2–3-mal Wasser nachgießen.

10. Lagerung:

  • Luftdicht, geschützt vor Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Fremdgerüchen aufbewahren.
  • Optimal – im Kühlschrank bei 0–5 °C in vakuumierter Aluminiumfolienverpackung. Vor dem Öffnen die Packung auf Raumtemperatur erwärmen lassen (15–20 Minuten), um Kondensation zu vermeiden.
  • Empfohlener Verbrauchszeitraum: 6–12 Monate nach Produktion. Das Kastanienaroma flacher grüner Tees ist in den ersten 4–6 Monaten am ausgeprägtesten.
  • Eine Lagerung im Gefrierschrank (−18 °C) ist für langfristige Vorräte möglich – bis zu 18 Monate ohne merklichen Qualitätsverlust.

11. Preis und Fälschungen:

  • Preiskategorie: Mittelklasse bis Premium. Frühe Frühjahrspartien aus Einzelknospen (明前茶) sind deutlich teurer als Massenware. Tee aus wildwachsenden Bergbeständen (野生茶) bildet eine separate, teurere Nische.
  • Preisfaktoren: Erntesaison und Grad, Alter der Teebäume (Wildtee teurer), handgefertigt vs. maschinell, spezifischer Betrieb.
  • Fälschungen vermeiden:
    • Bei Herstellern kaufen, die zur Nutzung des geografischen Hinweises „Tóngbǎi Yù Yè“ berechtigt sind.
    • Aussehen prüfen: Echter Tóngbǎi Yù Yè ist flach, glatt, mit „verstecktem“ Flaum und öligem Glanz. Fälschungen weisen oft eine unebene Oberfläche oder grobe Textur auf.
    • Der Aufguss muss aprikosengrün und klar sein, ohne Trübung oder Brauntöne.
    • Das Aroma ist eine reine Kastanie, ohne chemische „Parfümierung“.
    • Ein verdächtig niedriger Preis für einen „Premium-Frühlingstee“ deutet auf die Verwendung von Material aus anderen Regionen oder auf Sommer-/Herbstblatt hin.

12. Interessante Fakten:

  • Der ursprüngliche Name des Tees lautete „Shuǐlián Yù Yè“ (水帘玉叶, „Jadeblatt des Wasserfalls“) – nach dem Shuǐliándòng-Wasserfall (水帘洞) am Fuße des Tàibái-Gipfels. Später wurde der Tee in „Tóngbǎi Yù Yè“ umbenannt, um die regionale Markenidentität zu stärken.
  • Tóngbǎi ist eines der ältesten Teegebiete Zentralchinas und erhebt Anspruch auf den Status der „Wiege der Teekultur“: Lokale Überlieferungen verbinden das Wirken des mythischen Shénnóng mit dem Tóngbǎi-Shan-Gebirge.
  • Die Tóngbǎi-Teepflanzenzüchtungsstation (桐柏茶种场), 1962 unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Hénán-Landwirtschaftsuniversität gegründet, ist die größte Baumschule für Teesetzlinge im nordzentralen Teeanbaugebiet Chinas und produziert jährlich über 10 Millionen Stecklinge.
  • Im Jahr 2017 wurde die Húnán-Gruppe „Zǔzǔ Yìnxiàng“ (茶祖印象集团) nach Tóngbǎi geholt, um die „Teestadt Zǔzǔ“ (茶祖小镇) zu errichten – den größten Tee-Tourismuskcomplex Hénáns, der Produktion, Wissenschaft, Kultur und Erholung vereint, mit einem Investitionsvolumen von 2,1 Milliarden Yuán.
  • Kenner vergleichen Tóngbǎi Yù Yè mit Xī Hú Lóngjǐng und bemerken, dass der Hénán-Tee dem berühmten Zhèjiāng-„älteren Bruder“ in Bezug auf Aromareinheit und Geschmackssüße nicht nachsteht, während er in der Extraktsättigung sogar überlegen ist.

13. Vergleich mit anderen grünen Tees:

  • Xī Hú Lóngjǐng (西湖龙井, Xīhú Lóngjǐng): Der flache Referenztee aus Zhèjiāng. Beide Tees sind flach, glatt und kastanienaromatisch. Lóngjǐng ist meist leichter, mit einer deutlicheren „Bohnen“-Note; Tóngbǎi Yù Yè ist etwas dichter, süßer und hat einen höheren Gehalt an Extraktstoffen (bis 49,5 % gegenüber circa 36–40 % bei einem Standard-Lóngjǐng).
  • Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖, Xìnyáng Máojiān): Ein weiterer berühmter grüner Tee aus Hénán, jedoch nadelförmig (条形), nicht flach. Stärker behaart, mit einer ausgeprägten frischen „grünen“ Note. Tóngbǎi Yù Yè ist glatter, kastanienartiger und öliger.
  • Méngdǐng Gānlù (蒙顶甘露, Méngdǐng Gānlù): Ein gerollter grüner Tee aus Sìchuān, ebenfalls mit hohem Aminosäuregehalt. Das Profil ist blumig-süßer und „taufeuchter“; Tóngbǎi Yù Yè ist im Ton trockener und hat einen deutlicheren Kastanienkern.
  • Tàipíng Hóukuí (太平猴魁, Tàipíng Hóukuí): Ein großblättriger, flacher grüner Tee aus Ānhuī. Völlig andere Ästhetik – langes, großes Blatt mit Orchideenaroma. Tóngbǎi Yù Yè ist kompakter, hat eine dichtere Textur und eine kastanienartige statt einer orchideenartigen Note.

Fazit:

Tóngbǎi Yù Yè ist ein flacher grüner Tee, der sowohl die alte Geschichte des Tóngbǎi-Shan-Gebirges als auch die Ambitionen des modernen „Teeherzens der Zentralen Ebene“ in sich trägt. Seine Haupttrümpfe sind das makellos glatte Blatt, der außergewöhnlich hohe Gehalt an Aminosäuren und Extraktstoffen (fast 50 %), das anhaltende Kastanienaroma und eine milde, lange Süße. Für Liebhaber des Lóngjǐng, die etwas Neues entdecken möchten, ist Tóngbǎi Yù Yè eine wunderbare Einführung in die außerhalb Chinas wenig bekannte Teetradition Hénáns.