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Tántáng Máojiān
Tántáng máojiān · 覃塘毛尖
Tántáng Máojiān ist der Stolz der Teekultur des Autonomen Gebiets Guangxi der Zhuang und einer der vier berühmten Guangxi-Tees – an der Seite von Guìpíng Xīshān Chá (桂平西山茶), Língyún Báiháo (凌云白毫) und Wúzhōu Liùbǎo Chá (梧州六堡茶).
Tántáng Máojiān ist der Stolz der Teekultur des Autonomen Gebiets Guangxi der Zhuang und einer der vier berühmten Guangxi-Tees – an der Seite von Guìpíng Xīshān Chá (桂平西山茶), Língyún Báiháo (凌云白毫) und Wúzhōu Liùbǎo Chá (梧州六堡茶). Der grüne Tee, 1971 auf Basis der Hochlandplantagen des Pingtian-Gebirges kreiert, gewann rasch Anerkennung bei nationalen Wettbewerben und wurde Anfang der 1980er-Jahre als „landesweit berühmter Tee“ ausgezeichnet. Visitenkarte des Tántáng Máojiān ist ein reiner, anhaltender Duft nach gerösteten Kastanien (板栗香) und ein frischer, süßlicher Geschmack.
1. Klassifikation und Herkunft:
- Typ: Grüner Tee (nicht fermentiert), 炒青 (chǎoqīng – Fixierung durch Pfannenerhitzung).
- Kategorie: Landesweit berühmter Tee (全国名茶, quánguó míngchá). Tee mit geschützter geografischer Angabe – erhielt 2015 das Zertifikat „Agrarisches geografisches Zeichen“ (农产品地理标志) und wurde 2021 in die zweite Liste der gegenseitig anerkannten geografischen Angaben der VR China und der EU aufgenommen.
- Herkunft: China, Autonomes Gebiet Guangxi der Zhuang (广西壮族自治区, Guǎngxī Zhuàngzú Zìzhìqū), bezirksfreie Stadt Guigang (贵港市, Guìgǎng Shì), Stadtbezirk Tantang (覃塘区, Tántáng Qū). Wichtigste Anbauberge: Píngtiān Shān (平天山), Sōngbǎi Shān (松柏山), Lú Shān (芦山) sowie das Zhènlóng-Gebirge (镇龙山).
- Geografische Koordinaten: Ungefähr 23°05′ n. Br., 109°20′ ö. L. (Bezugspunkt zentraler Stadtbezirk Tantang).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
- Geschichte: Das Gebiet des heutigen Stadtbezirks Tantang ist seit langem mit dem Teeanbau verbunden. In den Bergmassiven des Zhenlong- und Pingtian-Gebirges wurden auf 500–700 m Höhe wildwachsende Teebestände mit einer Gesamtfläche von über 700 Mu (ca. 47 ha) entdeckt, darunter etwa 150 Bäume von über 100 Jahren – ein lebendiges Zeugnis des natürlichen Vorkommens von Camellia sinensis in diesen Bergen. In den 1950er-Jahren wurden die Plantagen auf den Hängen des Zhenlong- und Pingtian-Gebirges stark ausgebaut und erreichten über 30.000 Mu. Der hier produzierte „Guìqīng Chá“ (桂青茶) und „Lóngfèng Chá“ (龙凤茶) waren in Peking, Guangzhou, Hongkong, Südostasien und Europa gefragt. 1966 entsandten die Volkskommune Tantang und eine örtliche Kooperative eine Delegation in den Kreis Fuding (福鼎县, Fúdǐng Xiàn) der Provinz Fujian und brachten Setzlinge der berühmten Sorte Fúdǐng Dà Bái Chá (福鼎大白茶) mit. Die staatliche Teefarm „Tantang“ wurde gegründet und begann mit der Herstellung von „Tántáng Lóngfèng Chá“ (覃塘龙凤茶). 1971 begann die gezielte Entwicklung eines neuen Tees – des Máojiān. 1973 bestand der Tee die staatliche Verkostung und wurde offiziell in das Register der berühmten Tees Guangxis aufgenommen. Von 1978 bis 1982 siegte Tántáng Máojiān dreimal in Folge im Ranking der besten Tees des Autonomen Gebiets. 1982 erhielt er beim landesweiten Wettbewerb bekannter Tees den Titel „Landesweit berühmter Tee“ (全国名茶), 1989 bestätigte er diesen Status bei einem Wettbewerb des Landwirtschaftsministeriums erneut. 1992 wurde Tántáng Máojiān in das autoritative Nachschlagewerk „Zhōngguó Chájīng“ (《中国茶经》) aufgenommen. 2015 folgte das Zertifikat des nationalen agrarischen geografischen Zeichens, 2021 die Aufnahme in die zweite Liste der gemeinsam von China und der EU anerkannten geografischen Angaben und 2023 die Eintragung in das erste Verzeichnis „Besonders hochwertiger neuer landwirtschaftlicher Nationalprodukte“ (全国名特优新农产品名录).
- Name: 覃塘 (Tántáng) – ein Ortsname, der für den Stadtbezirk in Guigang steht. Das Zeichen 覃 (tán) hat alte Wurzeln und tritt als Familienname und in der Toponymie Südchinas auf; 塘 (táng) bedeutet „Teich“, „Stauweiher“. 毛 (máo) – „Flaum“, „Härchen“; 尖 (jiān) – „Spitze“. „Máojiān“ (毛尖) ist die klassische Bezeichnung für eine Kategorie grüner Tees mit reichem weißem Flaum an den Knospen und spitzer Blattform. Bis 1973 hieß der Tee „Tántáng Lóngfèng Chá“ (覃塘龙凤茶 – „Tee von Drache und Phönix aus Tantang“); bei der Umbenennung wurde der Name „Máojiān“ gewählt, der Aussehen und Kategorie des Produkts treffender beschreibt.
- Kulturelle Bedeutung: Tántáng Máojiān ist ein Symbol des modernen Aufstiegs der Teeindustrie Guangxis. Anders als viele „uralte“ Tees mit jahrtausendelanger Geschichte ist er ein Produkt zielgerichteter agronomischer und technologischer Arbeit der 1960er- und 70er-Jahre, das schnell landesweite Anerkennung fand. Heute positioniert sich der Stadtbezirk Tantang als „Heimat des Tees“ (茶叶之乡), und der Tee ist zu einer Leitbranche der lokalen Wirtschaft geworden: Die Teegärtenfläche übersteigt 60.000 Mu (ca. 4.000 ha), die Jahresproduktion liegt bei etwa 2.500 Tonnen trockenem Tee, der Produktionswert bei über 15 Milliarden Yuan. 2023 fand das erste „Frühlingsteefestival Tántáng Máojiān“ (覃塘毛尖首届春茶文化节) statt. Zudem gab der Bezirk die Buchreihe „Der Zauber von Tantang“ (《魅力覃塘》) heraus, deren Band „Der Duft des Tees“ (《茶之香》) der lokalen Teegeschichte und -kultur gewidmet ist.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Art: Camellia sinensis var. sinensis.
- Sorte / Kultivar: Hauptkultivar ist Fúdǐng Dà Bái Chá (福鼎大白茶, Fúdǐng Dà Bái Chá), 1966 aus Fujian eingeführt. Es handelt sich um einen nicht klonal vermehrten Strauch mittlerer Blattgröße, mittelfrüh reifend, mit großen, fleischigen, dicht weiß behaarten Knospen. Ebenfalls verwendet werden die Sorten Fúyún (福云, Fúyún) und Wūniú Zǎo (乌牛早, Wūniú Zǎo) – eine frühe, ertragreiche Sorte.
- Ernte: Frühjahr, von Anfang März (Periode Chūnfēn 春分) bis Ende April. Das beste Rohmaterial stammt aus der März- und frühen April-Ernte.
- Pflückstandard: Eine Knospe und ein Blatt (一芽一叶, yī yá yī yè) oder eine Knospe und zwei Blätter im frühen Stadium der Entfaltung (一芽二叶初展). Die Triebe müssen gleichmäßig lang, gesund, ohne violette Blätter, Schädlinge und mechanische Beschädigungen sein.
- Anforderungen an das Rohmaterial: Frische und Unversehrtheit der Triebe haben absolute Priorität. Nach dem Pflücken wird das Blatt unverzüglich in die Fabrik zur Verarbeitung gebracht.
4. Terroir und Anbaueigenschaften:
- Anbauhöhe: Die Hauptplantagen liegen auf 500–1.100 m ü. M. Der Gipfel des Pingtian Shan erreicht 1.157 m – den höchsten Punkt des Bezirks.
- Relief: Die Berge sind dicht bewaldet, von Bächen und Schluchten durchzogen. Die Plantagen befinden sich an Hängen und auf Hochflächen, die vor starken Winden geschützt sind.
- Klima: Südliches subtropisches Klima, warm und feucht. Jahresdurchschnittstemperatur ca. 21–22 °C (in Berglagen spürbar niedriger, ~18 °C). Niederschlag 1.500–2.100 mm/Jahr. Häufiger Nebel und Bewölkung, besonders im Frühling.
- Böden: Tiefgründig, fruchtbar, locker – verwitterte Purpurschiefer dominieren (紫页岩风化土). Säuregrad (pH) 4,5–6,0. Hoher organischer Anteil.
- Ökologie: Reichlich diffuses Licht und deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fördern die Anreicherung von Aminosäuren und Aromastoffen im Blatt. Die Teebetriebe setzen verstärkt auf biologische Pflanzenschutzmethoden: gelbe Leimfallen für Insekten (auf großen Plantagen über 10.000 Stück), Tröpfchenbewässerung mit organischen Düngern, die über Bergwassersammeltürme zugeführt werden. Mehrere Betriebe des Bezirks sind nach den Standards „Schadstofffreie Agrarprodukte“ (无公害食品), „Grünes Lebensmittel“ (绿色食品) und „Bio-Produkt“ (有机食品) zertifiziert. Plantagen des Gebiets Tantang wurden mehrfach als „Ökologische Modellbasis für Teeanbau in Guangxi“ (广西生态茶叶示范基地) ausgezeichnet.
5. Herstellungstechnologie:
Die Herstellung von Tántáng Máojiān umfasst acht Hauptschritte. Das Verfahren zielt auf ein leuchtend grünes Blatt mit ausgeprägtem Kastanienaroma:
- Auslegen / Welken (鲜叶摊放, xiānyè tānfàng): Die gepflückten Triebe werden in einer dünnen Schicht auf sauberen Bambustabletts in einem belüfteten Raum ausgelegt. Dauer – bis der Oberflächenglanz schwindet und ein frischer Duft entsteht.
- Fixieren / Shāqīng (杀青, shāqīng): Die Hochtemperatur-Erhitzung – der entscheidende Schritt für die Farbe des fertigen Tees. Die Temperatur ist zunächst hoch (先高后低), die Blätter werden rasch erhitzt, Enzyme inaktiviert, Chlorophyll bleibt erhalten. Darin liegt das technologische Geheimnis des satten Grüns von Tántáng Máojiān.
- Lüften / Qīngfēng (清风, qīngfēng): Das erhitzte Blatt wird zum Abkühlen und Feuchteausgleich ausgelegt.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Formt die Zellstruktur, setzt Säfte frei und legt die künftige Dichte des Aufgusses fest.
- Formgebung / Lǐtiáo (理条, lǐtiáo): Verleiht den Blättern die feine, gerade, zugespitzte Form – die typische Máojiān-Silhouette. Dieser Schritt erfordert höchste Handwerkskunst: Die Finger des Meisters richten und ordnen jedes Blättchen gleichzeitig. Traditionell wird Tántáng Máojiān ausschließlich von Hand geformt (全凭手工, quán píng shǒugōng), große Betriebe setzen jedoch teilweise maschinelle Formung ein. Gerade die Handarbeit garantiert jene Feinheit und Gleichmäßigkeit, für die die Spitzenklasse geschätzt wird.
- Trocknen (烘干, hōnggān): Trocknung bis zu stabiler Restfeuchte.
- Sieben (筛选, shāixuǎn): Entfernung nicht formgerechter Blätter, Staub und Bruch.
- Aromatisierung / Fùxiāng (复香, fùxiāng): Ein abschließendes leichtes Erhitzen, das den Duft „hebt“ und fixiert. In dieser Phase entfaltet sich die Kastaniennote (栗香) vollends.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Erscheinungsbild des trockenen Blatts: Dünne, schlanke, nahezu gerade Blätter (条索纤细圆直) von sattem smaragdgrünem Farbton (色泽翠绿). Die weißen Härchen sind reichlich und gut sichtbar (毫锋显露).
- Duft des trockenen Blatts: Hoch, rein, mit deutlicher Note gerösteter Kastanien (板栗香, bǎnlì xiāng). Frische ohne grasige „Feuchte“.
- Duft des Aufgusses: Anhaltend, hoch und komplex. Die Kastanien-Nuance dominiert, ergänzt durch eine leichte blumige Süße. Der Duft hält über mehrere Aufgüsse hinweg.
- Geschmack: Frisch (鲜爽), vollmundig-weich (醇厚), süßlich (甘润). Mittlerer Körper, angenehme „Fülle“ ohne Rauheit. Langanhaltender Abgang mit zunehmender Süße (回甘).
- Farbe des Aufgusses: Gelbgrün, leuchtend und klar (汤色黄绿明亮).
- Teeblatt nach dem Aufguss (叶底, yèdǐ): Zartgrün, homogen, leuchtend (嫩绿明亮匀整). Knospen und Blättchen gut erhalten.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole (茶多酚): Gehalt ca. 22–28 % der Trockenmasse. Hauptfraktionen: Catechine (EGCG, EGC, ECG, EC). Hochgebirgsbedingungen und diffuses Licht begünstigen einen moderaten Polyphenolgehalt bei erhöhtem Aminosäureanteil – der Grund für den weichen, nicht beißenden Geschmack.
- Aminosäuren (氨基酸): Erhöhter Gehalt, darunter L-Theanin (L-茶氨酸), verantwortlich für die Süße und eine leichte Umami-Note sowie für die entspannende Wirkung des Tees.
- Alkaloide: Coffein (咖啡碱) – ca. 2,5–4 % der Trockenmasse. In Spuren finden sich auch Theobromin und Theophyllin.
- Vitamine: C, B₁, B₂, E, K – typisch für hochwertigen Grüntee mit minimalem thermischen Abbau.
- Mineralstoffe: Kalium, Phosphor, Magnesium, Mangan, Zink, Fluor.
- Aromatische Verbindungen: Komplex flüchtiger Substanzen, darunter Pyrazine (verantwortlich für die Kastaniennote), Linalool, Geraniol, cis-3-Hexenol (frische grüne Note).
- Besonderheit: Die Verwendung des Kultivars Fúdǐng Dà Bái Chá mit seinen großen, flaumreichen Knospen sorgt für eine erhöhte Aminosäurenkonzentration, was Tántáng Máojiān von vielen anderen Máojiān-Tees unterscheidet.
8. Gesundheitliche Vorteile:
- Antioxidativer Schutz: Catechine (insbesondere EGCG) – starke Radikalfänger, die zum Schutz der Zellen vor oxidativen Schäden beitragen.
- Belebung und kognitive Funktionen: Die Kombination „Coffein + L-Theanin“ sorgt für einen sanften, stabilen Wachheitszustand ohne Nervosität.
- Herz-Kreislauf-Unterstützung: Regelmäßiger Grüntee-Konsum wird mit einer Verbesserung des Lipidprofils und der Normalisierung des Blutdrucks in Verbindung gebracht.
- Verdauung: Catechine regen die Ausschüttung von Verdauungsenzymen an und wirken mild antibakteriell im Magen-Darm-Trakt.
- Gewichtsmanagement: Grüntee-Polyphenole fördern die Thermogenese und können den Fettstoffwechsel unterstützen.
- Mundgesundheit: Fluor und Catechine hemmen das Wachstum pathogener Mikroorganismen und senken das Kariesrisiko.
- Haut: Antioxidantien bremsen die lichtbedingte Hautalterung und erhalten die Elastizität. Catechine wirken zudem entzündungshemmend.
- Immunität: Polyphenole und Vitamin C unterstützen das Immunsystem, vor allem in der Übergangszeit.
- Wichtig: Menschen mit erhöhter Magensäureproduktion und Coffeinempfindlichkeit wird empfohlen, den Tee nach dem Essen und in Maßen zu trinken. Schwangeren und Stillenden wird geraten, den Konsum starken Grüntees wegen des Coffeingehalts einzuschränken.
9. Aufguss:
- Wassertemperatur: 80–85 °C. Bei besonders zartem Vorfrühlingsmaterial 78–80 °C.
- Teemenge: 3–5 g auf 150–200 ml Wasser.
- Gefäß: Ein durchsichtiges, geradwandiges Glas (ideal, um den „Tanz“ der feinen Blätter zu beobachten) oder ein dünnwandiges Porzellan-Gaiwan.
- Zubereitung:
- Gefäß mit heißem Wasser vorwärmen, abgießen.
- Trockenen Tee einfüllen; den Duft der erwärmten Blätter genießen.
- Mit Wasser von 80–85 °C aufgießen. Bei der Zubereitung im Glas die Methode des „oberen Aufgusses“ (上投法, shàngtóu fǎ) anwenden: zuerst Wasser, dann Tee – die Blätter sinken langsam zu Boden und ergeben ein schönes Bild.
- Erster Aufguss etwa 2–3 Minuten (Glas) bzw. 30–45 Sekunden (Gaiwan).
- Weitere Aufgüsse (Gaiwan): Ziehzeit jeweils um 10–15 Sekunden verlängern. Tántáng Máojiān verträgt 4–6 Aufgüsse.
- Im Glas lassen sich 2–3 Wassernachfüllungen vornehmen, ohne den Aufguss vollständig abzugießen.
10. Lagerung:
- Behälter: Luftdicht, lichtundurchlässig – Weißblechdosen, vakuumierte Folienbeutel.
- Temperatur: Optimal 0–5 °C (Kühlschrank) bei strikter Abdichtung. Wichtig: Nach der Kühlschranklagerung muss der Beutel vor dem Öffnen Raumtemperatur annehmen, um Feuchtigkeitsniederschlag auf dem Blatt zu vermeiden.
- Licht, Feuchtigkeit, Fremdgerüche: Die drei Hauptfeinde. Fern von Gewürzen, Parfüm und anderen Duftquellen aufbewahren.
- Haltbarkeit: Für das volle Geschmackserlebnis 6–12 Monate nach Herstellung. Frische ist der entscheidende Vorzug dieses Tees.
11. Preis und Fälschungen:
- Preiskategorie: Mittleres Segment unter den nationalen Grüntees. Vorfrühjahrspartien vom Berg Songbai Shan kosten deutlich mehr als spätere Ernten. Exportchargen (u. a. nach Deutschland und in andere europäische Länder) liegen im oberen Preissegment.
- Fälschungen erkennen:
- Achten Sie auf die Kennzeichnung „覃塘毛尖“ mit dem Symbol des nationalen agrarischen geografischen Zeichens (农产品地理标志).
- Beurteilen Sie das Erscheinungsbild: Echter Tántáng Máojiān hat dünne, gerade Blätter mit reichlich weißem Flaum und sattgrüner Farbe. Stumpfheit und Fehlen von Flaum deuten auf eine Ersatzware hin.
- Prüfen Sie den Duft: Die Kastaniennote muss natürlich sein, ohne Schärfe oder „chemische“ Süße.
- Der Aufguss sollte klar und gelbgrün sein. Trübung und bräunlicher Ton verraten minderwertiges oder altes Rohmaterial.
- Verdächtig niedriger Preis ist ein Hinweis auf mögliches Ersatzmaterial aus Tieflandplantagen.
12. Interessante Fakten:
- Tántáng Máojiān gehört zu den wenigen berühmten chinesischen Tees, deren Geschichte nicht in der Antike, sondern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnt. Seine Entstehung ist das Ergebnis eines gezielten „Tee-Expeditionstrupps“ von 1966 von Guangxi nach Fujian, um Setzlinge des Fúdǐng Dà Bái Chá zu holen.
- In den Bergen Zhenlong und Pingtian wurden etwa 150 wildwachsende Teebäume von über 100 Jahren entdeckt – sie belegen, dass Tee in dieser Gegend lange vor der Anlage von Kulturplantagen gedieh.
- Tántáng Máojiān war der erste Grüntee Guangxis, der nach Deutschland exportiert wurde (eine Lieferung im Jahr 2017) – ein Ereignis, das den europäischen Markt für Tees dieser Region öffnete.
- 2023 fand in Tantang das erste „Frühlingsteefestival“ statt, das auf Chūnfēn (春分, Frühlings-Tagundnachtgleiche) fiel – seither gilt dieses Datum als jährlicher Beginn der neuen Teesaison.
- Tántáng Máojiān zählt zu den „großen Vier“ der berühmten Tees Guangxis (广西四大名茶), gemeinsam mit Guìpíng Xīshān Chá, Língyún Báiháo und Wúzhōu Liùbǎo Chá.
- Der Stadtbezirk Tantang ist einer der wenigen Orte in China, an denen Grüntee in einer tropisch-subtropischen Übergangszone mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 21 °C angebaut wird. Üblicherweise verbindet man ein solches Klima mit der Herstellung von Schwarztees, doch die Bergeshöhe und das Mikroklima des Pingtian Shan schaffen Bedingungen, wie sie für nördlichere Teeprovinzen typisch sind.
- Die Teegärtenfläche des Bezirks übersteigt 60.000 Mu (ca. 4.000 ha), und der Tee ist eine stadtprägende Kultur: In der Branche sind über 20 große Unternehmen tätig, der jährliche Produktionswert liegt bei über 15 Milliarden Yuan. Der Tee ernährt tausende Familien, und viele Einheimische nennen den Máojiān scherzhaft „das goldene Blatt“ (金叶子) und „den Geldbaum“ (摇钱树).
13. Vergleich mit anderen grünen Tees der Kategorie „Máojiān“:
- Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖, Xìnyáng Máojiān): Der legendäre Tee aus Henan, einer der „Zehn Großen“. Er wird aus lokalen kleinblättrigen Sorten hergestellt und deutlich früher geerntet – Ende März. Herb, mit dichtem Körper und deutlich adstringierender Bitternote, die Kenner schätzen. Das Aroma ist frisch, grasig-blumig, ohne Kastanienton. Im Vergleich dazu ist Tántáng Máojiān weicher, süßer und mit einer stärkeren Kastaniennote, was ihn für Einsteiger zugänglicher macht.
- Dūyún Máojiān (都匀毛尖, Dūyún Máojiān): Berühmter Tee aus Guizhou, ebenfalls unter den „Zehn Großen“. Er zeichnet sich durch eine kompaktere, hakenförmige Blattrollung und ein zartes blumiges Aroma mit Honig- und Bohnennoten aus. Der Aufguss ist heller und klarer. Tántáng Máojiān ist gerader in der Form, dichter im Körper und „nussiger“ in der Aromatik.
- Guìpíng Xīshān Chá (桂平西山茶, Guìpíng Xīshān Chá): Der nächste guangxiische Konkurrent. Xīshān Chá ist ein Tee mit langer Geschichte (seit der Tang-Dynastie erwähnt), er wächst auf dem Berg Xishan (einer buddhistischen Pilgerstätte), was ihm einen besonderen kulturellen Nimbus verleiht. Das Aroma ist blumiger, der Körper leicht und elegant. Tántáng Máojiān ist dichter, vollmundiger und geschmacklich „kräftiger“, mit deutlicherem Kastanienprofil.
- Língyún Báiháo (凌云白毫, Língyún Báiháo): Ein weiteres Flaggschiff Guangxis, hergestellt aus der großblättrigen Sorte Língyún Báiháo (凌云白毫茶). Der Tee besitzt dichten weißen Flaum und einen weichen, leicht öligen Geschmack – im Stil eher „weiß-teeig“, an Báichá erinnernd. Tántáng Máojiān ist klassischer, klarer Chǎoqīng-Grüntee mit deutlicher Kastanien-Dominanz im Aroma.
Fazit:
Tántáng Máojiān ist ein Neuling unter den berühmten Tees Chinas: Seine Geschichte zählt nur ein halbes Jahrhundert, doch in dieser Zeit hat er den Weg vom experimentellen Produkt einer landwirtschaftlichen Kooperative bis zum landesweit berühmten Tee mit europäischer geografischer Angabe zurückgelegt. Feine grüne Blätter mit weißem Flaum, ein anhaltender Duft gerösteter Kastanien, ein frischer und süßer Geschmack – all das macht ihn zu einer ausgezeichneten Wahl für den alltäglichen Genuss. Brühen Sie ihn in einem Glas auf und beobachten Sie, wie die spitzen „Lanzen“ langsam im warmen Wasser versinken – eine schlichte Freude, die hinter jeder Tasse guten grünen Tees steht.