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Taiwan Yuchi Assam Hong Cha
Táiwān Yúchí āsàmǔ hóngchá · 臺灣魚池阿薩姆紅茶
Taiwan Yuchi Assam Hong Cha ist ein taiwanesischer Roter Tee, der in der Umgebung des Sonne-Mond-Sees (日月潭, Rìyuètán) aus Nachkommen indischer Assam-Teebäume hergestellt wird. Dieser Tee ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein eingeführter Kultivar unter den einzigartigen Bedingungen des taiwanischen Terroirs…
Taiwan Yuchi Assam Hong Cha ist ein taiwanesischer Roter Tee, der in der Umgebung des Sonne-Mond-Sees (日月潭, Rìyuètán) aus Nachkommen indischer Assam-Teebäume hergestellt wird. Dieser Tee ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein eingeführter Kultivar unter den einzigartigen Bedingungen des taiwanischen Terroirs einen völlig neuen Charakter gewinnt.
1. Klassifikation und Herkunft:
- Typ: Roter Tee (紅茶, hóngchá) — vollständig fermentiert (Oxidationsgrad 90–100 %). In der westlichen Klassifikation — Schwarztee (black tea).
- Kategorie: Taiwanischer Roter Tee vom Sonne-Mond-See (日月潭紅茶, Rìyuètán Hóngchá). Produkt mit geschützter geografischer Angabe.
- Herkunft: Taiwan (臺灣), Landkreis Nantou (南投縣, Nántóu Xiàn), Gemeinde Yuchi (魚池鄉, Yúchí Xiāng), Umgebung des Sonne-Mond-Sees.
- Geografische Koordinaten: Etwa 23°52′ N, 120°54′ O.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Die Geschichte des taiwanischen Assam-Rottees ist untrennbar mit der japanischen Kolonialzeit verbunden. 1925 (Taishō-Zeit) kaufte das Landwirtschaftsamt des Generalgouvernements Taiwan Samen großblättriger Teesorten — Jaipuri, Manipuri und Kyang — aus dem indischen Bundesstaat Assam und schickte sie zur Erprobung an mehrere Versuchsstationen. Die Anpflanzungen in Pingzhen, Linkou und auf Kyūshū (Japan) scheiterten, jedoch gediehen die Sorten im Lianhuachi-Becken (蓮華池, Liánhuāchí) bei Yuchi und zeigten hervorragendes Wachstum. 1936 wurde auf dem Berg Maolan (貓囒山, Māolán Shān) am Ufer des Sonne-Mond-Sees die Yuchi-Versuchsstation für Roten Tee (魚池紅茶試驗支所, Yúchí Hóngchá Shìyàn Zhīsuǒ) gegründet. Eine Schlüsselrolle bei ihrer Errichtung spielte der japanische Agronom Arai Kokichiro (新井耕吉郎, 1904–1946), der später als „Vater des taiwanischen Roten Tees“ bezeichnet wurde. Arai errichtete eine Teefabrik nach ceylonesischem Vorbild und nahm die Serienproduktion auf. Die ersten Partien wurden auf der Londoner Auktion angeboten und hoch bewertet. Der taiwanische Assam-Tee wurde sogar dem japanischen Kaiser als Geschenk überreicht. Nach der japanischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg weigerte sich Arai, Taiwan zu verlassen, und gab sein Wissen weiterhin an lokale Meister weiter. In den Nachkriegsjahrzehnten ging die Produktion aufgrund der Konkurrenz durch indische und ceylonesische Tees zurück, erlebte jedoch durch die Bemühungen der Taiwan Tea Experiment Station (茶業改良場, Cháyè Gǎiliáng Chǎng, TRES) eine Wiederbelebung. 1973 wurde aus der Jaipuri-Linie offiziell der Kultivar Taicha Nr. 8 (台茶8號, Táichá Bā Hào, TTES No. 8) selektiert und registriert, der die Grundlage für die Wiederbelebung des lokalen Roten Tees bildete. 1999 wurde der berühmte Hybrid Hong Yu (紅玉, Hóngyù, „Rubin“, TTES No. 18) vorgestellt und gab der Industrie neue Impulse.
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Name:
- „Taiwan“ (臺灣, Táiwān) — die Insel und Anbauregion.
- „Yuchi“ (魚池, Yúchí) — wörtlich „Fischteich“, der Name der Gemeinde, des historischen Zentrums des Roten Teeanbaus.
- „Assam“ (阿薩姆, Āsàmǔ) — Hinweis auf die botanische Herkunft des Kultivars aus dem indischen Bundesstaat Assam.
- „Hong Cha“ (紅茶, Hóngchá) — „roter Tee“, die chinesische Bezeichnung für vollständig fermentierten Tee.
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Kulturelle Bedeutung: Yuchi Assam und andere Rote Tees vom Sonne-Mond-See sind der Stolz der taiwanischen Teeproduktion und ein Symbol für die gelungene Verbindung übernommener Traditionen mit einem einzigartigen lokalen Terroir. Der Tee aus Yuchi wurde mehrfach als diplomatisches Geschenk bei Empfängen hochrangiger Gäste verwendet. Das Gebiet um den Sonne-Mond-See besitzt den Status einer geschützten geografischen Angabe, und die Teeplantagen sind zu einem wichtigen Element der lokalen touristischen Infrastruktur geworden.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Sorte / Kultivar: Taicha Nr. 8 (台茶8號, Táichá Bā Hào, TTES No. 8) — eine großblättrige Varietät von Camellia sinensis var. assamica, die durch Einzelpflanzenauslese aus der indischen Linie Jaipuri gezüchtet wurde. Der Strauch ist aufrecht, baumartig, gehört zu den großblättrigen, frühreifen Sorten. Die Blattspreite ist länglich-elliptisch, groß (12–15 cm), dunkelgrün, mit hohem Polyphenolgehalt. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 4–6 m. Er hat keine offizielle Trivialbezeichnung (im Gegensatz zu TTES No. 12 „Jin Xuan“ oder TTES No. 18 „Hong Yu“), weshalb er im Alltag einfach „Assam“ oder „Yuchi Hong Cha“ genannt wird.
- Ernte: Traditionell wird von Hand gepflückt. Standard ist eine Knospe und zwei obere junge Blätter (一心二葉, yī xīn èr yè). Als optimal gilt die Sommerernte (Juni–Juli), wenn das beste Verhältnis von Tanninen, Koffein und Aromastoffen erreicht wird. Dennoch wird über eine lange Saison – vom Frühjahr bis zum Herbst – geerntet.
- Anforderungen an das Rohmaterial: Es werden ausschließlich gesunde, unbeschädigte Sprossspitzen verwendet, die in der optimalen Vegetationsphase gepflückt wurden. Das Vorhandensein goldener Tips (behaarte Knospen) ist ein Zeichen hoher Qualität.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
- Region: Die Plantagen befinden sich an den hügeligen Hängen rund um den Sonne-Mond-See in der Gemeinde Yuchi, Landkreis Nantou, Zentraltaiwan.
- Anbauhöhe: 600–800 m über dem Meeresspiegel.
- Böden: Fruchtbare rote Böden mit saurer Reaktion (pH 4,5–5,5), reich an organischer Substanz (über 3 %). Die Bodenzusammensetzung gewährleistet gute Belüftung und Drainage.
- Klima: Subtropisch-monsunal. Hohe Luftfeuchtigkeit, reichlich Niederschlag (etwa 2000 mm pro Jahr), gleichmäßig verteilt durch den Einfluss des Sees. Mittlere Jahrestemperatur etwa 20 °C. Charakteristisch sind deutliche Tag-Nacht-Temperaturschwankungen (von +25 °C tagsüber auf +15 °C nachts), die die Anreicherung von Aromastoffen in den Teeblättern anregen. Kurze Sonnenscheindauer aufgrund häufiger Bewölkung und Nebel.
- Besonderheiten: Das einzigartige Mikroklima des Sonne-Mond-See-Gebiets – die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und fruchtbaren Böden – gilt als Schlüsselfaktor für die Ausbildung des besonderen Aroma- und Geschmacksprofils des lokalen Roten Tees. Der etwa 8 km² große See fungiert als natürlicher Temperaturregler, mildert extreme Temperaturen und sorgt für eine stabile Luftfeuchtigkeit. Morgendliche Nebel, die von der Seeoberfläche aufsteigen, erzeugen eine natürliche Beschattung, die die Photosynthese verlangsamt und die Anreicherung von Aminosäuren und Aromavorstufen in den Blättern fördert. Viele Betriebe praktizieren biologischen (natürlichen) Anbau ohne Pestizide und synthetische Düngemittel – Labortests der SGS zeigen regelmäßig das Fehlen nachweisbarer Pestizidrückstände im Endprodukt.
5. Produktionstechnologie:
Die Herstellung von Yuchi Assam Hong Cha folgt der klassischen Technologie für Roten Tee unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten:
- Welken (萎凋, wěidiāo): Die gepflückten Blätter werden auf Bambus-Horden ausgelegt und bei kontrollierter Luftfeuchtigkeit (ca. 85 %) etwa 18–24 Stunden liegen gelassen. Der Feuchtigkeitsgehalt sinkt auf etwa 68 %. Die Blätter werden weich und geschmeidig.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Die gewelkten Blätter werden in mechanischen Rollern gerollt. Die Zerstörung der Zellwände setzt Zellsaft und Enzyme (Polyphenoloxidase) frei und leitet die Oxidation ein.
- Fermentation / Oxidation (發酵, fāxiào): Die gerollten Blätter werden bei einer Temperatur von etwa 28–30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit oxidiert. Dauer etwa 90 Minuten. Der Oxidationsgrad erreicht 90 % und mehr, was für vollständig fermentierte Rote Tees charakteristisch ist. Dabei werden Catechine in Theaflavine und Thearubigine umgewandelt, die die typische Farbe und den Geschmack bilden.
- Trocknung (烘乾, hōnggān): Die Oxidation wird durch Hochtemperaturtrocknung gestoppt. Häufig wird ein Kaskadenverfahren mit allmählich sinkender Temperatur (110 °C → 95 °C → 80 °C) angewandt. Der Feuchtigkeitsgehalt des Endprodukts wird auf 3–5 % gesenkt.
- Sortierung (分級, fēnjí): Der fertige Tee wird nach Blattgröße, Unversehrtheit und Tip-Anteil sortiert.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Große, längs gedrehte Blätter von korkenzieherartiger Form. Farbe — dunkelbraun, schokoladig, mit Einsprengseln goldener und kupferfarbener Tips.
- Aroma des trockenen Blattes: Intensiv, süß, mit ausgeprägten Noten von Malz, Karamell, Trockenfrüchten (Aprikose, Rosinen) und leichten blumigen Nuancen.
- Aroma des Aufgusses: Reich und warm. Vorherrschend sind malzig-honigartige und Karamelltöne, ergänzt durch fruchtige Nuancen – gelegentlich Grapefruit oder Zitrus – und zarte blumige Akzente.
- Geschmack: Voll, gehaltvoll, aber weich, ohne übermäßige Adstringenz. Deutliche natürliche Süße. Noten von Malz, Roggenbrot, Karamell und Honig. Eine leichte fruchtige Säure ist möglich. Der Nachgeschmack ist langanhaltend, süßlich, wärmend, mit Nuancen von Mandel und Honig.
- Farbe des Aufgusses: Leuchtend, klar, von rötlich-bernsteinfarben bis satt rubinrot-bordeauxrot mit seidigem Glanz. Beim Abkühlen zeigt hochwertiger Tee die charakteristische „Teerahm“-Bildung (cream down) — eine Trübung, die mit dem hohen Theaflavingehalt zusammenhängt.
- Teeblatt (nasses Blatt): Weiche, elastische Blätter von rötlich-brauner Farbe, die ihre Form gut bewahren. Ganze Knospen und entfaltete Blattspreiten sind sichtbar.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole: Der Gesamtpolyphenolgehalt ist hoch, charakteristisch für die großblättrige Assam-Varietät. Im Verlauf der vollständigen Fermentation wird ein bedeutender Teil der Catechine in Theaflavine (TF, verantwortlich für Helligkeit und Lebendigkeit des Aufgusses) und Thearubigine (TR, die Farbtiefe und Geschmackskörper formen) umgewandelt.
- Aminosäuren: L-Theanin ist vorhanden, obwohl sein Gehalt aufgrund der Oxidation während der Fermentation geringer ist als bei grünen Tees. Dennoch trägt L-Theanin zur Weichheit und Süße des Geschmacks bei.
- Alkaloide: Koffein — etwa 3,5 % der Trockenmasse, was für eine ausgeprägte anregende Wirkung sorgt. Ebenfalls in Spuren vorhanden sind Theobromin und Theophyllin.
- Vitamine: B-Vitamine (B₁, B₂), Vitamin C (in geringen Mengen, teilweise durch Fermentation zerstört), Vitamin P (Rutin).
- Mineralstoffe: Kalium, Mangan, Zink, Magnesium, Fluor.
- Ätherische Öle: Ein reicher Komplex flüchtiger Aromastoffe — Linalool, Geraniol, Nerol, β-Ionon — formt das charakteristische Karamell-Malz-Aroma mit fruchtigen und blumigen Nuancen.
- Besonderheiten: In manchen Partien des taiwanischen Assam-Tees finden sich Spuren von Methylsalicylat, das leichte minzig-kampferartige Noten verleiht; dies wird mit dem Einfluss des lokalen Ökosystems in Verbindung gebracht.
8. Gesundheitliche Eigenschaften:
- Anregende Wirkung: Der hohe Koffeingehalt sorgt für eine sanfte, aber stetige Steigerung von Wachheit und Konzentration, die dank des L-Theanins weicher wirkt als Kaffee.
- Antioxidative Aktivität: Theaflavine und Thearubigine sind starke Antioxidantien, die zur Neutralisierung freier Radikale und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen.
- Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Ein regelmäßiger, maßvoller Genuss von Rotem Tee wird mit einer verbesserten Endothelfunktion der Blutgefäße und einer potenziellen Senkung des „schlechten“ Cholesterins (LDL) in Verbindung gebracht.
- Förderung der Verdauung: Roter Tee stimuliert die Sekretion von Verdauungsenzymen und kann zu einer angenehmen Verdauung nach dem Essen beitragen.
- Wärmende Wirkung: In der traditionellen chinesischen Diätetik gilt Roter Tee als „wärmendes“ Getränk, das für die kalte Jahreszeit empfohlen wird.
- Unterstützung kognitiver Funktionen: Das Zusammenspiel von Koffein und L-Theanin fördert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Reaktionsgeschwindigkeit ohne die für Kaffee typische Übererregung.
- Stärkung des Immunsystems: Polyphenolverbindungen und Vitamine wirken allgemein stärkend auf das Immunsystem.
- Unterstützung der Mundgesundheit: Das im Tee enthaltene Fluor und die Polyphenole besitzen antibakterielle Eigenschaften und tragen zur Kariesprophylaxe und zur Erhaltung gesunden Zahnfleisches bei.
9. Zubereitung:
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Wassertemperatur: 90–95 °C (es wird nicht empfohlen, sprudelnd kochendes Wasser zu verwenden, um eine Verstärkung der Adstringenz zu vermeiden).
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Teemenge: 3–5 g auf 150–200 ml für den Aufguss; 5–7 g auf 100–150 ml für Gaiwan oder Kännchen bei der Aufgussmethode.
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Gefäß: Porzellan-Gaiwan (蓋碗, gàiwǎn) — unterstreicht die Reinheit des Aromas; Kännchen aus Yixing-Ton (紫砂, zǐshā) — rundet den Geschmack ab und hält die Wärme länger; Glaskännchen — zur Beobachtung der Blattentfaltung und der Aufgussfarbe.
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Ablauf (Aufgussmethode, Gongfu Cha, 功夫茶):
- Das Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen, Wasser abgießen.
- Den trockenen Tee in den vorgewärmten Gaiwan oder das Kännchen geben.
- Spülung: Mit heißem Wasser übergießen und sofort abgießen — dieser Aufguss weckt das Blatt und spült Teestaub ab.
- Erster Aufguss: Mit Wasser von 90–95 °C übergießen, 15–30 Sekunden ziehen lassen, durch ein Sieb in die Tassen gießen.
- Weitere Aufgüsse: Die Ziehzeit mit jedem Aufguss um 10–15 Sekunden verlängern.
- Der Tee verträgt 5–8 vollwertige Aufgüsse und offenbart mit jedem neue Geschmacksnuancen.
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Ablauf (Aufgussmethode, europäische Art):
- Kanne oder Tasse vorwärmen.
- 3 g Tee auf 200 ml Wasser geben.
- Mit Wasser von 90–95 °C übergießen.
- 3–5 Minuten ziehen lassen.
- Der Tee eignet sich hervorragend sowohl pur als auch als Basis für Milchtee.
10. Lagerung:
Luftdicht, in undurchsichtigen Behältern (Weißblechdose, Keramikgefäß oder Vakuumverpackung) an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahren, fern von direktem Sonnenlicht und stark riechenden Quellen. Optimale relative Luftfeuchtigkeit — nicht über 60 %. Lagertemperatur — Zimmertemperatur, ohne starke Schwankungen. Haltbarkeit — bis zu 2–3 Jahre unter richtigen Bedingungen. Anders als bei grünen Tees ist die Kühlschranklagerung für Roten Tee weder erforderlich noch empfehlenswert. Mit der Zeit kann der Geschmack weicher und runder werden, das Aroma jedoch allmählich verblassen.
11. Preis und Fälschungen:
Yuchi Assam, insbesondere handgepflückt und -verarbeitet, gehört zur Kategorie der taiwanischen Premium-Rottees. Der Preis hängt von der Rohstoffqualität (Tip-Anteil, Hand- vs. Maschinenpflückung), dem Erntezeitpunkt, dem Ruf des Herstellers und etwaigen Teewettbewerbs-Auszeichnungen ab. Auf dem taiwanischen Markt kosten 75 g Tee bekannter Betriebe zwischen 500 und 1500 New Taiwan Dollar (≈15–45 USD). Tee in Wettbewerbsqualität kann erheblich teurer sein.
Fälschungen vermeiden:
- Bei vertrauenswürdigen Anbietern und in spezialisierten Teegeschäften mit direkten Verbindungen zu den Betrieben in Yuchi kaufen.
- Auf die Kennzeichnung achten: Angabe des Kultivars (台茶8號, TTES No. 8), der Region (日月潭, Sun Moon Lake) und des Erntejahres.
- Das Erscheinungsbild beurteilen: ganze, gleichmäßige große Blätter mit goldenen Tips. Verdächtig kleines, gebrochenes Blatt kann auf mindere Rohstoffqualität hindeuten.
- Vor Tee mit unnatürlich starkem Aroma Vorsicht walten lassen — mögliche künstliche Aromatisierung (z. B. mit Ethylmaltol).
- Ein verdächtig niedriger Preis für Tee mit der Kennzeichnung „Yuchi“ oder „Riyuetan“ ist ein ernstzunehmendes Warnsignal.
12. Interessante Fakten:
- Während der japanischen Herrschaft wurde taiwanischer Assam-Tee auf der Londoner Auktion höher bewertet als viele indische und ceylonesische Pendants; ausgewählte Partien wurden dem japanischen Kaiser als Geschenk überreicht.
- Der japanische Agronom Arai Kokichiro (新井耕吉郎), der sein Leben dem taiwanischen Teeanbau widmete, weigerte sich nach der Kapitulation Japans 1945, in seine Heimat zurückzukehren, blieb in Taiwan und gab sein Wissen weiterhin an lokale Meister weiter. Er starb 1946 und gilt als „Vater des taiwanischen Roten Tees“.
- Der Kultivar TTES No. 8 erhielt von den Züchtern keinen Trivialnamen — diese Praxis wurde erst mit TTES No. 12 (Jin Xuan, 金萱) eingeführt. Daher wird er im Alltag schlicht „Assam“ oder „Yuchi Hong Cha“, manchmal auch „Yingluo Hong Cha“ (瓔珞紅茶, Yīngluò Hóngchá — „Perlenketten-Tee“) genannt.
- Beim Abkühlen bildet hochwertiger Yuchi Assam-Aufguss den sogenannten „Teerahm“ (cold cream) — eine Trübung, die durch die Wechselwirkung von Theaflavinen mit Koffein bei sinkender Temperatur entsteht. Dies gilt als Zeichen hervorragender Qualität, und beim Erwärmen wird der Tee wieder klar.
- Das Gebiet um den Sonne-Mond-See produziert vier Hauptarten von Rotem Tee: Assam (TTES No. 8), Hong Yu / Rubin (TTES No. 18), Hong Yun (台茶21號, Táichá Èrshíyī Hào, TTES No. 21) und Tee aus der lokalen Wildkamelie — Ziya Shan Cha (紫芽山茶, Zǐyá Shānchá).
- Taiwanesischer Assam ist einer der besten Roten Tees für die Zubereitung von Milchtee (奶茶, nǎichá): Sein dichter Körper, die ausgeprägte Malzsüße und das beständige Aroma gehen bei der Zugabe von Milch nicht verloren, sondern harmonieren im Gegenteil aufs Vortrefflichste mit ihr. Das macht ihn zu einem der Favoriten der taiwanischen Teeindustrie.
13. Vergleich mit anderen Roten Tees:
- Hong Yu / Rubin (紅玉, Hóngyù, TTES No. 18): Der berühmteste Rote Tee Taiwans. Eine Kreuzung aus der burmesischen großblättrigen Kamelie und der taiwanischen Wildkamelie (Camellia formosensis). Anders als das weiche Malz-Karamell-Profil des Assam besitzt Hong Yu ein leuchtendes, exotisches Aroma mit ausgeprägten Noten von Zimt und Minze, weshalb er den Spitznamen „Taiwan Red“ (台灣紅, Táiwān Hóng) erhielt. Der Geschmack ist würziger und vielschichtiger.
- Indischer Assam (Assam FTGFOP): Genetisch verwandter Tee, doch die Bedingungen in Yuchi (geringere Höhe als der indische Assam, aber größere Tag-Nacht-Temperaturschwankungen und der Einfluss des Sees) formen ein weicheres, weniger adstringierendes Profil mit größerer natürlicher Süße. Indischer Assam ist gewöhnlich dichter, kräftiger und zusammenziehender.
- Qimen Hong Cha (祁門紅茶, Qímén Hóngchá): Großer chinesischer Roter Tee aus der Provinz Anhui, hergestellt aus der kleinblättrigen Camellia sinensis var. sinensis. Er besticht durch ein elegantes, feines Aroma mit Orchideen- und Rauchnoten, einen leichteren Körper und geringere Süße. Yuchi Assam hingegen ist dichter, malziger und süßer.
- Dian Hong (滇紅, Diān Hóng): Roter Tee aus Yunnan, ebenfalls von der großblättrigen assamica. Dian Hong hat gewöhnlich einen tieferen, öligeren Körper mit Noten von Schokolade und Trockenfrüchten, während Yuchi Assam sich durch größere Reinheit und Helligkeit des Geschmacks, Karamellsüße und leichte Zitrusnuancen auszeichnet. Dian Hong wird in deutlich größerer Höhe (1600–2200 m) produziert, was ihm zusätzliche Mineralität verleiht, während Yuchi Assam (600–800 m) seine Weichheit dem Mikroklima des Seebeckens verdankt.
14. Mögliche Gegenanzeigen:
- Aufgrund des hohen Koffeingehalts (etwa 3,5 % der Trockenmasse) sollten Personen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhter nervöser Erregbarkeit und Schlaflosigkeit den Tee mit Vorsicht genießen.
- Es wird nicht empfohlen, starken Tee auf nüchternen Magen zu trinken, insbesondere bei Gastritis, Magengeschwüren und gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD).
- Schwangere und stillende Frauen sollten den Konsum einschränken oder ärztlichen Rat einholen.
- Starker Tee kann die Eisenaufnahme aus der Nahrung beeinflussen — es wird empfohlen, Tee- und Mahlzeiten mit einem zeitlichen Abstand von 30–60 Minuten zu sich zu nehmen.
- Individuelle Unverträglichkeit ist möglich.
Zum Abschluss:
Taiwan Yuchi Assam Hong Cha ist ein Tee mit einer erstaunlichen Geschichte, die vor fast einem Jahrhundert mit einer Handvoll indischer Samen begann, die über den Ozean auf eine subtropische Insel geschickt wurden. Unter den einzigartigen Bedingungen des taiwanischen Hochlands — eingehüllt in die Nebel des Sonne-Mond-Sees, auf fruchtbaren roten Böden — gewann der Assam-Kultivar einen völlig neuen Charakter: weich, süß, mit Karamell- und Honigtönen, frei von der groben Adstringenz seines indischen Vorfahren. Dieser Tee eignet sich hervorragend sowohl für die besinnliche Gongfu-Teezeremonie, die seine Vielschichtigkeit von Aufguss zu Aufguss offenbart, als auch für den alltäglichen Genuss nach europäischer Art — auch als Basis für Milchtee. Yuchi Assam schenkt ein warmes, umhüllendes Erlebnis und ist ein würdiger Botschafter der großen Teekultur Taiwans.