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Tàishùn sān bēi xiāng
Tàishùn sān bēi xiāng · 泰顺三杯香
Tàishùn sān bēi xiāng ist ein regionaler Grüntee aus dem Kreis Tàishùn im Süden der Provinz Zhèjiāng, berühmt für seine Beständigkeit: Selbst nach drei Aufgüssen bleibt das Aroma ausdrucksstark und voll. Genau diese Eigenschaft verlieh dem Tee seinen poetischen Namen.
Tàishùn sān bēi xiāng ist ein regionaler Grüntee aus dem Kreis Tàishùn im Süden der Provinz Zhèjiāng, berühmt für seine Beständigkeit: Selbst nach drei Aufgüssen bleibt das Aroma ausdrucksstark und voll. Genau diese Eigenschaft verlieh dem Tee seinen poetischen Namen.
1. Klassifizierung und Herkunft:
- Typ: Grüntee (nicht fermentiert), Kategorie chǎoqīng (炒青, chǎoqīng) – Verarbeitung durch Rösten.
- Kategorie: Regional berühmter Tee mit geschützter geografischer Angabe; gehört zur Gruppe „Wēn lǜ“ (温绿) – den Grüntees aus Wēnzhōu, einer der drei größten Grüntee-Gruppen Chinas.
- Herkunft: China, Provinz Zhèjiāng (浙江, Zhèjiāng), bezirksfreie Stadt Wēnzhōu (温州, Wēnzhōu), Kreis Tàishùn (泰顺, Tàishùn). Das geschützte Gebiet umfasst 36 Gemeinden und Dörfer des Kreises, darunter Luóyáng (罗阳), Bǎizhàng (百丈), Liǔfēng (柳峰), Sìxī (泗溪), Yǎyáng (雅阳) und andere – insgesamt 205 Dörfer.
- Geografische Koordinaten: 27°17′–27°50′ n. Br., 119°37′–120°15′ ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Der Kreis Tàishùn liegt im Gebirge ganz im Süden Zhèjiāngs an der Grenze zur Provinz Fújiàn und blickt auf eine jahrhundertealte Teegeschichte zurück. Bereits im sechsten Jahr der Regierungsdevise Chóngzhēn (明崇祯六年, 1633) wurde in den „Aufzeichnungen des Kreises Tàishùn“ (《泰顺县志》) vermerkt: „Tee wächst überall in den Bergen, aber der beste kommt aus Sìxī und Nánqiáo“. Zur Qing-Zeit wurden lokale Tees wie „Huáng Tāng“ (黄汤) und „Bái Háo Yín Zhēn“ (白毫银针) als Tributtee (gòngchá, 贡茶) an den Hof geliefert. Nach der Gründung der Volksrepublik China diente der Tàishùn-chǎoqīng als wichtiger Rohstoff für die Blends des Export-Méichá (眉茶), der über den Shanghaier Hafen in mehr als vierzig Länder der Welt geliefert wurde; deshalb erhielt der Tàishùn-Tee den Beinamen „wèijīng des Zhèjiāng-Grüntees“ (浙江绿茶的「味精」 – „Geschmacksverstärker“). 1958 komponierte der Komponist Zhōu Dàfēng (周大风) im Kreis Tàishùn das berühmte „Lied vom Teepflücken“ (《采茶舞曲》, Cǎichá Wǔqǔ), das landesweit bekannt wurde und 2005 zur Hymne des Kreises erklärt wurde. Ab den 1980er Jahren wurde der lokale chǎoqīng unter der Marke „Sān Bēi Xiāng“ (三杯香) auf dem Binnenmarkt verkauft. 1996 veranstaltete der Kreis das erste Teekulturfestival, und 1999 wurde die Tàishùn-Tee-Assoziation (泰顺县茶业协会) gegründet. 2010 verlieh das Landwirtschaftsministerium der VR China dem Tee den Status einer geschützten landwirtschaftlichen geografischen Angabe. 2019 wurde die Marke in den „Katalog der chinesischen Agrarmarken“ (中国农业品牌目录) aufgenommen. 2020 wurde Tàishùn Sān Bēi Xiāng Chá in die erste Liste der gegenseitig geschützten geografischen Angaben des Abkommens zwischen China und der Europäischen Union (中欧地理标志协定, PGI-CN-2737) aufgenommen. 2023 wurde die traditionelle Herstellungstechnologie in das sechste Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Provinz Zhèjiāng eingetragen.
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Name: Sān Bēi Xiāng (三杯香) bedeutet wörtlich „Duft von drei Tassen“: Die Zahl drei (三, sān) vermittelt hier die Vorstellung von Vielfalt und Beständigkeit – der Tee entfaltet sein volles Aroma selbst nach dem dritten und weiteren Aufgüssen. Tàishùn (泰顺) ist der Name des Kreises, in dem er produziert wird.
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Kulturelle Bedeutung: Tàishùn gehört zu den „Tee-Heimatorten Chinas“ (中国茶叶之乡) und den „Heimstätten berühmter Tees Chinas“ (中国名茶之乡) und ist ein nationaler Schwerpunktskreis der Teeproduktion. Die Marke hat mehrfach Goldmedaillen auf dem Internationalen Teekulturfestival und der Zhèjiāng-Ausstellung für Grüntees gewonnen. Der Tee wurde als offizielles Getränk für Diàoyútái (钓鱼台国宾馆) – das Staatliche Gästehaus der VR China – ausgewählt und vertrat China im DEVNET-Pavillon auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai. 2022 wurde der Wert der regionalen Marke auf 19,14 Milliarden Yuan geschätzt, und der Tee selbst wurde zum offiziellen Getränk des XV. Parteitags der KPCh der Provinz Zhèjiāng ernannt.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Art: Camellia sinensis var. sinensis.
- Sorte / Kultivar: Die Grundlage bildet der lokale Tàishùn-Bestandstyp (泰顺本地群体种, Tàishùn běndì qúntǐzhǒng) – eine genetisch heterogene Gruppe klein- und mittelblättriger Sträucher, die sich über Jahrhunderte durch generative (samenbasierte) Vermehrung an das lokale Terroir angepasst hat. Solche Sträucher zeichnen sich durch hohe Frost- und Krankheitsresistenz aus. Neben dem lokalen Bestandstyp werden auch regional anerkannte klein- und mittelblättrige Kultivare (中小叶优良茶树品种) verwendet, darunter Lóngjǐng 43 (龙井43) und Wūniú Zǎo (乌牛早), doch das Markenherz ist die traditionelle Population.
- Ernte: Der Erntebeginn fällt in die Qīngmíng-Periode (清明, Anfang April); die Frühlingsernte gilt als die qualitativ hochwertigste, die Herbsternte nimmt eine mittlere Stellung ein, die Sommerernte ist am einfachsten. Für Premium-Partien wird eine frühe Frühlingsernte (míngqián, 明前) angewendet.
- Erntestandard: Von einer Knospe mit einem sich eben öffnenden Blatt (一芽一叶初展) bis zu einer Knospe mit drei sich öffnenden Blättern (一芽三叶初展) – je nach Grad. Für Massen-Partien ist der Standard eine Knospe mit zwei Blättern (一芽二叶).
- Anforderungen an das Rohmaterial: Frisch gepflückte Blätter werden in Bambuskörbe gelegt und umgehend zur Verarbeitung gebracht, damit sie sofort verarbeitet werden können; Hitzeschäden und mechanische Beschädigungen sind nicht zulässig.
4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:
- Anbauhöhe: 150–1620 m über dem Meeresspiegel; der höchste Punkt ist der Báiyúnjiān-Gipfel (白云尖, 1611,3 m). Die Hauptteegärten befinden sich auf 200–800 m, das Premium-Rohmaterial wird in Höhen über 800 m gesammelt.
- Klima: Subtropisches maritimes Monsunklima (亚热带海洋型季风气候). Jahresdurchschnittstemperatur 17,8 °C; jährlicher Niederschlag 1991,7 mm; 1759,2 Sonnenstunden pro Jahr; frostfreie Periode 242 Tage. Die Tagestemperaturschwankungen sind beträchtlich, was die Anreicherung von Aromastoffen und Aminosäuren fördert.
- Mikroklima: Relative Jahresdurchschnittsfeuchte 83 %; häufige Nebel und Bewölkung („neun von zehn Bergen sind von Wolken bedeckt“); die Luftqualität entspricht der ersten Klasse des nationalen Standards GB 3095.
- Böden: Vorherrschend sind rote und gelbbraune Böden (红壤、黄棕壤) mit einem Gehalt an organischer Substanz von 1,0–4,33 %, pH-Wert 4,5–6,5. Das Muttergestein besteht aus jurassischen Vulkan- und kreidezeitlichen vulkano-sedimentären Formationen. Die Böden sind locker, gut drainiert und mit Quarzkieseln durchsetzt.
- Anbauweise: Tàishùn ist ein nationaler ökologischer Modellkreis (国家级生态示范区) mit einer Bewaldung von 75,6 %. Die Teegärten werden nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft bewirtschaftet: organische Düngung, integrierter Pflanzenschutz (biologische, physikalische und ackerbauliche Methoden), minimaler Pestizideinsatz gemäß NY/T 5018. Bis 2009 betrug die Teegartenfläche 6,5万 mu (ca. 4333 ha), die Jahresproduktion überstieg 3000 Tonnen.
5. Herstellungsverfahren:
Die Produktionstechnologie zielt auf die Ausbildung des charakteristischen „hohen, beständigen Aromas bei dichtem, weichem Geschmack“ (香高味醇,经久耐泡) ab. Das Hauptverfahren der Fixierung ist das Rösten (炒青, chǎoqīng); die abschließenden Stufen umfassen sowohl Rösten als auch Nachtrocknen. Der gesamte Zyklus ist durch den Standard DB3303/T35.5 geregelt.
- Auslegen und Anwelken (摊青 — tānqīng): Das frisch gepflückte Rohmaterial wird in einem belüfteten Raum dünn ausgelegt, um einen Teil der Feuchtigkeit zu verlieren, den Blattzustand auszugleichen und den Aufbau von Aromavorstufen einzuleiten.
- Fixieren (杀青 — shāqīng): Der Schlüsselschritt ist das Rösten in einer schrägen Eisenpfanne (斜锅). Bei der Handarbeit hantiert der Meister mit einem Bambus-Tee-Wedel (竹丝帚, zhúsī zhǒu) unterschiedlicher Größe: ein großer für grobes Blattgut, ein kleiner für zartes. Die Bewegungen kombinieren Hochwerfen und Dämpfen (抖闷结合), was eine gleichmäßige Unterbrechung der Oxidation gewährleistet, ohne dass ein roh-grasiger Geruch entsteht.
- Rollen (揉捻 — róuniǎn): Freisetzung des Zellsafts, Formung der anfänglichen Blattstruktur und Schaffung der Grundlage für die Extrahierbarkeit beim Aufguss.
- Zwischentrocknung des zweiten Schritts (烘二青 — hōng èrqīng): Eine Zwischentrocknung, die die Feuchtigkeit vor der weiteren Verarbeitung reduziert.
- Drittes Rösten (三青 — sānqīng / 炒三青): Zusätzlicher Schritt der Formgebung und Aromaentwicklung bei mittlerer Temperatur; die Bezeichnung „drei“ in der technologischen Kette klingt mit dem Namen des Tees selbst zusammen.
- Huīguō – abschließendes Braten in der Pfanne (煇锅 — huīguō): Abschließende Phase der Formgebung und Aromatisierung: Der Meister bringt das Blatt in die gewünschte Form und fixiert das kastanien-nussige Profil unter kontrollierter Hitze.
- Sortieren des Maócha (毛茶整理 — máochá zhěnglǐ): Das fertige Halbprodukt wird nach Graden sortiert, Fehlchargen werden entfernt und verpackt.
Bei der maschinellen Produktion werden Teeröstmaschinen (炒茶机) und Trocknungsgeräte (烘干机) eingesetzt, wobei die Reihenfolge der Schritte erhalten bleibt.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Fein gerollte, kompakte Triebe (细紧苗秀), gleichmäßig in der Größe, mit sichtbarem Flaum an den Spitzen (毫锋显露). Die Farbe ist leuchtend smaragdgrün mit ausgeprägtem Glanz (色泽翠绿).
- Aroma des trockenen Blattes: Sauber, frisch, mit deutlicher Kastaniennote (栗香, lìxiāng), die für hochwertige chǎoqīng-Tees charakteristisch ist. In Premium-Partien sind zarte blumige Nuancen vorhanden.
- Aroma des Aufgusses: Hoch, anhaltend (高香持久), entfaltet einen Kastanienton mit einem Übergang zu einer feinen Süße. Gerade die Fähigkeit des Aromas, über mehrere Aufgüsse hinweg erhalten zu bleiben, definiert die Markenidentität.
- Geschmack: Dicht, frisch und saftig (滋味鲜爽丰厚), mit ausgeprägter Süße und öliger Textur. Bitterkeit und Herbheit sind bei korrektem Aufgießen minimal. Das Gefühl der „Dicke“ des Geschmacks (味厚) ergibt sich aus dem hohen Gehalt an wasserlöslichen Extraktstoffen.
- Farbe des Aufgusses: Leuchtend smaragdgrün, klar und strahlend (汤色绿艳明亮).
- Teeboden (aufgebrühtes Blatt): Zartgrün, frisch und lebendig (叶底嫩绿鲜活), homogen, mit gut erhaltenen Trieben.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole (茶多酚): Der Gehalt ist für Grüntees vom chǎoqīng-Typ moderat; die Hauptrolle spielen Catechine (EGCG, EGC, ECG), die die antioxidative Aktivität gewährleisten. Die hohe Beständigkeit bei mehrfachem Aufgießen zeugt von einem ausgewogenen Verhältnis von Polyphenolen und Proteinkomplexen.
- Aminosäuren (氨基酸): Quellen zufolge ist der Gehalt an Aminosäuren (in erster Linie L-Theanin) im Tàishùn-Tee im Vergleich zu den Durchschnittswerten für Zhèjiāng-Grüntees erhöht. Das Theanin ist für die charakteristische Süße und das Frischegefühl (鲜) verantwortlich.
- Alkaloide: Koffein (Coffein, Theobromin, Theophyllin) liegt in für Grüntee typischen Grenzen (ca. 20–35 mg/g für Koffein). Die Synergie von Koffein und Theanin sorgt für eine sanfte Tonisierung ohne scharfe Erregung.
- Wasserlösliche Extraktstoffe (水浸出物): Nicht weniger als 37 % – ein beachtlicher Wert, der die „Dichte“ des Geschmacks und die Fähigkeit des Tees erklärt, mehrfache Aufgüsse zu überstehen.
- Ätherische Öle und Aromastoffe: Das Kastanienaroma (栗香) entsteht beim Rösten durch Maillard-Reaktionen und die Karamellisierung von Zuckern; zu den Schlüsselkomponenten zählen Pyrazine, Furfurol, Linalool.
- Vitamine: C, B₁, B₂, E, K – in für unfermentierte Tees typischen Mengen.
- Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Mangan, Zink, Fluor, Selen (der Gehalt an Spurenelementen hängt vom jeweiligen Anbaugebiet ab).
- Weitere Kennzahlen nach Standard DB3303/T35.6: Feuchtigkeit des trockenen Blattes ≤ 6,5 %, Rohfasergehalt ≤ 14,5 %, Aschegehalt ≤ 6,5 %.
8. Wohltuende Eigenschaften:
- Tonisierende Wirkung: Die Kombination von Koffein und L-Theanin sorgt für eine sanfte, anhaltende Steigerung von Konzentration und geistiger Klarheit ohne den für Kaffee typischen „Einbruch“ nach ein bis zwei Stunden.
- Antioxidative Wirkung: Catechine (insbesondere EGCG) neutralisieren freie Radikale und unterstützen so den zellulären Schutz des Körpers.
- Unterstützung der Verdauung: Polyphenole regen die Magen-Darm-Tätigkeit an und besitzen eine milde antibakterielle Wirkung.
- Herz-Kreislauf-System: Der regelmäßige Konsum von Grüntee wird mit einem günstigen Einfluss auf den Cholesterinspiegel und die Gefäßelastizität in Verbindung gebracht.
- Immununterstützung: Vitamin C und Polyphenole tragen zur allgemeinen Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte bei.
- Stoffwechsel: Grüntee kann den normalen Stoffwechsel unterstützen und zur Kontrolle des Körpergewichts beitragen.
- Kognitive Funktionen: Theanin unterstützt den Alpha-Rhythmus des Gehirns und fördert einen Zustand entspannter Konzentration.
- Es ist die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Koffein zu berücksichtigen; aufgrund der Tannine, die die Magenschleimhaut reizen können, ist der Konsum auf nüchternen Magen nicht zu empfehlen.
9. Aufgießen:
- Wassertemperatur: 80–85 °C. Besonders zartes Blattgut (Sondergrade) verträgt 75–80 °C; zu heißes Wasser zerstört das Chlorophyll, der Aufguss vergilbt.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml (Verhältnis 1:50) für die Tassenmethode; 5–7 g auf 150–200 ml für Gàiwǎn oder Kanne.
- Geschirr: Ein Glasbecher (玻璃杯) ist die klassische Wahl für den Tàishùn-Tee: Er erlaubt es, den „Tanz“ der Triebe zu beobachten. Eine Porzellan-Gàiwǎn (盖碗) oder eine Porzellankanne eignen sich für ein kontrollierteres Aufgießen.
- Vorgang:
- Das Geschirr mit heißem Wasser vorwärmen und ausgießen.
- Den Tee einfüllen.
- Erster Aufguss – 30 Sekunden, dann abgießen und trinken.
- Zweiter bis vierter Aufguss – die Zeit bei jedem folgenden um 10–15 Sekunden verlängern.
- Der Tee hält 4–6 qualitativ hochwertige Aufgüsse (bei der Gōngfu-Methode) bzw. 2–3 vollwertige Aufgüsse in der Tasse aus.
- Bei europäischer Methode: 2–3 Minuten Ziehzeit; wenn er bitter schmeckt, die Temperatur senken oder die Blattmenge reduzieren.
10. Lagerung:
- In einem luftdichten, lichtundurchlässigen Behältnis aufbewahren (Aluminiumfolie, Vakuumverpackung, dicht schließende Blechdose), vor Licht, Feuchtigkeit, Fremdgerüchen und Temperaturschwankungen schützen.
- Die optimale Lagertemperatur beträgt 0–5 °C (Kühlschrank) bei strengem Luftabschluss. Vor dem Öffnen sollte die Verpackung auf Raumtemperatur gebracht werden, um Kondensation zu vermeiden.
- Es wird empfohlen, den neuen Tee nach der Produktion etwa 15 Tage ruhen zu lassen, damit die „Feuernote“ (褪火气) vergeht.
- Sān Bēi Xiāng ist in den ersten 6–12 Monaten nach der Herstellung am ausdrucksvollsten. Mit der Zeit schwächt sich das Kastanienaroma ab, die Frische des Geschmacks nimmt ab.
11. Preis und Fälschungen:
- Die Preisspanne ist weit: von erschwinglichen Alltagspartien (ca. 50–100 Yuan für 250 g) bis hin zu Premium-Frühlingsernten ersten Grades (über 800 Yuan für 500 g). Die Hauptfaktoren des Preises sind Erntezeitpunkt (míngqián und yǔqián sind teurer), Grad (Triebstandard), Anbauhöhe und Ruf des Herstellers.
- Wie man Fälschungen vermeidet:
- Bei vertrauenswürdigen Anbietern mit Kennzeichnung der geografischen Angabe (农产品地理标志) und dem Logo der Tàishùn-Tee-Assoziation kaufen.
- Das äußere Erscheinungsbild bewerten: Echter Sān Bēi Xiāng hat dichte, gleichmäßige, fein gerollte Triebe von smaragdgrüner Farbe mit sichtbarem Flaum.
- Das Aroma prüfen: Die charakteristische Kastaniennote sollte sauber sein, ohne Beimischung von Aromen oder Brandgeruch.
- Den Aufguss bewerten: leuchtend grün, klar, mit einem ausgeprägten Geschmack, der mindestens drei Aufgüsse lang erhalten bleibt.
- Misstrauisch werden, wenn der Tee verdächtig billig ist oder unter der Marke „Sān Bēi Xiāng“ ohne Angabe des konkreten Herstellers und der Chargennummer verkauft wird.
12. Interessante Fakten:
- Das berühmte „Lied vom Teepflücken“ (《采茶舞曲》), das zu einem der Symbole der chinesischen Teekultur und zur offiziellen Hymne des Kreises Tàishùn wurde, ließ sich genau von den hiesigen Teelandschaften inspirieren – der Komponist Zhōu Dàfēng schrieb es 1958 während einer kreativen Dienstreise in die Gemeinde Dōngxī (东溪).
- Der Tàishùn-chǎoqīng war lange Zeit ein „unsichtbarer Held“ der Teeindustrie: Jahrzehntelang diente er als unverzichtbare Blendkomponente für den Export-Méichá, und man nannte ihn „wèijīng“ (味精, „Glutamat“) des Zhèjiāng-Grüntees – so sehr verbesserte er den Geschmack jedes Blends.
- Seit 2020 gehört Tàishùn Sān Bēi Xiāng zur Liste der geografischen Angaben, die zwischen China und der Europäischen Union gegenseitig geschützt sind (PGI-CN-2737), was ihn zu einem der wenigen regionalen Grüntees Zhèjiāngs mit internationalem Rechtsstatus macht.
- Der lokale Bestandstyp (群体种) wird seit mehreren Jahrhunderten über Samen (有性繁殖) vermehrt und bildet so eine genetische Vielfalt, die klonalen Plantagen nicht eigen ist – jeder Strauch unterscheidet sich leicht vom Nachbarn, was die Geschmackspalette bereichert.
- Nachdem Sān Bēi Xiāng 2022 zum offiziellen Tee des XV. Parteitags der KPCh der Provinz Zhèjiāng gewählt worden war, stiegen die Verkäufe der Marke innerhalb eines Monats um 172 %.
13. Vergleich mit anderen Grüntees:
- Ānjí Báichá (安吉白茶, Ānjí Báichá): Ebenfalls ein Zhèjiāng-Grüntee, jedoch aus der Sorte Bái Yè Yī Hào – mit hohem Aminosäuregehalt und zartestem Umami-Profil. Sān Bēi Xiāng ist im Körper deutlich dichter und besitzt eine ausgeprägte Kastaniennote, die für Ānjí untypisch ist.
- Zhèjiāng Sōngzhēn (浙江松针, Zhèjiāng Sōngzhēn): Ein Grüntee in Form von Kiefernnadeln aus Zhèjiāng. Leichter, mit vorherrschend grasig-kieferigen Noten; Sān Bēi Xiāng übertrifft ihn durch die Langlebigkeit des Aromas bei mehrfachem Aufguss.
- Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖, Xìnyáng Máojiān): Berühmter chǎoqīng aus Hénán mit dichtem Flaum und hohem, frischem Aroma. Beide Tees gehören zu den röstverarbeiteten Grüntees, doch Máojiān zeichnet sich durch eine ausgeprägtere Herbheit und ein „scharfes“ Profil aus, während Sān Bēi Xiāng weicher und süßer ist.
- Láoshān Lǜchá (崂山绿茶, Láoshān Lǜchá): Nördlicher Grüntee aus Shāndōng mit charakteristischem „bohnigem“ Geschmack. Sān Bēi Xiāng besitzt einen südlicheren, blumig-kastanienartigen Charakter und bessere Beständigkeit in den Aufgüssen.
Abschließend:
Tàishùn sān bēi xiāng ist einer jener Tees, die nicht mit dem ersten Schluck überwältigen wollen, sondern durch Konstanz und Tiefe überzeugen. Sein Kastanienaroma, der dichte, frische Geschmack und die für einen Grüntee seltene Beständigkeit über mehrere Aufgüsse machen ihn zu einem idealen Begleiter für die tägliche Teestunde – verlässlich, ausgeglichen und stets angenehm. Hinter ihm stehen Jahrhunderte einer Bergtradition, die ökologisch sauberen Hänge des südlichen Zhèjiāng und die genetische Vielfalt alter Bestandsanpflanzungen, die von Jahr zu Jahr seltener werden. Dieser Tee erfordert keine Zeremonie – ein einfacher Glasbecher mit weichem Wasser bei 80–85 °C offenbart seinen Charakter vollauf. Geben Sie ihm drei Aufgüsse – und Sie werden verstehen, warum er so heißt.