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Taiwan Qi Yun Nr. 23
Táichá 23 hào qíyùn · 臺茶23號祁韻
Taiwan Qi Yun Nr. 23 ist der neueste kleinblättrige schwarze Tee Taiwans, ein direkter Nachfahre des berühmten chinesischen Qimen Hong Cha (祁門紅茶). Sein natürliches Aroma, das verblüffend an Bergamotte erinnert, wird ausschließlich durch die Genetik des Cultivars und das Terroir geformt – ohne jegliche Aromatisierung.
Taiwan Qi Yun Nr. 23 ist der neueste kleinblättrige schwarze Tee Taiwans, ein direkter Nachfahre des berühmten chinesischen Qimen Hong Cha (祁門紅茶). Sein natürliches Aroma, das verblüffend an Bergamotte erinnert, wird ausschließlich durch die Genetik des Cultivars und das Terroir geformt – ohne jegliche Aromatisierung. Diese Besonderheit hat ihm den inoffiziellen Spitznamen „natürlicher Earl Grey“ und eine rasch wachsende Beliebtheit unter Kennern von Specialty-Tee eingebracht.
1. Klassifikation und Herkunft:
- Typ: Roter Tee (紅茶, hóngchá). Vollständig fermentierter (oxidierter) Tee. Nach westlicher Klassifikation — schwarzer Tee (black tea).
- Kategorie: Taiwanesischer selektionierter roter Tee der Premium-Klasse, kleinblättrig. Er gehört zur Cultivar-Serie „Taicha“ (臺茶, Táichá), die von der taiwanesischen Forschungs- und Beratungsstation für Tee und Getränke (茶及飲料作物改良場, Chá jí yǐnliào zuòwù gǎiliáng chǎng, TRES) entwickelt wurde. Orthodoxer loser Tee.
- Herkunft: Taiwan (臺灣, Táiwān), Landkreis Nantou (南投縣, Nántóu Xiàn), Gemeinde Mingjian (名間鄉, Míngjiān Xiāng). Der Cultivar wurde von der TRES-Zweigstelle Yuchi (魚池分場, Yúchí fēnchǎng) gezüchtet.
- Geografische Koordinaten: etwa 23°50‘ n. Br., 120°41’ ö. L. (Region Mingjian).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Die genetische Linie von Qi Yun reicht bis ins Jahr 1938 (27. Jahr der Shōwa-Ära) zurück, als Professor Ryō Yamamoto (山本亮, Yamamoto Ryō), der an der Kaiserlichen Universität Taipeh (臺北帝國大學) tätig war, aus der Provinz Anhui (安徽省) Samen von Teesträuchern aus dem berühmten Teeanbaugebiet Qimen (祁門) mitbrachte. Die Samen wurden an die Versuchsanstalt für Roten Tee Yuchi (魚池紅茶試驗支所) beim Zentralen Forschungsinstitut des Generalgouvernements Taiwan übergeben – eine Einrichtung, die später zur Yuchi-Zweigstelle der heutigen TRES wurde. Über Jahrzehnte hinweg wurde das Pflanzenmaterial unter lokalen Bedingungen angepasst und durch Feldselektion weiterentwickelt. In den Jahren 2001–2002 (民國90–91年) wurde aus den Nachkommen der Qimen-Samen ein vielversprechendes Exemplar mit der Bezeichnung „Qiban 1“ (祁辦1) ausgewählt. 2015–2017 (民國104–106年) wurden vergleichende Versuche mit der Kontrollsorte Qingxin Wulong (青心烏龍, Qīngxīn Wūlóng) – dem wichtigsten taiwanesischen Cultivar für Oolong – durchgeführt, die deutliche Vorteile des neuen Exemplars hinsichtlich Produktivität und Qualität des roten Tees zeigten. Der Cultivar wurde 2017 (民國106年) unter der Nummer TTES Nr. 23 offiziell registriert. Im Mai 2019, anlässlich der Feierlichkeiten zum 116-jährigen Bestehen von TRES, wurde über den kommerziellen Namen abgestimmt: Unter den vier Kandidaten – „Hong Yue“ (紅悅), „Qi Yu“ (祁玉), „Qi Yun“ (祁韻) und „Hong Qi“ (紅祁) – siegte der Name „Qi Yun“.
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Name: „Qi Yun“ (祁韻) setzt sich aus zwei Zeichen zusammen: „Qi“ (祁) – eine direkte Bezugnahme auf Qimen (祁門), die Heimat der Vorfahren-Samen und einer der renommiertesten Tee-Toponyme Chinas; „Yun“ (韻) – „Charme“, „Melodie“, „Nachklang“ – ein Begriff, der dem „Teereim“ (茶韻, cháyùn) nahesteht und die Tiefe und Resonanz geschmacklich-aromatischer Eindrücke beschreibt. So lässt sich „Qi Yun“ als „Charme von Qimen“ oder „Melodie von Qimen“ übersetzen. Die Nummer „23“ (23號, 23 Hào) verweist auf die laufende Registrierungsnummer im Cultivar-Katalog von TRES.
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Kulturelle Bedeutung: Das Erscheinen von Qi Yun Nr. 23 markierte einen wichtigen Meilenstein in der Diversifizierungsstrategie des taiwanesischen Teeanbaus. Während Taicha Nr. 18 Hong Yu (紅玉) die großblättrige, von Assamica abstammende Richtung vertritt, verkörpert Qi Yun die kleinblättrige Tradition, die auf Qimen zurückgeht – einen der drei größten roten Tees der Welt. Der Tee wurde auf dem internationalen Specialty-Tee-Markt herzlich aufgenommen und festigte Taiwans Ruf als Zentrum für Teeinnovationen, das nicht nur Oolongs perfektionieren, sondern auch rote Tees von Weltrang hervorbringen kann. Der Cultivar zeigt zudem eine hohe Plastizität: Neben rotem Tee werden aus seinem Erntegut erfolgreich weißer Tee und GABA-Oolong produziert.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Sorte / Cultivar: TTES Nr. 23 (Qi Yun, 祁韻). Er stammt von Samen eines Qimen-Teestrauches ab, die 1938 nach Taiwan gebracht wurden. Kleinblättrige Varietät (Camellia sinensis var. sinensis). Strauch von mittlerem Habitus (樹姿中間型, shùzī zhōngjiān xíng), mit frühem Reifezeitpunkt (早生種, zǎoshēng zhǒng). Hohe Vitalität, hohe Knospendichte an den Trieben, was einen hohen Flächenertrag gewährleistet. Das reife Blatt ist länglich-elliptisch, 8–10 cm lang, 3–4 cm breit, die Blattoberfläche leicht gewellt. Junge Knospen und Triebe sind im Frühling gelblich-grün mit rötlichem Schimmer gefärbt und können unter bestimmten Bedingungen einen leichten Purpurton annehmen, was mit einem möglichen genetischen Einfluss taiwanesischer Wildformen (Camellia formosensis) in Verbindung gebracht wird. Die Knospen sind mit deutlichem Flaum (茸毛, róngmáo) bedeckt. Der Cultivar besitzt eine ausgeprägte Krankheitsresistenz und hohe Trockentoleranz.
- Ernte: Das Frühlingsaustreiben erfolgt etwa zwei Wochen früher als bei Qingxin Wulong – unter den Bedingungen von Nantou ist der erste Pflücktermin bereits Anfang April möglich. Für die Herstellung von rotem Tee höchster Qualität wird vorwiegend Rohmaterial aus der Sommerernte verwendet: Knospe und zwei bis drei oberste Blätter (一芽二三葉, yī yá èr sān yè). Der Cultivar eignet sich ganzjährig für die Produktion hocharomatischen roten Tees (一年四季均可產製高香型紅茶).
- Anforderungen an das Rohmaterial: Vorzugsweise Handpflückung, um die Unversehrtheit der Flushes zu bewahren. Es werden nur gesunde, unbeschädigte Triebe verwendet, die in der optimalen Vegetationsphase geerntet werden, wenn das Verhältnis von Aromastoffen und Catechinen am günstigsten ist.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
- Region: Gemeinde Mingjian (名間鄉, Míngjiān Xiāng), Landkreis Nantou – das flächenmäßig größte Teeanbaugebiet Taiwans, das sich historisch auf Oolong und grüne Tees spezialisiert hat. Die erfolgreiche Anpassung eines kleinblättrigen Rottee-Cultivars in dieser Region eröffnet örtlichen Bauern neue Marktchancen und ermöglicht eine Diversifizierung über die traditionellen Oolongs hinaus. Neben Mingjian wird der Cultivar auch in der Umgebung von Yuchi (魚池鄉) und angrenzenden Gebieten Nantous kultiviert.
- Anbauhöhe: 300–350 Meter über dem Meeresspiegel. Das ist deutlich niedriger als für Hochland-Oolongs aus Alishan oder Lishan, was die Produktionskosten senkt und Qi Yun zu einem erschwinglicheren Produkt macht.
- Böden: Rotbraune Lateritböden (紅壤, hóng rǎng) mit guter natürlicher Drainage. Schwach saure Reaktion (pH 4,5–5,5) – günstig für den Teestrauch.
- Klima: Subtropisch-monsunal, mit ausreichenden Niederschlägen (etwa 1800–2000 mm pro Jahr) und Wärme. Mittlere Jahrestemperatur um +20–22°C. Die moderate Höhenlage gewährleistet eine lange Vegetationsperiode und hohe Strauchproduktivität.
- Besonderheiten: Viele Bauern in Mingjian wenden ökologisch orientierte Bewirtschaftungsmethoden an: Handjäten, Einsatz von Biopräparaten, Verzicht auf synthetische Pestizide, auch wenn nicht alle eine formelle Bio-Zertifizierung besitzen. Die Kompaktheit der kleinblättrigen Qi-Yun-Sträucher erlaubt eine höhere Pflanzdichte im Vergleich zu traditionellen Oolong-Cultivaren, was den Flächenertrag steigert.
5. Herstellungstechnologie:
Die Technologie entspricht der klassischen Herstellung von rotem Tee (工夫紅茶, gōngfu hóngchá), angepasst an das kleinblättrige Rohmaterial von Qi Yun. Das relativ kompakte Blatt erfordert ein behutsameres Vorgehen beim Rollen und Oxidieren.
- Welken (萎凋, wěidiāo): Die frisch gepflückten Blätter werden ausgebreitet, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen. Eine Kombination aus Sonnen- und Schattenwelkung ist möglich. Das Blatt verliert Turgor, wird weich und geschmeidig. In dieser Phase beginnt die Entwicklung des blumig-fruchtigen Aromakomplexes.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Mechanisches oder manuelles Rollen des gewelkten Blattes. Die Zerstörung der Zellwände setzt Zellsaft frei und bringt Polyphenole mit oxidativen Enzymen in Kontakt. Das kleine Blatt von Qi Yun wird zu kompakten halbkugeligen oder gebogenen Formen gerollt.
- Oxidation / Fermentation (發酵, fājiào): Vollständige Oxidation der Polyphenole unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen. In dieser Phase entstehen die charakteristischen Zitrus- und Blumennoten, die durch den hohen Gehalt an Limonen und Linalooloxid bedingt sind – flüchtige Verbindungen, die genetisch durch die Qimen-Herkunft des Cultivars vorgegeben sind.
- Trocknung (烘乾, hōnggān): Abschließende Hitzebehandlung, um die Oxidation zu stoppen und den Feuchtigkeitsgehalt zu stabilisieren. Einige Produzenten setzen Infrarottrockner ein, die eine gleichmäßigere Erwärmung gewährleisten und die flüchtigen Aromabestandteile – insbesondere Limonen und Linalooloxid, die das bergamottige Bouquet prägen – besser erhalten. Die traditionelle Heißlufttrocknung ist ebenfalls zulässig, kann aber zu einem Teilverlust der feinsten Kopfnoten führen. Endfeuchte des Fertigprodukts liegt unter 5%.
- Sortierung (分級, fēnjí): Nach der Trocknung erfolgt eine manuelle oder maschinelle Sortierung, um Stängel, nicht standardgemäße Blätter zu entfernen und den Fraktionsbestand zu vereinheitlichen. Ausgewählte Partien mit hohem Tipgehalt werden deutlich höher bewertet.
6. Sensorische Eigenschaften:
- Aussehen des trockenen Blattes: Kleine, dicht gerollte, fast schwarz-dunkelbraune Blättchen in Form kompakter Halbkugeln oder gebogener Streifen. Das deutliche Vorhandensein silbrig-goldener Knospen (Tips) verleiht dem Teegut eine charakteristisch gesprenkelte Textur.
- Aroma des trockenen Blattes: Intensiv, komplex, vielschichtig. Dominierende Noten von karamellisierter Orange und dunkler Schokolade verflechten sich mit malzigem Hintergrund und leichten holzigen Nuancen. Beim Erwärmen tritt ein ausgeprägter Zitruston hervor.
- Aroma des Aufgusses: Leuchtend, süßlich, mit einem dominanten Zitrusakkord, der verblüffend an Bergamotte erinnert (Bergamottenschale, Bergamottöl). Dieses natürliche „bergamottige“ Aroma ist die Visitenkarte von Qi Yun und entsteht ganz ohne Aromatisierung. Ergänzend zeigen sich Honig- und Blumennoten, im Hintergrund würzige Töne.
- Geschmack: Reichhaltig, vollmundig, dabei jedoch weich und umhüllend. Honigsüße harmoniert mit leichter Malzigkeit und einer erfrischenden Zitrussäure. Der Abgang ist warm, würzig, mit Anklängen von Muskatnuss oder Zimt, lang anhaltend und einprägsam. Bei richtigem Aufguss ist der Tee nahezu frei von Adstringenz.
- Farbe des Aufgusses: Leuchtend, transparent, von kräftigem Bernstein-Orange oder Kupferrot mit deutlichem Glanz. Die offizielle Beschreibung von TRES charakterisiert den Aufguss als „orangerot, prächtig und strahlend klar“ (水色橙紅艷麗明亮, shuǐsè chénghóng yànlì míngliàng).
- Teeboden (aufgegossenes Blatt): Kleine, elastische, dunkelbraune Blätter von einheitlicher Größe, die auch nach mehreren Aufgüssen ihre Unversehrtheit bewahren.
7. Chemische Zusammensetzung:
Neben dem für roten Tee typischen Spektrum an biologisch aktiven Substanzen zeichnet sich Qi Yun Nr. 23 durch ein einzigartiges Profil flüchtiger Aromastoffe aus, das von den Qimen-Vorfahren ererbt wurde.
- Polyphenole: Während der vollständigen Oxidation werden Catechine in Theaflavine (0,3–1,5%) und Thearubigine (5–11%) umgewandelt, die die Brillanz des Aufgusses, seine Geschmacksstruktur und sein antioxidatives Potenzial bestimmen.
- Aminosäuren: L-Theanin – die Schlüsselaminosäure des Tees, die für die milde, entspannende Wirkung und die „süße“ Komponente des Geschmacks verantwortlich ist. Das Gleichgewicht von L-Theanin und Koffein erzeugt die für hochwertigen roten Tee charakteristische „wachsame Ruhe“.
- Alkaloide: Koffein (Tein), Gehalt typisch für kleinblättrige rote Tees – etwa 25–40 mg/g Trockensubstanz. Theobromin und Theophyllin in Spuren.
- Flüchtige Aromastoffe: Kernmerkmal von Qi Yun. Der hohe Gehalt an Limonen (Zitrusnote) und Linalooloxid (blumig, bergamottig) bedingt das natürliche „bergamottige“ Aroma. Ein spezifischer Terpenkomplex, der dieses charakteristische Bouquet allein durch die Genetik des Cultivars und das Terroir formt, ohne Zusatz von Aromen, wird angenommen.
- Vitamine: B-Vitamine (B₁, B₂), Vitamin C (teilweise erhalten), Vitamin E.
- Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Mangan, Zink, Fluorid.
8. Gesundheitsvorteile:
- Tonisierender und konzentrationsfördernder Effekt: Koffein in Kombination mit L-Theanin sorgt für eine sanfte Steigerung von Wachheit und Aufmerksamkeit ohne Nervosität oder Unruhe.
- Antioxidativer Schutz: Theaflavine und Thearubigine wirken als starke Antioxidantien, die oxidativen Stress mindern und Zellen vor Schäden durch freie Radikale schützen.
- Unterstützung der Verdauung: Maßvoller Genuss von rotem Tee regt die Verdauungssekretion an und fördert eine angenehme Nahrungsverdauung.
- Herz-Kreislauf-Gesundheit: Polyphenole des roten Tees tragen zur Elastizität der Blutgefäße bei und können das Blutfettprofil positiv beeinflussen.
- Erwärmende Wirkung: Roter Tee zählt in der traditionellen ostasiatischen Diätetik zu den „wärmenden“ (溫性, wēnxìng) Getränken.
- Wohltuende Wirkung auf das emotionale Befinden: Das einzigartige zitrus-blumige Aroma von Qi Yun kann eine entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung entfalten – ein aromatherapeutischer Effekt, der die physiologische Wirkung des Tees ergänzt.
- Verbesserung kognitiver Funktionen: Die Synergie von Koffein und L-Theanin wirkt sich positiv auf das Arbeitsgedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit aus.
- Antibakterielle Wirkung: Polyphenole des roten Tees besitzen moderate antimikrobielle Eigenschaften, die die Mundhygiene und Zahnfleischgesundheit unterstützen.
- Hautzustand: Die antioxidativen Eigenschaften der Polyphenole des roten Tees können die Haut vor vorzeitiger, oxidationsbedingter Alterung schützen.
9. Zubereitung:
- Wassertemperatur: 90–95°C. Das kleinblättrige Rohmaterial reagiert empfindlich auf zu große Hitze – sprudelnd kochendes Wasser kann die Adstringenz verstärken und feine Aromanoten überdecken.
- Teemenge:
- Methode der wiederholten Aufgüsse (功夫茶, gōngfū chá): 5–7 g auf 100–150 ml Gaiwan oder Kanne.
- Europäische Methode (Ziehenlassen): 3–5 g auf 150–200 ml Wasser.
- Gefäß: Ein Gaiwan aus Porzellan oder Glas (蓋碗, gàiwǎn) ist ideal, um das zitrus-blumige Aroma zu entfalten und die leuchtende Farbe des Aufgusses zu würdigen. Eine Tonkanne ist ebenfalls möglich, kann aber die aromatische Brillanz etwas dämpfen.
- Ablauf (Methode der Aufgüsse):
- Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen, Wasser abgießen.
- Tee einfüllen, Deckel schließen, das Blatt 10–15 Sekunden „erwachen“ lassen.
- Spülung: Mit Wasser übergießen und sofort abgießen (Erwecken des Blattes).
- Erster Aufguss: 15–20 Sekunden ziehen lassen.
- Zweiter bis vierter Aufguss: 15–25 Sekunden.
- Weitere Aufgüsse: Ziehzeit um jeweils 5–10 Sekunden erhöhen.
- Der Tee verträgt 5–7 Aufgüsse und entfaltet dabei verschiedene Facetten des Aromas – von Zitrusnoten zu Beginn bis zu würzig-honigen am Ende.
- Hinweis: Bei der europäischen Methode 3–5 Minuten ziehen lassen. Ein bis zwei zweite Aufgüsse sind möglich.
10. Lagerung:
Qi Yun Nr. 23 ist ein vollständig oxidierter roter Tee, der keiner Kühllagerung bedarf. Zur Bewahrung der Frische und des einzigartigen zitrus-bergamottigen Aromas wird Folgendes empfohlen:
- Behälter: Luftdichtes, lichtundurchlässiges Gefäß (Blechdose, Keramiktee-Behälter, Vakuumbeutel).
- Temperatur: Raumtemperatur, stabil (15–25°C), ohne starke Schwankungen.
- Luftfeuchtigkeit: Maximal 60%.
- Licht: Schutz vor direktem Sonnenlicht.
- Gerüche: Getrennt von stark riechenden Lebensmitteln lagern – Tee nimmt leicht Fremdaromen auf, was sein natürliches Zitrusbouquet verfälschen kann.
- Lagerdauer: Unter Einhaltung der Bedingungen bis zu 2–3 Jahre. Optimaler Genuss innerhalb des ersten Jahres nach der Produktion, solange die flüchtigen Aromabestandteile auf höchstem Niveau erhalten sind.
11. Preis und Fälschungen:
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Preiskategorie: Qi Yun Nr. 23 zählt zur Kategorie der Premium- taiwanischen roten Tees, auch wenn seine nicht-hochgelegene Herkunft und die gute Ertragsfähigkeit des Cultivars ihn etwas erschwinglicher machen als Hong Yu Nr. 18. Auf dem internationalen Specialty-Tee-Markt bewegen sich die Preise zwischen 10 und 20 USD pro 50 g. Der Preis hängt von der Erntesaison (Sommer wird höher bewertet), der Verarbeitungsmethode und dem Ruf des jeweiligen Bauern ab.
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So vermeiden Sie Fälschungen:
- Kaufen Sie bei geprüften Spezialanbietern mit direkten Verbindungen zu taiwanesischen Bauern.
- Achten Sie auf die Angabe des Cultivars TTES Nr. 23 und des Produktionsgebiets (Mingjian, Nantou).
- Beurteilen Sie das Aroma: Das natürliche bergamottig-zitrische Bouquet ist der Hauptechtheitsmarker. Künstliche Aromatisierung ergibt meist einen „flacheren“, eindimensionalen Geruch.
- Achten Sie auf das Aussehen: kleines, dicht gerolltes Blatt mit Tips, nicht große, zerrissene Blätter oder Bruch.
- Seien Sie misstrauisch bei verdächtig niedrigen Preisen: Wegen der Neuheit und des begrenzten Produktionsvolumens ist billiger „Qi Yun“ mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fälschung oder ein Blend.
12. Interessante Fakten:
- „Natürlicher Earl Grey“: Eine der erstaunlichsten Besonderheiten von Qi Yun Nr. 23 ist sein natürliches, bergamottähnliches Aroma, das allein durch Genetik und Terroir entsteht. Dies macht ihn zum weltweit einzigen bekannten roten Tee, der auf natürliche Weise das Profil eines aromatisierten Tees reproduziert.
- Vom Samen bis zur offiziellen Registrierung dauerte es 80 Jahre: Die Samen wurden 1938 aus Qimen gebracht, und der Cultivar erhielt erst 2017–2018 seine Nummer. Das ist eine der längsten Geschichten „vom Feld bis in den Laden“ in der weltweiten Teezüchtung.
- Der Cultivar Qi Yun zeigt eine hohe Plastizität: Aus demselben Rohmaterial werden erfolgreich roter Tee, weißer Tee (mit zarten Blumennoten und Muskat-Aroma) und GABA-Oolong (mit der charakteristischen „GABA-Säure“) hergestellt – eine seltene Vielseitigkeit für einen Zuchtcultivar.
- Der Handelsname „Qi Yun“ (祁韻) wurde durch öffentliche Abstimmung bei der 116-Jahr-Feier von TRES gewählt – ein demokratisches Verfahren, das für die Benennung landwirtschaftlicher Cultivare untypisch ist.
- Das Aromaprofil des reifen Qi Yun-Blattes umfasst holzige Noten mit einem leichten Hauch von Mandarine, doch bei Verwendung junger Triebe für weißen Tee offenbart sich eine völlig andere Palette: Fuji-Apfel, Tulpe, grüne Pflaume, Blütenhonig und sogar leichte Veilchentöne.
13. Vergleich mit anderen taiwanischen roten Tees:
- Taicha Nr. 18 Hong Yu (臺茶18號紅玉, Táichá 18 Hào Hóngyù): Großblättriger Hybrid aus Assamica und taiwanischer Wildkamelie. Während Qi Yun für Eleganz und zitrusartige Finesse steht, verkörpert Hong Yu Kraft und minzige Frische. Hong Yu besitzt einen dichteren Körper, ausgeprägte Minz-Zimt-Noten und einen adstringierenden Charakter. Qi Yun ist weicher, aromatischer und preislich zugänglicher.
- Taicha Nr. 21 Hong Yun (臺茶21號紅韻, Táichá 21 Hào Hóngyùn): Hybrid aus einem Qimen- und einem indischen Cultivar. Er zeichnet sich durch ein markantes blumig-fruchtiges Aroma mit Noten von Zitrusblüten (Aroma von Mandarinenschale) aus. Vom Charakter her „tropischer“ als Qi Yun und mit ausgeprägterer Zitrusnote. Qi Yun liegt näher am klassischen Qimen-Profil – zurückhaltender, würziger und tiefer.
- Qimen Hong Cha (祁門紅茶, Qímén Hóngchá): Der direkte genetische Vorfahre. Der klassische Qimen besitzt das berühmte „Qimen-Aroma“ (祁門香, Qímén xiāng) – ein komplexes Bouquet mit Noten von Orchidee, Honig und Trockenfrüchten, das ihm einen Platz unter den drei größten roten Tees der Welt neben dem indischen Darjeeling und dem ceylonesischen Uva einbrachte. Qi Yun hat einen Teil dieses Profils geerbt, doch das taiwanische Terroir hat den Akzent zugunsten ausgeprägterer zitrus-bergamottiger Noten verschoben und so eine eigenständige „taiwanische“ Variante der Qimen-Tradition geschaffen. Geschmacklich erinnert Qi Yun in den Kopfnoten an einen sri-lankischen schwarzen Tee, jedoch mit der charakteristischen würzigen Tiefe, die vom Qimen-Vorfahren stammt.
Zum Abschluss:
Taiwan Qi Yun Nr. 23 ist ein Tee mit einem erstaunlichen Schicksal: Samen, die in der Kolonialzeit aus Anhui gebracht wurden, haben auf taiwanischem Boden eine völlig neue Identität gefunden. Achtzig Jahre Anpassung, Selektion und geduldige Beobachtung verwandelten den Nachfahren des großen Qimen Hong Cha in eine eigenständige, wiedererkennbare Sorte mit einem natürlichen Bergamottearoma, das kein anderer roter Tee der Welt besitzt. Qi Yun ist die ideale Wahl für Liebhaber aromatischer roter Tees, die Natürlichkeit und Vielseitigkeit schätzen. Er eignet sich gleichermaßen als erste Bekanntschaft mit taiwanischem rotem Tee wie auch als Entdeckung für den erfahrenen Kenner, der der Vorhersehbarkeit überdrüssig ist: Das ist ein Tee, der überrascht. Für alle, die Earl Grey mögen, aber davon träumen, etwas Ähnliches ohne künstliche Aromatisierung zu probieren, wird Qi Yun Nr. 23 eine wahre Offenbarung sein – ein Beweis dafür, dass die Natur ein aromatisches Bouquet erschaffen kann, das der Mensch nur zu imitieren versucht.