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Shuǐ Jīn Guī

Shuǐ jīn guī · 水金龟

Die Herstellung von Shuǐ Jīn Guī ist ein komplexer Prozess, der großes Können erfordert. Er vereint traditionelle Schritte der Oolong-Herstellung mit den Besonderheiten der Wǔyí-Oolongs, insbesondere der **langwierigen Röstung über Holzkohle**.

  • Typ: Stark fermentierter Oolong (dunkler Oolong), üblicherweise mit mittlerer oder starker Röstung.
  • Kategorie: Berühmte Tees Chinas, gehört zu den „Vier Großen Büschen“ (四大名枞, Sì Dà Míng Cōng) des Wǔyí-Gebirges.
  • Herkunft: China, Provinz Fújiàn (福建, Fújiàn), Wǔyí-Gebirge (武夷山, Wǔyí Shān), kreisfreie Stadt Wǔyíshān. Traditionell gilt der in der Kernzone „Zhèng Yán“ (正岩, Zhèng Yán – „Echte Felsen“) gewachsene Tee als der beste.
  • Geografische Koordinaten: 27°43’ nördlicher Breite, 117°41’ östlicher Länge.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Geschichte des Shuǐ Jīn Guī reicht mehrere Jahrhunderte zurück, doch der genaue Zeitpunkt seiner Entstehung ist unbekannt. Man nimmt an, dass er bereits zur Zeit der Qīng-Dynastie (1644–1912) bekannt war.
  • Legende: Mit dem Namen des Tees ist eine Legende verbunden. Einst spülte während eines heftigen Regengusses ein Wasserstrom einen Teestrauch von der Spitze einer Klippe in eine Felsspalte am Fuß des Berges. Mönche eines örtlichen Klosters entdeckten diesen Strauch, bereiteten aus seinen Blättern Tee zu und waren von Geschmack und Duft überwältigt. Sie nannten den Tee „Shuǐ Jīn Guī“ – „Goldene Wasserschildkröte“, denn der Strauch war vom Wasser („shuǐ“) fortgespült und in einer Spalte gefunden worden, die an einen Schildkrötenpanzer („guī“) erinnert, und besaß wertvolle, „goldene“ Eigenschaften.
  • Name:
    • „Shuǐ“ (水) – Wasser. Laut einer Version mit der Entstehungslegende verbunden.
    • „Jīn“ (金) – Gold, golden. Weist auf den Wert des Tees sowie auf die goldene Farbe des Aufgusses hin.
    • „Guī“ (龟) – Schildkröte. Verweist ebenfalls auf die Legende, möglicherweise auch auf die Blattform oder den Wuchsort (eine Spalte, die einem Panzer ähnelt).
  • Kulturelle Bedeutung: Shuǐ Jīn Guī ist einer der hochgeschätztesten und angesehensten Wǔyí-Oolongs. Er wird wegen seines einzigartigen „Felscharakters“ („yányùn“), seines reichen Geschmacks, seines vollen Dufts geschätzt und gilt als Tee von höchster Qualität.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte: Für die Herstellung von Shuǐ Jīn Guī wird die gleichnamige Teestrauchsorte Shuǐ Jīn Guī (水金龟, shuǐ jīn guī) verwendet. Diese Sorte zeichnet sich aus durch:
    • Mittelgroße Blätter: Die Blätter des Shuǐ Jīn Guī sind mittelgroß und oval.
    • Dunkelgrüne Blattfarbe: Die Blätter haben ein sattes Dunkelgrün.
    • Feste Blatttextur: Die Blattspreite ist fest, ledrig.
    • Deutliche Adern: Auf den Blättern sind die Adern gut erkennbar.
  • Ernte: Die Ernte erfolgt im Frühjahr, üblicherweise Ende April bis Anfang Mai.
  • Erntestandard: Geerntet werden eine Knospe und zwei bis drei oberste Blätter.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Hoch; es werden nur gesunde, unbeschädigte Blätter verwendet.

4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:

  • Wǔyí-Gebirge: Ein einzigartiges Bergmassiv aus rotem Sandstein. Die Berge sind von Schluchten durchzogen, mit Wäldern bedeckt; es gibt viele Flüsse, Wasserfälle und Nebel. Diese Bedingungen formen den berühmten „Felscharakter“ der Wǔyí-Oolongs.
  • Anbauhöhe: Die Teegärten liegen auf 500–1000 m über dem Meeresspiegel, manchmal noch höher.
  • Böden: Das Markenzeichen von Wǔyíshān sind seine einzigartigen Böden („Zhèng Yán“ – Böden der „Echten Felsen“). Rote, mineralreiche Böden mit Einschlüssen von Sandstein und Kies. Sie sind gut drainiert und verleihen dem Tee den charakteristischen „mineralischen“ Geschmack, den sogenannten „yányùn“ (岩韵, yányùn) – die „Felsmelodie“.
  • Klima: Subtropisches Monsunklima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Hohe Luftfeuchtigkeit, viel Niederschlag, häufige Nebel, die die Teesträucher vor der sengenden Sonne schützen und zur Anreicherung von Aromastoffen in den Blättern beitragen.
  • „Zhèng Yán“ (正岩, Zhèng Yán): Die „Echten Felsen“ – das Herz des Schutzgebiets, wo vermutlich der beste, „kanonische“ Shuǐ Jīn Guī produziert wird. Enge Schluchten mit steilen Felswänden, in deren Spalten und auf kleinen Erdparzellen die Teesträucher wachsen.
  • „Bàn Yán“ (半岩, Bàn Yán): Die „Halbfelsen“ – das Gebiet um Zhèng Yán herum mit etwas weniger extremen Bedingungen.
  • „Zhōu Chá“ (洲茶, Zhōu Chá): Der „Inseltee“ – Tee, der auf den Ebenen außerhalb des Schutzgebiets angebaut wird.

5. Herstellungstechnologie:

Die Herstellung von Shuǐ Jīn Guī ist ein komplexer Prozess, der großes Können erfordert. Er vereint traditionelle Schritte der Oolong-Herstellung mit den Besonderheiten der Wǔyí-Oolongs, insbesondere der langwierigen Röstung über Holzkohle.

  • Ernte (采摘 – cǎi zhāi): Wie oben beschrieben.
  • Welken (萎凋 – wěidiāo): Die geernteten Blätter werden mehrere Stunden im Freien (in der Sonne oder im Schatten) oder in geschlossenen Räumen ausgelegt. Der Welkprozess kann recht lang sein.
  • Schütteln (摇青 – yáo qīng): Die Blätter werden auf Bambustabletts vorsichtig geschüttelt und gewendet, um die Oxidation in Gang zu setzen. Dieser Schritt wird mehrfach mit Ruhepausen für die Blätter durchgeführt.
  • Fermentation (发酵 – fājiào): Der Oxidationsprozess, der während des Schüttelns und der Ruhephasen abläuft. Shuǐ Jīn Guī zählt zu den stark fermentierten Oolongs, wobei der Fermentationsgrad je nach Hersteller variieren kann.
  • „Grüntöten“ (杀青 – shā qīng): Erhitzung bei hoher Temperatur, um die Fermentation zu stoppen.
  • Rollen (揉捻 – róuniǎn): Die Blätter erhalten die Form längs gedrehter Streifen.
  • Trocknen (烘干 – hōnggān): Vortrocknung zur Entfernung von Feuchtigkeit.
  • Rösten über Holzkohle (焙火 – bèihuǒ): Einer der Schlüsselschritte bei der Herstellung von Wǔyí-Oolongs, auch beim Shuǐ Jīn Guī. Der Tee wird langsam in speziellen Körben über glimmender Holzkohle geröstet. Dieser Prozess kann mehrere Stunden oder sogar Tage dauern, wobei Temperatur und Dauer vom Meister genau überwacht werden. Die Kohleröstung verleiht dem Shuǐ Jīn Guī sein charakteristisches „rauchiges“ Aroma und den „feurigen“ Geschmack und trägt zu seiner weiteren Reifung bei der Lagerung bei. Der Röstgrad kann von mittel bis stark variieren.
  • Sortierung (分级 – fēnjí): Der fertige Tee wird nach Größe und Qualität sortiert.
  • Ruhezeit: Nach der Röstung „ruht“ der Tee einige Zeit, damit sich Geschmack und Aroma ausbalancieren.
  • Wiederholte Röstung: Gelegentlich wird eine zweite, leichtere Röstung durchgeführt.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Große, längs gerollte Blätter, dunkelbraun, fast schwarz, mit rötlichem oder goldenem Schimmer. Die Blätter sind fest, kräftig, wirken ölig.
  • Duft des trockenen Blattes: Voll, vielschichtig, mit Noten von „Feuer“ (Röstung), holzigen, würzigen, fruchtigen (Trockenfrüchte) und blumigen Nuancen. Es können Noten von Schokolade, Karamell, Nüssen auftreten. Charakteristisch ist das „Felsaroma“ („yányùn“).
  • Duft des Aufgusses: Tief, umhüllend, mit dominierenden Röstnoten, Trockenfrüchten, Gewürzen, mit Anklängen von Schokolade, Nüssen, gelegentlich mit einer leichten Säure.
  • Geschmack: Sehr reich, vollmundig, dicht, ölig, mit leichter Adstringenz und einer edlen Bitterkeit, die rasch in einen langen, süßen Nachgeschmack übergeht. Das Bukett enthält „Feuernoten“ (Röstung), holzige, würzige, schokoladige, karamellige, fruchtige (Backpflaume, Aprikose, Rosinen), nussige, blumige und mineralische („felsige“) Nuancen.
  • Farbe des Aufgusses: Von dunklem Bernstein bis Rotbraun, cognacfarben, klar, rein, mit öligem Glanz.
  • Teeblätter (ausgegossenes Blatt): Ganze, feste, elastische Blätter von dunkelbrauner Farbe mit rötlichem Schimmer, die sich beim Aufgießen entfalten.

7. Chemische Zusammensetzung:

Shuǐ Jīn Guī ist, wie andere Wǔyí-Oolongs, reich an:

  • Polyphenolen: Hoher Gehalt an Polyphenolen, darunter Catechine, Theaflavine und Thearubigine.
  • Aminosäuren: Enthält verschiedene Aminosäuren, einschließlich L-Theanin.
  • Alkaloiden: Koffein, Theobromin, Theophyllin.
  • Ätherischen Ölen: Sie bedingen das reiche und vielschichtige Aroma.
  • Vitaminen: C, Gruppe B, E, K.
  • Mineralstoffen: Kalium, Fluor, Magnesium, Mangan, Eisen, Selen.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Tonisierende Wirkung: Shuǐ Jīn Guī besitzt eine ausgeprägt tonisierende Wirkung, belebt, klärt den Geist, steigert Leistungsfähigkeit und Konzentration.
  • Wärmende Wirkung: Dieser Tee wärmt hervorragend in der kalten Jahreszeit.
  • Förderung der Verdauung: Regt die Verdauung an, unterstützt die Nahrungsaufnahme, besonders von fettreicher Kost.
  • Antioxidative Wirkung: Schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale, verlangsamt Alterungsprozesse.
  • Herz-Kreislauf-System: Kann zur Senkung des „schlechten“ Cholesterinspiegels, zur Stärkung der Gefäßwände und zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen.
  • Ausleitung von Toxinen: Unterstützt die Reinigung des Körpers von Schlacken und Giftstoffen.
  • Stimmungsaufhellend: Shuǐ Jīn Guī schenkt ein Gefühl von Harmonie, Gelassenheit und Freude.

9. Aufguss:

  • Wassertemperatur: 90–95 °C (kochendes Wasser wird nicht empfohlen).
  • Teemenge: 5–7 g auf 150–200 ml Wasser.
  • Gefäß: Ideal geeignet ist ein Gàiwǎn (traditionelle chinesische Tasse mit Deckel) oder eine Tonkanne aus Yíxīng-Ton. Yíxīng-Ton ist porös und „atmet“ gut, sodass sich der Tee voll entfalten kann. Eine Yíxīng-Tonkanne „speichert“ das Aroma des Tees, daher wird empfohlen, sie ausschließlich für Wǔyí-Oolongs zu verwenden.
  • Vorgang:
    1. Vorwärmen des Gefäßes: Spülen Sie den Gàiwǎn oder die Kanne mit kochendem Wasser aus, um das Gefäß vorzuwärmen und für den Aufguss vorzubereiten.
    2. Waschen des Tees (kurzer Aufguss): Geben Sie den Tee in den Gàiwǎn, übergießen Sie ihn mit einer kleinen Menge heißem Wasser und gießen Sie das Wasser sofort wieder ab. Dieser Schritt entfernt Staub von den Blättern und „weckt“ den Tee, bereitet ihn auf die Entfaltung vor.
    3. Erster Aufguss: Übergießen Sie den Tee mit heißem Wasser (90–95 °C) und lassen Sie ihn 1–3 Minuten ziehen. Die Ziehzeit des ersten Aufgusses kann kurz sein, etwa 30–60 Sekunden, besonders bei hochwertigem Tee.
    4. Verteilen des Aufgusses: Gießen Sie den Aufguss vollständig aus dem Gàiwǎn oder der Kanne in einen Cháhǎi (Ausgießgefäß) und verteilen Sie ihn dann auf die Tassen. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Stärke in allen Tassen.
    5. Weitere Aufgüsse: Shuǐ Jīn Guī lässt sich mehrfach aufgießen (5–7 Mal, gelegentlich auch öfter), wobei die Ziehzeit mit jedem folgenden Aufguss schrittweise um 30–60 Sekunden verlängert wird. Geschmack und Aroma verändern sich mit jedem Aufguss und offenbaren neue Facetten.

Wichtige Nuancen:

  • Nicht überziehen: Eine zu lange Ziehzeit kann den Geschmack des Tees adstringierend und bitter machen.
  • Auf den Tee hören: Richten Sie sich nach Ihrem Empfinden und passen Sie die Ziehzeit je nach gewünschter Stärke des Aufgusses an.
  • Den Tee beobachten: Achten Sie auf Farbe des Aufgusses, Duft und Entfaltung der Teeblätter. Dies hilft, den Charakter des Tees besser zu verstehen und die optimale Aufgussmethode zu finden.

10. Lagerung:

Shuǐ Jīn Guī, insbesondere stark geröstete Partien, ist weniger anspruchsvoll in der Lagerung als grüne oder schwach fermentierte Oolongs. Um seinen reichen Geschmack und sein Aroma zu bewahren, empfiehlt es sich dennoch:

  • Ort: Den Tee trocken, dunkel und kühl lagern, ohne starke Temperaturschwankungen.
  • Behältnis: Ein luftdichtes Behältnis verwenden, am besten eignen sich:
    • Keramik- oder Porzellandosen: Sie bewahren das Teearoma gut und beeinflussen den Geschmack nicht.
    • Tontöpfe: Ebenfalls geeignet, jedoch auf Fremdgerüche prüfen.
    • Metalldosen (Weißblech): Sind zulässig, sofern sie für Lebensmittel geeignet sind.
    • Dichte Papierbeutel: Für kurzfristige Aufbewahrung geeignet.
  • Feinde des Tees: Den Tee schützen vor:
    • Direkter Sonneneinstrahlung: Sie zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und verschlechtert das Aroma.
    • Feuchtigkeit: Der Tee kann feucht werden und schimmeln.
    • Fremdgerüchen: Tee nimmt leicht Gerüche an; daher getrennt von Gewürzen, Kaffee, Fisch und anderen stark riechenden Produkten lagern.

11. Preis und Fälschungen (Fortsetzung):

Shuǐ Jīn Guī ist ein teurer Tee, besonders wenn er aus dem Schutzgebiet „Zhèng Yán“ stammt. Sein Preis kann in sehr weiten Grenzen schwanken, von einigen zehn Dollar pro 100 Gramm bis zu mehreren hundert Dollar für dasselbe Gewicht, manchmal weit darüber, abhängig von:

  • Herkunft: Tee aus dem Kerngebiet „Zhèng Yán“ („Echte Felsen“) wird weit höher geschätzt als „Bàn Yán“ („Halbfelsen“) oder „Zhōu Chá“ („Inseltee“). Am prestigeträchtigsten und teuersten ist Tee aus bestimmten, besonders bekannten Schluchten und Lagen innerhalb von Zhèng Yán.
  • Qualität des Rohmaterials: Ob ausgewählte Knospen und junge Blätter oder reiferes Blattgut verwendet werden.
  • Meisterschaft des Produzenten: Erfahrung und Ruf des Teemeisters, der den Tee herstellte, beeinflussen den Preis erheblich.
  • Grad und Qualität der Röstung: Eine komplexe, mehrstufige Kohleröstung durch einen erfahrenen Meister steigert den Wert des Tees beträchtlich.
  • Alter des Tees: Manche Liebhaber bevorzugen gereiften Shuǐ Jīn Guī, der mit der Zeit neue Geschmacksnuancen gewinnt.
  • Seltenheit: Einige seltene Varietäten oder Cuvées können sehr teuer sein.
  • Nachfrage: Die hohe Nachfrage nach Shuǐ Jīn Guī wirkt sich ebenfalls auf seinen Preis aus.

Aufgrund des hohen Preises und der Beliebtheit von Shuǐ Jīn Guī gibt es auf dem Markt leider viele Fälschungen und Imitationen. Wie man Fälschungen vermeidet:

  • Nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen: Suchen Sie spezialisierte Teefachgeschäfte mit gutem Ruf, die Wert auf ihre Kunden legen und verlässliche Informationen zu Herkunft, Erntejahr und Produzenten des Tees liefern können. Sie sollten auch Echtheit und Qualität garantieren.
  • Vorsicht bei ungewöhnlich niedrigem Preis: Ein verdächtig niedriger Preis ist fast immer ein sicheres Zeichen für eine Fälschung. Echter Shuǐ Jīn Guī kann nicht billig sein. Bedenken Sie, dass es keine Wunder gibt.
  • Das Aussehen aufmerksam prüfen: Achten Sie auf Form, Farbe und Unversehrtheit der Blätter. Sie sollten der obigen Beschreibung entsprechen. Viele zerbrochene Blätter, Staub oder Fremdpartikel sind ein Zeichen geringer Qualität oder einer Fälschung.
  • Den Duft beurteilen: Der trockene Tee sollte einen reichen, komplexen Duft mit charakteristischen Röstnoten, Trockenfrüchten und Gewürzen besitzen. Meiden Sie Tee mit schwachem, ausdruckslosem oder fremdem Geruch. Eine künstliche Aromatisierung, die mitunter von unredlichen Händlern verwendet wird, verrät sich meist durch einen übermäßig scharfen, unnatürlichen Geruch.
  • Aufguss und Teeblätter prüfen: Die Farbe des Aufgusses sollte von dunklem Bernstein bis Rotbraun reichen, klar sein und einen öligen Glanz aufweisen. Der ausgelaugte Teesatz sollte aus ganzen, elastischen Blättern von dunkelbrauner Farbe bestehen.
  • Besondere Vorsicht beim Kauf von Shuǐ Jīn Guī aus „Zhèng Yán“: Aufgrund des begrenzten Produktionsvolumens und der hohen Nachfrage wird Tee aus dieser Zone am häufigsten gefälscht.

12. Interessante Fakten:

  • „Goldene Wasserschildkröte“: Der Name des Tees ist nicht nur von einer Legende umwoben, sondern hängt wahrscheinlich auch mit dem Ort seiner ersten Entdeckung zusammen – einer Felsspalte, die an einen Schildkrötenpanzer erinnert und in die der Legende nach das Wasser den Teestrauch gespült haben soll.
  • Tee für Kenner: Shuǐ Jīn Guī ist ein Tee, der eine gewisse Erfahrung und Vorbereitung erfordert, um seinen komplexen Geschmack und sein Aroma voll zu würdigen.
  • Lange Lagerung: Manche Teeliebhaber ziehen es vor, Shuǐ Jīn Guī mehrere Jahre zu lagern, damit der Geschmack noch weicher und tiefer wird.

13. Vergleich mit anderen Fels-Oolongs:

  • Dà Hóng Páo (大红袍, Dà Hóng Páo – Großer roter Mantel): Wohl der bekannteste Wǔyí-Oolong. Anders als Shuǐ Jīn Guī, der für seinen „Felscharakter“ und mineralische Noten geschätzt wird, treten bei Dà Hóng Páo vielfältigere Geschmacksnuancen in den Vordergrund: Karamell, Früchte, Blüten – je nach Cuvée und Hersteller.
  • Ròu Guì (肉桂, Ròu Guì – Zimt): Ein weiterer berühmter Wǔyí-Oolong. Ròu Guì ist für sein helles, würziges Aroma mit dominanter Zimtnote bekannt. Shuǐ Jīn Guī hingegen besitzt ein feineres, komplexeres Aroma, bei dem die würzigen Noten weniger ausgeprägt sind.
  • Tiě Luóhàn (铁罗汉, Tiě Luóhàn – Eiserner Arhat): Wird ebenfalls im Wǔyí-Gebirge produziert. Tiě Luóhàn hat in der Regel einen kraftvolleren, adstringierenden Geschmack mit stark ausgeprägten mineralischen Noten, während Shuǐ Jīn Guī feiner und süßlicher ist.
  • Bái Jīguān (白鸡冠, Bái Jīguān – Weißer Hahnenkamm): Ein seltener Wǔyí-Oolong, unterscheidet sich von Shuǐ Jīn Guī durch hellere Blätter und ein blumig-fruchtiges Aroma.

Abschließend:

Shuǐ Jīn Guī ist ein erlesener und seltener Fels-Oolong, einer der „Vier Großen Büsche“ des Wǔyí-Gebirges. Sein reicher, vollmundiger Geschmack mit Noten von Röstung, Trockenfrüchten, Gewürzen und Mineralien sowie sein tiefer, umhüllender Duft mit „felsigen“ Nuancen vermögen selbst das Herz des anspruchsvollsten Teekenners zu erobern. Dieser Tee ist ein wahres Werk der Teekunst, das Ergebnis eines harmonischen Zusammenspiels von einzigartigem Terroir, jahrhundertealten Traditionen und höchster Handwerkskunst. Einen echten Shuǐ Jīn Guī zu probieren bedeutet, eine Legende zu berühren, einen Maßstab für Qualität in der Welt der Fels-Oolongs zu entdecken und unvergessliche Eindrücke von der Begegnung mit diesem wunderbaren Tee zu gewinnen. Es ist ein Tee für besondere Anlässe, für ein langsames, achtsames Teetrinken, wenn man in eine Welt der Kontemplation eintauchen und jeden Schluck, jede Nuance von Geschmack und Aroma genießen möchte.