new.thetea.app · sampling channel Encyclopedia · School · Atlas · Pu-erh · Equipment EN · RU · · · · FR · ES · AR · DE · JA · KO
+61 more
new.thetea.app Browse all →

home · article

Rìyuètán hóngchá

Rìyuètán hóngchá · 日月潭紅茶

Rìyuètán hóngchá ist der Stolz des taiwanischen Rot-/Schwarztee-Anbaus, geboren in einer der malerischsten Ecken der Insel – an den Ufern des Sonne-und-Mond-Sees. Dieser Tee ist das Ergebnis eines halben Jahrhunderts Züchtung, die das Blut des indischen Assam mit dem wilden taiwanischen Bergtee vereinte.

Rìyuètán hóngchá ist der Stolz des taiwanischen Rot-/Schwarztee-Anbaus, geboren in einer der malerischsten Ecken der Insel – an den Ufern des Sonne-und-Mond-Sees. Dieser Tee ist das Ergebnis eines halben Jahrhunderts Züchtung, die das Blut des indischen Assam mit dem wilden taiwanischen Bergtee vereinte. Seine Visitenkarte ist der Cultivar Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ (紅玉, „Roter Jade“) – die weltweit einzige Sorte mit einem natürlichen Aroma von Zimt und Minze, die in keinem anderen Tee produzierenden Land eine Entsprechung hat.

1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Roter Tee (紅茶, hóngchá), vollständig oxidiert (100 % Fermentation). Nach europäischer Klassifikation – Schwarztee.
  • Kategorie: Taiwanischer Rot-/Schwarztee der Spitzenklasse. Flaggschiff des taiwanischen Rot-/Schwarztee-Anbaus. Der Bezirk Yúchí (魚池) ist offiziell als „Heimat des taiwanischen Rot-/Schwarztees“ anerkannt.
  • Herkunft: Taiwan (臺灣, Táiwān), Landkreis Nántóu (南投縣, Nántóu Xiàn), Gemeinde Yúchí (魚池鄉, Yúchí Xiāng) – das Gebiet rund um den Sonne-und-Mond-See (日月潭, Rìyuètán – „See von Sonne und Mond“). Es ist der größte natürliche See Taiwans, auf 748 m Höhe im zentralen Bergland der Insel gelegen.
  • Geografische Koordinaten: ca. 23°51′ N, 120°54′ O.
  • Alternative Bezeichnungen: Táiwān hóng chá (臺灣紅茶); nach spezifischen Cultivaren: Hóng Yù (紅玉, „Roter Jade“ – Tái Chá Nr. 18), Hóng Yùn (紅韻, „Roter Reim“ – Tái Chá Nr. 21), Tái Chá Nr. 8 (台茶8號).

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Geschichte des Rot-/Schwarztees auf Taiwan beginnt in der japanischen Kolonialzeit (1895–1945). 1925 brachten japanische Agronomen Setzlinge der Assam-Teepflanze (Camellia sinensis var. assamica) aus Indien und pflanzten sie in mehreren Regionen Taiwans an – in Píngzhèn (平鎮) und in Yúchí (魚池). Der Bezirk Yúchí erbrachte dank der Ähnlichkeit des Klimas mit Assam die besten Ergebnisse, und das Generalgouvernement Taiwan (臺灣總督府) gründete hier die Zweigstelle Yúchí der Versuchsanstalt für Rot-/Schwarztee (魚池紅茶試驗支所), Vorläufer der heutigen Tee- und Getränkeverbesserungsstation (茶業改良場魚池分場, TRES Yuchí Branch). Parallel entdeckten Forscher den wildwachsenden taiwanischen Bergtee (Camellia formosensis) – eine auf der Insel endemische Art.

    In den 1930er-Jahren erlebte der taiwanische Rot-/Schwarztee eine Blütezeit: Die Exportmenge erreichte 5,8 Millionen Jin (1937), der Tee ging nach Japan und Russland. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der größte Teil des Forscherpersonals eingezogen; auf der Station blieb nur Direktor Arai Kokichiro (新井耕吉郎), der die Sammlung allein betreute. 1946, bereits nach der Übergabe Taiwans an die Republik China, begannen die Züchter ein großangelegtes Projekt: die Kreuzung von birmanischem großblättrigem Assam-Tee B-729 (Mutterlinie) mit wildem taiwanischem Bergtee B-607 (Vaterlinie). 48 Jahre nahmen Auslese, Prüfungen und Stabilisierung in Anspruch – und 1999 ernannte der Exekutiv-Yuan den neuen Cultivar offiziell Tái Chá Nr. 18 (台茶18號) und verlieh ihm den poetischen Namen „Hóng Yù“ (紅玉, „Roter Jade“) – wegen der satt rubinroten Farbe des Aufgusses.

    Ironie des Schicksals: Im selben Jahr 1999 verwüstete das verheerende Jiji-Erdbeben (921大地震, 21. September 1999, Magnitude 7,6) Yúchí – das Epizentrum lag in der Nähe. Die Katastrophe wurde jedoch zu einem Wendepunkt: Das Wiederaufbauprogramm umfasste die gezielte Förderung der Teeindustrie, und Hóng Yù wurde zum Symbol der „roten Wiedergeburt“ Taiwans. 2008 wurde an derselben Station ein weiterer Cultivar gezüchtet – Tái Chá Nr. 21 „Hóng Yùn“ (紅韻, „Roter Reim“).

  • Name:

    • „Rìyuètán“ (日月潭) – „See von Sonne und Mond“. Der Name bezieht sich auf die Form des Sees: Der östliche Teil ähnelt der Sonne (日), der westliche einer Mondsichel (月).
    • „hóngchá“ (紅茶) – „roter Tee“.
    • „Hóng Yù“ (紅玉) – „Roter Jade“, poetischer Name der Tái Chá Nr. 18, der auf die rubinrote Farbe des Aufgusses anspielt.
  • Kulturelle Bedeutung: Rìyuètán hóngchá ist ein Symbol-Tee: Symbol für die Wiederbelebung der Region nach dem Erdbeben von 1999 und Symbol für taiwanische Eigenständigkeit in der Welt des Rot-/Schwarztees. Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ ist ein einzigartiger taiwanischer Endemit, der nirgendwo auf der Welt seinesgleichen hat; sein Aroma von Zimt und Minze lässt sich mit keinem anderen Rohstoff reproduzieren. Der Sonne-und-Mond-See ist die touristische Hauptattraktion Zentraltaiwans, und der Tee ist ein untrennbarer Bestandteil der lokalen Marke geworden.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte / Cultivar: Die wichtigsten Cultivare, die für Rìyuètán hóngchá verwendet werden:
    • Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ (台茶18號 紅玉): Das Flaggschiff. Hybride aus birmanischem großblättrigem Assam-Tee B-729 (C. sinensis var. assamica) × wildem taiwanischem Bergtee B-607 (Camellia formosensis). Gezüchtet an der TRES-Station Yúchí in 48 Jahren Selektionsarbeit (1946–1999). Große Blätter, reichlich Tips. Einzigartige Aromatik – natürliche Noten von Zimt (肉桂香, ròuguì xiāng) und Minze/Menthol (薄荷香, bòhé xiāng). Enthält spezifische Terpenverbindungen, die in anderen Cultivaren nicht vorkommen. Wächst ausschließlich auf Taiwan – ein globaler Endemit.
    • Tái Chá Nr. 21 „Hóng Yùn“ (台茶21號 紅韻): Ein neuerer Cultivar (2008). Zeichnet sich durch ein muskatarom- und honigartiges Aroma mit Zitrusanklängen aus. Weniger verbreitet als Nr. 18.
    • Tái Chá Nr. 8 (台茶8號): Frühe Assam-Hybride (1930er-Jahre). Klassisches Profil – malzig-karamellig, ohne Zimt-Minz-Noten. Wird seltener verwendet.
    • Assam-Sorten (大葉種): Reine Linien des Assam-Tees, die in den 1920er-Jahren eingeführt wurden. Ergeben einen dichten, kräftigen Rot-/Schwarztee im „indischen“ Stil.
    • Taiwanischer wilder Bergtee (臺灣山茶, Camellia formosensis): Endemit der Insel. Wird selten verwendet, verleiht aber einen einzigartig „waldigen“ Charakter.
  • Ernte: Frühjahr bis Herbst (März–November). Beste Saison ist der Sommer (Juni–August): Das heiße, feuchte Klima begünstigt das aktive Wachstum des großblättrigen Rohmaterials und die Anreicherung von Aromastoffen. Die Sommerernte der Tái Chá Nr. 18 gilt als „Goldstandard“.
  • Pflückstandard: Eine Knospe mit zwei bis drei Blättern (一芽二三葉). Handpflücke ist für Premium-Partien obligatorisch (手採, shǒu cǎi).
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Große, gesunde, unbeschädigte Triebe. Rascher Transport in die Werkstatt.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Sonne-und-Mond-See: Größter natürlicher See Taiwans, auf 748 m Höhe in den Bergen des zentralen Teils der Insel gelegen. Umgeben von Bergen, die mit subtropischen Wäldern bedeckt sind. Das Klima der Region – subtropisches Bergklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und reichlich Nebel – erwies sich als verblüffend ähnlich den Bedingungen in Assam, was die Wahl der japanischen Agronomen im Jahr 1925 bestimmte.
  • Gemeinde Yúchí: „Fischteich“ (魚池) – das wichtigste Teeanbaugebiet. Die Teegärten liegen an hügeligen Hängen rund um den See, oft zwischen Bambushainen und Wäldern.
  • Anbauhöhe: 600–1 000 m über dem Meeresspiegel. Hauptzone – 700–800 m.
  • Klima: Subtropisches Bergmonsunklima. Jahresdurchschnittstemperatur – 20–22 °C. Niederschlag – ~2 000 mm/Jahr. Hohe Luftfeuchtigkeit – 80–85 %. Häufiger Nebel, besonders morgens und abends. Warmer Sommer, milder Winter. Die minimale Amplitude der Tagestemperatur wird durch den Einfluss des Sees gemildert.
  • Böden: Fruchtbare rote und lateritische Böden, gut drainiert, reich an organischer Substanz und Mineralien. Schwach sauer (pH ~4,5–5,5). Ideal für großblättrige Assam-Cultivare.

5. Herstellungstechnologie:

Die Herstellungstechnologie des Rìyuètán hóngchá folgt dem klassischen Schema vollständig fermentierten Rot-/Schwarztees, jedoch mit einem taiwanischen Akzent auf „Reinheit“ und „Transparenz“ des Geschmacks. Die taiwanischen Meister streben nach einer idealen Balance der Fermentation: ausreichend für die volle Aromentwicklung, aber ohne „Überhitzung“ und Grobheit.

  • Pflücken (採摘 — cǎizhāi): Handpflücke (手採) für Premium-Partien; maschinell – für Massenware.
  • Welken (萎凋 — wěidiāo): Sonnen- oder Raumwelke. Dauer – 12–24 Stunden. Großblättriges Assam-Rohmaterial erfordert ein längeres Welken als kleinblättrige chinesische Sorten. Feuchtigkeitsverlust – 60–70 %.
  • Rollen (揉捻 — róuniǎn): Maschinell (Rolle), aber mit sorgfältiger Druckkontrolle. Die großen Assam-Blätter sind fleischig und saftig; es gilt, eine gleichmäßige Saftfreisetzung ohne grobe Zerstörung der Struktur zu erreichen.
  • Fermentation / Oxidation (發酵 — fājiào): Bei kontrollierter Temperatur (~25–30 °C) und Luftfeuchtigkeit (~90–95 %). Dauer – 3–6 Stunden. Bei Tái Chá Nr. 18 orientiert sich der Meister am Auftreten des charakteristischen Zimt-Minz-Aromas als Marker für optimale Fermentation.
  • Trocknen (烘乾 — hōnggān): Mit Heißluft in Trockenkammern. Temperatur – 100–110 °C. Fixierung des Aromas und Entfernung der Restfeuchte auf 3–5 %. Ohne Holzkohle-Röstung (anders als bei fujianischen Traditionen) – der taiwanische Stil ist „reiner“ und „transparenter“.
  • Sortierung (分級 — fēnjí): Trennung in Fraktionen nach Größe und Qualität.

6. Organoleptische Eigenschaften:

Die Eigenschaften werden für den Haupt-Cultivar – Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ (am weitesten verbreitet und berühmtesten) beschrieben:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Mittel lange, festgerollte Streifen mit goldgelb-rötlichen Tips. Farbe – dunkelbraun bis schwarz, mit öligem Glanz. Die Blätter sind größer als bei kleinblättrigen chinesischen Rot-/Schwarztees – ein Erbe der Assam-Abstammung.
  • Aroma des trockenen Blattes: Die Visitenkarte des Hóng Yù – natürliches Aroma von Zimt (肉桂香) und Minze/Menthol (薄荷香), das unter anderen Rot-/Schwarztees der Welt keine Entsprechung hat. Anklänge von Karamell, Honig, tropischen Früchten (Ananas, Mango) und eine leichte Holzigkeit. Das Aroma ist satt, anhaltend, sofort erkennbar.
  • Aroma des Aufgusses: Vielschichtig. Erste Ebene – Zimt und Minze (frische, mentholartige Kühle). Zweite – Karamell, gebrannter Zucker, Honig. Dritte – leichte Fruchtnoten (Ananas, Litschi). Beim Abkühlen Verstärkung des Minztons.
  • Geschmack: Voll, satt, mit ausgeprägtem „Körper“ (Erbe des Assam-Bluts). Dominanten – Zimt, Minze, Karamell, Honig. Adstringenz – moderat, „seidig“, ohne Grobheit. Natürliche Süße, nicht „kandiert“. Nachgeschmack – lang anhaltend, mit minzig-zimtiger Kühle und Karamellsüße. Huí gān (回甘) – ausgeprägt.
  • Farbe des Aufgusses: Tiefes Rubinrot („scharlachrote Jade“), leuchtend, klar. Eben dieser Farbe verdankt der Tee den Namen „Roter Jade“.
  • Teeboden (aufgegossenes Blatt): Große, ganze, fleischige Blätter, kupferrot, elastisch. Assam-Erbe – die Blätter sind merklich größer als bei chinesischen Rot-/Schwarztees.

7. Chemische Zusammensetzung:

Das chemische Profil der Tái Chá Nr. 18 spiegelt ihren hybriden Charakter wider – die großblättrige Assam-Komponente sorgt für einen hohen Polyphenolgehalt, der taiwanische Wildtee für einzigartige Terpenverbindungen.

  • Polyphenole (茶多酚): Hoher Gehalt (höher als bei kleinblättrigen chinesischen Sorten, bedingt durch die Assam-Abstammung). Theaflavine und Thearubigine prägen das tiefe Rubinrot und die „Samtigkeit“.
  • Aminosäuren (氨基酸): L-Theanin und andere Aminosäuren. Gehalt – mittel.
  • Alkaloide: Koffein – Gehalt niedriger als bei reinem Assam aufgrund des taiwanischen Wild-Komponenten-Anteils.
  • Aromastoffe: Einzigartiges Profil – hoher Gehalt an trans-Zimtaldehyd (Zimt), Menthol und Menthon (Minze), Linalool, Geraniol. Gerade das Verhältnis dieser Komponenten erzeugt den unverwechselbaren „Zimt-Minz“-Charakter, der bei keinem anderen Tee-Cultivar vorkommt.
  • Vitamine: C (teilweise), B₁, B₂, E.
  • Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Mangan, Zink.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Milde Tonisierung: Koffein in Kombination mit L-Theanin sorgt für einen gleichmäßigen, stabilen Tonus.
  • Antioxidative Wirkung: Der hohe Polyphenolgehalt (Assam-Erbe) bietet ein starkes antioxidatives Potenzial.
  • Wärmende Wirkung: Vollständig fermentierter Rot-/Schwarztee – nach TCM „warm“. Das Zimt-Minz-Profil verstärkt das Gefühl von Wärme und Frische zugleich.
  • Unterstützung der Verdauung: Regt sanft die Magensaftsekretion an; Zimt gilt traditionell als verdauungsfördernd.
  • Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Polyphenole und Theaflavine verbessern die Elastizität der Blutgefäße.
  • Erfrischender Effekt: Die Menthol-Noten erzeugen ein Gefühl leichter Kühle – der Tee eignet sich auch in der warmen Jahreszeit hervorragend als Kaltaufguss (冷泡, lěng pào).
  • Antistress-Effekt: L-Theanin fördert einen Zustand ruhiger Konzentration.

9. Zubereitung:

  • Wassertemperatur: 90–100 °C. Großblättriger Assam-Cultivar entfaltet sich gut mit kochendem Wasser. Für delikate Partien – 90–95 °C.
  • Teemenge: 4–5 g auf 100–120 ml (Gongfu); 3 g auf 200–250 ml (europäische Methode).
  • Gefäß: Porzellan-Gaiwan (蓋碗) 100–120 ml – optimal: neutrales Material entfaltet das Zimt-Minz-Aroma ohne Verzerrung. Glas-Teekanne – ermöglicht es, die rubinrote Farbe des „Roten Jade“ zu bewundern. Yixing-Kanne – zulässig, kann aber die mentholige Frische dämpfen.
  • Ablauf:
    1. Vorwärmen des Gefäßes: Gaiwan, Cha Hai und Tassen mit kochendem Wasser ausspülen.
    2. Einbringen des Tees: 4–5 g in den vorgewärmten Gaiwan.
    3. Waschen (潤茶): Kurzer Aufguss von 2–3 Sekunden – nach Belieben.
    4. Erster Aufguss: 10–15 Sekunden.
    5. Umgießen: Den Aufguss vollständig in den Cha Hai abgießen.
    6. Wiederholte Aufgüsse: 5–8 Aufgüsse. Die Ziehzeit jeweils um 5–10 Sekunden verlängern. Erste Aufgüsse – leuchtender Zimt und Minze; mittlere – Karamell und Honig; letzte – milde, holzige Süße.
  • Kaltaufguss (冷泡茶, lěng pào chá): Rìyuètán hóngchá ist im Kaltaufguss-Format grandios: 5 g auf 500 ml kaltes Wasser, im Kühlschrank 6–8 Stunden. Die minzig-zimtige Kühle entfaltet sich kalt besonders intensiv.

10. Lagerung:

  • Behälter: Luftdicht, blickdicht – Blechdose, Alubeutel, Keramikgefäß.
  • Bedingungen: Trocken, kühl, dunkel, fern von Fremdgerüchen. 15–25 °C, Luftfeuchtigkeit bis 60 %.
  • Haltbarkeit: 12–24 Monate. Nach Meinung taiwanischer Experten „reift“ Hóng Yù: Eine Lagerung von 1 Jahr nach dem Kauf kann das Profil verbessern und es „runder“ und „süßer“ machen. Hochwertige Partien halten sich bis zu 3 Jahre.
  • Kühlschrank nicht erforderlich – Rot-/Schwarztee lässt sich bei Raumtemperatur hervorragend lagern.

11. Preis und Fälschungen:

Rìyuètán hóngchá ist ein Tee des mittleren und oberen Preissegments. Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ – von 600 bis 2 000 NTD (新臺幣) für 75 g (~150–500 Yuan für 150 g); Wettbewerbs-Partien und Handpflücke sind deutlich teurer. Tái Chá Nr. 8 und Assam – günstiger.

So vermeiden Sie Fälschungen:

  • Überprüfen Sie die Herkunft: Echter Rìyuètán hóngchá stammt aus der Gemeinde Yúchí (魚池鄉), Landkreis Nántóu. Achten Sie auf die Angabe „魚池鄉“ auf der Verpackung.
  • Achten Sie auf das Zimt-Minz-Aroma: Für Tái Chá Nr. 18 – natürliche Noten von Zimt und Menthol sind das Markenzeichen. Wenn das Aroma „gewöhnlich“ – süß-malzig ohne Zimt – ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Tái Chá Nr. 8 oder Assam-Tee, nicht um Hóng Yù.
  • Beurteilen Sie die Farbe des Aufgusses: Tiefes Rubinrot, leuchtend, klar. Trüb oder matt – ein Zeichen minderer Qualität.
  • Hüten Sie sich vor abnormal niedrigem Preis: „Hóng Yù“ für 100 NTD/75 g – verdächtig.
  • Achten Sie auf Zertifikate: Taiwanische Bauern stellen häufig SGS-Zertifikate und Hinweise auf Wettbewerbsauszeichnungen bereit.

12. Interessante Fakten:

  • 48 Jahre bis zur Geburt: Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ ist das Ergebnis eines der längsten Zuchtprojekte der weltweiten Teegeschichte. Die Kreuzung begann 1946, und den Namen erhielt der neue Cultivar erst 1999. Fast ein halbes Jahrhundert Selektion, Prüfungen und Geduld.
  • Tee aus dem Erdbeben: Das „921“-Erdbeben (21. September 1999, M 7.6), das Yúchí verwüstete, wurde paradoxerweise zum Katalysator der „roten Wiedergeburt“ Taiwans: Das Wiederaufbauprogramm der Region setzte auf die Entwicklung der Teeindustrie, und Hóng Yù wurde ihr Hauptsymbol.
  • Der weltweit einzige „Zimt-Minz“-Tee: Das natürliche Aroma von Zimt und Menthol ist eine genetische Besonderheit der Hybride „Assam × taiwanischer Wildtee“. Kein anderer Cultivar der Welt besitzt ein solches Aromaprofil – es handelt sich nicht um Aromatisierung, sondern um eine natürliche Eigenschaft des Blattes.
  • Arai Kokichiro – der Mann, der die Sammlung rettete: Während des Zweiten Weltkriegs betreute der japanische Stationsleiter Arai Kokichiro (新井耕吉郎) allein die Teepflanzensammlung in Yúchí. Ohne seine Bemühungen wäre das Programm, aus dem Hóng Yù hervorging, unmöglich gewesen.
  • Kaltaufguss – eine taiwanische Tradition: Anders als in der chinesischen Festlandtradition des „heißen Gongfu“ praktizieren die Taiwaner aktiv den Kaltaufguss (冷泡茶) – und Hóng Yù gilt als einer der besten Tees für dieses Format.

13. Varianten des Rìyuètán hóngchá:

  • Tái Chá Nr. 18 „Hóng Yù“ (台茶18號 紅玉): Das Flaggschiff. Assam × taiwanischer Wildtee. Zimt + Minze. Der berühmteste und teuerste. Ein globaler Endemit Taiwans.
  • Tái Chá Nr. 21 „Hóng Yùn“ (台茶21號 紅韻): Neuer (2008). Muskatarom- und honigartiges Aroma mit Zitrusanklängen. Weniger „strahlend“, im Profil „ruhiger“ als Nr. 18.
  • Tái Chá Nr. 8 (台茶8號): Frühe Assam-Hybride (1930er). Klassisches malzig-karamelliges Profil, ohne Zimt-Minz-Noten. Dicht, intensiv. Preiswerter.
  • Yúchí Assam (魚池阿薩姆): Reiner Assam-Tee – kräftig, im „englischen“ Stil. Mit Milch und Zucker – hervorragend. Die preiswerteste Variante.
  • Taiwanischer wilder Bergtee (臺灣山茶): Aus Camellia formosensis. Selten, in kleinen Partien hergestellt. Einzigartiges „waldiges“, krautig-blumiges Profil. Sammler-Niveau.

Abschließend:

Rìyuètán hóngchá ist ein Entdecker-Tee: Wer einmal den „Roten Jade“ mit seinem unglaublichen Zimt-Minz-Aroma probiert hat, wird ihn mit keinem anderen Rot-/Schwarztee der Welt mehr verwechseln. Geboren aus einem halben Jahrhundert Züchtergeduld, aus der Tragödie eines Erdbebens und aus der Beharrlichkeit taiwanischer Bauern, ist Hóng Yù ein lebender Beweis dafür, dass wahre Großartigkeit Zeit braucht.

An den Ufern eines Sees, dessen östliche Hälfte einer Sonne und dessen westliche einem Mond gleicht, wächst ein Tee, in dem zwei Blutlinien zusammenfließen: die Kraft des indischen Assam und die Raffinesse des wilden taiwanischen Bergtees. Das Ergebnis ist etwas, das es nirgendwo sonst gibt: das heiße, würzige Aroma von Zimt, die erfrischende Kühle von Menthol und die rubinrote Tiefe des Aufgusses, der diesem Tee den Namen „Jade“ einbrachte. Ihn zu probieren, bedeutet, sich mit einem einzigartigen Tee-Erbe Taiwans zu verbinden, das sich weder kopieren noch fälschen lässt.