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Pùbù Máo Fēng

Pùbù máo fēng · 瀑布毛峰

Pùbù Máo Fēng (瀑布毛峰, pùbù máo fēng) — »Flaumige Spitze am Wasserfall« — ist ein grüner Tee aus der Stadt Ānshùn (安顺市, Ānshùn Shì) in der Provinz Guìzhōu, der in den Bergen rund um den **Huángguǒshù-Wasserfall** (黄果树瀑布, Huángguǒshù Pùbù) angebaut wird — dem größten Wasserfall Chinas und einem der gewaltigsten…

Pùbù Máo Fēng (瀑布毛峰, pùbù máo fēng) — »Flaumige Spitze am Wasserfall« — ist ein grüner Tee aus der Stadt Ānshùn (安顺市, Ānshùn Shì) in der Provinz Guìzhōu, der in den Bergen rund um den Huángguǒshù-Wasserfall (黄果树瀑布, Huángguǒshù Pùbù) angebaut wird — dem größten Wasserfall Chinas und einem der gewaltigsten Wasserfälle der Welt (Höhe bis 77,8 m, Breite bis 101 m, der einzige Wasserfall, der von allen sechs Seiten sichtbar ist und über eine natürliche Grottendurchquerung hinter dem Wasservorhang verfügt). Die Teegärten liegen in Höhen zwischen 1200 und 1600 m in den Karstbergen, die den Wasserfall umgeben, mit einer Waldbedeckung von bis zu 87,6 % (am Wasserfall selbst 95 %). Lù Yǔ beschrieb das ideale Bodenmilieu für den Teestrauch als »烂石« — »verwitterten Stein«; die Karstböden von Ānshùn sind die buchstäbliche Verkörperung dieses Ideals.

Ānshùn ist nicht nur die »Stadt der Wasserfälle« (中国瀑乡), sondern auch die »Stadt der Túnpù« (屯堡文化之乡) — einzigartiger militärischer Siedlungen aus der Míng-Zeit, die die Kultur des 14. Jahrhunderts bis heute bewahrt haben. Gerade die míngzeitlichen »Túnjūn« (屯军, Garnisonssoldaten), die von Zhū Yuánzhāng aus Jiāngnán zur Kontrolle des Südwestens Chinas umgesiedelt wurden, brachten die Teekultur und die für das 14. Jahrhundert fortschrittlichen Verarbeitungstechniken in die Berge Guìzhōus. Im Tourismus gilt der Spruch: »看唐朝到西安,看宋朝到杭州,看明朝到安顺« — »Willst du die Táng sehen, fahre nach Xī’ān; die Sòng — nach Hángzhōu; die Míng — nach Ānshùn.« Pùbù Máo Fēng ist die geschmackliche Visitenkarte dieses »lebendigen Míng-Museums«: ein Tee mit »Angelhakenform« (鱼钩形), 34,4 % Polyphenolen, 4,65 % Aminosäuren und einer Standfestigkeit von über 7 Aufgüssen.

1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), nicht fermentiert. Halb geröstet/halb getrocknet (halb chǎo, halb hōng). Form — »Angelhaken« (鱼钩形, yúgōu xíng) und spiralig (卷曲形, juǎnqū xíng) — eine einzigartige feste Spirale mit gebogener Spitze, die in keiner anderen Region vorkommt.

  • Kategorie: Geschützte geografische Angabe der VR China (国家地理标志产品, 2012). »Fünf große Tees Guìzhōus« (贵州五大名茶, 2010). »Top Ten der besten Tees Chinas« (全国十大名茶, Shànghǎi, 2023). Sonderpreis »Zhōng Chá Bēi« (中茶杯特等奖, 1994). Bestes empfohlenes Produkt des Internationalen Teekulturfestivals Shànghǎi (1995). Bestehen von über 400 EU-Parametern.

  • Herkunft: China, Provinz Guìzhōu (贵州省), Stadt Ānshùn (安顺市): Bezirke Xīxiù (西秀区), Píngbà (平坝区), Kreis Zǐyún (紫云县). Koordinaten: 105°55′–106°35′ ö.L., 25°55′–26°32′ n.Br. Qualitätskerne: Lǎoluòpō (老落坡, 1365 m, Wolken-Nebel-Gürtel), Bàyáng (坝羊, Se+Zn, EU-Bio), das Gebiet um den Huángguǒshù-Wasserfall (黄果树, 95 % Wald).

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte:

Die Teekultur Ānshùns beginnt mit den míngzeitlichen »Túnjūn« — den militärischen Siedlern des 14. Jahrhunderts. 1381 (Hóngwǔ 14) befahl Zhū Yuánzhāng »调北征南, 调北填南« — 300.000 Soldaten aus Jiāngnán (Jiāngsū, Zhèjiāng, Ānhuī) nach Guìzhōu zu verlegen, um den Aufstand des yuánzeitlichen Herrschers von Yúnnán niederzuschlagen und den Südwesten zu besiedeln. Ānshùn — »黔之腹、滇之喉、蜀粤之唇齿« (»Bauch Guìzhōus, Kehle nach Yúnnán, Lippen und Zähne zu Sìchuān und Guǎngdōng«) — wurde zum wichtigsten Brückenkopf. Nach dem Sieg wurde den Soldaten »屯田« befohlen — sich niederzulassen und das Land zu bestellen. Sie brachten nicht nur Waffen und Kleidung (die berühmte »凤阳汉装« — »Hàn-Gewänder aus Fèngyáng«, die die Nachkommen bis heute tragen, sowie die Masken des »dìjù« — eines Maskentheaters, das zum immateriellen Erbe wurde) mit, sondern auch Setzlinge von Teesträuchern und die für das 14. Jahrhundert fortschrittlichen Verfahren der Teeverarbeitung. Der Legende nach organisierte der größte Kaufmann Chinas, Shěn Wànsān (沈万三), persönlich Karawanen, die den Ānshùn-Tee über das Túnpù Tiānlóng (天龙屯堡) nach Norden, Süden und Osten ausführten. Bis heute sind in Ānshùn Fragmente des »Chámǎgǔdào« — der »Alten Tee-Pferde-Straße« (茶马古道), Poststationen (茶马驿站) und Teehäuser (茶馆遗址) erhalten, durch die vor 600 Jahren der Tee zog.

Der moderne »Pùbù Máo Fēng« wurde 1991 von Fachleuten der Landwirtschaftsverwaltung Ānshùns auf der Grundlage lokaler mittel- und kleinblättriger Sorten entwickelt. Ursprünglich hieß er »Huángguǒshù Máo Fēng« (黄果树毛峰, »Flaumige Spitze von Huángguǒshù«). 1994 Sonderpreis »Zhōng Chá Bēi«. 1997 wurde die Marke »瀑布« (»Wasserfall«) registriert. 2010 Aufnahme in die »Fünf Großen Guìzhōus«. 2023 »Top Ten Chinas« (Internationales Festival für Teekultur und Tourismus Shànghǎi).

  • Name: 瀑布 (Pùbù) — »Wasserfall« (gemeint ist Huángguǒshù); 毛峰 (Máo Fēng) — »flaumige Spitze« — eine gängige Bezeichnung für grüne Tees mit reichem Flaum auf den Knospen. Volle Bedeutung: »Flaumige Spitze am Wasserfall«.

  • Kulturelle Bedeutung: Ānshùn ist eine Stadt an der Kreuzung der Kulturen: Karstlandschaften von Weltrang (Huángguǒshù — der größte Wasserfall Chinas; Lónggōng — die größte Wasserhöhle; Gétūhé — laut dem französischen Geographen Richard Maire »der schönste Ort der Erde«), lebendige Míng-Kultur der Túnpù (über 300 Siedlungen aus dem 14. Jahrhundert), Batik, »dìjù« (地戏, »Erdoper« — Maskentheater, »lebendes Fossil des chinesischen Dramas«). Pùbù Máo Fēng ist ein Tee, geboren in diesem »Schmelztiegel« von Natur und Geschichte: Wenn Huángguǒshù das Ānshùn für die Augen ist, dann ist »Pùbù« das Ānshùn für den Geschmack.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte / Kultivar: Hauptsorte — Fúdǐng Dàbái Chá (福鼎大白茶), mit kraftvollem Flaum und frühem Austrieb; aus Fújiàn, aber hervorragend an das karstige Gebirgsklima angepasst. Ergänzend — Ānshùn Zhúyèqīng (安顺竹叶青, »Bambusgrünes Blatt von Ānshùn«) und Xìyè Táichá (细叶苔茶, »Kleinblättriger Moostee«) — autochthone kleinblättrige Gruppen, die über Jahrhunderte an das Karst-Terroir und die mit Se+Zn angereicherten Böden adaptiert sind. Gerade die Kombination des fújianischen Klons (Flaum, Aminosäuren) mit den lokalen Autochthonen (Se, Polyphenole) ergibt das einzigartige chemische Profil von Pùbù. Viele Bäume sind 30+ Jahre alt, was die mineralische Sättigung und Geschmackstiefe erhöht.

  • Ernte: Frühjahrsernte — vor und um Qīngmíng. Standard: Spitzenklasse — 90 %+ Einzelknospen; erste Klasse — eine Knospe + ein Blatt; zweite Klasse — eine Knospe + zwei Blätter. Gewicht von 100 Knospen — ca. 45 g.

  • Grade:

    • Spitzenklasse (特级): 90 %+ Einzelknospen. Kastanienaroma. Aminosäuren ≥4,0 %. Ab 500 Yuán/500 g.
    • Erste Klasse (一级): Eine Knospe + ein Blatt ≥80 %. Honignote. Polyphenole ≥30 %.
    • Zweite Klasse (二级): Eine Knospe + zwei Blätter. Preis — je nach Verfügbarkeit.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

Ānshùn liegt im Zentrum Guìzhōus — dem »Schädel« des Yúnnán-Guìzhōu-Plateaus — auf 1200–1600 m Höhe, in der Zone des klassischen Karstreliefs.

  • Klima: Jahresdurchschnittstemperatur 14–15 °C. Nebeltage — 200+ pro Jahr. Starke Tag-Nacht-Temperaturunterschiede — fördern die Akkumulation von Aminosäuren. Streulicht dominiert.

  • Böden: Gelbe und gelb-rote Lehme (黄壤/黄红砂壤, pH 4,5–6,5). Angereichert mit Zn und Se. Das Karstfundament — »烂石« (verwitterter Stein), von Lù Yǔ als »oberer [bester] Bodentyp für Tee« beschrieben (《茶经》: »其地,上者生烂石,中者生砾壤« — »Das beste Land ist verwitterter Stein; das mittlere ist kiesiger Boden«). Die karstigen Böden Ānshùns — ein natürliches Mosaik aus Kalkstein, Dolomit und Sandstein, die seit Millionen Jahren von Wasser und Wind zersetzt werden — sind die buchstäbliche Verkörperung dieser 1200 Jahre alten Beschreibung. Reich an Mineralien: Silizium, Mangan, Eisen. Einheimische Redewendung: »自古煤山出好茶« — »Seit alters bringen Kohleberge guten Tee hervor« — die für Ānshùn typischen sandigen Böden mit Kohleeinschlüssen gewährleisten Drainage, Belüftung und Mineralstoffversorgung.

  • Ökologie: Waldbedeckung — 87,6 % (am Huángguǒshù-Wasserfall selbst 95 %). Chemische Pestizide und Düngemittel sind verboten. Bestehen von 400+ EU-Parametern. Das Karstökosystem Ānshùns ist eines der saubersten Chinas: keine Industrie, Wasserreinigung durch natürliche Karstfilter. Der Wasserstaub der Kaskaden von Huángguǒshù (18 Wasserfälle bilden eine laut Guinness weltgrößte »Familie«) erzeugt ein Mikroklima konstanter Feuchtigkeit an den Hängen rund um den Wasserfall — die Teebüsche erhalten hier nicht nur Regenwasser, sondern auch »Wasserfallnebel«. Die Biodiversität der Karstwälder bietet natürlichen Schutz vor Schädlingen: Gras- und Fledermäuse, Spinnen und räuberische Insekten kontrollieren die Populationen der Teeparasiten ohne Chemie.

5. Herstellungstechnologie:

  • Auslegen (摊青): 3–5 Stunden.

  • Fixierung des Grüns (杀青): Rotationstrommel, 180–220 °C.

  • Leichtes Rollen (揉捻): Behutsam — zur Erhaltung des Flaums (保毫).

  • »Rollen mit Anheben des Flaums« (搓团提毫, cuōtuán tíháo): Der entscheidende und arbeitsintensivste Schritt — das manuelle Formen des »Angelhakens«. Der Meister rollt das Blatt mit den Handflächen zu festen Spiralen mit gebogener Spitze und richtet gleichzeitig den Flaum auf, sodass er aufrecht steht. Die Bewegung ähnelt einem »Kügelchenrollen« — jedoch mit kontrollierter Richtung, die den charakteristischen »Haken« erzeugt. Der Vorgang dauert 15–20 Minuten pro Partie und erfordert ständige Kontrolle der Handtemperatur. Es werden ausschließlich Bambus- und Holzwerkzeuge verwendet — Metall ist vollständig ausgeschlossen (verursacht Oxidation und metallischen Beigeschmack).

  • Trocknung (烘干): 80 °C, langsam, bis zur Restfeuchte ≤7 %.

  • Besonderheit: Der gesamte Prozess — von der Ernte bis zur Verpackung — erfolgt ohne Metallkontakt: Bambuskörbe, Holztabletts, Bambusschaufeln. Dies ist einer der »handwerklichsten« Grüntees Guìzhōus.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Feste Spiralen in Form von »Angelhaken« (鱼钩形) — eine für Ānshùn einzigartige Form: dicht, straff, mit gebogener zugespitzter Spitze. Farbe — smaragdgrün mit dichtem silbernem Flaum (翠绿油润显银毫).

  • Aroma des trockenen Blattes: Kastanie (栗香, lì xiāng) — dominierend, vollmundig. Sauberes Grün (清香). »Flaumduft« (毫香, háo xiāng) — leichter maishaltiger Ton, typisch für Tees mit reichem Flaum.

  • Aroma des Aufgusses: Kastanien-sauber, anhaltend. Beim Abkühlen — leichte »brotartige« und »maisige« Noten.

  • Geschmack: Frisch und weich (鲜醇). Leicht süßlich (甘). Rückkehrender Nachgeschmack — deutlich und anhaltend (回甘明显). Bitterkeit und Herbheit minimal.

  • Aufgussfarbe: Smaragdgrün, klar und leuchtend (翠绿清澈透亮).

  • Teeblatt im nassen Zustand: Zart, homogen, »lebendig« — gelbgrün (嫩匀鲜活、黄绿明亮).

  • Standfestigkeit: 7+ Aufgüsse — einer der höchsten Werte unter grünen Tees. Die dichte Spiralform des »Angelhakens« gibt die Inhaltsstoffe allmählich ab.

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole (茶多酚): ≥34,4 % — einer der höchsten Werte unter den grünen Tees Guìzhōus und Chinas insgesamt.

  • Aminosäuren (氨基酸): ≥4,65 % — bedingt durch über 200 Nebeltage, Streulicht und Karstmineralien.

  • Koffein (咖啡碱): 4,23 % — erhöht, sorgt für ausgeprägte tonisierende Wirkung.

  • Mineralien: Se + Zn — aus den Karstböden. Silizium, Mangan, Eisen.

  • Wasserlösliche Extraktstoffe: ≥40 % (für die zweite Klasse) — hoher Gehalt, der einen vollen Aufguss ergibt.

8. Gesundheitsfördernde Eigenschaften:

  • Starker antioxidativer Schutz: Polyphenole 34,4 % — einer der höchsten unter grünen Tees.

  • Tonisierende Wirkung: Koffein 4,23 % in Synergie mit L-Theanin — Wachheit ohne Nervosität.

  • Verdauungsfördernd: Catechine regen die Fettspaltung an.

  • Se+Zn-Anreicherung: Aus den Karstböden Ānshùns.

  • Wichtig: Die genannten Eigenschaften basieren auf allgemeinen Daten und stellen keine medizinische Empfehlung dar. Nicht auf nüchternen Magen trinken. Wasser über 90 °C zerstört L-Theanin und bewirkt Bitterkeit. Am Glasrand eingießen — nicht direkt auf das Blatt gießen (spült den Flaum ab, trübt den Aufguss).

9. Aufguss:

  • Heiße Methode: 85–90 °C, 3 g auf 150 ml (1:50). Spitzenklasse — obere Aufgussmethode (先水后茶). Am Rand entlang eingießen (沿杯壁缓流), nicht auf das Blatt. Erster Aufguss 1 Minute, jeder weitere +20 Sekunden. 7+ Aufgüsse.

  • Kalte Methode (冷泡法): 1 g auf 50 ml kaltes Wasser. 30 Minuten im Kühlschrank. Süße — +20 % im Vergleich zum heißen Aufguss. Mechanismus: Bei niedriger Temperatur werden Aminosäuren (Süße, »umami«) aktiv extrahiert, Polyphenole (Bitterkeit, Herbheit) minimal. Ergebnis — reine, »dessertartige« Süße ohne Bitterkeit. Ideal für den Sommer in Guìzhōu (Jahresmitteltemperatur Ānshùns 14–15 °C, aber im Sommer bis 28–30 °C; die Einheimischen trinken kalten »Pùbù« als Erfrischungsgetränk).

  • Gefäß: Glasbecher — zur Beobachtung der »Angelhaken«, die sich langsam im Wasser entfalten.

10. Lagerung:

  • Temperatur: 0–5 °C, luftdicht.
  • Licht: Vollständige Abschirmung.
  • Frist: Neuer Tee — 7 Tage »Ruhe«, um das »Feuer« abzubauen. Nach dem Öffnen — 10 Tage.

11. Preis und Fälschungen:

Pùbù Máo Fēng ist ein Tee des mittleren bis gehobenen Preissegments. Spitzenklasse — ab 500 Yuán/500 g; erste Klasse — 200–500 Yuán; zweite Klasse — erschwinglich.

  • Fälschungsschutz: GI »瀑布毛峰«, Marke »瀑布«. Form — »Angelhaken« (鱼钩形). Kastanienaroma. 7+ Aufgüsse — Standfestigkeitstest.

12. Interessante Fakten:

  • Der größte Wasserfall Chinas. Huángguǒshù (黄果树瀑布) — Höhe bis 77,8 m, Breite bis 101 m — der einzige Wasserfall der Welt, der von allen sechs Seiten betrachtet werden kann, auch von innen (durch die natürliche Grotte »Wasservorhanghöhle« — 水帘洞, Shuǐlián Dòng — hinter der Wasserwand; in der Volkskultur wird diese Grotte mit der Behausung Sūn Wùkōngs aus »Die Reise nach Westen« assoziiert, und in der Fernsehserie von 1986 wurde hier tatsächlich die Szene der »Höhle hinter dem Wasserfall« gedreht). Der míngzeitliche Reisende Xú Xiákè (徐霞客), der den Wasserfall 1638 auf seiner letzten großen Reise besuchte, notierte: »一溪悬捣,万练飞空« — »Ein Bach schlägt herab, aufgehängt [im Himmel], zehntausend Seidenbänder fliegen in der Leere.« Dies ist die erste ausführliche literarische Beschreibung von Huángguǒshù. Die Teegärten von Pùbù liegen nur wenige Kilometer von diesem Wunder entfernt.

  • »Willst du die Míng sehen, fahre nach Ānshùn.« »看唐朝到西安,看宋朝到杭州,看明朝到安顺« — eine touristische Redensart. Über 300 Túnpù (屯堡) — militärische Siedlungen des 14. Jahrhunderts — haben míngzeitliche Kleidung bewahrt (凤阳汉装, »Hàn-Gewänder aus Fèngyáng« — Frauen tragen noch immer blaue lange Kittel mit weiten Ärmeln, wie sie in der Míng-Zeit getragen wurden), das Maskentheater »dìjù« (地戏, »Erdoper« — Krieger in Holzmasken führen Szenen aus den »Drei Reichen« und den »Räubern vom Liáng Shān« auf; es gilt als »lebendes Fossil des chinesischen Dramas«), die Küche und die Steinarchitektur. Der Tee kam mit diesen Soldaten hierher — und bewahrte, ähnlich wie ihre Kleidung und ihr Theater, die technologische »DNS« Jiāngnáns aus dem 14. Jahrhundert.

  • »Angelhaken« (鱼钩形). Eine einzigartige Form — eine feste Spirale mit gebogener zugespitzter Spitze, die in keiner anderen Teeregion Chinas vorkommt. Sie ist es, die die rekordverdächtigen 7+ Aufgüsse ermöglicht: Der dichte »Haken« entfaltet sich langsam und gibt seine Inhaltsstoffe schichtweise ab — zuerst die Aminosäuren (Süße der ersten Aufgüsse), dann die Polyphenole (Herbheit der späteren). Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher grüner Tee mit gerollter Form hält 3–5 Aufgüsse aus, ein flacher (Lóng Jǐng) 2–4.

  • 34,4 % Polyphenole. Einer der höchsten Werte unter allen grünen Tees Chinas. Zum Vergleich: Ein normaler Grüntee — 20–30 %.

  • Lù Yǔ und »烂石«. »其地,上者生烂石« — »Das beste [Land für Tee] ist verwitterter Stein.« Die Karstböden Ānshùns sind die buchstäbliche Erfüllung dieser 1200 Jahre alten Beschreibung.

  • 95 % Wald am Wasserfall. Das Gebiet um Huángguǒshù ist eines der waldreichsten Ökosysteme Chinas: Bäume, Moos, Farne, Orchideen bilden eine »grüne Glocke«, unter der die Teebüsche Streulicht und konstante Feuchtigkeit vom Wasserstaub erhalten.

  • Ohne Metall. Bambus und Holz auf allen Produktionsstufen — von der Ernte bis zur Trocknung. Metall ist ausgeschlossen: Es verursacht Oxidation und Beigeschmack.

13. Vergleich mit anderen grünen Tees aus Guìzhōu:

  • Méitán Cuì Yá (湄潭翠芽, Méitán Cuì Yá): Nördliches Guìzhōu. Flache Form. Kastanienaroma. Massenhafter und erschwinglicher. Pùbù — spiralförmiger »Haken«, höhere Polyphenole (34,4 % vs. ~28 %).

  • Dōuyún Máo Jiān (都匀毛尖, Dōuyún Máo Jiān): Südliches Guìzhōu, »berühmter zehnter Tee Máo Zédōngs« (1956). Spiralform mit reichem Flaum. Aroma — rein, ohne ausgeprägten Kastanienton. »Zarter« und »blumiger«. Pùbù — »kastanienartiger«, »kräftiger« und standfester (7+ vs. 4–5 Aufgüsse). Beide stammen aus Karstzonen Guìzhōus, doch Dōuyún von der kleinblättrigen Sorte »Máojiān Zhǔnzhǒng« (毛尖种), Pùbù von Fúdǐng Dàbái Chá.

  • Lǜbǎoshí Chá (绿宝石茶, Lǜbǎoshí Chá): Zentralguìzhōu (Guìyáng), »Grüner Smaragd«. Großblättrig (eine Knospe + zwei-drei Blätter), standfest (6+ Aufgüsse), vollmundig. Pùbù — »zarter« (Knospenqualität), mit »Hakenform« und höheren Aminosäuren.

Fazit:

Pùbù Máo Fēng — ein Tee, geboren in der »Gischtzone« des größten Wasserfalls Chinas, auf den karstigen »烂石« — genau jener »verwitterten steinigen« Erde, die Lù Yǔ vor zwölf Jahrhunderten als »beste für Tee« bezeichnete. Seine »Angelhaken« — feste, silbergrüne Spiralen — entfalten sich im Glas sieben und mehr Male und geben dabei ein kastanienartiges Aroma und 34,4 % Polyphenole ab. Hinter jeder Tasse steht die 600-jährige Geschichte der Míng-Soldaten, die den Tee aus Jiāngnán in die Berge Guìzhōus brachten, und zehntausend Wasserbänder, die bei Huángguǒshù in der Leere fliegen. Brühen Sie bei 85 °C auf und gießen Sie am Glasrand entlang — und lassen Sie die »Haken« Ihnen die Geschichte von Wasserfall, Stein und den Menschen erzählen, die die Míng-Kultur bis heute bewahrt haben.