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Máchéng Guī Shān Hóngchá

Máchéng guī shān hóngchá · 麻城龟山红茶

Máchéng Guī Shān Hóngchá ist ein roter Tee, der an den Hängen des Berges Guīfēng Shān (龟峰山, „Schildkrötengipfel“) im Kreis Máchéng in der Provinz Húběi produziert wird. Dieses Gebiet zählt zu den ältesten Teeregionen Zentralchinas: Seine Teegeschichte reicht bis in die Táng-Dynastie zurück und ist von Lù Yǔ selbst im…

Máchéng Guī Shān Hóngchá ist ein roter Tee, der an den Hängen des Berges Guīfēng Shān (龟峰山, „Schildkrötengipfel“) im Kreis Máchéng in der Provinz Húběi produziert wird. Dieses Gebiet zählt zu den ältesten Teeregionen Zentralchinas: Seine Teegeschichte reicht bis in die Táng-Dynastie zurück und ist von Lù Yǔ selbst im „Chá Jīng“ (《茶经》) bezeugt. Die rote Version ist eine moderne Erweiterung des Sortiments, die auf demselben Terroir und derselben Rohstoffbasis beruht wie der berühmte grüne Guīshān Yán Lǜ (龟山岩绿, Guī Shān Yán Lǜ).

1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá) – vollständig fermentiert (oxidiert).
  • Kategorie: Regionale chinesische rote Tees, Gōngfu-Hóngchá (工夫红茶, gōngfu hóngchá).
  • Herkunft: China, Provinz Húběi (湖北省, Húběi Shěng), bezirksfreie Stadt Huánggāng (黄冈市, Huánggāng Shì), kreisfreie Stadt Máchéng (麻城市, Máchéng Shì), Gebirgszug Guīfēng Shān (龟峰山, Guīfēng Shān). Die Teegärten liegen in den Dörfern Guīwěi (龟尾), Shìbǐngshān (柿饼山), Dàkuàidì (大块地), Dàfēngjiān (大峰尖), Hánjiāmiào (韩家庙), Yùhuángdiàn (玉皇殿) und weiteren, auf Höhen zwischen 600 und 1000 m.
  • Geografische Koordinaten: ≈ 31,17° N, 115,01° O.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Teetradition von Máchéng lässt sich mindestens bis zur Táng-Dynastie (618–907) zurückverfolgen. Im klassischen „Chá Jīng“ (《茶经》, „Der Kanon des Tees“, 760) von Lù Yǔ (陆羽, Lù Yǔ) ist vermerkt: „黄州茶生麻城县山谷,品与荆州、梁州同“ – „Der Tee von Huángzhōu wächst in den Bergtälern des Kreises Máchéng, seine Qualität ist mit den Tees von Jīngzhōu und Liángzhōu vergleichbar.“ Damit gehört Guīshān zu den wenigen Teeregionen, die im ersten Teetraktat der Welt dokumentiert sind. Im Volksgedächtnis lebt die Legende vom Besuch des Táng-Kaisers Tàizōng (唐太宗, Lǐ Shìmín) auf dem Guīfēng Shān im Jahr 630; er kostete den örtlichen Tee und hinterließ die Verszeile: „龟涎煮龟茶,天下第一家“ – „Schildkrötenquell kocht Schildkrötentee – erstes Haus unter dem Himmel.“ In späterer Zeit, unter der Qīng-Dynastie, blieb Guīshān ein bedeutender Teeproduzent, wie ein Eintrag im „Máchéng Xiànzhì“ (《麻城县志》, „Kreischronik von Máchéng“) belegt: „Der Huángzhōu-Tee aus Máchéng – vom Schildkrötengipfel ist der beste, sein Geschmack ist klar und edel.“ Im 20. Jahrhundert gerieten viele historische Tees des Dàbié Shān in Verfall. Um sie wiederzubeleben, wurde 1958 die Staatliche Teefarm Guīshān (国营龟山茶场, Guóyíng Guī Shān cháchǎng) tief im Guīfēng-Shān-Massiv gegründet. In ihrem Gebiet wurden Pflanzungen in über zwanzig Dörfern auf 600–1000 m Höhe angelegt. 1959 entstand aus örtlichem Rohstoff der charakteristische grüne Tee Guīshān Yán Lǜ (龟山岩绿, „Felsengrün vom Schildkrötenberg“), der zur Visitenkarte der Region wurde. Die rote Version – Guīshān Hóngchá – erschien wesentlich später, im Rahmen der landesweiten Bewegung „红绿并举“ (hóng lǜ bìng jǔ, „Rotes und Grünes Hand in Hand“), die auf eine Diversifizierung der Teeproduktion abzielte. Im Jahr 2022 erhielt der Tee aus Máchéng den Schutz einer geografischen Herkunftsangabe (地理标志, dìlǐ biāozhì), und Partien des Guīshān Hóngchá wurden auf regionalen Wettbewerben mit Silber (银奖, yín jiǎng) ausgezeichnet.

  • Name: 麻城 (Máchéng) – Name der kreisfreien Stadt am Südrand des Dàbié-Shān-Gebirges. Das Zeichen 麻 (má) bedeutet „Hanf“ oder „Flachs“ und verweist auf die Textilgeschichte der Region. 龟山 (Guī Shān) – „Schildkrötenberg“: Der Gebirgszug Guīfēng Shān (龟峰山) erstreckt sich über mehr als hundert Lǐ, und sein Hauptgipfel (über 1300 m) ähnelt in seiner Silhouette einer riesigen Schildkröte. 红茶 (Hóngchá) – roter Tee, Hinweis auf die Verarbeitungsweise.

  • Kulturelle Bedeutung: Der Guīfēng Shān ist eine bedeutende historisch-kulturelle Stätte Húběis, die nicht nur mit Tee, sondern auch mit buddhistischem Erbe (dem Tempel Néngrén Sì, 能仁寺, gegründet unter den Táng), mit Militärgeschichte (die Schlacht bei Bǎijǔ, 柏举之战, 506 v. Chr., einer der Schlüsselsiege des Feldherrn Sūn Wǔ) und mit Naturtourismus (dem weltweit größten Bestand wilder Rhododendren) verbunden ist. Der Tee von Guīshān wird als „Stimme des Dàbié Shān“ wahrgenommen – als Verkörperung der rauen und zugleich großzügigen Natur des Gebirgszugs, der Zentral- und Ostchina voneinander trennt. Für die Bewohner von Máchéng bleibt er ein Symbol lokaler Identität.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte / Kultivar: Lokale Populationsgruppen von Camellia sinensis var. sinensis (群体种, qúntǐ zhǒng), die über viele Jahrhunderte an die Bergbedingungen des Dàbié Shān angepasst wurden. Möglicherweise kommen auch Zuchtkultivare zum Einsatz, die nach der Gründung der Staatsfarm 1958 eingeführt wurden. Die Sträucher sind mittelhoch, gut an kalte Winter mit Minusgraden angepasst, mit kleinen und mittleren Blättern. Die Blattspreite ist elliptisch, mäßig gezähnt, von zarter Textur und hohem Gehalt an Aromavorstufen.
  • Ernte: Frühjahr bis Frühsommer. Die Haupt- und Spitzenpflückung erfolgt im April (vor und unmittelbar nach Qīngmíng), die zweite Ernte im Mai. Aufgrund der Höhe und der nördlicheren Lage (im Vergleich zu südlichen Provinzen) setzt die Vegetation später ein, was die Anreicherungsphase der Substanzen in der Knospe verlängert.
  • Pflückstandard: Knospe und ein bis zwei Blätter (一芽一叶 – 一芽二叶). Bei Premium-Partien überwiegt die Pflückung „Knospe + ein Blatt“ mit dichten, fleischigen Knospen.
  • Anforderungen an den Rohstoff: Ganzes, elastisches, unbeschädigtes Blatt. Rohstoff aus Hochgebirgsgärten (800+ m) gilt wegen des erhöhten Gehalts an Aminosäuren und Aromastoffen als der wertvollste.

4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:

  • Anbauhöhe: 600–1000 m über dem Meeresspiegel. Die Hauptpflanzungen befinden sich in mittleren Höhen (700–900 m) des Guīfēng-Shān-Massivs.
  • Klima: Gemäßigt subtropisches Monsunklima mit ausgeprägten Jahreszeiten. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 13–16 °C – spürbar kühler als in südlichen Teezonen. Deutliche Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur (bis 10–12 °C in Höhenlagen), häufige Nebel und Bewölkung, reichliche Niederschläge (1200–1500 mm/Jahr). Diese Bedingungen verlangsamen das Wachstum und fördern die Anreicherung von Aminosäuren und Aromastoffen.
  • Böden: Tiefgründige, fruchtbare, schwach saure Bergböden, reich an Mineralien (Verwitterungsprodukte von Graniten und Gneisen des Dàbié Shān). Gute natürliche Drainage. Die mineralische Zusammensetzung verleiht dem Tee eine charakteristische „steinige“ Geschmacksdichte.
  • Ökologie: Die Berghänge sind mit dichten Laub- und Mischwäldern bedeckt, es gibt zahlreiche Felsvorsprünge, saubere Bäche – der ökologische Zustand der Anbaugebiete gilt als vorbildlich. Die jahrhundertealte Praxis des ökologischen Landbaus (ohne industrielle Düngemittel und Pestizide) blieb weitgehend erhalten: Abgelegenheit und schwere Zugänglichkeit der Berggärten schützen sie vor intensivem Nutzungsdruck. Die Böden sind reich an Mikroorganismen, und das Unterholz sorgt für natürliche Beschattung, die der Bildung eines zarten, aminosäurereichen Rohstoffs entgegenkommt.

5. Herstellungstechnologie:

Guīshān Hóngchá wird nach der Standardtechnologie des Gōngfu-Hóngchá hergestellt, jedoch mit einigen Nuancen, die vom Charakter des nördlichen Bergrohstoffs geprägt sind:

  • Pflücken (采摘, cǎizhāi): Manuelle Selektion zarten Rohstoffs, in der Regel in den Morgenstunden.
  • Welken (萎凋, wěidiāo): Längeres (12–18 Stunden) natürliches Welken in gut durchlüftetem Raum. Aufgrund der relativ geringen Luftfeuchtigkeit der Dàbié-Shān-Bergluft verläuft der Prozess gleichmäßig. Feuchtigkeitsverlust von 35–40 %. In dieser Phase bilden sich erste florale und krautige Noten.
  • Rollen (揉捻, róuniǎn): Straffe, feste Rollung – das Blatt nimmt die charakteristische Form eines „bedingt geraden Drahtes“ (条索紧细) an. Das Freisetzen von Zellsaft aktiviert die enzymatische Oxidation.
  • Fermentation / Oxidation (发酵, fājiào): Kontrollierte Oxidation bei 25–28 °C, Dauer 4–6 Stunden. Der nördliche Bergrohstoff mit hohem Aminosäuregehalt erfordert eine etwas behutsamere Oxidation, um die Süße zu bewahren. Die Meister orientieren sich an der Blattfarbe (Übergang zu kupferrot), am Aroma (Auftauchen ausgeprägter fruchtig-honiger Noten) und an der Oberflächenfeuchte. Eine übermäßige Oxidation droht den Verlust der charakteristischen Kastaniennote und das Auftreten einer „leeren“ Säure.
  • Trocknen (烘干, hōnggān / 干燥, gānzào): Heißluft bei 100–110 °C zum Stoppen der Oxidation, dann finale Nachtrocknung bei niedrigerer Temperatur (60–80 °C). Einige Betriebe experimentieren mit einem „warmen“ Heizprofil, das honig- und kakao-karamellige Nuancen verstärkt.
  • Sortierung (分级, fēnjí): Trennung in Fraktionen nach Blattgröße, Spitzenanteil und Unversehrtheit.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Straffe Rollung, feine, saitenförmige Blattpartikel (条索紧细, tiáosuǒ jǐn xì), von dunkelbrauner Farbe mit goldenen Spitzen (金毫). Das Blatt ist gleichmäßig, ordentlich, ohne Bruch.
  • Aroma des trockenen Blattes: Sauber, honigartig, mit brotig-nussigen Untertönen. Eine leichte Kastaniennuance ist möglich – ein charakteristisches Merkmal der Tees des Dàbié Shān.
  • Aroma des Aufgusses: Warm und süß, mit einem Übergang von Honig und Trockenfrüchten zu brotig-karamelligen Nuancen. In der abkühlenden Schale treten feine holzig-krautige Noten hervor, die an trockenes Herbstlaub erinnern.
  • Geschmack: Dicht und rund, mit ausgeprägter natürlicher Süße und moderater, unaufdringlicher Herbe. Der Abgang ist langanhaltend, wärmend, mit Nuancen von gebackener Kastanie und Honig. In den besten Partien zeigt sich eine deutliche „Mineralität“, die mit den Granitböden des Guīfēng Shān in Verbindung gebracht wird.
  • Farbe des Aufgusses: Von bernsteinfarben bis rot-kastanienbraun, klar und leuchtend. Die Farbtiefe hängt vom Oxidationsgrad und dem Pflückstandard ab.
  • Blattgrund (aufgegossenes Blatt): Das Blatt öffnet sich elastisch und gleichmäßig; die Farbnuancen reichen von kupferbraun bis rötlich-kastanienbraun. Die Struktur ist gut sichtbar: ganze Knospen und Blätter ohne Risse.

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole: Im fertigen roten Tee überwiegen oxidierte Formen – Theaflavine (TF) und Thearubigine (TR), die Farbe des Aufgusses und den „Körper“ des Geschmacks formen. Der Gesamtpolyphenolgehalt liegt schätzungsweise bei 15–20 % (bezogen auf die Trockenmasse des fertigen Tees).
  • Aminosäuren: Erhöhter Gehalt an freien Aminosäuren, einschließlich L-Theanin, aufgrund der langen winterlichen Ruheperiode und der kühlen Bergbedingungen. Dies sorgt für eine weiche, reine Süße.
  • Alkaloide: Koffein – moderates Niveau (3–4 %), Theobromin, Theophyllin – in Spuren.
  • Vitamine und Mineralien: B-Vitamine (B₁, B₂), Spuren von Ascorbinsäure, Kalium, Magnesium, Mangan, Zink, Fluor. Mangan und andere Spurenelemente aus den granitischen Bergböden tragen zur mineralischen Geschmacksnuance bei.
  • Flüchtige Aromastoffe: Komplex aus Terpenen (Linalool, Geraniol, Nerolidol), Aldehyden und Maillard-Reaktionsprodukten. Das kühle Bergterroir verlangsamt die Verdunstung flüchtiger Stoffe aus dem Blatt und fördert deren Anreicherung.
  • Wasserextraktstoffe: Nach Daten für den verwandten grünen Guīshān Yán Lǜ beläuft sich der Anteil auf etwa 38–42 %, was auf eine hohe Extraktsättigung und gute Beständigkeit bei mehrfachem Aufguss hinweist.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Anregung und kognitive Unterstützung: Koffein in Kombination mit L-Theanin sorgt für eine sanfte, anhaltende Wachheit und gesteigerte Konzentration ohne Unruhe.
  • Antioxidative Aktivität: Theaflavine und Thearubigine sind kraftvolle Antioxidantien, die zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen.
  • Unterstützung der Verdauung: Roter Tee mit moderater Herbheit regt die Verdauungsprozesse sanft an, besonders nach einer üppigen Mahlzeit.
  • Wärmender Effekt: Vollständig oxidierter Tee aus nördlichem Bergterroir besitzt eine ausgeprägt „warme“ Natur – ideal für die kalten Winter Zentralchinas.
  • Herz-Kreislauf-System: Regelmäßiger mäßiger Genuss von rotem Tee wird mit der Aufrechterhaltung des Gefäßtonus und der Elastizität der Gefäßwände in Verbindung gebracht.
  • Stärkung der Immunität: Polyphenolverbindungen zeigen eine moderate antimikrobielle und immunmodulierende Aktivität.
  • Mineralische Unterstützung: Tee aus mineralreichem Bergterroir ist eine zusätzliche Quelle für Kalium, Magnesium und Mangan.
  • Verringerung von Müdigkeit: Wärmender roter Tee mindert das subjektive Müdigkeitsgefühl und hilft in der kalten Jahreszeit, die Kräfte wiederherzustellen – besonders relevant für Bewohner nördlicher Bergregionen.

9. Aufbrühen:

  • Wassertemperatur: 90–95 °C.
  • Teemenge: 4–6 g auf 100–120 ml Wasser.
  • Gefäß: Porzellan-Gàiwǎn (盖碗) – für reinen, „transparenten“ Aufguss; Yíxīng-Kännchen (宜兴紫砂壶) – für ein einhüllenderes, öligeres Profil; Glaskanne – wenn man den Tanz der sich öffnenden Blätter beobachten möchte.
  • Ablauf:
  1. Das Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen und das Wasser abgießen.
  2. Den Tee einfüllen, den Deckel schließen, leicht schütteln – das Aroma des erwärmten trockenen Blattes einatmen.
  3. Ein Spülgang ist nicht zwingend; bei enger Rollung ist ein kurzer Aufguss (1–2 Sek.) zulässig.
  4. Erster Aufguss: 8–12 Sekunden.
  5. 2.–4. Aufguss: 10–15 Sekunden.
  6. Ab dem 5. Aufguss: die Ziehzeit um 5–10 Sekunden verlängern.
  7. Eine gute Partie hält 6–8 Aufgüsse und entwickelt sich von honig-blumigen Noten zu tiefen kastanien-holzigen Nuancen.

10. Lagerung:

  • Luftdichtes, lichtundurchlässiges Behältnis (Metalldose, Vakuumbeutel, Tongefäß).
  • Trockener, dunkler, kühler Ort (15–25 °C, Luftfeuchtigkeit unter 60 %), fern von starken Gerüchen.
  • Optimaler Genusszeitraum – 6–18 Monate. Hochwertige Partien können bis zu 2–3 Jahre sanft „abrunden“.
  • Direkte Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen und Kontakt mit aromatischen Lebensmitteln vermeiden.

11. Preis und Fälschungen:

  • Preiskategorie: Regionales Nischenprodukt. Der Preis wird von der Pflückhöhe (je höher, desto teurer), dem Blattstandard (Spitzenpartien sind teurer), der Reputation des Betriebs und dem Vorhandensein von Auszeichnungen bestimmt. Tee aus den oberen Zonen des Guīfēng Shān (800–1000 m) ist spürbar teurer als Rohstoff aus tieferen Lagen.
  • Wie man Fälschungen vermeidet:
  1. Bei geprüften Händlern kaufen, deren Rückverfolgbarkeit bis zu einem konkreten Betrieb am Guīfēng Shān reicht.
  2. Das Erscheinungsbild prüfen: gleichmäßige straffe Rollung, sichtbare goldene Spitzen, kein Staub oder Bruch.
  3. Das Aroma prüfen: sauber, honig-kastanienartig, ohne brandige, saure oder muffige Noten.
  4. Den Aufguss beurteilen: klar, leuchtend, bernsteinrot. Trübung, Stumpfheit, Bodensatz sind Warnsignale.
  5. Einem „zu niedrigen“ Preis für einen deklarierten Hochgebirgsgrad mit Skepsis begegnen.

12. Interessante Fakten:

  • Guīfēng Shān – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Berg in Wǔhàn (龟山, „Schildkrötenberg“, eines der Ufer des Yángzǐ). Der Máchénger Guīfēng Shān ist ein Massiv mit einem Hauptgipfel über 1300 m und einer Ausdehnung von mehr als hundert Lǐ, ein Teil des Dàbié Shān (大别山), einer der zentralen Grenzen zwischen Nord- und Südchina.

  • Eben am Guīfēng Shān fand 506 v. Chr. eine der berühmtesten Schlachten des chinesischen Altertums statt – Bǎijǔ zhī zhàn (柏举之战). Der Feldherr Sūn Wǔ (孙武, Sūn Wǔ), Verfasser des Traktats „Die Kunst des Krieges“, schlug an der Spitze des Heeres des Staates Wú die zwanzigtausend Mann starke Armee von Chǔ und nahm die Hauptstadt ein. Der Tee von hier wächst also auf einem Boden, der von Legenden zweieinhalb Jahrtausende umweht ist.

  • Im Jahr 1962 besuchte Marschall Dǒng Bìwǔ (董必武, Dǒng Bìwǔ) den Guīfēng Shān und schätzte den örtlichen Tee hoch ein, was half, das Interesse an ihm auf staatlicher Ebene neu zu beleben.

  • Der Guīfēng Shān ist berühmt für das weltweit größte Vorkommen wilder Rhododendren – während der Blütezeit (April–Mai) sind die Hänge mit einem dichten Blütenteppich bedeckt. Die Teesträucher wachsen in Nachbarschaft zu den Rhododendren, und manche Verkoster nehmen im Aroma des Guīshān Hóngchá eine feine florale Nuance wahr, die mit dieser Nachbarschaft in Verbindung gebracht wird.

  • Die Teeproduktion des Guīshān hat einen vollständigen historischen Zyklus durchlaufen: Erwähnung im „Chá Jīng“ (8. Jh.) → Blüte unter Táng und Sòng → Niedergang in der ersten Hälfte des 20. Jh. → staatliche Wiederbelebung (Staatsfarm 1958) → Schaffung der Marke „Guīshān Yán Lǜ“ (1959) → Diversifizierung zu rotem Tee (21. Jh.). Dieser Weg ist eine anschauliche Illustration des Schicksals vieler regionaler Tees Zentralchinas.

  • Der Dàbié Shān (大别山, „Gebirge der großen Wasserscheide“) ist eine der Hauptwasserscheiden Chinas, die an den Grenzen von Húběi, Hénán und Ānhuī verläuft. Dieses Gebirgssystem hat auf beiden Seiten des Kamms zahlreiche berühmte Tees hervorgebracht: Xìnyáng Máojiān und Hūoshān Huáng Yá im Norden, Qímén Hóngchá und Liù’ān Guāpiàn im Osten. Der Guīshān Hóngchá ist ein Vertreter der Südseite, die zum Yángzǐ-Tal hin liegt.

13. Vergleich mit anderen roten Tees:

  • Yí Hóng (宜红, Yí Hóng, „Yíchāng-Roter“): Der bekannteste rote Tee Húběis, produziert im Westen der Provinz (Yíchāng, Ēnshī). Yí Hóng ist ein industrieller Gōngfu-Hóngchá mit einem gleichmäßigeren, „standardisierten“ Profil. Guīshān Hóngchá ist ein intimes Bergprodukt mit ausgeprägterer Mineralität und Kastaniennoten.

  • Qímén Hóngchá (祁门红茶, Qímén Hóngchá): Der benachbarte (jenseits des Dàbié Shān) große rote Tee aus Ānhuī. Qímén ist für die erlesene „Qímén-Rose“ im Aroma berühmt. Guīshān Hóngchá beansprucht eine solche sublime Höhennote nicht, bietet aber eine solider verankerte, mineralische, leicht „rauchige“ Tiefe, die vom Granitterroir Húběis diktiert wird.

  • Xìnyáng Hóngchá (信阳红茶, Xìnyáng Hóngchá): Roter Tee aus der Nachbarprovinz Hénán, hergestellt aus dem Rohstoff des berühmten Xìnyáng Máojiān. Beide Tees stammen aus dem Dàbié-Shān-Gebiet und teilen einen „nördlichen“ Charakter – erhöhte Süße und milde Herbheit. Xìnyáng Hóngchá ist in der Regel etwas leichter und blumiger; Guīshān Hóngchá ist dichter und „wärmer“.

  • Liù’ān Guāpiàn Hóngchá: Experimentelle rote Tees aus Ānhuī, die aus dem Rohstoff berühmter grüner Tees hergestellt werden, stellen eine verwandte Tendenz dar. Wie der Guīshān Hóngchá sind sie ein Versuch, die Palette der historischen Teeterroirs des Dàbié Shān zu erweitern.

Fazit:

Máchéng Guī Shān Hóngchá ist ein Tee mit tiefer Ortsverbundenheit: die Berge des Dàbié Shān, die Granitfelsen des Guīfēng Shān, die aus den Tälern heranziehenden Nebel und die Teesträucher, die in Nachbarschaft zu den uralten Rhododendren wachsen. In ihm klingt der raue, doch großzügige Charakter des zentralchinesischen Hochgebirges an: dichte Honigsüße, kastanienmineralische Tiefe, ein wärmender Abgang. Dieser Tee ist besonders geeignet in kalten Monaten, bei einem gemächlichen Teegenuss mit Freunden – wenn man nicht nur den Durst stillen, sondern eine Geschichte einatmen möchte, die bereits mehr als zwölf Jahrhunderte andauert.