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Láoshān Grüntee
Láoshān lǜchá · 崂山绿茶
Láoshān lǜchá ist der nördlichste weitläufig kultivierte grüne Tee Chinas, geboren an der Schnittstelle zwischen den Granitfelsen des heiligen daoistischen Berges Láoshān und den salzigen Brisen des Gelben Meeres.
Láoshān lǜchá ist der nördlichste weitläufig kultivierte grüne Tee Chinas, geboren an der Schnittstelle zwischen den Granitfelsen des heiligen daoistischen Berges Láoshān und den salzigen Brisen des Gelben Meeres. Dieser Tee ist ein lebendiges Zeugnis für den Erfolg eines großangelegten agronomischen Experiments – „Nán chá běi yǐn“ (南茶北引, Nán chá běi yǐn) – der „Umsiedlung südlichen Tees in den Norden“, das in den 1950er Jahren begann und das jahrhundertealte Axiom widerlegte, gewerblicher Teeanbau sei nördlich des 30. Breitengrads unmöglich.
1. Klassifizierung und Herkunft:
- Typ: Grüner Tee (nicht fermentiert). Die Fixierung erfolgt durch Rösten im Wok (炒青, chǎoqīng).
- Kategorie: Nordchinesische grüne Tees. Bekannt als „Jiāngběi dìyī míngchá“ (江北第一名茶, Jiāngběi dìyī míngchá) – „Erster berühmter Tee nördlich des Jangtse“.
- Herkunft: China, Provinz Shāndōng (山东省, Shāndōng Shěng), Stadt Qīngdǎo (青岛市, Qīngdǎo Shì), Bezirk Láoshān (崂山区, Láoshān Qū). Das geschützte geografische Herkunftsgebiet umfasst vier administrative Unterbezirke (街道办事处, jiēdào bànshìchù): Wánggēzhuāng (王哥庄, Wánggēzhuāng), Shāzǐkǒu (沙子口, Shāzǐkǒu), Zhōnghán (中韩, Zhōnghán) und Běizhái (北宅, Běizhái). Es handelt sich um eine der nördlichsten kommerziellen Teeanbauregionen der Welt – etwa 36° nördlicher Breite.
- Geografische Koordinaten: 36°03′–36°20′ N, 120°24′–120°43′ O.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
- Geschichte:
Der Berg Láoshān (崂山) ist eines der ältesten Zentren des Daoismus in China, bekannt als „Hǎishàng dìyī míngshān“ (海上第一名山) – „Erster berühmter Berg am Meer“. Die Teeanbau-Geschichte hier ist jedoch erstaunlich jung und begann erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
1957 initiierte die Garten- und Parkverwaltung Qīngdǎo (青岛市园林管理处) das Projekt, südliche Teesträucher in den Norden zu verpflanzen. Die erste Lieferung – 5000 zweijährige Setzlinge aus dem Huángshān-Gebirge (Provinz Ānhuī) – wurde in der Baumschule des Zhōngshān-Parks (中山公园) am Südhang des Berges Tàipíngshān ausgepflanzt. Wegen falscher Ausgrabungszeit und Wurzelschäden starben alle Setzlinge bis zum folgenden Frühjahr ab.
Trotz des Rückschlags gingen die Versuche weiter. 1959 wurde das Projekt „Nán chá běi yǐn“ (南茶北引, „Umsiedlung südlichen Tees in den Norden“) offiziell als erfolgreich anerkannt: Es gelang, Setzlingen aus den Provinzen Ānhuī, Zhèjiāng und Fújiàn an den Hängen des Láoshān ein stabiles Anwachsen zu ermöglichen, in der Nähe des daoistischen Klosters Tàiqīnggōng (太清宫, Tàiqīnggōng) – „Palast der Höchsten Reinheit“. Dies widerlegte die wissenschaftlich fest verankerte Meinung, Teeanbau sei nördlich des 30. Breitengrads unmöglich.
In der Anfangsphase blieb die Überlebensrate gering, großflächige Pflanzungen unterblieben. 1972 veröffentlichte die Zeitung „Rénmín Rìbào“ (《人民日报》) einen Bericht über den Erfolg des „südlichen Tees im Norden“ in Shāndōng. 1973 hielt das Landwirtschaftsministerium im Kreis Rìzhào (日照) eine Konferenz sechs Provinzen zum Erfahrungsaustausch über „Nán chá běi yǐn, xī qiān“ (南茶北引西迁) – „Umsiedlung südlichen Tees in den Norden und Westen“ ab. Ab den 1990er Jahren verabschiedete die Stadtregierung von Qīngdǎo mehrere Förderprogramme: Subventionen, technische Begleitung und Anreize für Landwirte, von der traditionellen Getreidewirtschaft auf den Teeanbau umzusteigen. Bis 2004 überstieg die Teeplantagenfläche im Bezirk Láoshān 12.000 mǔ (rund 800 ha), und im Mai desselben Jahres fand das erste „Láoshān-Teefest“ (崂山茶节) statt, auf dem mehr als 60 Sorten vorgestellt wurden.
2004 wurden die ersten lokalen Standards verabschiedet: die „Technische Vorschrift für die Produktion“ und die „Technische Vorschrift für die Verarbeitung“ von Láoshān-Grüntee – die ersten Teestandards Qīngdǎos. 2006 verlieh die Staatliche Generalverwaltung für Qualitätsüberwachung (国家质检总局) dem Tee „Láoshān lǜchá“ den Status eines Produkts mit geschützter geografischer Angabe (地理标志产品保护, Erlass Nr. 161). 2011 wurde die nationale Norm GB/T 26530-2011 „Produkt mit geografischer Angabe – Láoshān-Grüntee“ verabschiedet.
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Name:
- „Láoshān“ (崂山) – der heilige Berg an der Küste des Gelben Meeres, eines der bedeutendsten Zentren des Daoismus, berühmt für sein reines Wasser aus Bergquellen. Das Schriftzeichen „崂“ ist einzigartig und kommt fast ausschließlich in diesem Ortsnamen vor.
- „Lǜchá“ (绿茶) – „grüner Tee“.
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Kulturelle Bedeutung: Trotz der kurzen – kaum mehr als ein halbes Jahrhundert währenden – Teeanbau-Geschichte wurde der Láoshān-Grüntee zu einem unverzichtbaren „Markenzeichen“ Qīngdǎos und der gesamten Provinz Shāndōng. Er ist fest in der lokalen Gastfreundschaftskultur verankert: Gästen Láoshān lǜchá anzubieten, ist ein Zeichen des Respekts, und der Tee selbst ist ein obligatorisches Geschenk zu Festen und Hochzeiten auf der Jiāodōng-Halbinsel (胶东半岛). Die tiefe Verbindung zum daoistischen Erbe des Láoshān-Berges verleiht dem Tee eine besondere spirituelle Note, auch wenn historisch daoistische Mönche hier keinen Tee anbauten. Moderne Produzenten entwickeln aktiv „Teetourismus“ (茶旅融合) und bieten Gästen die Möglichkeit, vor der Kulisse von Berglandschaften und daoistischen Tempeln an der Ernte und Röstung des Tees teilzunehmen.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Sorte / Kultivar: Camellia sinensis var. sinensis. Verwendet werden mittel- und kleinblättrige, frostbeständige Kultivare, die an das kalte Klima Shāndōngs angepasst sind. Gemäß der nationalen Norm sind die Hauptsorten: Huángshān qúntǐzhǒng (黄山群体种, Huángshān qúntǐzhǒng) – eine Gruppenpopulation aus dem Huángshān, Jiūkēng (鸠坑, Jiūkēng) – eines der ältesten Kultivare Zhèjiāngs, Qímén (祁门, Qímén), Lóngjǐng 43 (龙井43, Lóngjǐng 43) – ein frühreifer, ertragreicher Klon, sowie Fúdǐng Dà Bái (福鼎大白, Fúdǐng Dà Bái). Die Sträucher zeichnen sich durch kompakte Form, kleine glänzende Blätter von runder Gestalt mit hohem Chlorophyllgehalt und eine verdickte Blattspreite aus – Ergebnis der Anpassung an das nördliche Klima.
- Ernte: Drei Hauptsaisons: Frühling (春茶, chūnchá, Mitte April – Anfang Mai, gilt als die beste), Sommer (夏茶, xiàchá) und Herbst (秋茶, qiūchá). Wegen des kalten Klimas setzt die Vegetation deutlich später ein als im Süden – der lokale Tee zählt oft zu den frühesten in seiner Breitenzone. Die Ernte erfolgt überwiegend von Hand.
- Erntestandard: Für Spitzensorten: eine Knospe und ein bis zwei junge Blätter (一芽一叶, yī yá yī yè; 一芽二叶, yī yá èr yè). Die Blätter müssen ganz, zart und in der Größe einheitlich sein.
- Anforderungen an das Rohmaterial: Frische, unbeschädigte junge Triebe mit der für Láoshān typischen dicken Blattspreite. Welke, frostgeschädigte oder im Reifegrad uneinheitliche Blätter sind nicht zulässig.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
- Region: Der Bezirk Láoshān liegt im Südosten der Shāndōng-Halbinsel, am Fuße des Láoshān-Gebirges (崂山), unmittelbar an der Küste des Gelben Meeres (黄海, Huánghǎi). Der Berg Láoshān ist die höchste Küstengipfel Chinas (Hauptgipfel Jùfēng, 巨峰, 1.132,7 m). Die Plantagen befinden sich an sanften Hängen (bis zu 30°) und Hügeln, die windgeschützt und der Sonne zugewandt sind (背风向阳, bèifēng xiàngyáng).
- Anbauhöhe: Vorwiegend an niedrigen Hängen – vom Meeresspiegel bis 200–400 m. Die Meeresnähe und die Granitfelsen schaffen ein einzigartiges Mikroklima – eine Art „Sonnenfalle“, in der die Felsen tagsüber Wärme speichern und nachts wieder abgeben, wodurch Temperaturschwankungen gemildert werden.
- Böden: Braunerden (棕壤, zōng rǎng), die auf granitischem Ausgangsgestein entstanden sind. Tiefe fruchtbare Schicht (mindestens 60 cm), pH 4,5–6,5, organische Substanz über 1 %. Der granitische Ursprung sorgt für eine reiche mineralische Zusammensetzung: Quarz, Eisen, Zink, Selen, Mangan – was dem Tee sein charakteristisches mineralisches Profil verleiht.
- Klima: Gemäßigtes maritimes Monsunklima (温带海洋性季风气候, wēndài hǎiyángxìng jìfēng qìhòu). Milde, feuchte Sommer (Durchschnittstemperatur Juli +25 °C) und kalte Winter (Durchschnittstemperatur Januar etwa −1 °C, Minima bis −15 °C). Jahresniederschlag etwa 700–800 mm. Häufiger Meeresnebel und Brisen sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit und natürliche Lichtstreuung.
- Besonderheiten: Die wichtigste agrartechnische Besonderheit ist die Notwendigkeit, die Teesträucher vor Winterfrösten zu schützen. Zum Einsatz kommen Polycarbonat-Gewächshäuser, Folienabdeckungen und Mulchen. Der kalte Winter ist nicht nur Herausforderung, sondern auch Vorteil: Die lange Ruheperiode (ca. 5 Monate) und das extrem langsame Wachstum im kühlen Klima ermöglichen es den Blättern, deutlich mehr Aminosäuren (insbesondere L-Theanin), Mineralstoffe und Chlorophyll anzureichern als südliche Pendants. Es wird der Zwischenreihenanbau von Sojabohnen (大豆间种, dàdòu jiānzhòng) zur natürlichen Anreicherung des Bodens mit Stickstoff praktiziert – eine innovative, von lokalen Bauern entwickelte Methode. Zur Bewässerung dient das reine Wasser der Láoshān-Bergquellen, dessen Mineralzusammensetzung ebenfalls den Teegeschmack beeinflusst.
5. Herstellungsverfahren:
Das Herstellungsverfahren von Láoshān lǜchá zielt darauf ab, die Frische des Blattes maximal zu bewahren und das charakteristische „wāndòu xiāng“ (豌豆香) zu entfalten – das Aroma gekochter Bohnen (Edamame), das Markenzeichen dieses Tees. Hergestellt werden zwei Hauptstilrichtungen: juǎnqū xíng (卷曲形) – gerollt (spiralförmig) und biǎn xíng (扁形) – flach (im Stil des Lóngjǐng).
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Ernte (采摘, cǎi zhāi): Handpflücken junger Triebe in den Morgenstunden. Für Spitzensorten: eine Knospe mit ein bis zwei Blättern.
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Ausbreiten / Anwelken (摊凉, tān liáng): Die frisch gepflückten Blätter werden in dünner Schicht auf Bambustabletts in einem kühlen, belüfteten Raum für 3–4 Stunden ausgelegt, um Oberflächenfeuchtigkeit zu entfernen und sanfte biochemische Umwandlungen einzuleiten, die das Blatt für die Röstung vorbereiten.
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Fixierung / „Grüntötung“ (杀青, shāqīng): Entscheidender Schritt. Die Blätter werden schnell in rotierenden, erhitzten Trommeln (滚筒杀青, gǔntǒng shāqīng) bei etwa 180 °C geröstet. Die hohe Temperatur deaktiviert oxidierende Enzyme, stoppt die Fermentation und verleiht dem Tee charakteristische Röstnoten (Bohnen, Kastanien, geröstetes Brot).
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Rollen / Formgebung (揉捻/做形, róuniǎn / zuò xíng): Die Blätter werden in Form gebracht. Je nach Stilrichtung:
- Gerollt (卷曲形): Die Blätter werden zu Spiralen gerollt, die an Bìluóchūn erinnern. Diese Stilrichtung ist verbreiteter.
- Flach (扁形): Die Blätter werden gepresst und erhalten eine flache Form, die Lóngjǐng imitiert. Diese Stilrichtung betont die Glätte und die jadegrüne Farbe des Blattes.
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Trocknung (烘干, hōnggān): Abschließende Trocknung bei moderater Temperatur zur Entfernung von Restfeuchtigkeit, Stabilisierung der Form und Fixierung des Aromaprofils.
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Sortierung (分级, fēnjí): Manuelle Sortierung des fertigen Tees: Entfernen beschädigter Blätter und Stiele, Sicherstellung der Einheitlichkeit. Nach der nationalen Norm GB/T 26530-2011 wird der fertige Tee in vier Grade eingeteilt: Spezial (特级, tèjí, mit zwei Unterkategorien), Erster (一级), Zweiter (二级) und Dritter (三级).
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Abhängig von der Stilrichtung. Gerollt (卷曲形): Dichte, kleine, grüne Spiralen mit auffälligem silbrig-weißem Flaum. Flach (扁形): Glatte, flache Blättchen von jadegrüner Farbe. Charakteristisch für beide Stilrichtungen sind die im Vergleich zu südchinesischen Grüntees deutlich dickeren und festeren Blätter.
- Aroma des trockenen Blattes: Lebhaft, frisch, mit den charakteristischen Noten von gekochten oder gerösteten Edamame-Bohnen (豌豆香, wāndòu xiāng), Kastanien (栗香, lì xiāng), warmem Brot, gelegentlich auch von Zuckermais. Leichte blumige oder grasige Nuancen.
- Aroma des Aufgusses: Bewahrt die Bohnen-Kastanien-Noten, ergänzt durch die Frische grüner Bohnen, Spinat sowie cremige und mineralische Nuancen. Das Aroma ist beständig und entfaltet sich allmählich.
- Geschmack: Das Hauptunterscheidungsmerkmal – eine ausgeprägte natürliche Süße (甘醇, gānchún), Weichheit und ein voller Körper (滋味浓, zīwèi nóng). Noten von Edamame-Bohnen, gerösteten Kernen, Butter, leichte Mineralität. Bei korrekter Zubereitung tritt Bitterkeit praktisch nicht auf. Der Nachgeschmack ist lang, süß, erfrischend, mit einem mineralischen Ton (回甘, huígān). Der Tee zeichnet sich durch hohe Aufgussbeständigkeit (耐冲泡, nài chōngpào) aus – bis zu 5–7 vollwertige Aufgüsse.
- Farbe des Aufgusses: Leuchtend, klar, hellgelb oder gelbgrün (黄绿明亮, huánglǜ míngliàng), häufig mit einem leichten „Gelbstich“ (带黄头, dài huángtóu) – ein charakteristisches Merkmal, das ihn von südlichen Grüntees unterscheidet. Gelegentlich ist eine leichte Opaleszenz durch winzige Flaumpartikel zu beobachten.
- Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Leuchtend grüne, zarte, ganze Blätter und Knospen. Die Blätter öffnen sich langsam und nicht vollständig – selbst nach mehreren Aufgüssen bleiben sie leicht runzlig, was von der Dichte der Blattspreite zeugt.
Die organoleptische Schlüsselcharakteristik von Láoshān lǜchá drückt sich in der Formel aus: „叶片厚、豌豆香、滋味浓、耐冲泡“ – „dickes Blatt, Bohnenaroma, satter Geschmack, Aufgussbeständigkeit“.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole (Catechine): Hoher Gehalt, insbesondere Epigallocatechingallat (EGCG), das starke antioxidative Eigenschaften verleiht.
- Aminosäuren: Erhöhter Gehalt an L-Theanin (L-茶氨酸, L-chá ānjīsuān) – eine der Hauptbesonderheiten von Láoshān lǜchá, bedingt durch das langsame Wachstum im kühlen Klima. L-Theanin verleiht dem Tee eine natürliche Süße (Umami) und eine milde entspannende Wirkung. Möglicherweise auch Spuren von GABA (γ-Aminobuttersäure) als Folge des Kältestresses der Pflanzen.
- Alkaloide: Moderater Gehalt an Koffein (咖啡因), Theobromin und Theophyllin, die eine milde tonisierende Wirkung erzeugen.
- Chlorophyll: Hoher Gehalt an Chlorophyll b aufgrund dicker, dichter Blätter, die an die langen Tageslichtstunden nördlicher Breiten angepasst sind. Sorgt für satte grüne Farbe.
- Mineralien: Reich an Zink, Selen, Mangan, Eisen, Kalium, Fluor – Ergebnis der einzigartigen mineralischen Zusammensetzung der Granitböden und des Láoshān-Bergwassers.
- Vitamine: Enthält die Vitamine C, E, B-Gruppe, Carotin.
8. Wohltuende Eigenschaften:
- Antioxidativer Schutz: Der hohe Gehalt an Catechinen und Mineralien (Selen, Zink) bietet wirksamen Zellschutz vor oxidativem Stress.
- Verbesserung kognitiver Funktionen: Das günstige Verhältnis von L-Theanin zu Koffein fördert Konzentration und geistige Klarheit ohne übermäßige Erregung.
- Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Die Polyphenole des grünen Tees tragen zur Normalisierung des Fettstoffwechsels und zur Verbesserung der Gefäßelastizität bei.
- Entspannende und stressmindernde Wirkung: Der erhöhte L-Theanin-Gehalt hilft, Stress abzubauen und die Stimmung zu heben.
- Unterstützung des Immunsystems: Der Mineralkomplex (Selen, Zink, Mangan) aus den einzigartigen Granitböden stärkt die Abwehrkräfte des Körpers.
- Stoffwechselverbesserung: Fördert den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Körpertonus.
9. Aufguss:
- Wassertemperatur: 70–80 °C. Zu heißes Wasser verstärkt die Bitterkeit und „verbrennt“ die zarten Blätter.
- Teemenge: 5–7 g auf 150–200 ml Wasser für die Methode der mehrfachen Aufgüsse (功夫泡法, gōngfu pàofǎ); 2–3 g auf 200 ml für das Ziehenlassen im Glas.
- Gefäß: Gàiwǎn (盖碗, gàiwǎn) aus Porzellan – die klassische Wahl. Ein Glasbecher oder eine Glaskaraffe ermöglichen es, das Öffnen der dicken, dichten Blätter zu beobachten. Porzellankanne. Yíxìng-Ton wird nicht empfohlen – er absorbiert das feine Bohnenaroma.
- Vorgang (Methode der mehrfachen Aufgüsse):
- Das Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen.
- Den trockenen Tee in Gàiwǎn oder Kanne geben.
- Eine kurze Spülung durchführen: Mit Wasser übergießen und sofort abgießen (Láoshān lǜchá verträgt die Spülung aufgrund der Blattdicke).
- Erster Aufguss – 15–30 Sekunden.
- Folgende Aufgüsse – die Zeit schrittweise erhöhen (20, 30, 45 Sekunden usw.).
- Der Tee verträgt 5–7 vollwertige Aufgüsse und entfaltet dabei verschiedene Geschmacksfacetten: von der Bohnensüße zu Beginn bis zur mineralischen Frische im Finale.
10. Lagerung:
Láoshān lǜchá ist empfindlich gegenüber Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Fremdgerüchen. Empfohlen wird die Lagerung in luftdichter, lichtundurchlässiger Verpackung (vakuumversiegelte Folienbeutel, Metallboxen mit dicht schließendem Deckel) an einem kühlen, trockenen Ort, fern von Wärmequellen und starken Gerüchen. Für eine Langzeitlagerung (bis zu 12–18 Monate) – im Kühlschrank bei 0–5 °C, in zuverlässig versiegelter Verpackung, um Geruchsaufnahme und Kondenswasserbildung beim Herausnehmen zu vermeiden. Bei Raumtemperatur – innerhalb von 2–3 Monaten verbrauchen.
11. Preis und Fälschungen:
Láoshān lǜchá ist ein Tee des oberen Preissegments. Der Preis ergibt sich aus der begrenzten Produktionsmenge (Gesamtplantagenfläche rund 16.000 mǔ, Jahresausstoß rund 900 Tonnen), den harten Anbaubedingungen (Notwendigkeit von Gewächshäusern, Frostschutz), dem hohen manuellen Arbeitsanteil und der beträchtlichen Nachfrage. Die Frühlingsernte (insbesondere „tóu chūn“, 头春) ist am teuersten. Auf dem chinesischen Binnenmarkt liegt der Preis für hochwertigen Frühlings-Láoshān lǜchá zwischen 500 und 3.000 Yuán pro 500 g. Auf dem internationalen Markt zwischen 25 und 60 USD pro 100 g.
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So vermeidet man Fälschungen:
- Kaufen Sie bei geprüften Händlern mit dem Recht zur Nutzung der geografischen Angabe „崂山绿茶“. Achten Sie auf die GI-Kennzeichnung und die Herstellerangaben.
- Beurteilen Sie das Erscheinungsbild: Echter Láoshān lǜchá hat deutlich größere und dickere Blätter als südliche Grüntees, mit einem charakteristischen grüngelben Farbton und weißem Flaum. Zu kleine, dünne, perfekt gleichmäßige, leuchtend grüne Teeblätter geben Anlass zu Misstrauen.
- Prüfen Sie das Aroma: Das obligatorische „wāndòu xiāng“ – das Aroma von Edamame-Bohnen/Kastanien. Südliche Tees, die als Láoshān verkauft werden, entbehren meist dieser charakteristischen Note.
- Testen Sie die Beständigkeit: Echter Láoshān lǜchá hält 5–7 Aufgüsse ohne Geschmacksverlust stand. Fälschungen „verflüchtigen“ sich nach 2–3 Aufgüssen.
- Ein zu niedriger Preis ist das Hauptwarnsignal: Echter Láoshān lǜchá kann aufgrund objektiver Produktionsbeschränkungen nicht billig sein.
12. Interessante Fakten:
- Láoshān lǜchá ist eine anschauliche Widerlegung der These von Lù Yǔ aus dem „Tee-Klassiker“ (《茶经》), dass „Tee ein edler Baum des Südens sei“ (茶者,南方之嘉木也). Der Erfolg von „Nán chá běi yǐn“ bewies, dass Tee bei richtiger Agrartechnik weit jenseits der traditionellen südlichen Zonen angebaut werden kann.
- Der kalte Winter, der die Sträucher dazu zwingt, etwa 5 Monate zu „schlafen“, ist paradoxerweise der Hauptvorteil von Láoshān: Die lange Ruheperiode und das langsame Wachstum sorgen für einen außergewöhnlich hohen Aminosäuregehalt, der den Tee ungewöhnlich süß und gesättigt macht.
- Der daoistische Berg Láoshān ist für seine Quellen berühmt, und das örtliche Wasser (崂山矿泉水, Láoshān kuàngquán shuǐ) gilt als eines der besten Chinas zum Aufgießen von Tee. Der mineralische Gehalt des Wassers ist ein weiterer Faktor für den einzigartigen Geschmack.
- 2006 wurde auf lokaler Ebene das System „地理标志 + 区块链“ eingeführt – der Einsatz von Blockchain-Technologie zur Rückverfolgung der Echtheit des Tees von der Plantage bis zur Theke, was eines der Pionierprojekte der chinesischen Teeindustrie war.
- Pionierbauern des Láoshān-Teebaus experimentieren neben grünem Tee auch mit der Herstellung von rotem (黑茶/红茶), gelbem, weißem und sogar Oolong-Tee aus demselben Rohmaterial. Am bekanntesten ist Láoshān Hóngchá (崂山红茶) – ein roter Tee mit ausgeprägten Noten von dunkler Schokolade und Karamell.
13. Vergleich mit anderen grünen Tees:
- Xīhú Lóngjǐng (西湖龙井, Xīhú Lóngjǐng): Lóngjǐng ist ein flacher Chǎoqīng (炒青)-Tee aus Zhèjiāng mit nussigem, kastanienartigem Aroma. Die flache Stilrichtung von Láoshān lǜchá ähnelt äußerlich Lóngjǐng, unterscheidet sich aber durch ein deutlich dickeres Blatt, ein ausgeprägtes Bohnenaroma (statt nussig) und eine wesentlich höhere Aufgussbeständigkeit.
- Dòngtíng Bìluóchūn (洞庭碧螺春, Dòngtíng Bìluóchūn): Die gerollte Stilrichtung von Láoshān erinnert in der Form an Bìluóchūn, doch in Geschmack und Aroma unterscheiden sie sich grundlegend: Bìluóchūn ist blumig-fruchtig, leicht, elegant; Láoshān ist bohnenartig, dicht, butterig.
- Rìzhào Lǜchá (日照绿茶, Rìzhào Lǜchá): Der nächste „Nachbar“ und Konkurrent – ebenfalls ein nördlicher Grüntee aus der Provinz Shāndōng (Stadt Rìzhào). Beide Tees sind Produkte von „Nán chá běi yǐn“, doch Láoshān besitzt dank des einzigartigen küstennahen Mikroklimas und der Granitböden ein ausgeprägteres mineralisches Profil und ein feineres Aroma.
- Huángshān Máo Fēng (黄山毛峰, Huángshān Máo Fēng): Ein zarter Frühlings-Hōngqīng (烘青)-Grüntee aus Ānhuī mit blumig-orchideenartigem Aroma. Máo Fēng ist leichter und blumiger; Láoshān ist dichter, süßer und „erdiger“.
Fazit:
Láoshān lǜchá ist der lebende Beweis dafür, dass großer Tee allen Regeln und Kanons zum Trotz entstehen kann – erschaffen nicht durch jahrhundertealte Tradition, sondern durch wissenschaftlichen Wagemut, die Beharrlichkeit der Bauern und die Großzügigkeit eines einzigartigen Terroirs, in dem die Granitfelsen des heiligen daoistischen Berges auf die salzigen Winde des Gelben Meeres treffen. Dieser Tee hat in einem halben Jahrhundert den Weg vom agronomischen Experiment zum „Ersten berühmten Tee nördlich des Jangtse“ zurückgelegt. Sein dichtes Bohnenaroma, die butterige Süße, die mineralische Tiefe und die erstaunliche Aufgussbeständigkeit – all dies ist ein Geschenk des langen, kalten Winters, der jedes Blatt zwingt, ein Maximum an Geschmack in sich aufzunehmen. Láoshān lǜchá wird Genuss bereiten all jenen, die gehaltvolle, vollmundige Grüntees mit Charakter schätzen und einen Geschmack suchen, der mit nichts anderem vergleichbar ist.