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Jīnshā Gòngchá
Jīnshā gòngchá · 金沙贡茶
Jīnshā Gòngchá (金沙贡茶, Jīnshā gòngchá) ist ein chinesischer Grüntee mit über zweitausendjähriger Geschichte, der auf den Hochlandplantagen des Kreises Jīnshā in der Provinz Guìzhōu angebaut wird. Er zählt zu den ältesten „Tribut-Tees“ (贡茶, gòngchá) Chinas und ist mit der Regierungszeit des Han-Kaisers Wǔdì verbunden.
Jīnshā Gòngchá (金沙贡茶, Jīnshā gòngchá) ist ein chinesischer Grüntee mit über zweitausendjähriger Geschichte, der auf den Hochlandplantagen des Kreises Jīnshā in der Provinz Guìzhōu angebaut wird. Er zählt zu den ältesten „Tribut-Tees“ (贡茶, gòngchá) Chinas und ist mit der Regierungszeit des Han-Kaisers Wǔdì verbunden. 2014 erhielt Jīnshā Gòngchá den Status eines Produkts mit geschützter geografischer Angabe (国家地理标志产品, Guójiā Dìlǐ Biāozhì Chǎnpǐn), und der Kreis Jīnshā trägt den Ehrentitel „Heimat des Tribut-Tees Chinas“ (中国贡茶之乡, Zhōngguó Gòngchá zhī Xiāng).
1. Klassifizierung und Herkunft:
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), unfermentiert. Oxidationsgrad unter 5 %.
- Kategorie: Chinesische regionale Grüntees; Produkt mit geschützter geografischer Angabe.
- Herkunft: China (中国, Zhōngguó), Provinz Guìzhōu (贵州省, Guìzhōu Shěng), bezirksfreie Stadt Bìjié (毕节市, Bìjié Shì), Kreis Jīnshā (金沙县, Jīnshā Xiàn). Das Anbaugebiet umfasst alle 26 Gemeinden und Großgemeinden des Kreises, mit dem Kern in der Großgemeinde Qīngchí (清池镇, Qīngchí Zhèn) – der historischen Wiege des Tribut-Tees, in der sich alte Teebäume konzentrieren.
- Geografische Koordinaten: 105°47′–106°44′ östlicher Länge, 27°07′–27°46′ nördlicher Breite. Anbaufläche rund 1250 km².
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
- Geschichte:
Die Geschichte von Jīnshā Gòngchá reicht über zweitausend Jahre zurück und ist untrennbar mit der Tribut-Tee-Kultur im Südwesten Chinas verbunden.
Westliche Han-Dynastie (西汉, Xī Hàn): Im Jahr 135 v. Chr. überreichte der Zhōnglángjiàng (中郎将, zhōnglángjiàng) Táng Méng (唐蒙, Táng Méng), der mit einer diplomatischen Mission zum Volk der Yèláng (夜郎, Yèláng) entsandt worden war, dem Han-Kaiser Wǔdì (汉武帝, Hàn Wǔdì) Tee aus dem Ort Qīngchí. Der Kaiser würdigte den Geschmack und verlieh ihm den Namen „Yèláng-Tee“ (夜郎茶, Yèláng Chá) und nahm ihn in das Register der Tributprodukte auf.
Ming-Dynastie (明朝, Míng Cháo): Die Tusi-Herrscherin Shēxiāng Fūrén (奢香夫人, Shēxiāng Fūrén), die das Volk der Yí im Gebiet Shuǐxī (水西, Shuǐxī) anführte, fügte den Tee aus Qīngchí den Gaben bei, die an den Kaiserhof des Dynastiegründers Zhū Yuánzhāng (朱元璋, Zhū Yuánzhāng) gesandt wurden.
Qing-Dynastie (清朝, Qīng Cháo): In den Jahren der Tongzhi-Regierung (同治, Tóngzhì) wurden am Ufer des Flusses Chìshuǐ Hé (赤水河, Chìshuǐ Hé) in Qīngchí drei Steinstelen mit Inschriften über die Teetributzahlung errichtet. Eine der Stelen besagt: „Der Tee aus Qīngshuǐtáng (清水塘茶, Qīngshuǐtáng Chá) wird über Gǔlín (古蔺) nach Sichuan verschifft, überall verbreitet und jährlich als Tribut eingezogen – schade, dass die Ernte gering ist.“ In denselben Jahren bestand in Qīngchí die Jiāngxī-Handelskammer (江西会馆, Jiāngxī Huìguǎn), die zum Zentrum des Tee- und Salzhandels wurde und heute als nationales Kulturdenkmal anerkannt ist.
Neuzeit: 2009 verlieh der Chinesische Verband für Teehandel (中国茶叶流通协会, Zhōngguó Cháyè Liútōng Xiéhuì) dem Kreis den Titel „Heimat des Tribut-Tees Chinas“. 2014 erhielt der Tee den staatlichen Schutz der geografischen Angabe. Bis 2025 beträgt die Teegartenfläche des Kreises 300 000 mǔ (rund 20 000 ha), die jährliche Produktion von Trockentee übersteigt 7 000 t, und der Gesamtproduktionswert erreicht 1,65 Mrd. Yuan.
- Name:
„Jīnshā“ (金沙, Jīnshā) ist der Name des Kreises, wörtlich „goldener Sand“, der der Überlieferung nach mit goldhaltigen Ablagerungen im Einzugsgebiet des Chìshuǐ Hé zusammenhängt. „Gòng Chá“ (贡茶, Gòngchá) bedeutet „Tribut-Tee“ oder „kaiserlicher Opfertee“, also Tee, der als Naturalsteuer an den Hof gesandt wurde. Der vollständige Name bedeutet somit wörtlich „Tribut-Tee aus Jīnshā“.
- Kulturelle Bedeutung:
Jīnshā Gòngchá ist eines der Symbole der Teekultur von Guìzhōu und ein lebendiges Zeugnis der alten Tee-Salz-Straße (盐茶古道, Yán Chá Gǔdào), die über Qīngchí zum Chìshuǐ Hé und weiter nach Sichuan führte. Die Tradition des „Steuerersatzes durch Tee“ (以茶代税, yǐ chá dài shuì) zeugt vom außergewöhnlichen Status, den der Tee im Wirtschaftsleben der Region einnahm. Heute zählt der Kreis Jīnshā mehrfach zu den „Hundert stärksten Teekreisen Chinas“ (中国茶业百强县, Zhōngguó Cháyè Bǎi Qiáng Xiàn), und die Marke „Jīnshā Gòngchá“ vereint über 17 Unternehmen und Genossenschaften.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
- Sorte / Kultivar: Der Hauptanbau (rund 60 %) entfällt auf den Kultivar Fúdǐng Dàbáichá (福鼎大白茶, Fúdǐng Dàbáichá) – eine extrafrühe, kleinblättrige Sorte von Camellia sinensis var. sinensis, die sich gut für die Herstellung von flachem Tee (翠片, cuìpiàn) eignet. Ebenso verbreitet ist der Kultivar Lóngjǐng 43 (龙井43, Lóngjǐng 43). Neben den Industriesorten wachsen in Jīnshā lokale reliktäre Populationen (本地群体种, běndì qúntǐ zhǒng), die groß-, mittel- und kleinblättrige Formen umfassen. Die einheimischen Sorten treiben 10–15 Tage früher aus als eingeführte Kultivare, zeichnen sich durch eine weiche Blattspreite aus und eignen sich ideal zur Herstellung gerollter Tees vom Typ Máojiān (毛尖, máojiān).
- Ernte: Der optimale Zeitraum ist der frühe Frühling, um das Qīngmíng-Fest (清明, Qīngmíng) Anfang April. Für Spitzensorten werden ausschließlich ungeöffnete Knospen oder eine Knospe mit einem sich gerade entfaltenden Blatt (一芽一叶初展, yī yá yī yè chū zhǎn) verwendet. Für Tee der ersten Güteklasse eine Knospe mit einem vollständig geöffneten Blatt. Massensorten erlauben die Ernte einer Knospe mit zwei Blättern.
- Anforderungen an das Rohmaterial: Jung, homogen, ohne mechanische Beschädigungen und Fremdgerüche. Besonders geschätzt wird Material von uralten Teebäumen (古茶树, gǔ cháshù) aus Qīngchí – Bäume mit einem Alter von hundert bis zweitausend Jahren werden getrennt verarbeitet und ausschließlich für Tee der höchsten Kategorie verwendet.
4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:
- Klima und Relief: Der Kreis Jīnshā liegt im „goldenen Teegürtel“ des 27. Breitengrades Nord. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 12,5–16,5 °C, die jährliche Niederschlagsmenge 1 050–1 650 mm. Die Zahl der Nebeltage übersteigt 180 pro Jahr, der Anteil des diffusen Sonnenlichts erreicht 70 % – optimale Bedingungen für die langsame Reifung des Teeblatts und die Anreicherung von Aromastoffen.
- Anbauhöhe: 800–1 100 m ü. d. M.
- Böden: Es überwiegen rotbraune, steinige Böden (岩性赤红壤, yánxìng chìhóng rǎng), die 35,1 % der Kreisfläche ausmachen. pH-Wert 5,0–6,5; die Böden sind mit Zink und Selen angereichert. Der Waldanteil des Kreises beträgt 61,89 %, industrielle Schadstoffquellen fehlen.
- Besonderheiten des Anbaus: Die Hochlage verlangsamt das Sprosswachstum, was zu einem etwa 20 % höheren Aminosäuregehalt des Frühjahrsrohmaterials im Vergleich zu Tiefland-Tees führt. Viele Betriebe praktizieren biologischen Anbau ohne Pestizide und chemische Düngemittel; eine Reihe von Produzenten ist nach Rainforest-Alliance- und EU-Standards zertifiziert.
5. Herstellungsverfahren:
Die Herstellung von Jīnshā Gòngchá folgt der klassischen Grüntee-Technologie mit einer Reihe lokaler Besonderheiten:
- Ernte (采摘, cǎizhāi): Selektive Handpflückung jungen Materials in den frühen Morgenstunden.
- Welken auf Bambussieben (摊青, tānqīng): Die frisch gepflückten Blätter werden dünn auf Bambustabletts ausgebreitet und 4–12 Stunden belassen, bis sie eine leichte Weichheit und ein charakteristisches Aroma erreichen.
- „Abtötung des Grüns“ (杀青, shāqīng): Der entscheidende Schritt – Fixierung bei etwa 300 °C im erhitzten Wok oder in der Trommel. Verwendet wird die traditionelle Technik „qíhuǒ chǎo“ (骑火炒, qíhuǒ chǎo), die im immateriellen Kulturerbe verzeichnet ist. Sie umfasst drei Feuerstufen: „wǔhuǒ shāqīng“ (武火杀青 – intensives Feuer zur Fixierung), „wénhuǒ shōuhàn“ (文火收汗 – mäßiges Feuer zur Entfernung von Restfeuchte) und „wēihuǒ dìngxiāng“ (微火定香 – schwaches Feuer zur Aroma-Fixierung).
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Wechsel von leichtem, starkem und wieder leichtem Druck (轻-重-轻, qīng-zhòng-qīng) zur Formgebung und Freisetzung des Zellsaftes.
- Erste Trocknung (毛火, máohuǒ): Erhitzen bei 120 °C zur vorläufigen Wasserentfernung.
- Fertigstellungstrocknung (足干, zúgān): Bei 80 °C bis zu einer Endfeuchte von maximal 6,5 %.
- Sortierung (分级, fēnjí): Trennung nach Fraktionen und Qualität gemäß der Norm für die geografische Angabe.
Für Material von jahrhunderte- und jahrtausendealten Bäumen erfolgt eine individuelle Verarbeitung: Der Schritt der Aromafixierung (提香, tíxiāng) wird auf 15 Minuten verlängert, was die Tiefe der Kastaniennote verstärkt.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Äußeres Erscheinungsbild des Trockenblattes: Zwei Hauptformen werden hergestellt. Gerollter Tee (卷曲形, juǎnqū xíng) – Typ „Máojiān“: feste, feine, leicht gekrümmte „Angelhaken“ (形似鱼钩, xíng sì yúgōu), grün mit auffälligem weißem Flaum. Flacher Tee (扁形, biǎn xíng) – Typ „Cuìpiàn“ (翠片, cuìpiàn): gerade, glatte, glänzende Plättchen von smaragdgrüner Farbe mit öligem Schimmer.
- Aroma des Trockenblattes: Ausgeprägte Kastaniennote (栗香, lìxiāng) – das Markenzeichen von Jīnshā Gòngchá. Bei Spitzensorten des Cuìpiàn geht die Kastaniennote in ein reines, hohes, blumig-grünes Aroma über. Das Aroma aus der kalten Tasse hält über 15 Minuten an.
- Aroma des Aufgusses: Intensiv, kastanienartig-nussig, mit einem Unterton von frischem Grün. In den besten Exemplaren zeigen sich zarte Honig- und Blumenanklänge.
- Geschmack: Dicht, ölig (醇厚, chúnhòu), mit ausgeprägter Frische (鲜爽, xiānshuǎng), bedingt durch den hohen Aminosäuregehalt. Der Nachgeschmack – ein lebhafter Huígān (回甘, huígān), eine lange süßliche Rückkehr. Bitterkeit und Adstringenz sind minimal.
- Farbe des Aufgusses: Gelbgrün, rein und leuchtend (黄绿明亮, huánglǜ míngliàng).
- Teeboden (nasser Blattsatz): Zartgrüne, gleichmäßige, elastische Blätter mit guter Unversehrtheit; die Blattmasse ist fleischig und weich – ein Beleg für die hohe Rohstoffqualität.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole (Catechine): 14–15 % – ein moderater Wert für Grüntee, der die Weichheit des Geschmacks ohne ausgeprägte Bitterkeit gewährleistet. Hauptfraktionen – Epigallocatechingallat (EGCG), Epicatechin (EC) und Epigallocatechin (EGC).
- Aminosäuren: Theanin (茶氨酸, cháānjīsuān) – 3,4–3,8 g/100 g Trockenmasse, was deutlich über dem Durchschnitt chinesischer Grüntees liegt und die ausgeprägte Süße und das „Körpergefühl“ erklärt. Ebenfalls enthalten sind Glutaminsäure (0,2–0,3 g/100 g), Tyrosin (0,2–0,3 g/100 g) und Arginin (0,1–0,2 g/100 g).
- Alkaloide: Coffein – 2,7–3,0 %, Theobromin und Theophyllin in Spuren.
- Wässriger Extrakt (水浸出物, shuǐ jìnchūwù): ≥ 45 % – ein hoher Wert, der auf die Fülle des Geschmacks und die Extraktivität hinweist.
- Vitamine: C (im Frischblatt), B‑Gruppe, K.
- Mineralstoffe: Kalium, Mangan, Zink. Von besonderer Bedeutung ist der erhöhte Selengehalt (硒, xī), bedingt durch die geochemischen Besonderheiten der Böden: Die antioxidative Aktivität des selenhaltigen Tees wird um 30 % höher eingeschätzt als die von Grüntees aus den Provinzen Jiangsu und Zhejiang.
- Fluor: Der Fluorgehalt ist 30 % höher als der Durchschnitt von Grüntees, was der Zahnschmelzmineralisierung zugutekommt.
8. Gesundheitliche Eigenschaften:
- Antioxidativer Schutz: Catechine und Selen neutralisieren gemeinsam freie Radikale und verlangsamen die Zellalterung.
- Sanfte Tonisierung: Die Kombination von Coffein und L‑Theanin sorgt für ruhige Wachheit ohne abrupten Anstieg und Abfall – ein Effekt konzentrierter Aufmerksamkeit.
- Unterstützung der Verdauung: Polyphenole regen die Peristaltik und die Sekretion von Verdauungsenzymen an; der Tee wird gerne eine Stunde nach dem Essen getrunken.
- Herz-Kreislauf-System: Regelmäßiger Genuss trägt zur Senkung des LDL‑Cholesterinspiegels und zur Erhaltung der Gefäßelastizität bei.
- Metabolische Unterstützung: Catechine hemmen die Glukoseaufnahme und fördern so die Blutzuckerregulierung.
- Stärkung des Zahnschmelzes: Der erhöhte Fluor- und Polyphenolgehalt wirkt kariesvorbeugend.
- Kognitive Funktionen: Theanin erhöht den Dopamin- und Serotoninspiegel, verbessert Konzentration und emotionale Ausgeglichenheit.
9. Zubereitung:
- Wassertemperatur: 75–85 °C für gerollte Formen (Máojiān); 80 °C für flache Formen (Cuìpiàn). Für Spitzensorten aus reinen Knospen kann auf 70–75 °C gesenkt werden.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml (europäische Methode, Verhältnis 1:50); 5–6 g auf 100–120 ml (Gōngfū-Methode).
- Gefäße: Glas oder Becher (zur Beobachtung des „Blatttanzes“); weiße Porzellan-Gàiwǎn (盖碗, gàiwǎn) zur Konzentration des Aromas. Yixing-Kannen werden nicht empfohlen – der poröse Ton kann das feine Kastanienaroma dämpfen.
- Vorgehen:
- Gefäß mit kochendem Wasser erwärmen und Wasser abgießen.
- Teeblätter einfüllen.
- Bei zartem Frühlingsmaterial die Methode des „oberen Aufgusses“ (上投法, shàngtóufǎ) anwenden: zuerst das Wasser eingießen, dann den Tee hinzugeben. Ein Vorspülen ist nicht notwendig.
- Erster Aufguss – 20–30 Sekunden (Glas) oder 10–15 Sekunden (Gàiwǎn Gōngfū).
- Folgende Aufgüsse – Verlängerung um jeweils 5–10 Sekunden.
- Hält 3–6 Aufgüsse bei der Gōngfū-Methode aus; 3–4 Aufgüsse im Glas.
10. Lagerung:
- Luftdichte, lichtundurchlässige Verpackung (folienkaschierter Vakuumbeutel oder Blechdose mit dicht schließendem Deckel). Schutz vor Fremdgerüchen, Licht und Feuchtigkeit.
- Optimale Temperatur – 0–5 °C (Kühlschrank). Vor dem Öffnen die Packung bei Raumtemperatur vollständig angleichen lassen, um Kondenswasserbildung auf dem Blatt zu vermeiden.
- Haltbarkeit in verschlossener Verpackung – bis zu 18 Monate im Kühlschrank. Nach dem Öffnen sollte der Tee innerhalb von 2–3 Monaten verbraucht werden.
11. Preis und Fälschungen:
- Preiskategorie: Jīnshā Gòngchá deckt ein breites Preisspektrum ab. Spitzensorte (特级, tèjí) – ganze Knospen oder Knospe mit beginnendem Blatt, Flaum bedeckt über 90 % der Oberfläche, Preis über 600 Yuan pro Jīn (500 g). Erste Sorte (一级, yījí) – Knospe mit einem Blatt, Kastanienaroma, 200–400 Yuan pro Jīn. Massentee (大宗茶, dàzōng chá) – Knospe mit zwei Blättern, 40–80 Yuan pro Kilogramm.
- Preisfaktoren: Anbauhöhe, Erntezeit (früher Frühling teurer), Handarbeit, Baumalter (Material von jahrhundertealten Bäumen um ein Vielfaches teurer), Sortierungs- und Verarbeitungsgrad.
- Vermeidung von Fälschungen:
- Kaufen Sie bei autorisierten Händlern, die das Recht zur Nutzung des Geografischen-Schutzzeichens „Jīnshā Gòngchá“ besitzen.
- Beurteilen Sie die Blattform: echte gerollte Ware hat die charakteristische „Angelhaken“-Form, flache Ware ist glatt und glänzend, ohne Staub und Bruchstücke.
- Prüfen Sie das Aroma: Die Kastaniennote muss rein, ohne Muffigkeit, Moderigkeit oder Rauchbeigeschmack sein.
- Der Aufguss muss klar, gelbgrün und leuchtend, ohne Trübung sein.
- Ein verdächtig niedriger Preis ist ein sicheres Zeichen für Rohstoffsubstitution: Seien Sie vorsichtig bei „Jīnshā Gòngchá“ unter 100 Yuan pro Jīn für sortenreinen Tee.
12. Wissenswertes:
- In der Großgemeinde Qīngchí gibt es einen einzigartigen Hain mit 146 alten Teebäumen, von denen über 40 Exemplare älter als tausend Jahre sind. Baum Nr. 001, etwa 13 m hoch mit einem Stammdurchmesser von 60 cm und einer Kronenfläche von 48 m², wurde von der Guizhou Tea Association auf etwa 2 000 Jahre datiert. Jährlich werden von ihm über 35 kg frisches Blattgut geerntet.
- Die Provinz Guìzhōu verabschiedete 2017 ein eigenes „Gesetz zum Schutz alter Teebäume“ (《贵州省古茶树保护条例》, Guìzhōu Shěng Gǔ Cháshù Bǎohù Tiáolì) – eine der ersten regionalen Regelungen dieser Art in China.
- Im Januar 2022 strahlte der zentrale Fernsehsender CCTV in der Sendung „Fokus“ (焦点访谈, Jiāodiǎn Fǎngtán) einen Sonderbericht über die Entwicklung der Teeindustrie des Kreises Jīnshā aus.
- Auf internationalen Teemessen 2024 wurde die Jīnshā-Produktion mit Höchstauszeichnungen bedacht: Der flache Tee „Guìzhōu Lóngjǐng“ (贵州龙井) erhielt den „Höchsten Goldpreis“ (特等金奖), und der schwarze Tee von jahrhundertealten Bäumen (古树红茶, gǔshù hóngchá) eine Silbermedaille.
- Unter der Marke „Jīnshā Gòngchá“ entsteht nicht nur Grüntee: Aus dem Material jahrhundertealter Bäume wird auch ein schwarzer Tee mit goldenem Flaum und süßem Honigaroma hergestellt – eine Art „Bonus“ der uralten Plantagen.
13. Vergleich mit anderen Grüntees:
- Méngdǐng Gānlù (蒙顶甘露, Méngdǐng Gānlù): Ein Sichuaner Grüntee mit langer „Tribut“-Geschichte. Méngdǐng Gānlù ist gerollter Tee mit weichem, süßlichem Geschmack und blumigem Aroma. Im Unterschied zu Jīnshā Gòngchá hat er eine weniger ausgeprägte Kastaniennote und einen geringeren Aminosäuregehalt; er ist jedoch zarter und im Aroma raffinierter.
- Dūyún Máojiān (都匀毛尖, Dūyún Máojiān): Ein weiterer berühmter Guizhouer Grüntee, der zu den „Zehn berühmten Tees Chinas“ zählt. Dūyún Máojiān sind fein gerollte, flaumige „Häkchen“ mit ausgeprägter Frische, aber weniger dichtem Körper und weniger tiefer Kastaniennote als Jīnshā Gòngchá.
- Xìnyáng Máojiān (信阳毛尖, Xìnyáng Máojiān): Ein berühmter Tee aus Henan, ebenfalls in gerollter Form mit üppigem Flaum. Xìnyáng Máojiān besitzt ein eher grasiges Profil mit dominierender Note frisch geschnittenen Grüns, während Jīnshā Gòngchá sich durch nussige Tiefe und eine spürbare Mineralität auszeichnet, die von den selenhaltigen Böden ererbt ist.
- Qīngzhèn Cuìpiàn (湄潭翠芽, Méitán Cuìyá): Ein Guizhouer flacher Grüntee aus dem Kreis Méitán. In der Form ähnelt er dem Cuìpiàn aus Jīnshā, doch Méitán Cuìyá wird in geringeren Höhen angebaut, was zu einem weniger ausgeprägten Huígān und einem weniger dichten Körper führt.
Fazit:
Jīnshā Gòngchá ist ein Tee, dessen Geschichte nicht in Jahrhunderten, sondern in Jahrtausenden gemessen wird. Geboren auf den Hochebenen Guizhous, auf roten, selenhaltigen Böden, unter einer Nebeldecke an 180 Tagen im Jahr, vereint er auf seltene Weise tiefes Kastanienaroma, öligen Körper und einen lang anhaltenden, süßen Nachgeschmack. Es ist ein Tee für all jene, die nicht nur den Geschmack in der Tasse, sondern auch die kulturelle Tiefe schätzen: Jedes Blatt trägt den Widerhall der alten Tee-Salz-Straße, der kaiserlichen Erlasse der Han-Dynastie und der Fertigkeit der Teebauern von Guizhou in sich, die die Geheimnisse der dreistufigen Röstung „qíhuǒ chǎo“ bewahren. Ob im schlichten Glas des gerollten Máojiān oder in der Gàiwǎn mit flachem Cuìpiàn – Jīnshā Gòngchá schenkt stets ein Gefühl reiner Bergfrische und ruhiger, selbstgewisser Süße.