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Huang Mei Gui Xiao Zhong

Huáng méigui xiǎo zhǒng · 黄玫瑰小种

Huang Mei Gui Xiao Zhong ist eine moderne Interpretation des legendären Wuyi-Rottees Zheng Shan Xiao Zhong (正山小种, Zhèng Shān Xiǎo Zhǒng), der im Westen als Lapsang Souchong bekannt ist. Die Besonderheit dieses Tees liegt in der Verwendung des Kultivars Huang Mei Gui (黄玫瑰, Huáng Méigui – „Gelbe Rose“), der ursprünglich…

Huang Mei Gui Xiao Zhong ist eine moderne Interpretation des legendären Wuyi-Rottees Zheng Shan Xiao Zhong (正山小种, Zhèng Shān Xiǎo Zhǒng), der im Westen als Lapsang Souchong bekannt ist. Die Besonderheit dieses Tees liegt in der Verwendung des Kultivars Huang Mei Gui (黄玫瑰, Huáng Méigui – „Gelbe Rose“), der ursprünglich für die Herstellung von Wuyi-Oolong gezüchtet wurde, hier aber gemäß der Technologie für Rottee verarbeitet wird. Das Ergebnis ist ein Getränk, das das üppige Blumenaroma eines Oolong-Kultivars mit dem Körper und der Süße eines klassischen Hongcha vereint, ohne das dominante rauchige Profil des traditionellen Lapsang Souchong.


1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá) – vollständig fermentiert (Oxidationsgrad 80–90 %, mitunter bis 100 %). Nach europäischer Klassifikation schwarzer Tee.
  • Kategorie: Gehört zur Gruppe Zheng Shan Xiao Zhong (正山小种, Zhèng Shān Xiǎo Zhǒng) – „Kleine Sorte vom wahren Berg“, ein Hinweis auf die Herkunft aus dem historischen Produktionszentrum von Lapsang Souchong. Ungeräucherte oder sehr leicht geräucherte Variante. Moderner Autorentee.
  • Herkunft: China, Provinz Fujian (福建省, Fújiàn Shěng), Region Wuyi Shan (武夷山, Wǔyí Shān). Konkret die Umgebung des Dorfes Tongmuguan (桐木关, Tóngmùguān) und die angrenzenden Berggebiete, die zum Nationalen Naturschutzgebiet Wuyi Shan (武夷山国家级自然保护区) gehören.
  • Geografische Koordinaten: Etwa 27°43′ N, 118°01′ O.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Das Gebiet Tongmuguan in den Wuyi-Bergen gilt als Wiege des roten Tees: Hier entstand im 16.–17. Jahrhundert während der Ming-Dynastie Zheng Shan Xiao Zhong – der erste rote Tee der Welt. Einer Legende zufolge war seine Entstehung ein Zufall: Teeblätter, die durch den Durchzug von Truppen in der Verarbeitung verzögert wurden, fermentierten spontan und wurden über Kiefernholzkohle getrocknet, was ihnen einen unerwartet rauchig-süßen Geschmack verlieh. Im 17. Jahrhundert gelangte dieser Tee über holländische Händler nach Europa und erhielt den Namen Lapsang Souchong (von der dialektalen Aussprache der fujianesischen Begriffe). Der Kultivar Huang Mei Gui ist ein Produkt moderner Züchtung. Er wurde am Teeforschungsinstitut der Fujian-Akademie für Agrarwissenschaften (福建省农业科学院茶叶研究所) durch künstliche Kreuzung von Huang Guanyin (黄观音, Huáng Guānyīn) als Mutterpflanze und Huang Dan (黄旦, Huáng Dàn, auch bekannt als Huang Jin Gui – „Goldene Osmanthus-Schildkröte“) als Vaterpflanze entwickelt. Die Züchtungsarbeit erfolgte in den Jahren 1986–1999, und 2010 wurde die Sorte national zertifiziert und offiziell als staatliche Zuchtsorte registriert. Ihr wissenschaftlicher Code ist 506. Die Verwendung dieses hocharomatischen Oolong-Kultivars für die Produktion von rotem Tee im Stil des Xiao Zhong ist eine Innovation der letzten Jahrzehnte, die darauf abzielt, einen Tee mit einzigartigem Blumenprofil zu schaffen.

  • Name:

    • Huang Mei Gui (黄玫瑰, Huáng Méigui) – „Gelbe Rose“. Bezeichnung des Teepflanzenkultivars, die auf sein charakteristisches Rosen- und Blumenaroma verweist. 黄 (huáng) – „gelb“ (spiegelt den gelblichen Schimmer der jungen Blätter wider); 玫瑰 (méigui) – „Rose“ (deutet auf die dominierende Aromanote hin).
    • Xiao Zhong (小种, Xiǎo Zhǒng) – „Kleine Sorte“, ein klassischer Begriff des Wuyi-Teeanbaus, der auf die Zugehörigkeit zum historischen Typ des roten Tees aus Tongmuguan hinweist.
    • Alternativbezeichnung auf westlichen Märkten: Huang Mei Gui Lapsang Souchong, wobei Lapsang Souchong (立山小种) eine etablierte internationale Transliteration aus dem Fujian-Dialekt ist.
  • Kulturelle Bedeutung: Dieser Tee verkörpert die Philosophie des „neuen Wuyi-Rottees“ – eine Richtung, bei der der Akzent vom rauchigen Profil des traditionellen Lapsang Souchong auf die Entfaltung des eigenen aromatischen Potenzials des Rohmaterials und des Terroirs verlagert wird. Huang Mei Gui Xiao Zhong ist eine Brücke zwischen der Welt der Wuyi-Yancha (Fels-Oolongtees) und Zheng Shan Xiao Zhong, die die züchterischen Errungenschaften des Oolong-Anbaus mit der klassischen Rottee-Technologie verbindet.


3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Art: Camellia sinensis var. sinensis.
  • Kultivar: Huang Mei Gui (黄玫瑰, Huáng Méigui), Code 506. Geschlechtslos (vegetativ vermehrte) Sorte. Botanische Merkmale: Kleiner Baum (小乔木, xiǎo qiáomù), halbausladende Krone (半开张, bàn kāizhāng), dichte Verzweigung. Blätter mittlerer Größe (中叶种, zhōng yè zhǒng), länglich-elliptisch, 9–12 cm lang, mit deutlichen Randzähnen. Junge Blätter zeigen einen charakteristischen gelblich-grünen Schimmer. Das Blatt ist fest, lederartig, mit gewölbter Oberfläche und leicht gewelltem Rand. Die Pflanze gehört zu den frühen Sorten (早生种, zǎo shēng zhǒng) und zeichnet sich durch hohen Ertrag aus.
  • Aromatisches Potenzial: Huang Mei Gui ist ein hocharomatischer Kultivar mit einem Terpenindex von 0,62. Der Gehalt an flüchtigen Aromastoffen im frischen Blatt liegt deutlich über dem Durchschnitt, was ihn zu außergewöhnlichem Rohmaterial sowohl für Oolong als auch für Rottee macht.
  • Ernte: Frühjahrsernte (Ende März – April), Zeitraum der maximalen Akkumulation von Aromastoffen. Pflückstandard: eine Knospe und zwei bis drei obere Blätter (一芽二三叶, yī yá èr sān yè). Handpflückung in den Morgenstunden.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Zarte, junge Blätter und Knospen, die in ökologisch sauberen Bergregionen Wuyis geerntet werden. Die Qualität des Rohmaterials ist entscheidend: Von ihr hängt die Ausprägung des charakteristischen Rosenaromas ab.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Region: Wuyi Shan (武夷山, Wǔyí Shān), Provinz Fujian. Schutzzone Tongmuguan und angrenzende Gebiete. Wuyi Shan ist seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe, ein einzigartiges Naturgebiet mit außergewöhnlicher Biodiversität.
  • Anbauhöhe: 600–1200 m ü. M. Die Teegärten liegen an Schluchtenhängen und in Bergtälern, geschützt vor starken Winden.
  • Böden: Rote und gelbe Podsole, oft auf vulkanischem Gestein (Danxia – 丹霞地貌), reich an Mineralien – Eisen, Mangan, Zink. Gut drainiert, mit saurem pH-Wert (4,5–5,5).
  • Klima: Subtropisch-monsunal. Jahresdurchschnittstemperatur +17–18 °C. Niederschläge 1800–2300 mm pro Jahr. Luftfeuchtigkeit 80–85 %. Nebeltage mehr als 100 pro Jahr. Erhebliche Tagestemperaturschwankungen und diffuses Licht schaffen ideale Bedingungen für die Anreicherung von Aromastoffen: verlangsamte Photosynthese → weniger Catechine (Bitterkeit), mehr Aminosäuren und Terpene (Aroma und Süße).
  • Ökologische Besonderheiten: Anbau unter den Bedingungen eines Naturschutzgebiets mit reicher Biodiversität. Die Teebäume wachsen inmitten wilder subtropischer Vegetation – Kiefern, Kampferbäume, Bambus –, was zur Entstehung eines komplexen, vielschichtigen Aromaprofils beiträgt.

5. Herstellungstechnologie:

Die Herstellungstechnologie verbindet die Verwendung des einzigartigen hocharomatischen Rohmaterials (Huang Mei Gui) mit dem Prozess der Rottee-Herstellung nach Art von Zheng Shan Xiao Zhong. Grundlegender Unterschied zum traditionellen Lapsang Souchong ist das Fehlen oder die starke Reduzierung des Räuchervorgangs.

  • Pflücken (采摘, cǎi zhāi): Handpflücken von Knospen und oberen Blättern in den Morgenstunden, nachdem der Tau getrocknet ist.
  • Welken (萎凋, wěidiāo): Die gepflückten Blätter werden in dünner Schicht auf Bambustabletts im Freien oder in einem belüfteten Raum ausgelegt. Dauer 12–16 Stunden. Der Feuchtigkeitsgehalt sinkt auf 58–62 %. In dieser Phase beginnen fermentative Prozesse und bilden sich Aromavorläufer.
  • Rollen (揉捻, róuniǎn): Die Blätter werden gerollt, um die Zellwände zu zerstören und Zellsaft sowie Enzyme freizusetzen, die die Oxidation beschleunigen. Das Rollen verleiht dem trockenen Blatt die charakteristische längliche Form.
  • Fermentation / Oxidation (发酵, fājiào): Die gerollten Blätter werden in einer feucht-warmen Umgebung (25–28 °C, Luftfeuchtigkeit 90–95 %) zur vollständigen Oxidation belassen. Fermentationsgrad 80–90 %, teils bis 100 %. Dauer 3–5 Stunden. In dieser Phase werden Catechine in Theaflavine und Thearubigene umgewandelt, das Blatt nimmt eine rotbraune Farbe an, und es bilden sich die für Rottee typischen Geschmacks- und Aromanoten.
  • Trocknen (烘干, hōnggān): Abschließende Trocknung, um die Oxidation zu stoppen und die Restfeuchte auf 3–5 % zu senken. Kernmerkmal: Anders als beim klassischen Lapsang Souchong, der intensiv über flammendem Kiefernholz (松木, sōngmù) getrocknet und geräuchert wird, wird Huang Mei Gui Xiao Zhong entweder gar nicht geräuchert (rauchfreie Heißlufttrocknung) oder unterzieht sich einer sehr leichten Trocknung über Kiefernholzkohle ohne offene Flamme und Rauch – ausschließlich, um einen feinen holzigen Unterton zu verleihen, der das eigene Blumenaroma des Kultivars nicht überdeckt.
  • Sortierung (分级, fēnjí): Der fertige Tee wird nach Qualität und Blattgröße sortiert, wobei Stiele und Bruchstücke entfernt werden.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Längsgerollte Blätter von dunkelbrauner, fast schwarzer Farbe mit goldenen oder rötlichen Knospen. Blattgröße mittel, Rollung fest, Blatt ganz. Oberfläche mit leicht öligem Glanz.
  • Aroma des trockenen Blattes: Strahlend, komplex, mit ausgeprägten Blumennoten von Rose und Orchidee, Nuancen tropischer Früchte (Litschi, Longan), Honig und leichter Mineralität. Die charakteristische „Rosen“-Note ist die Visitenkarte des Kultivars. Bei leichter Kohlentrocknung ein kaum wahrnehmbarer süßlicher Holzunterton.
  • Aroma des Aufgusses: Intensiv, süß, blumig, wesentlich reicher als das Trockenblattaroma. Rose dominiert, ergänzt durch Honig- und Fruchtnuancen. Mit jedem Aufguss zeigen sich neue Facetten – von tropischen Früchten bis zu feiner Mineralität.
  • Geschmack: Weich, geschmeidig, süßlich, ohne übermäßige Adstringenz. Blumige und fruchtige Töne dominieren, ergänzt durch leichte Mineralität und Honigsüße. Eine angenehme, erfrischende Säure verleiht Volumen. Langanhaltender, süßer Abgang mit „Rosen“-Nachklang. Textur seidig, umhüllend.
  • Farbe des Aufgusses: Leuchtend, klar, von gold-orange bis kupferrot. Klarheit und Transparenz des Aufgusses sind ein Indikator für hohe Verarbeitungsqualität.
  • Teeboden (nasses Blatt): Elastische, homogene Blätter von kupferbrauner Farbe, die ihre Form gut bewahren. Die Blätter sind geschmeidig und reißen bei Dehnung nicht – ein Zeichen für hochwertiges Rohmaterial und korrekte Fermentation.

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole: Gesamtgehalt bis zu 18 %. Während der vollständigen Fermentation transformieren sich Catechine (einschließlich EGCG) in Theaflavine (goldener Ton des Aufgusses, leichte Adstringenz, antioxidative Aktivität) und Thearubigene (rote Farbe, Geschmacksfülle). Das Verhältnis Theaflavine zu Thearubigene bestimmt die Balance zwischen Lebendigkeit und Tiefe.
  • Aminosäuren: L-Theanin und andere freie Aminosäuren. Die Hochgebirgslage und die Beschattung der Wuyi-Teegärten fördern einen erhöhten Theaningehalt, was die Geschmeidigkeit des Geschmacks sichert.
  • Alkaloide: Coffein (2–3 %), Theobromin, Theophyllin.
  • Ätherische Öle und flüchtige Aromastoffe: Die Hauptbesonderheit ist der außergewöhnlich reiche Aromakomplex, der vom Kultivar Huang Mei Gui geerbt wurde. Terpenindex 0,62 – einer der höchsten unter den Wuyi-Kultivaren. Hauptkomponenten: Linalool und seine Oxide (blumig-holzige Noten), Geraniol (Rose, Geranie), Nerol (frische Blumennoten), Citronellol (Rosen- und Zitrusnoten), Phenylethylalkohol (Rose). Bei leichter Kohlentrocknung können Spuren von Longifolen und α-Terpineol vorkommen, jedoch in deutlich geringerer Konzentration als beim traditionellen geräucherten Lapsang Souchong.
  • Vitamine: C, P (Rutin), B-Gruppe.
  • Mineralien: Kalium, Mangan, Fluor, Eisen. Die Mineralzusammensetzung spiegelt die Besonderheit der vulkanischen Wuyi-Böden wider.

8. Gesundheitliche Eigenschaften:

  • Antioxidative Wirkung: Theaflavine, Thearubigene und restliche Catechine neutralisieren effektiv freie Radikale, reduzieren oxidativen Stress und verlangsamen zelluläre Alterungsprozesse.
  • Milde anregende Wirkung: Coffein in Kombination mit L-Theanin sorgt für einen Zustand „ruhiger Wachheit“ – gesteigerte Konzentration und Leistungsfähigkeit ohne nervöse Überregung. Theanin stimuliert die Alpha-Wellen-Aktivität des Gehirns und fördert Fokussierung und Kreativität.
  • Unterstützung der Verdauung: Fermentierter Rottee regt sanft die Produktion von Verdauungsenzymen an und verbessert die Peristaltik. In der traditionellen chinesischen Diätetik nach üppigen Mahlzeiten empfohlen.
  • Stärkung der Gefäße: Vitamin P (Rutin) in Kombination mit Polyphenolen trägt zur Kräftigung der Blutgefäßwände und zur Verbesserung ihrer Elastizität bei.
  • Unterstützung des Stoffwechsels: Polyphenole des Roten Tees tragen zur Normalisierung des Stoffwechsels und zur Erhaltung eines gesunden Gewichts bei.
  • Stimmungsaufhellung: Schon das Aufbrühen und Verkosten aromatischen Tees ist ein starkes Mittel zum Stressabbau. L-Theanin stimuliert zusätzlich die Produktion von Serotonin und GABA.
  • Erwärmende Wirkung: Roter Tee wird in der traditionellen chinesischen Medizin als Getränk „warmer“ Natur eingestuft, das in der kalten Jahreszeit empfohlen wird.

9. Aufbrühen:

Es wird weiches, gefiltertes Wasser mit einer Mineralisation von 50–150 mg/l empfohlen.

  • Wassertemperatur: 90–95 °C. Kochendes Wasser wird nicht empfohlen – es kann die zarten Blumenaromen „verbrennen“.
  • Teemenge:
    • Aufgussmethode (Gongfu Cha): 5–7 g auf 100–150 ml.
    • Ziehverfahren: 3–4 g auf 200–250 ml.
  • Gefäß: Porzellan-Gaiwan (盖碗, gàiwǎn) – optimale Wahl zur Entfaltung des Blumenaromas. Ebenfalls geeignet sind Kannen aus Yixing-Ton (für Rottee bestimmt) und Glaskannen (um die Farbe des Aufgusses visuell zu genießen).
  • Zubereitung (Aufgussmethode):
    1. Spülen Sie das Gefäß mit kochendem Wasser vor.
    2. Geben Sie den Tee hinein. Atmen Sie das Aroma des erwärmten Blattes ein – bei Huang Mei Gui ist es besonders ausdrucksstark.
    3. Kurzer Spülgang: Mit Wasser von 90 °C übergießen, nach wenigen Sekunden abgießen.
    4. Erster Aufguss: 10–15 Sekunden, abgießen.
    5. Folgende Aufgüsse: 15–25 Sekunden, Zeit allmählich erhöhen.
    6. Der Tee hält 5–8 vollwertige Aufgüsse durch. Jeder Aufguss offenbart eine neue Nuance: von leuchtender Rose zu Beginn bis zur honig-fruchtigen Tiefe im Finale.
  • Ziehverfahren (europäischer Stil): 3–4 g auf 200–250 ml Wasser von 90 °C, 3–5 Minuten ziehen lassen. 1–2 wiederholte Aufgüsse sind möglich.

10. Lagerung:

  • Ort: Trocken, kühl, dunkel. Direkte Sonneneinstrahlung, Wärmequellen und Feuchtigkeit vermeiden.
  • Behälter: Hermetisch verschließbares, lichtundurchlässiges Gefäß – Keramikdose, Blechdose mit dichtem Deckel, fester Folienbeutel. Kontakt mit stark riechenden Produkten strikt vermeiden.
  • Temperatur: Zimmertemperatur (15–25 °C). Kühlschranklagerung ist nicht erforderlich (und wegen der Gefahr von Kondensfeuchtigkeit beim Herausnehmen nicht zu empfehlen).
  • Luftfeuchtigkeit: Nicht über 60 %.
  • Frist: Optimalerweise innerhalb von 18–24 Monaten nach Herstellung verbrauchen. Bester Geschmack in den ersten 12 Monaten. Dies ist kein Tee für langjährige Reifung.

11. Preis und Fälschungen:

  • Preiskategorie: Mittel bis hoch. Der Preis wird bestimmt durch: spezifischen Kultivar (Huang Mei Gui ist nicht die verbreitetste Sorte), Handarbeit bei Ernte und Verarbeitung, begrenztes Produktionsvolumen im Naturschutzgebiet Wuyi Shan sowie wachsende Nachfrage unter Liebhabern des „ungeräucherten Lapsang Souchong“. Richtpreis: ab 40 bis 150 Dollar pro 100 g, abhängig von der konkreten Lage und dem Erntejahr.

  • Wie man Fälschungen vermeidet:

    • Kauf bei geprüften Lieferanten: Spezialisierte Teeunternehmen mit Direktbezug aus Wuyi Shan.
    • Beurteilung des Aromas: Natürlicher Huang Mei Gui besitzt ein komplexes, vielschichtiges Aroma mit charakteristischer „Rosen“-Note, die über viele Aufgüsse erhalten bleibt. Künstliche Aromatisierung (Parfümierung billigeren Tees) ist leicht zu erkennen: Das Aroma ist stechend, eindimensional und verschwindet schnell nach 1–2 Aufgüssen.
    • Beurteilung des Erscheinungsbildes: Einheitliches, ganzes, fest gerolltes Blatt mittlerer Größe. Inhomogenes Rohmaterial, große Stiele, Bruchblatt sind Zeichen für Fälschung oder niedrige Qualität.
    • Prüfung des Aufgusses: Klar, transparent, leuchtend – von gold-orange bis kupferrot. Trüber Aufguss ist ein Warnsignal.
    • Preisprüfung: Ein verdächtig niedriger Preis (unter 15–20 Dollar pro 100 g) für einen mit „Huang Mei Gui“ aus Tongmuguan gekennzeichneten Tee sollte Skepsis hervorrufen.

12. Interessante Fakten:

  • Doppelte Identität: Der Kultivar Huang Mei Gui ist eine der wenigen Sorten, die sich gleichzeitig in zwei Kategorien brillant bewährt: als Fels-Oolong (岩茶, yánchá) mit charakteristischem „Felsrhythmus“ (岩韵, yányùn) und als roter Tee vom Typ Xiao Zhong. Dies ist vergleichbar mit einem Schauspieler, der in Komödie und Drama gleichermaßen überzeugt.

  • Züchtungsgeschichte: Huang Mei Gui ist das Ergebnis der Kreuzung zweier hocharomatischer Kultivare: Huang Guanyin (bekannt für sein „durchdringendes“ Aroma – „通天香“, tōng tiān xiāng) und Huang Dan (der legendäre „Goldene Osmanthus“ mit ausgeprägtem Blumenprofil). Die Verbindung dieser beiden Aromalinien brachte einen Kultivar mit einzigartigem „Rosen“-Charakter hervor.

  • Rauchfreie Revolution: Huang Mei Gui Xiao Zhong ist Teil einer breiten Bewegung des „neuen Lapsang Souchong“, die seit Beginn des 21. Jahrhunderts an Kraft gewinnt. Zusammen mit Jin Jun Mei (金骏眉) und anderen innovativen Wuyi-Rottees bietet er eine Alternative zum klassischen Rauchprofil – und erlaubt es Liebhabern, das Terroir und das Rohmaterial „ohne Vermittler“ in Form von Kiefernrauch zu würdigen.

  • Der Name „Lapsang Souchong“: Die internationale Bezeichnung Lapsang Souchong ist eine der rätselhaftesten in der Teewelt. Ihre Herkunft ist nicht restlos geklärt: „Lapsang“ könnte eine Transliteration der fujian-dialektalen Aussprache von „正山“ (zhèng shān → la̍p-sáng im Hokkien-Dialekt) sein, und „Souchong“ – von „小种“ (xiǎo zhǒng → siáu-chéng). So verwandelte sich das chinesische „wahrer Berg, kleine Sorte“ in das englische „Lapsang Souchong“.


13. Vergleich mit anderen roten Tees aus Wuyi:

  • Traditioneller geräucherter Zheng Shan Xiao Zhong (正山小种): Klassischer Lapsang Souchong mit intensivem Raucharoma von Kiefernharz, Noten von Longan und Trockenfrüchten. Kraftvoller, satter, „maskuliner“ Charakter. Huang Mei Gui Xiao Zhong ist sein Gegenpol: rauchfrei, blumig, elegant, „feminin“.
  • Jin Jun Mei (金骏眉, Jīn Jùn Méi): Premium-Rottee aus Tongmuguan, ausschließlich aus Knospen lokaler Wildsträucher hergestellt. Fein, honig-blumig, mit Noten von Süßkartoffel. Huang Mei Gui Xiao Zhong unterscheidet sich durch eine ausgeprägtere „Rosen“-Note und einen dichteren Körper durch das Vorhandensein von Blättern im Rohmaterial.
  • Zheng Shan Xiao Zhong aus anderen Kultivaren (Mei Zhan, Qi Lan u. a.): Eine an Popularität gewinnende Kategorie von „Kultivar“-Xiao Zhong, von denen jeder seinen eigenen Aromacharakter einbringt. Huang Mei Gui hebt sich unter ihnen gerade durch das „Rosen“-Profil hervor – eines der markantesten und geschätztesten.
  • Chi Gan (赤甘, Chì Gān) / Xiao Chi Gan (小赤甘): „Kleine Brüder“ von Jin Jun Mei – Rottees aus Tongmuguan mit ausgereifterem Pflückstandard. Preislich zugänglicher, mit fruchtig-honigem Profil. Huang Mei Gui Xiao Zhong ist komplexer und „blumiger“.

Fazit:

Huang Mei Gui Xiao Zhong ist ein Rosen-Tee aus der Wiege des roten Tees. Geschaffen an der Kreuzung zweier großer Wuyi-Traditionen – Yancha und Zheng Shan Xiao Zhong –, bietet er ein einzigartiges Erlebnis: die blumige Eleganz eines Oolong-Kultivars in einer weichen, süßen Hülle aus vollständig fermentiertem Tee. Ohne den rauchigen „Schleier“ des traditionellen Lapsang Souchong ist hier die Stimme des Terroirs selbst zu hören – der geschützten Wuyi-Berge mit ihren Nebeln, vulkanischen Böden und jahrhundertealten Kiefern. Dieser Tee ist eine ausgezeichnete Wahl für alle, die im Rot-Tee nicht so sehr die Stärke, sondern die Finesse schätzen und Wuyi durch das Prisma seines blumigsten Kultivars kennenlernen möchten.