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Hei Cha

Hēichá · 黑茶

Die Hauptbesonderheit der Hei‑Cha‑Herstellung ist die **Postfermentation**, also eine Fermentation, die nach der Trocknung des Teeblattes während der Lagerung stattfindet. Allerdings können **die einzelnen Schritte und ihre Abfolge** je nach Region und Hei‑Cha‑Sorte unterschiedlich sein.

** ** Hei Cha, was wörtlich „Schwarzer Tee“ bedeutet, ist eine einzigartige Art postfermentierten Tees, der hauptsächlich in China hergestellt wird. Wichtig ist, ihn nicht mit dem zu verwechseln, was im Westen als „Schwarzer Tee“ und in China als „Roter Tee“ (Hong Cha – 红茶) bezeichnet wird. Hei Cha ist eine eigenständige, unverwechselbare Kategorie, die in ihrer Bedeutung dem Pu-Erh vergleichbar ist.

1. Klassifizierung und Herkunft:

  • Typ: Postfermentierter Tee. Das bedeutet, dass der Tee nach dem Schritt der „Deaktivierung der Enzyme“ (Fixierung) eine lang andauernde Fermentation (Oxidation) unter Beteiligung von Mikroorganismen (Schimmelpilze, Bakterien) durchläuft.
  • Kategorie: Eine der sechs Hauptkategorien der chinesischen Teeklassifikation (neben grünem, weißem, gelbem, Oolong- und rotem Tee). Innerhalb der Kategorie Hei Cha gibt es zahlreiche Sorten, die sich nach Herkunftsort, Rohmaterial, Herstellungsverfahren und Pressform unterscheiden.
  • Herkunft: China. Wichtigste Produktionsgebiete:
    • Provinz Hunan (湖南, Húnán): Kreis Anhua (安化县, Ānhuà Xiàn) – die Heimat des berühmten Anhua Hei Cha, wie Fu Zhuan, Qian Liang, Hei Zhuan u. a.
    • Provinz Sichuan (四川, Sìchuān): Bekannt für die „Grenz‑Tees“ (Bian Cha), die traditionell nach Tibet geliefert wurden.
    • Provinz Guangxi (广西, Guǎngxī): Hier wird der berühmte Liu Bao Hei Cha produziert.
    • Provinz Hubei (湖北, Húběi): Bekannt für den Lao Qing Cha, auch Qing Zhuan genannt.
    • Provinz Yunnan (云南, Yúnnán): Obwohl Yunnan eher mit Pu-Erh verbunden wird, werden auch hier einige Hei‑Cha‑Sorten hergestellt, sie sind jedoch weniger bekannt.
  • Geografische Koordinaten: Hängen vom jeweiligen Produktionsgebiet ab.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Geschichte des Hei Cha reicht über tausend Jahre zurück. Es wird angenommen, dass er während der Tang‑Dynastie (618–907) in der Provinz Sichuan entstand und in der Zeit der Nördlichen Song‑Dynastie (960–1127) im Kreis Anhua (Provinz Hunan) bereits in vollem Umfang produziert wurde. Ursprünglich wurde Hei Cha für den Eigenbedarf erzeugt, entwickelte sich aber bald zu einer wichtigen Handelsware mit Nomadenvölkern, insbesondere mit Tibetern, Mongolen und Uiguren. Er wurde in transportfreundliche Formen gepresst (Ziegel, Platten, Nester) und gegen Pferde, Felle, Heilkräuter und andere Waren getauscht.

  • Name:

    • „Hei“ (黑) – schwarz. Verweist auf die dunkle Farbe der verarbeiteten Teeblätter und des Aufgusses.
    • „Cha“ (茶) – Tee.
  • Kulturelle Bedeutung: Hei Cha ist nicht einfach nur Tee, sondern ein Teil der Geschichte und Kultur Chinas, insbesondere der Regionen, in denen er erzeugt wird. Über viele Jahrhunderte war er ein wichtiges Element von Handel, Wirtschaft und Alltag. Für Tibeter und andere Nomadenvölker war Hei Cha nicht nur ein Getränk, sondern ein bedeutendes Nahrungsmittel, eine Quelle von Vitaminen und Spurenelementen. Heute wird Hei Cha wegen seines einzigartigen Geschmacks, seines Aromas, seiner wohltuenden Eigenschaften und seiner Eignung für lange Lagerung geschätzt.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte: Für die Herstellung von Hei Cha werden verschiedene Sorten des Teestrauchs (Camellia sinensis) verwendet, sowohl kleinblättrige als auch großblättrige, je nach Region. In der Provinz Hunan kommen oft lokale Sorten zum Einsatz, in Sichuan dagegen Sichuaner und Yunnaner großblättrige Varietäten. Für manche Hei‑Cha‑Sorten (z. B. Liu Bao) können auch wilde Teebäume genutzt werden.
  • Ernte: Der Erntezeitpunkt hängt von der Region und der jeweiligen Hei‑Cha‑Sorte ab, gewöhnlich wird jedoch später geerntet als bei grünen oder weißen Tees. Oft werden reife Blätter, gelegentlich mitsamt Stielen, gepflückt.
  • Pflückstandard: Variiert. Es kann sowohl die Knospe mit einem oder zwei oberen Blättern als auch reifere Blätter (3–4 und mehr) geerntet werden.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Für Hei Cha wird häufig gröberes und reiferes Rohmaterial verwendet als für andere Teesorten. Für teurere und hochwertigere Varietäten gelten freilich höhere Ansprüche an die Blattqualität.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Regionen: Hei Cha wird in verschiedenen Regionen Chinas erzeugt, jede mit ihren eigenen Terroir‑Besonderheiten.
    • Hunan: Hügellandschaft, subtropisches Monsunklima, fruchtbare Böden.
    • Sichuan: Bergregion, subtropisches Monsunklima, große Höhenunterschiede.
    • Guangxi: Subtropisches Klima, hügeliges Relief, hohe Luftfeuchtigkeit.
    • Hubei: Abwechslungsreiches Relief, subtropisches Monsunklima.
  • Anbauhöhe: Variiert, normalerweise liegen die Teeplantagen in 300 bis 1500 Metern über dem Meeresspiegel.
  • Böden: Vielfältig, in der Regel jedoch reich an Mineralien.
  • Klima: Subtropisches Monsunklima mit warmen Sommern und milden Wintern, hoher Luftfeuchtigkeit und reichlichen Niederschlägen.

5. Herstellungsprozess:

Die Hauptbesonderheit der Hei‑Cha‑Herstellung ist die Postfermentation, also eine Fermentation, die nach der Trocknung des Teeblattes während der Lagerung stattfindet. Allerdings können die einzelnen Schritte und ihre Abfolge je nach Region und Hei‑Cha‑Sorte unterschiedlich sein. Grundlegende Schritte:

  • Ernte (采摘 – cǎi zhāi): Oben beschrieben.
  • Welken (萎凋 – wěidiāo): Die gepflückten Blätter werden im Freien oder in Räumen ausgebreitet, um überflüssige Feuchtigkeit zu entfernen. Dieser Schritt kann kurz sein oder ganz entfallen.
  • „Grüntöten“ (杀青 – shā qīng): Erhitzen bei hoher Temperatur, um enzymatische Prozesse zu stoppen. Bei Hei Cha kann dieser Schritt weniger intensiv sein als bei grünem Tee oder ganz entfallen (wie beim Lao Qing Cha).
  • Rollen (揉捻 – róuniǎn): Die Blätter werden gerollt, um die Zellstruktur zu schädigen und den Saft freizusetzen. Der Rollgrad kann unterschiedlich sein.
  • Trocknen (烘干 – hōnggān): Der Tee wird an der Sonne, über Holzkohle oder in speziellen Trockenschränken getrocknet. Dieser Schritt kann einmalig oder mehrstufig sein.
  • Fermentation (渥堆 – Wò Duī): Manche Hei‑Cha‑Sorten (z. B. Liu Bao) durchlaufen eine Feucht‑Mieten‑Fermentation (渥堆 – Wò Duī), die der Shou‑Pu‑Erh‑Herstellung ähnelt, jedoch meist in kleinerem Maßstab und mit anderem Rohmaterial. Andere Sorten (z. B. Anhua Hei Cha) fermentieren erst nach dem Pressen, während der Lagerung.
  • Pressen (压制 – yāzhì): Viele Hei‑Cha‑Sorten werden in verschiedene Formen gepresst: Ziegel, Platten, Fladen, Nester, Säulen. Die Pressform hängt von Region und Tradition ab. So wird Fu Zhuan zu Ziegeln gepresst, Qian Liang zu „Balken“, Liu Bao häufig in Körbe. Es gibt aber auch losen Hei Cha.
  • Reifung/Alterung/Postfermentation (陈化 – chénhuà): Nach der Trocknung (und dem Pressen, falls der Tee gepresst wird) geht der Hei Cha in die Lagerung, wo er unter Einwirkung der natürlichen Mikroflora, Temperatur und Feuchtigkeit langsam weiterfermentiert. Dieser Prozess kann Jahre und Jahrzehnte dauern, wobei sich Geschmack, Aroma und Farbe des Tees allmählich wandeln.

6. Organoleptische Eigenschaften:

Die organoleptischen Merkmale des Hei Cha hängen stark von der konkreten Sorte, dem Produktionsgebiet, der Verarbeitungstechnologie und dem Alter des Tees ab. Dennoch lassen sich einige gemeinsame Züge erkennen:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Hängt von der Darreichungsform ab (lose oder gepresst) und von der jeweiligen Sorte. Gewöhnlich handelt es sich um große, reife Blätter, oft mit Stielen, gerollt oder gebrochen. Die Farbe reicht von dunkelbraun bis fast schwarz, gelegentlich mit goldenen oder rötlichen Einsprengseln (wenn Knospen vorhanden sind). Bei gepresstem Tee sind Formen wie Ziegel, Fladen, Tuocha, „Balken“ etc. üblich.
  • Aroma des trockenen Blattes: In der Regel voll, „erdig“, holzig, mit Noten von Nüssen, Trockenfrüchten, Gewürzen. Es können rauchige, pilzige, „kellerartige“ Nuancen auftreten. Bei manchen Sorten, etwa Liu Bao, kann ein charakteristisches Betelnuss‑Aroma vorkommen. Mit zunehmendem Alter wird das Aroma komplexer, tiefer, edler.
  • Aroma des Aufgusses: Voll, holzig, nussig, mit Anklängen an Trockenfrüchte und Gewürze, manchmal mit leichter Rauchigkeit. Beim Fu Zhuan können Nuancen auftreten, die mit der Tätigkeit der „Goldenen Blüten“ zusammenhängen.
  • Geschmack: Vollmundig, kräftig, dicht, oft mit leichter Adstringenz und süßlichem Abgang. Im Bouquet überwiegen holzige, nussige, erdige Noten mit Nuancen von Trockenfrüchten, Backpflaumen, Schokolade, Gewürzen. Der Geschmack verändert sich in Abhängigkeit vom Teealter und der Aufbrühmethode. Bei gereiftem Tee mildert sich die Adstringenz, es treten süßere, „kompottartige“, „dattelartige“ Noten hervor.
  • Farbe des Aufgusses: Von dunkel‑bernsteinfarben bis rotbraun, cognacfarben, manchmal fast schwarz, klar und satt. Die Farbe hängt von Sorte, Fermentationsgrad, Alter und Zubereitungsart ab.
  • Teeblatt nach dem Aufguss (nasses Blatt): Ganze oder gebrochene Blätter, je nach Darreichungsform, dunkelbraun. Beim Fu Zhuan sind oft die „Goldenen Blüten“ zu erkennen.

7. Chemische Zusammensetzung:

Hei Cha zeichnet sich durch eine reichhaltige und vielfältige chemische Zusammensetzung aus, die sich während der langen Postfermentation verändert:

  • Polyphenole: Der Polyphenolgehalt ist niedriger als in grünem Tee oder Sheng Pu‑Erh, jedoch liegen sie in stärker oxidierter Form vor (Theaflavine, Thearubigine, Theabrownine). Die Zusammensetzung der Polyphenole verändert sich im Reifeprozess.
  • Aminosäuren: Enthält verschiedene Aminosäuren, darunter L‑Theanin, das in geringerer Menge vorhanden sein kann als in grünen Tees.
  • Alkaloide: Koffein, Theobromin, Theophyllin. Der Koffeingehalt kann schwanken, liegt aber gewöhnlich niedriger als bei Sheng Pu‑Erh.
  • Ätherische Öle: Die Zusammensetzung der ätherischen Öle verändert sich während Fermentation und Lagerung und prägt das charakteristische Aroma des Hei Cha.
  • Pigmente: Hoher Gehalt an dunkel gefärbten Pigmenten, Oxidationsprodukten der Polyphenole.
  • Mikroorganismen: An Fermentation und Lagerung sind verschiedene Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) beteiligt, die Geschmack, Aroma und wohltuende Eigenschaften beeinflussen. Besonders wichtig ist der Pilz Eurotium cristatum („Goldene Blüten“) für Fu Zhuan.
  • Vitamine: C, Gruppe B, E, K.
  • Mineralien: Kalium, Fluor, Magnesium, Mangan, Eisen, Selen. Manche Hei‑Cha‑Sorten (z. B. aus Anhua) können besonders reich an Selen sein.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Wärmende Wirkung: Hei Cha besitzt einen ausgeprägten wärmenden Effekt und eignet sich daher besonders für die kalte Jahreszeit.
  • Förderung der Verdauung: Regt die Verdauung an, unterstützt die Aufnahme von Speisen, besonders von fettigen und schweren. Hilft bei Verdauungsstörungen und Sodbrennen. In China wird Hei Cha gern nach dem Essen getrunken.
  • Tonisierende Wirkung: Belebt, lindert Müdigkeit, steigert die Leistungsfähigkeit, verbessert die Konzentration, wirkt dabei jedoch milder als Sheng Pu‑Erh.
  • Gewichtsreduktion: Beschleunigt den Stoffwechsel, fördert den Fettabbau, hilft, den Appetit zu kontrollieren. Wird häufig in Diäten zur Gewichtsabnahme eingesetzt.
  • Entgiftung: Fördert die Ausscheidung von Gift- und Schlackenstoffen, reinigt die Leber, verbessert das Hautbild.
  • Herz‑Kreislauf‑System: Kann helfen, den Spiegel des „schlechten“ Cholesterins zu senken, die Gefäßwände zu stärken und den Blutdruck zu normalisieren.
  • Antioxidative Wirkung: Verlangsamt Alterungsprozesse, senkt das Risiko vieler Erkrankungen – dank der Polyphenole und anderer Antioxidantien.
  • Antibakterielle und antivirale Wirkung: Erhöht die Widerstandskraft des Organismus gegen Infektionen.
  • Normalisierung des Blutzuckerspiegels: Einige Studien zeigen, dass Hei Cha zur Normalisierung des Blutzuckerspiegels beitragen kann.
  • Probiotische Wirkung: Manche Hei‑Cha‑Sorten (insbesondere Fu Zhuan mit „Goldenen Blüten“) enthalten nützliche Mikroorganismen, die die Darmflora verbessern.
  • Nutzen für die Leber: In der traditionellen chinesischen Medizin gilt Hei Cha als wohltuend für die Leber.

9. Zubereitung:

  • Wassertemperatur: 95–100 °C (kochendes Wasser).

  • Teemenge: 5–7 Gramm auf 150–200 ml Wasser (beim Aufbrühen in mehreren Aufgüssen). Bei der Zubereitung in einer großen Kanne richtet sich die Menge nach der gewünschten Stärke.

  • Gefäß: Ideal geeignet ist eine Tonkanne aus Yixing‑Ton, da sie die Wärme gut hält und dem Tee erlaubt, sich voll zu entfalten. Ebenso kann man ein Gaiwan oder Porzellangeschirr verwenden.

  • Vorgang:

    1. Gefäß vorwärmen: Teekanne oder Gaiwan mit kochendem Wasser ausspülen.
    2. Teewaschung (kurzer Aufguss): Den Tee in das Gefäß geben, mit kochendem Wasser übergießen und das Wasser sofort abgießen. Dieser Schritt ist obligatorisch, da er Staub entfernt, den Tee „aufweckt“ und einen möglichen „abgestandenen“ Geschmack beseitigt, besonders bei gepresstem Tee. Bei Hei Cha kann die Waschung zweimal erfolgen.
    3. Erster Aufguss: Den Tee mit kochendem Wasser übergießen und je nach Alter, Pressform und gewünschter Stärke von einigen Sekunden bis 1–2 Minuten ziehen lassen (erster Aufguss). Junger Hei Cha zieht schneller, alter braucht länger.
    4. Aufguss in die Tassen geben: Den Aufguss vollständig aus Kanne oder Gaiwan in ein Chahai (Gefäß zum Gleichmäßig‑Ausgießen) abgießen und dann in die Tassen verteilen.
  • Wiederholte Aufgüsse: Hei Cha kann mehrfach aufgebrüht werden (5–7 Mal, manchmal 10 und öfter), wobei die Ziehzeit mit jedem weiteren Aufguss um 10–30 Sekunden verlängert wird. Geschmack und Aroma verändern sich dabei und zeigen neue Facetten.

** 6. Kochen:** Manche Hei‑Cha‑Sorten, besonders gereifte, mit grobem Rohmaterial oder als „Balken“ (Qian Liang) oder Ziegel gepresste, eignen sich gut für das Kochen über Feuer nach der Methode des Lu Yu. Wichtige Nuancen:

  • Abbrechen: Ist der Hei Cha gepresst, muss vor dem Aufbrühen ein kleines Stück abgebrochen werden. Das geschieht vorsichtig mit einem speziellen Messer oder einer Ahle, um die Blätter möglichst wenig zu beschädigen.
  • Nicht zu lange ziehen lassen: Ein zu langer Aufguss kann den Geschmack übermäßig adstringierend oder „erdig“ machen.
  • Dem Tee zuhören: Orientieren Sie sich an Ihrem eigenen Empfinden und passen Sie die Ziehzeit der gewünschten Aufguss‑Stärke an.
  • Experimentieren: Scheuen Sie sich nicht, verschiedene Methoden der Zubereitung, Wassertemperaturen und Ziehzeiten auszuprobieren, um Ihre ideale Variante zu finden.

10. Lagerung:

Hei Cha ist – anders als grüner und weißer Tee – für eine lange Lagerung bestimmt und wird mit der Zeit nur besser, indem er einen komplexeren und tieferen Geschmack und Aroma erlangt. Für eine richtige Reifung benötigt er jedoch bestimmte Bedingungen:

  • Ort: Dunkler, trockener, gut durchlüfteter Ort mit konstanter Temperatur (ideal Zimmertemperatur, etwa 20–25 °C) und moderater Luftfeuchte (etwa 60–70 %). Starke Temperatur‑ und Feuchtigkeitsschwankungen vermeiden.

  • Aufbewahrungsgefäße: Am besten lagert man Hei Cha in der Originalverpackung, sofern sie ausreichend dicht und doch luftdurchlässig ist. Außerdem geeignet:

    • Keramik‑ oder Tongefäße: Sie lassen Luft durch, schützen den Tee aber zugleich vor Fremdgerüchen. Ideal für Langzeitlagerung.
    • Papier‑ oder Stoffbeutel: Für die Lagerung geeignet, jedoch müssen sie aus natürlichen Materialien bestehen und frei von Fremdgerüchen sein.
    • In dicht verschlossenen Kartons: Akzeptable Option.
    • Nicht empfohlen wird die Lagerung in dicht geschlossenen Kunststoffbehältern oder Metalldosen.
  • Feinde des Tees:

    • Feuchtigkeit: Zu hohe Feuchte kann zu Schimmel und Verderb führen.
    • Direkte Sonneneinstrahlung: Zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und verschlechtert das Aroma.
    • Fremdgerüche: Tee nimmt Gerüche leicht an, daher nicht in der Nähe stark riechender Produkte (Gewürze, Kaffee, Fisch usw.) aufbewahren.
    • Starke Temperaturschwankungen: Beeinträchtigen den Reifeprozess negativ.

11. Preis und Fälschungen:

Der Preis von Hei Cha kann je nach folgenden Faktoren stark variieren:

  • Hei‑Cha‑Sorte: Fu Zhuan, Liu Bao, Qian Liang, Tian Jian usw. – jede hat ihre eigene Preisspanne.
  • Alter des Tees: Je älter der Tee, desto höher der Preis. Gereifter Hei Cha wird deutlich höher bewertet als junger.
  • Qualität des Rohmaterials: Stammt das Material von Wildbäumen oder von Plantagen, und wie hoch ist die Auslesequalität (Knospen, Blätter, deren Verhältnis).
  • Ruf des Herstellers: Bekannte Marken und Meister sind in der Regel teurer.
  • Produktionsjahr: Manche Jahrgangsexemplare können sehr hohe Preise erreichen.
  • Nachfrage: Die große Nachfrage nach bestimmten Hei‑Cha‑Sorten beeinflusst den Preis.
  • Vorhandensein „Goldener Blüten“ (bei Fu Zhuan): Tee mit üppigen und leuchtenden „Goldenen Blüten“ ist teurer.

Aufgrund der Beliebtheit und des Wertes einiger Hei‑Cha‑Sorten gibt es auf dem Markt leider Fälschungen und Nachahmungen. Wie man Fälschungen vermeidet:

  • Nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen: Suchen Sie spezialisierte Teeläden mit gutem Ruf, die Wert auf ihre Kunden legen und verlässliche Auskünfte zu Herkunft, Erntejahr und Produzent geben können.
  • Vorsicht bei zu niedrigem Preis: Ein verdächtig niedriger Preis ist fast immer ein sicheres Zeichen für Fälschung. Echter Hei Cha kann nicht billig sein, insbesondere gereifter Tee aus Wildbeständen.
  • Das Erscheinungsbild aufmerksam prüfen: Achten Sie auf Form, Farbe, Unversehrtheit von Blättern und Knospen. Sie sollten der Beschreibung der jeweiligen Sorte entsprechen. Viele gebrochene Blätter, Staub oder Fremdkörper deuten auf minderwertige Qualität hin. Bei gepresstem Tee auf die Qualität und Sorgfalt der Pressung achten.
  • Das Aroma beurteilen: Der trockene Tee muss das für die betreffende Hei‑Cha‑Sorte charakteristische Aroma aufweisen, ohne Muff oder Fremdgerüche.
  • Aufguss und nasses Blatt prüfen: Farbe, Geschmack und Aroma des Aufgusses müssen der Beschreibung entsprechen. Das nasse Blatt sollte aus ganzen Blättern bestehen (oder Fragmenten, wenn es sich um Broken‑Tee handelt).
  • Besondere Vorsicht beim Kauf gereiften Hei Cha: Das Fälschen alter Tees ist besonders lukrativ, daher äußerste Aufmerksamkeit walten lassen.
  • Eine kleine Probemenge kaufen: Bevor man eine größere Menge eines teuren Tees erwirbt, sollte man eine kleine Menge zur Probe nehmen, um die Qualität zu beurteilen.

12. Interessante Fakten:

  • Tee für Nomaden: Historisch war Hei Cha bei Nomadenvölkern (Tibetern, Mongolen) wegen seiner Nährkraft, wärmenden Wirkung und langen Haltbarkeit sehr beliebt.
  • Tee und Gesundheit: In China gilt Hei Cha traditionell als Heilgetränk; ihm werden zahlreiche wohltuende Eigenschaften zugeschrieben.
  • Wiederaufleben der Beliebtheit: In den letzten Jahren ist das Interesse an Hei Cha sowohl in China als auch weltweit stark gestiegen. Er wird geschätzt für seinen einzigartigen Geschmack, sein Aroma, die gesundheitlichen Vorzüge und die Eignung für lange Lagerung.

13. Hauptsorten von Hei Cha:

  • Nach Provinzen:

    • Hunan Hei Cha (湖南黑茶): Am bekanntesten und vielfältigsten. Dazu gehören Fu Zhuan, Qian Liang, Hei Zhuan, Tian Jian u. a.
    • Sichuan Bian Cha (四川边茶): Traditionell zu Ziegeln und Platten gepresst, von herbem Geschmack.
    • Guangxi Liu Bao (广西六堡): Charakteristisch erdiger Geschmack mit Betelnuss‑Noten.
    • Hubei Lao Qing Cha (湖北老青茶): Häufig zu Ziegeln gepresst, von gröberem Geschmack als Hunan Hei Cha.
    • Yunnan Hei Cha (云南黑茶): Weniger verbreitet als Pu‑Erh, wird aber ebenfalls in dieser Provinz produziert.

Zum Abschluss:

Hei Cha ist eine faszinierende und vielschichtige Teewelt, die sich von allem unterscheidet, was man zuvor probiert hat. Es ist ein Tee mit reicher Geschichte, einzigartiger Herstellungstechnologie und unverwechselbarem Geschmack und Aroma. Jede Hei‑Cha‑Sorte ist eine eigene Geschichte, ein eigenes Terroir, eine eigene Philosophie. Einen echten Hei Cha zu verkosten bedeutet, die alte Teekultur Chinas zu berühren, die Kraft und Energie der Natur zu spüren und neue Facetten des Teegenusses zu entdecken. Dieser Tee vermag in der Kälte zu wärmen, Klarheit des Geistes zu schenken, die Verdauung zu verbessern und einfach durch seinen ungewöhnlichen Geschmack und sein Aroma Freude zu bereiten. Hei Cha ist ein Tee für jene, die das Experimentieren nicht scheuen, die Echtheit schätzen und bereit sind, zu einer fesselnden Reise in die Welt der postfermentierten Tees aufzubrechen.