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Diānhóng Jīn Luó
Diānhóng jīn luó · 滇红金螺
Diānhóng Jīn Luó gehört zu den markantesten Vertretern der roten Tees aus Yunnan und zeichnet sich durch die charakteristische spiralförmige Blattstruktur aus, die der Herstellungstechnik des Bìluóchūn entlehnt ist.
Diānhóng Jīn Luó gehört zu den markantesten Vertretern der roten Tees aus Yunnan und zeichnet sich durch die charakteristische spiralförmige Blattstruktur aus, die der Herstellungstechnik des Bìluóchūn entlehnt ist. Die Verbindung von zartem Rohmaterial des großblättrigen Yunnan-Kultivars mit einer speziellen Rolltechnik ergibt einen Tee von dichtem, umhüllendem Honig-Frucht-Geschmack und ausgeprägtem goldenem Flaum.
1. Klassifizierung und Herkunft:
- Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá), vollständig fermentiert (Oxidationsgrad ~80–90 %). Nach europäischer Klassifikation zählt er zum schwarzen Tee.
- Kategorie: Hochwertige rote Tees aus Yunnan, eine Varietät der Diānhóng-Gruppe (滇红, Diānhóng). Gehört zu den »namhaften« (名优, míngyōu) Tees, die sich durch ihre Rollform auszeichnen.
- Herkunft: China, Provinz Yunnan (云南省, Yúnnán Shěng). Hauptanbaugebiete: Kreis Fèngqìng (凤庆县, Fèngqìng Xiàn) der bezirksfreien Stadt Líncāng (临沧市, Líncāng Shì), außerdem Bǎoshān (保山, Bǎoshān), Pǔ’ěr (普洱, Pǔ’ěr), Xīshuāngbǎnnà (西双版纳, Xīshuāngbǎnnà) und Déhóng (德宏, Déhóng). Fèngqìng gilt als Wiege der gesamten Diānhóng-Linie und als Referenzstandort für die Produktion von Jīn Luó.
- Geografische Koordinaten: Fèngqìng – ungefähr 24°35′ N, 99°55′ O. Gesamtverbreitungsgebiet: zwischen 21° und 29° N, 97° und 106° O.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Diānhóng als Kategorie des roten Tees wurde von dem herausragenden Teetechnologen Féng Shàoqiú (冯绍裘, Féng Shàoqiú) zwischen Herbst 1938 und 1941 in der Teefabrik im Kreis Fèngqìng entwickelt. Während des Zweiten Weltkriegs, als die traditionellen Teeanbaugebiete Ostchinas bedroht waren, organisierte die Regierung der Republik China die Produktion von rotem Tee in Yunnan für den Export und die Devisenbeschaffung. Zunächst erhielt der Tee den Namen »Yúnhóng« (云红), der später durch »Diānhóng« – den historischen Namen der Region – ersetzt wurde.
Die Form der »Goldspiralen« ist eine spätere Erweiterung des Diānhóng-Sortiments. Jīn Luó entstand durch die Übertragung der für den berühmten grünen Tee Bìluóchūn (碧螺春, Bì Luó Chūn) aus der Provinz Jiāngsū typischen Rolltechnik auf das großblättrige Rohmaterial Yunnans. Der zusätzliche Arbeitsschritt »揉团显毫« (róutuán xiǎnháo – Zusammenrollen zu Kügelchen unter Sichtbarmachen des Flaums) ermöglichte eine kompakte, ästhetisch ansprechende Form mit reichem goldenem Haarflaum.
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Name:
- Diān (滇) – alter Name Yunnans, zurückgehend auf das Königreich Diān (滇国, Diānguó), das in der Zeit der Streitenden Reiche (475–221 v. Chr.) an den Ufern des Diānchí-Sees bestand.
- Hóng (红) – »rot«, verweist nach der chinesischen Sechs-Farben-Klassifikation auf die Teekategorie.
- Jīn (金) – »Gold, golden«. Beschreibt die Farbe der goldenen Tips (Teeknospen), die die Oberfläche der Teeblätter reichlich bedecken.
- Luó (螺) – »Schnecke, Spirale«. Bezeichnet die gerollte Form, bei der die Teeblätter zu festen, schneckenartigen Spiralen gedreht sind.
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Kulturelle Bedeutung: Diānhóng Jīn Luó nimmt unter den roten Tees Yunnans als Beispiel für die Verbindung von visueller Schönheit und Geschmacksreichtum einen besonderen Platz ein. Die goldenen Spiralen gelten traditionell als renommierter Geschenktee und als Symbol yunnanesischer Teekunst. In der Hierarchie der Diānhóng-Tees steht Jīn Luó zwischen dem leichter zugänglichen Gōngfu (工夫) und den exklusiven, rein knospigen Jīn Yá (金芽) und bietet ein ausdrucksstarkes Profil im mittleren und gehobenen Preissegment.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
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Sorte / Kultivar: Hauptkultivar ist Yúnnán Dàyèzhǒng (云南大叶种, Yúnnán Dàyèzhǒng, »Yunnans Großblättriger«), zu Camellia sinensis var. assamica gehörend. Es handelt sich um eine Gruppe lokaler großblättriger Populationen, die sich auszeichnen durch:
- Große Blätter von 12–20 cm Länge, 4–6 cm Breite mit dicker, fleischiger Blattspreite.
- Hohen Polyphenolgehalt (bis 30–38 % im Frischblatt) und hohen Extraktstoffgehalt (über 40 %), was einen vollen Geschmack und eine leuchtende Aufgussfarbe gewährleistet.
- Reichlich weiche Härchen (毫, háo) an Knospen und jungen Blättern, die bei der Verarbeitung eine charakteristische goldene Farbe annehmen.
In der Produktion werden auch selektionierte Klonsorten verwendet, insbesondere Fèngqìng Nr. 7 (凤庆7号), Fèngqìng Nr. 9 (凤庆9号), Yúnkàng Nr. 10 (云抗10号).
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Ernte: Die Haupternte ist die Frühjahrsernte (März–April), die aufgrund ihres hohen Gehalts an Aminosäuren und Aromastoffen am wertvollsten ist. Sommer- und Herbsternten werden ebenfalls durchgeführt, stehen der Frühjahrsernte jedoch an Zartheit und Aromatiefe nach.
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Erntestandard: Für höchste Grade – ausschließlich Knospen (单芽, dānyá) oder Knospe mit einem Blatt (一芽一叶, yī yá yī yè). Für Standard-Jīn Luó – Knospe und ein bis zwei junge Blätter (一芽一叶, 一芽二叶). Gefordert ist gleichmäßiges, frisches, unbeschädigtes Material.
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Anforderungen an das Rohmaterial: Besondere Bedeutung hat der reichliche goldene Flaum an den Knospen – er bildet das Markenzeichen von Jīn Luó. Das Rohmaterial muss frisch, saftig und in den Morgenstunden nach dem Abtrocknen des Taus geerntet sein.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
- Die Provinz Yunnan liegt im Südwesten Chinas, an der Nahtstelle des Yunnan-Guizhou-Plateaus und der Ausläufer des Himalaya, an der Grenze zu Myanmar, Laos und Vietnam. Die Region gilt als eines der Ursprungszentren des Teebaums Camellia sinensis; hier wachsen wilde Teebäume mit einem Alter von mehreren tausend Jahren.
- Anbauhöhe: Die Teeplantagen für die Produktion von Jīn Luó liegen auf 1000 bis 2000 m über dem Meeresspiegel. Hochgelegene Gärten (über 1500 m) liefern Rohmaterial mit feinerem Aroma und ausgeprägter Süße.
- Böden: Vorherrschend sind lateritische Roterden (红壤, hóng rǎng) und Gelberden (黄壤, huáng rǎng) mit saurer Reaktion (pH 4,5–5,5), reich an organischer Substanz, Eisen und mineralischen Verbindungen. Die tiefe, fruchtbare Schicht gewährleistet eine kräftige Entwicklung des Wurzelsystems.
- Klima: Subtropisch-monsunal mit vertikaler Zonierung. Jahresdurchschnittstemperatur 15–22 °C. Jährliche Niederschlagsmenge 1200–1800 mm. Charakteristisch sind hohe Luftfeuchtigkeit (75–85 %), häufige Morgennebel und ein deutlicher Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur (10–15 °C). Diese Bedingungen verlangsamen das Sprosswachstum und fördern die Einlagerung von Aromastoffen, Aminosäuren und Zuckern.
5. Herstellungsverfahren:
Die Herstellung von Diānhóng Jīn Luó folgt dem klassischen Schema roter Tees, ergänzt um einen spezifischen Formgebungsschritt zu Spiralen, der der Bìluóchūn-Technologie entlehnt ist.
- Ernte (采摘, cǎizhāi): Handpflücken zarter Knospen und junger Blätter in den Morgenstunden.
- Welken (萎凋, wěidiāo): Das frisch geerntete Rohmaterial wird in dünner Schicht auf Bambushorden in einem gut belüfteten Raum oder unter diffusem Sonnenlicht ausgebreitet. Dauer: 12–18 Stunden. Ziel: 30–40 % der Feuchtigkeit entfernen (Restfeuchte auf 60–65 % bringen), die Blätter weich und elastisch machen und erste biochemische Umwandlungen einleiten: Enzymaktivierung und ersten Zellmembranabbau.
- Rollen und Formen zu Spiralen (揉捻 + 揉团显毫, róuniǎn + róutuán xiǎnháo): Der entscheidende Schritt, der Jīn Luó von anderen Diānhóng unterscheidet. Die gewelkten Blätter werden zunächst standardmäßig gerollt, um die Zellstruktur zu zerstören und den Saft freizusetzen. Danach folgt der charakteristische Griff »揉团显毫« – die Blätter werden zu feuchten Kügelchen gerollt und mit kreisenden Bewegungen verrieben, wobei sich feste Spiralen bilden und der goldene Flaum an der Oberfläche sichtbar wird. Diese Technik, die dem Verfahren beim Bìluóchūn ähnelt, erfordert großes Können und eine genaue Druckkontrolle.
- Fermentation (发酵, fājiào): Die gerollten Spiralen werden 8–12 cm hoch in einem Raum mit kontrollierter Temperatur (22–28 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit (90–95 %) ausgebreitet. Die vollständige Fermentation dauert 3–5 Stunden, wobei die Catechine zu Theaflavinen und Thearubigenen oxidieren und die charakteristische rotbraune Farbe sowie das Honig-Malz-Aroma entstehen. Der Meister bestimmt das Ende der Fermentation anhand der Blattfarbe und der Intensität des Aromas.
- Trocknen (烘干, hōnggān): Erfolgt in zwei Stufen: Vortrocknen bei 100–110 °C zum Stoppen der Fermentation, dann abschließendes Nachtrocknen bei 80–90 °C bis zu einer Restfeuchte von 5–6 %. Die zweistufige Trocknung fixiert das Aroma und verhindert ein Übertrocknen.
- Sortierung (分级, fēnjí): Der fertige Tee wird nach Größe, Form, Spiralendichte und Anteil goldener Tips getrennt. Gebrochene Blätter und Fremdbestandteile werden entfernt.
6. Organoleptische Eigenschaften:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Fest gerollte, spiralförmige Teeblätter, die an winzige Schnecken oder Kommata erinnern. Das Blattkorn ist dicht und schwer (身骨重实, shēngǔ zhòng shí). Die Farbe reicht von Dunkelbraun bis Schwarz mit reichlichen goldenen und rötlichen Einsprengseln der dicht flaumigen Tips.
- Aroma des trockenen Blattes: Reich, dicht, süß. Es dominieren Honig- und Malznoten, untermalt von Tönen von Trockenfrüchten (Backpflaume, Aprikose, Rosinen), Schokolade und Karamell. Florale Nuancen und eine leichte Würze sind ebenfalls vorhanden. Das Aroma ist beständig und unverwechselbar.
- Aroma des Aufgusses: Leuchtend, umhüllend. Honig-fruchtige Dominante mit Nuancen von Kakao, karamellisiertem Zucker und Wiesenblumen. Beim Abkühlen des Aufgusses zeigen sich Anklänge von Gebäck und Nuss.
- Geschmack: Voll, samtig, rund, mit ausgeprägter natürlicher Süße und weichem, unaufdringlichem Körper. Honig- und Malznoten verweben sich mit Anklängen von Trockenfrüchten, Milchschokolade und Karamell. Die Adstringenz ist minimal, Bitterkeit fehlt. Der Nachgeschmack (回甘, huígān) ist lang, einhüllend, mit Honigsüße und leichter Würze.
- Farbe des Aufgusses: Leuchtend, klar, von Bernstein-Orange bis sattem Rot-Bernstein. Transparent, mit einem ausgeprägten goldenen Ring (金圈, jīnquān) am Tassenrand – ein Zeichen für einen hohen Theaflavingehalt.
- Teeblattboden (aufgegossenes Blatt): Ganze, elastische Knospen und Blätter, die sich vollständig aus den Spiralen entfaltet haben. Die Farbe ist kupferrot, gleichmäßig, mit gut erkennbaren goldenen Knospen. Das Blatt ist elastisch, lebendig.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole (Teepolyphenole, 茶多酚): Im Frischblatt des großblättrigen Yunnan-Kultivars beträgt der Polyphenolgehalt 30–38 %. Während der vollständigen Fermentation oxidieren die Catechine zu Theaflavinen (茶黄素, cháhuángsù, 0,5–1,5 % der Trockenmasse) – verantwortlich für die Leuchtkraft des Aufgusses, den »goldenen Ring« und eine belebende Adstringenz – sowie zu Thearubigenen (茶红素, cháhóngsù, 8–12 %) – verleihen Dichte, Geschmacksfülle und Farbtiefe.
- Aminosäuren: Gesamtgehalt 2–3 % der Trockenmasse. L-Theanin (L-茶氨酸) dominiert und ist für Süße, einen »Umami«-Anklang und die entspannende Wirkung in Kombination mit Coffein verantwortlich.
- Alkaloide: Coffein (咖啡碱) – 3–4 % der Trockenmasse (etwa 40–60 mg pro 150-ml-Tasse), Theobromin, Theophyllin. Sie sorgen für eine sanfte, anhaltend anregende Wirkung.
- Ätherische Öle und flüchtige Aromastoffe: Über 400 identifizierte Komponenten, darunter Linalool, Geraniol, Nerol, cis-Jasmon, β-Ionon, Furfural, Maltol. Insbesondere Maltol und Furfural prägen das charakteristische Malz-Karamell-Profil der Diānhóng.
- Vitamine: C (wird bei der Fermentation teilweise abgebaut), B₁, B₂, B₆, PP, E, K.
- Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Mangan, Fluor, Zink, Eisen, Selen. Die Böden Yunnans sind besonders selenreich.
- Zucker und Pektine: Lösliche Zucker und Pektinstoffe verleihen dem Aufguss Weichheit und Körperdichte.
8. Gesundheitliche Wirkungen:
- Sanfte anregende Wirkung: Die Kombination von Coffein und L-Theanin sorgt für langanhaltende Wachheit ohne abrupte Spitzen und Einbrüche, verbessert Konzentration und kognitive Funktionen.
- Wärmende Wirkung: In der traditionellen chinesischen Medizin gilt roter Tee als »warmes« (温性, wēnxìng) Getränk, das die Durchblutung fördert und besonders in der kalten Jahreszeit wohltuend ist.
- Antioxidativer Schutz: Theaflavine und Thearubigene zeigen eine ausgeprägte antioxidative Aktivität und schützen die Zellen vor oxidativem Stress.
- Unterstützung der Verdauung: Regt die Sekretion von Verdauungssäften an, verbessert die Peristaltik und fördert die Aufnahme fetthaltiger Speisen.
- Herzschützende Wirkung: Der regelmäßige Konsum von rotem Tee wird mit einem gesenkten LDL-Cholesterinspiegel und einer Stärkung der Gefäßwände in Verbindung gebracht. Theaflavine können die Cholesterinsynthese hemmen.
- Entzündungshemmende Wirkung: Die Polyphenole des roten Tees besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die bei chronischen Entzündungsprozessen hilfreich sein können.
- Stärkung des Immunsystems: Catechine und ihre Derivate erhöhen die Widerstandskraft des Körpers gegen virale und bakterielle Infektionen.
- Antistress-Wirkung: L-Theanin fördert die Produktion von α-Wellen im Gehirn und sorgt für einen Zustand ruhiger Konzentration.
9. Zubereitung:
- Wassertemperatur: 85–95 °C. Für hochknospigen Jīn Luó (mit überwiegendem Tips-Anteil) werden 85–90 °C empfohlen, für Standardqualität 90–95 °C. Zu heißes Wasser kann die Adstringenz verstärken.
- Teemenge: 4–5 g auf 150 ml Wasser (Gōngfu-Methode); 3 g auf 200 ml (europäische Zubereitung).
- Geschirr: Ein Gàiwǎn (盖碗, gàiwǎn) aus Porzellan ist die optimale Wahl, da er das Aroma entfaltet und eine präzise Kontrolle der Extraktion ermöglicht. Ebenso geeignet ist eine Yíxīng-Kanne aus Purpurton (紫砂壶, zǐshā hú) – der Ton mildert den Geschmack und verleiht zusätzliche Rundheit. Eine Glaskanne erlaubt es, den schönen »Tanz« der sich entrollenden Spiralen zu beobachten.
- Ablauf:
- Vorwärmen des Geschirrs: Spülen Sie Gàiwǎn und Cháhǎi (茶海, cháhǎi) mit kochendem Wasser zum gleichmäßigen Erwärmen.
- Einfüllen des Tees: Geben Sie die trockenen Spiralen in den vorgewärmten Gàiwǎn. Atmen Sie das Aroma des erwärmten trockenen Tees ein.
- Waschen (醒茶, xǐngchá): Übergießen Sie den Tee mit heißem Wasser und gießen Sie es nach 3–5 Sekunden ab. Dieser Aufguss »weckt« die fest gerollten Spiralen und spült Staub fort.
- Erster Aufguss: 10–15 Sekunden ziehen lassen (Gōngfu-Methode). Den Aufguss vollständig in das Cháhǎi abgießen, dann in die Tassen verteilen.
- Weitere Aufgüsse: 2. und 3. Aufguss je 10–15 Sekunden; danach die Ziehzeit mit jedem Aufguss um 5–10 Sekunden verlängern.
- Anzahl der Aufgüsse: Ein hochwertiger Jīn Luó verträgt 6–8 Aufgüsse und offenbart dabei immer neue Nuancen. Die ersten Aufgüsse geben Leuchtkraft und Süße, die mittleren Tiefe und Fülle, die letzten eine milde Süße mit holzigen Tönen.
10. Lagerung:
Diānhóng Jīn Luó ist ein vollständig fermentierter Tee mit stabiler chemischer Zusammensetzung, der keine besonderen Lagerbedingungen erfordert.
- Behältnis: Luftdicht verschließbares, blickdichtes Gefäß – Blech-, Keramik- oder Porzellandose mit fest schließendem Deckel. Auch die Lagerung in der werkseitigen Vakuumverpackung ist möglich.
- Bedingungen: Trockener, kühler (15–25 °C), dunkler Ort, fern von Wärmequellen und starken Gerüchen. Luftfeuchtigkeit nicht über 60 %.
- Feinde des Tees: Feuchtigkeit, direktes Sonnenlicht, Fremdgerüche (Gewürze, Parfum, Haushaltschemikalien).
- Haltbarkeit: Optimal 18–24 Monate. Anders als grüner Tee muss roter Tee nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bei richtiger Lagerung kann der Geschmack in den ersten 6–12 Monaten etwas weicher und runder werden, eine längere Reifung verbessert die Qualität jedoch nicht.
11. Preis und Fälschungen:
Diānhóng Jīn Luó nimmt im mittleren und gehobenen Preissegment der roten Tees Yunnans eine Position ein. Der Preis wird bestimmt durch: Erntesaison (Frühjahr – teurer), Rohmaterialstandard (Tips-Anteil), Herkunft (Fèngqìng – Premium) und den Ruf des Produzenten.
- Hochwertiger Frühjahrs-Jīn Luó aus Fèngqìng mit reichem goldenem Flaum ist deutlich teurer als Sommer- und Herbstpartien aus anderen Regionen.
- Jīn Luó aus reinen Knospen nähert sich preislich dem Jīn Yá (Goldenen Knospen) an.
So vermeiden Sie Fälschungen:
- Kauf bei vertrauenswürdigen Händlern: Spezialisierte Teegeschäfte mit transparenter Information über Herkunft und Ernte.
- Beurteilung der Form: Die Spiralen müssen fest, gleichmäßig und mit reichlichem natürlichem goldenem Flaum sein. Ungleichmäßige Rollung, übertrieben grelles, »säureartiges« Gold weisen auf den Einsatz von Farbstoffen hin.
- Kaltwassertest: Beim Übergießen mit kaltem Wasser färbt echter Tee das Wasser langsam und schwach; wenn sich das Wasser sofort leuchtend rot färbt, kann Farbstoff zugesetzt sein.
- Aromaprüfung: Naturreiner Jīn Luó besitzt ein tiefes, vielschichtiges Honig-Malz-Aroma. Ein eindimensionaler, »karamellartiger« Geruch ohne Entwicklung kann auf minderwertiges Rohmaterial hindeuten.
- Prüfung des Aufgusses: Der Aufguss muss klar sein, mit einem reinen goldenen Ring. Trübung, Bodensatz und ein flacher Geschmack sind Anzeichen für Fälschung oder falsche Lagerung.
12. Interessante Fakten:
- Technik aus Jiāngsū in Yunnan: Die Spiralformung von Jīn Luó ist der Produktion des grünen Tees Bìluóchūn (碧螺春) aus der Provinz Jiāngsū entlehnt. Dieser Technologietransfer ist ein seltenes Beispiel gelungener überregionaler Anpassung: Die zarte Rolltechnik des kleinblättrigen Rohmaterials aus Jiāngsū wurde für die großen, fleischigen Sprosse Yunnans neu interpretiert.
- »Tanz der Spiralen«: Beim Aufgießen in einer Glaskanne entrollen sich die Spiralen langsam im heißen Wasser und bieten ein faszinierendes Schauspiel, das an einen Unterwassertanz erinnert. Das macht Jīn Luó zu einem der »spektakulärsten« Tees für die Teezeremonie.
- Schweres Gewicht: Dank der dichten Spiralrollung ist Jīn Luó bei gleichem Volumen deutlich schwerer als andere Diānhóng-Tees. Eine Handvoll trockener Spiralen wiegt spürbar mehr als das gleiche Volumen Gōngfu oder Sōngzhēn.
- Vielseitiger Partner: Das milde, nicht saure Profil von Jīn Luó macht ihn zu einem der wenigen chinesischen roten Tees, die sich sowohl mit Desserts (Schokolade, Gebäck) als auch mit Milch hervorragend kombinieren lassen – eine seltene Eigenschaft für Tees aus Camellia sinensis var. assamica.
- Qualitätsmerkmal – der »goldene Ring«: Bei sachgemäßer Zubereitung bildet sich in einer weißen Porzellantasse an der Oberfläche des Aufgusses am Rand ein leuchtend gold-orangefarbener Ring (金圈). Seine Leuchtkraft korreliert unmittelbar mit dem Theaflavingehalt und gilt als verlässlicher Qualitätsindikator.
13. Vergleich mit anderen Diānhóng:
- Diānhóng Jīnzhēn / Jīnyá (滇红金针/金芽, Diānhóng Jīnzhēn/Jīnyá, »Goldene Nadeln/Knospen«): Wird überwiegend aus reinen Knospen hergestellt. Die Form sind gerade Nadeln oder leicht gebogene Stäbchen (im Unterschied zu den Spiralen des Jīn Luó). Leichterer, delikater Geschmack mit ausgeprägten blumig-honigartigen Noten. Niveau und Preis liegen in der Regel über denen des Jīn Luó.
- Diānhóng Sōngzhēn (滇红松针, Diānhóng Sōngzhēn, »Kiefernnadeln«): Rohmaterial: eine Knospe, ein Blatt. Form: lange, gerade Blätter, die an Kiefernnadeln erinnern. Im Vergleich zu Jīn Yá kräftigerer, »vollerer« Geschmack durch den Blattanteil, aber ohne die Dichte der Spirale des Jīn Luó. Preislich günstiger.
- Diānhóng Gōngfu (滇红工夫, Diānhóng Gōngfu): Der »klassische« Diānhóng mit reiferem Rohmaterial (bis zu einer Knospe und zwei bis drei Blättern). Form: traditionelle streifenförmige Rollung. Geschmack kräftiger, mit betonten Malz- und würzig-schokoladigen Noten. Höhere Adstringenz. Der günstigste in der Reihe.
- Gǔshù Diānhóng (古树滇红, Gǔshù Diānhóng, »Roter Tee von alten Bäumen«): Aus Rohmaterial alter und wild wachsender Teebäume. Äußerlich weniger spektakulär (dunkle, unterschiedlich große Blätter), besitzt jedoch einzigartige Tiefe, eine »bergige« Wildheit im Geschmack und eine außergewöhnliche Beständigkeit beim Aufgießen. Preislich von mittel bis hoch je nach Alter der Bäume.
Zum Abschluss:
Diānhóng Jīn Luó ist ein Tee, bei dem die yunnanesische Kraft des großblättrigen Rohmaterials in eine elegante Spiralform gekleidet wird, die aus der Meisterschaft der jiāngsūer Traditionen geboren ist. Jede goldene Spirale birgt die Wärme der subtropischen Sonne, die Frische der Bergnebel und die Großzügigkeit der uralten Roterden Yunnans. Der Aufguss von Jīn Luó schenkt eine tiefe Bernsteinfarbe, ein umhüllendes Honig-Frucht-Aroma und einen samtig-süßen Geschmack ohne jede Spur von Grobheit – eine seltene Vereinigung von Kraft und Zartheit. Dieser Tee ist eine hervorragende Wahl für alle, die die visuelle Schönheit des Teegeschehens schätzen, einen milden und zugleich gehaltvollen roten Tee für den Alltag suchen oder ein bleibendes Teegeschenk machen möchten. Jīn Luó eignet sich gleichermaßen für eine stille morgendliche Teestunde wie für ein geselliges Treffen am Gàiwǎn.