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Dān Cōng Mì Lán Xiāng

Dān cóng mì lán xiāng · 单丛蜜兰香

Die Herstellung des Dan Cong Mi Lan Xiang vereint traditionelle Oolong-Methoden mit regionalen Besonderheiten aus Chaozhou.

  • Typ: Oolong (gewöhnlich mittlere Fermentationsstufe, 30–60 %). Der Röstgrad kann von leicht bis stark variieren.
  • Kategorie: Hochwertige Oolong-Tees. Gehört zur Gruppe der Dan-Cong-Tees (单丛, Dān Cōng), was „einzelne Sträucher“ oder „von einem Busch“ bedeutet.
  • Ursprung: China, Provinz Guangdong (广东, Guǎngdōng), bezirksfreie Stadt Chaozhou (潮州, Cháozhōu), Fenghuang-Berge (凤凰山, Fènghuáng Shān), auch Phönix-Berge genannt.
  • Geografische Koordinaten: Etwa 23–24° nördlicher Breite, 116–117° östlicher Länge.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Teekultur in den Fenghuang-Bergen reicht über 900 Jahre zurück. Als eigenständige Tee-Gruppe kristallisierten sich die Dan Congs vor etwa 100–150 Jahren heraus.

  • Name:

    • „Dan Cong“ (单丛) – „einzelne Sträucher“ oder „von einem Busch“. Der Name betont die Besonderheit, dass idealerweise jedes Teebüschel getrennt gepflückt und verarbeitet wird, um die individuellen Eigenschaften der Pflanze zu bewahren. In der Praxis wird dies heute nicht immer streng eingehalten, doch „Dan Cong“ bedeutet nach wie vor, dass der Tee von Büschen einer bestimmten Sorte/Lokalvarietät innerhalb einer kleinen Plantage stammt.
    • „Mi Lan Xiang“ (蜜兰香) – „Honig-Orchideen-Aroma“. Verweist auf das charakteristische Parfüm dieses Dan Congs, in dem Noten von Orchidee und Honig dominieren.
  • Kulturelle Bedeutung: Dan Congs, und insbesondere Mi Lan Xiang, werden wegen ihres reichen, facettenreichen Aromas, ihres vollen Geschmacks und ihrer Fähigkeit, viele Aufgüsse zu überstehen, hoch geschätzt. Sie gelten als Tee für anspruchsvolle Kenner und sind ein Stolz der Region Chaozhou.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte: Mi Lan Xiang ist nicht nur ein Teename, sondern die Bezeichnung einer Sorten-Varietät der Teesträucher in den Fenghuang-Bergen. Dan Congs sind keine Sorten im streng botanischen Sinne, sondern eher lokale Varietäten, die durch natürliche Selektion und einzigartige Wachstumsbedingungen entstanden sind. Jeder Dan Cong hat seine Eigenheiten:
    • Blattform und -größe: Die Blätter von Mi Lan Xiang sind gewöhnlich groß und länglich.
    • Blattfarbe: Dunkelgrün mit einem rötlichen Schimmer an den Rändern (deutet auf mittlere Fermentation hin).
    • Aroma: Die Varietät zeichnet sich durch ein sehr starkes, charakteristisches Aroma mit dominanten Noten von Orchidee, Honig und Früchten aus.
  • Ernte: Meist im Frühjahr, kann aber auch im Sommer und Herbst erfolgen. Die Frühjahrsernte gilt als die wertvollste.
  • Pflückstandard: Gepflückt wird eine Knospe mit zwei bis drei oberen Blättern, manchmal auch vier.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Hoch. Es werden nur gesunde, unbeschädigte Blätter verwendet.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Fenghuang-Berge (Phönix-Berge): Gebirgszug im Nordosten der Provinz Guangdong. Das Gebirge besteht vorwiegend aus Granit und vulkanischem Gestein. Es zeichnet sich durch malerische Landschaften, saubere Luft und häufigen Nebel aus.
  • Anbauhöhe: Die Teegärten liegen auf 400 bis 1500 m über dem Meeresspiegel. Hochgebirgstees (über 1000 m) sind besonders geschätzt.
  • Böden: Rote und gelbe Böden, reich an Mineralstoffen, gut drainiert. Die Böden sind steinig und bergig.
  • Klima: Subtropisch-monsunal, mit warm-feuchtem Winter und heißem, regnerischem Sommer. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 21 °C. Hohe Luftfeuchtigkeit und häufiger Nebel schaffen ideale Bedingungen für den Teeanbau.
  • Besonderheiten: Viele Teesträucher in den Fenghuang-Bergen sind sehr alt, mehrere hundert Jahre. Man nennt sie „Lao Cong“ (老枞) – „Alte Sträucher“. Es heißt, der Tee solcher Büsche besitze einen tieferen und komplexeren Geschmack.

5. Produktionstechnologie:

Die Herstellung des Dan Cong Mi Lan Xiang vereint traditionelle Oolong-Methoden mit regionalen Besonderheiten aus Chaozhou.

  • Pflücken (采摘 – cǎi zhāi): Wie oben beschrieben.
  • Welken (萎凋 – wěidiāo): Die Blätter werden im Freien (Sonnen- oder Schattenwelke) oder in Innenräumen für mehrere Stunden ausgebreitet. Ziel ist es, einen Teil der Feuchtigkeit zu entziehen, die Blätter geschmeidig zu machen und die Fermentation einzuleiten.
  • Schütteln (摇青 – yáo qīng): Die Blätter werden vorsichtig auf Bambustabletts geschüttelt und gewendet. Dieser Schritt wird mehrfach mit Ruhepausen dazwischen wiederholt. Beim Mi Lan Xiang erfolgt das Schütteln gewöhnlich behutsam, um die Blattintegrität zu bewahren und das florale Aroma zu entfalten.
  • Fermentation (发酵 – fājiào): Der Oxidationsprozess, der während des Schüttelns und der Ruhephasen abläuft. Der Fermentationsgrad des Mi Lan Xiang ist meist mittel (30–60 %), kann aber je nach Hersteller variieren.
  • „Grüntötung“ (杀青 – shā qīng): Hocherhitzung zum Stoppen der Fermentation.
  • Rollen (揉捻 – róuniǎn): Die Blätter werden in eine längsgedrehte Form gebracht. Das Rollen kann von Hand oder maschinell erfolgen.
  • Trocknung (烘干 – hōnggān): Der Tee wird getrocknet, um Restfeuchte zu entfernen. In dieser Phase kann eine leichte oder intensivere Röstung durchgeführt werden, je nach gewünschtem Geschmacksprofil.
  • Sortierung (分级 – fēnjí): Der fertige Tee wird nach Größe und Qualität sortiert.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Aussehen des trockenen Blattes: Verhältnismäßig große, längsgedrehte Blätter, dunkelbraun, braun mit rötlichem Schimmer. Stielchen können vorhanden sein. Manchmal sind goldhärchenbedeckte Tips sichtbar.
  • Aroma des trockenen Blattes: Sehr hell, intensiv, mit ausgeprägten Noten von Honig-Orchidee (Mi Lan), Früchten (Pfirsich, Litschi, tropische Früchte), Honig, Blüten. Nuancen von Röstung und Gewürzen können vorkommen.
  • Aufgussaroma: Reich, umhüllend, süß, mit dominierenden Orchideen- und Honignoten, Nuancen von Früchten, Blüten, manchmal mit leichter Säure.
  • Geschmack: Reich, voll, ölig, süßlich, mit leichter Adstringenz und erfrischender Säure. Im Bouquet vorherrschend Honig-Orchidee-Noten, mit Anklängen von Früchten (Pfirsich, Litschi, Mango), Blüten, Gewürzen. Lang anhaltender, süßer, blumig-fruchtiger Nachhall.
  • Farbe des Aufgusses: Von goldgelb bis bernsteinorange, klar, rein. Die Farbe hängt vom Fermentations- und Röstgrad ab.
  • Teeblattfund (aufgegossenes Blatt): Ganze, elastische Blätter, die sich nach dem Aufguss geöffnet haben, bräunlich-grün mit rötlichen Rändern.

7. Chemische Zusammensetzung:

Dan Cong Mi Lan Xiang ist reich an:

  • Polyphenolen (Catechinen): Antioxidantien.
  • Aminosäuren: Darunter L-Theanin.
  • Alkaloiden: Koffein, Theobromin, Theophyllin.
  • Ätherischen Ölen: Hoher Gehalt an ätherischen Ölen, besonders mit blumigen und honigartigen Düften.
  • Vitaminen: C, B-Gruppe, E, K.
  • Mineralstoffen: Kalium, Fluor, Magnesium, Mangan, Eisen.

8. Gesundheitliche Vorteile:

  • Tonisierende Wirkung: Belebt, lindert Müdigkeit, steigert die Leistungsfähigkeit, verbessert die Konzentration.
  • Antioxidative Wirkung: Schützt Zellen vor Schäden durch freie Radikale, verlangsamt Alterungsprozesse.
  • Verdauungsfördernd: Regt die Verdauung an, unterstützt die Nahrungsaufnahme.
  • Wärmende Wirkung: Wärmt gut in der kalten Jahreszeit.
  • Herz-Kreislauf-System: Kann zur Senkung des „schlechten“ Cholesterins beitragen und die Gefäßwände stärken.
  • Entspannende Wirkung: Trotz der belebenden Wirkung fördern das Aroma und das enthaltene L-Theanin die Entspannung und den Stressabbau.
  • Stimmungsaufhellend: Verleiht ein Gefühl von Harmonie, Freude und Genuss.

9. Zubereitung (Aufguss):

  • Wassertemperatur: 90–95 °C (für die meisten Varianten). Bei schwach gerösteten und grüneren Ausführungen kann Wasser mit 85–90 °C verwendet werden.

  • Teemenge: 5–7 g auf 150–200 ml Wasser.

  • Gefäß: Ideal geeignet ist ein Gaiwan (traditionelle chinesische Deckeltasse) oder eine Teekanne aus Yixing-Ton. Auch Porzellangeschirr ist möglich.

  • Ablauf:

    1. Gefäß vorwärmen: Gaiwan oder Teekanne mit kochendem Wasser ausspülen.
    2. Tee waschen (kurzer Aufguss): Tee in den Gaiwan geben, mit wenig heißem Wasser übergießen und sofort abgießen.
    3. Erster Aufguss: Tee mit heißem Wasser (90–95 °C) übergießen und von wenigen Sekunden bis 1 Minute ziehen lassen (erster Aufguss). Die Ziehzeit kann sehr kurz sein, buchstäblich 5–15 Sekunden, besonders bei guter Qualität.
    4. Aufguss in Tassen füllen: Den Aufguss vollständig aus dem Gaiwan oder der Kanne in ein Kännchen (Cha Hai) und dann in die Tassen gießen.
    5. Mehrfachaufgüsse: Dan Cong Mi Lan Xiang kann mehrfach aufgegossen werden (7–10 Mal, manchmal öfter), wobei die Ziehzeit pro weiterem Aufguss schrittweise um 10–30 Sekunden verlängert wird. Mit jedem Aufguss verändern sich Geschmack und Aroma und offenbaren neue Facetten.

Wichtige Nuancen:

  • Nicht zu lange ziehen lassen: Ein zu langer Aufguss kann den Geschmack adstringierend und bitter machen.
  • Dem Tee zuhören: Vertrauen Sie Ihrem Empfinden und passen Sie die Ziehzeit der gewünschten Stärke an.
  • Den Tee beobachten: Achten Sie auf die Farbe des Aufgusses, das Aroma und das Öffnen der Teeblätter.

10. Lagerung:

Dan Cong Mi Lan Xiang sollte trocken, dunkel, kühl und in einem luftdichten Behälter (Keramik, Porzellan, Glas oder Blechdose) fern von Fremdgerüchen aufbewahrt werden. 11. Preis und Fälschungen:

Dan Cong Mi Lan Xiang gehört zu den teuren, elitären Tees. Der Preis kann stark variieren, von einigen zehn Dollar pro 100 g bis zu mehreren hundert Dollar für dasselbe Gewicht und manchmal deutlich mehr, abhängig von:

  • Alter der Sträucher: Tee von alten Sträuchern („Lao Cong“) ist viel höher bewertet.
  • Anbauhöhe: Hochgebirgstee (über 1000 m) kostet mehr.
  • Qualität des Rohmaterials: Ob ausgewählte Knospen und junge Blätter oder reiferes Material verwendet werden.
  • Können des Herstellers: Erfahrung und Ruf des Teemeisters beeinflussen den Preis erheblich.
  • Röstgrad und -qualität: Handröstung über Holzkohle, ausgeführt von einem erfahrenen Meister, steigert den Wert des Tees.
  • Seltenheit: Einige seltene Mi Lan Xiang-Varietäten können sehr teuer sein.
  • Nachfrage: Die hohe Nachfrage nach Dan Congs wirkt ebenfalls auf den Preis.

Aufgrund des hohen Preises und der Beliebtheit gibt es auf dem Markt leider viele Fälschungen und Imitate. Wie man Fälschungen vermeidet:

  • Nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen: Suchen Sie spezialisierte Teegeschäfte mit gutem Ruf, die ihre Kunden schätzen und verlässliche Angaben zu Herkunft, Erntejahr und Produzenten machen können.
  • Vorsicht vor zu niedrigem Preis: Ein verdächtig niedriger Preis ist fast immer ein sicheres Anzeichen für eine Fälschung. Echter Dan Cong Mi Lan Xiang kann nicht billig sein.
  • Aussehen genau prüfen: Achten Sie auf Form, Farbe, Unversehrtheit der Blätter. Sie sollten der obigen Beschreibung entsprechen.
  • Aroma bewerten: Trockener Tee sollte ein sehr intensives, komplexes Aroma mit den charakteristischen Noten von Honig-Orchidee, Früchten und Blüten aufweisen.
  • Aufguss und Teeblattfund kontrollieren: Die Aufgussfarbe sollte von goldgelb bis bernsteinorange, klar sein.

12. Interessante Fakten:

  • „Einzelne Sträucher“: Der Name „Dan Cong“ unterstreicht die Einzigartigkeit jedes Busches in den Fenghuang-Bergen, dessen individuelle Eigenschaften sich im Tee niederschlagen.
  • „Lebende Fossilien“: Manche Teebüsche in den Fenghuang-Bergen sind sehr alt, mehrere hundert Jahre. Sie werden als „lebende Fossilien“ der Teewelt bezeichnet.
  • Aromenvielfalt: In den Fenghuang-Bergen existieren über hundert Dan-Cong-Varietäten, jede mit eigenem unverwechselbarem Aroma. Darunter sind Dan Congs mit Düften nach Mandel, Zimt, Jasmin, Gardenie und anderen Blüten und Früchten.

13. Andere bekannte Dan Congs:

Neben Mi Lan Xiang genießen weite Bekanntheit:

  • Ya Shi Xiang (鸭屎香, Yā Shǐ Xiāng): „Entenkot-Aroma“. Trotz des provokativen Namens besitzt es ein angenehmes Blumenaroma.
  • Zhi Lan Xiang (芝兰香, Zhī Lán Xiāng): „Aroma der Orchidee Zhi Lan“.
  • Xing Ren Xiang (杏仁香, Xìng Rén Xiāng): „Mandelaroma“.
  • Rou Gui Xiang (肉桂香, Ròu Guì Xiāng): „Zimtaroma“.
  • Yu Lan Hua Xiang (玉兰花香, Yù Lán Huā Xiāng): „Magnolienblüten-Duft“.
  • Ye Lai Xiang (夜来香, Yè Lái Xiāng): „Duft des Nachtjasmins“ (Tuberose).
  • Jiang Mu Xiang (姜母香, Jiāng Mǔ Xiāng): „Aroma der Ingwerwurzel“.

Und viele weitere, jede mit ihren unverwechselbaren Eigenheiten. 14. Vergleich mit anderen Oolongs:

  • Tie Guan Yin (铁观音): Tie Guan Yin hat in der Regel stärker ausgeprägte cremig-blumige Noten, während bei Dan Congs und besonders bei Mi Lan Xiang blumig-fruchtige und honigartige Düfte vorherrschen. Tie Guan Yin weist meist eine rundere Rollform auf, Dan Congs eine länglichere.
  • Da Hong Pao (大红袍): Da Hong Pao ist ein stark fermentierter und stark gerösteter Felsen-Oolong mit reichem, „feurigem“ Geschmack und Aroma. Mi Lan Xiang dagegen besitzt einen feineren, süßeren Geschmack mit vorherrschenden blumigen und fruchtigen Noten und ist gewöhnlich schwächer geröstet.
  • Shui Xian (水仙): Shui Xian, besonders aus dem Wuyi-Gebirge, zeigt deutlichere mineralische und felsige Noten sowie cremige Nuancen. Mi Lan Xiang hingegen besticht durch sein leuchtendes blumiges, honig-orchideenartiges Aroma.

Fazit:

Dān Cōng Mì Lán Xiāng ist ein erlesener Oolong mit einzigartigem Charakter, eine Visitenkarte der Fenghuang-Berge. Sein helles, volles Honig-Orchideen-Aroma, sein reicher, süßlicher Geschmack mit fruchtig-blumigen Tönen und der lange, erfrischende Nachhall lassen keinen Teekenner unberührt. Dieser Tee ist ein wahres Kunstwerk, in Harmonie mit der Natur geschaffen und durch jahrhundertealte Tradition verfeinert. Einen echten Dān Cōng Mì Lán Xiāng zu probieren, bedeutet, in die erstaunliche Welt der taiwanesischen Oolongs einzutauchen, die Energie der Berge zu spüren und wahrhaftige Teevollkommenheit zu genießen. Es ist ein Tee für besondere Anlässe, für eine beschauliche, bedachtsame Teezeremonie, wenn man in die Welt raffinierter Geschmäcker und Aromen eintauchen, Harmonie spüren und unvergessliche Eindrücke sammeln möchte.