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Boluo Hong Cha
Bóluó hóngchá · 博罗红茶
Boluo Hong Cha ist ein roter Tee (nach chinesischer Klassifikation), der im Kreis Boluo (博罗县, Bóluó Xiàn) der Provinz Guangdong hergestellt wird, an der Nahtstelle der berühmten Gebirgszüge Luofushan (罗浮山, Luófú Shān) und Xiangtoushan (象头山, Xiàngtóu Shān).
Boluo Hong Cha ist ein roter Tee (nach chinesischer Klassifikation), der im Kreis Boluo (博罗县, Bóluó Xiàn) der Provinz Guangdong hergestellt wird, an der Nahtstelle der berühmten Gebirgszüge Luofushan (罗浮山, Luófú Shān) und Xiangtoushan (象头山, Xiàngtóu Shān). Es handelt sich um die rote Ausprägung des bekannten „Baitang Shan Cha“ (柏塘山茶) – einer der wenigen kleinblättrigen Gebirgstees Südchinas, deren Geschichte sich über mehr als 1 700 Jahre zurückverfolgen lässt.
1. Klassifikation und Herkunft:
- Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá) – vollständig fermentiert (oxidiert).
- Kategorie: Guangdonger rote Tees; regionaler roter Tee auf Basis einer kleinblättrigen Gebirgspopulation (小叶种山茶, xiǎoyè zhǒng shānchá). Das Produkt steht in Verbindung mit dem System der geografischen Angabe „Baitang Shan Cha“ (柏塘山茶), die am 4. Dezember 2015 den Status eines geschützten Produkts mit geografischer Angabe (地理标志产品, dìlǐ biāozhì chǎnpǐn) erhielt.
- Herkunft: China, Provinz Guangdong (广东省, Guǎngdōng Shěng), bezirksfreie Stadt Huizhou (惠州市, Huìzhōu Shì), Kreis Boluo (博罗县, Bóluó Xiàn). Hauptanbaugebiet ist die Großgemeinde Baitang (柏塘镇, Bǎitáng Zhèn), die größte Teegemeinde von Huizhou. Sekundärzonen liegen an den Südhängen des Luofushan-Gebirges (罗浮山, Luófú Shān) und den Westhängen des Xiangtoushan (象头山, Xiàngtóu Shān).
- Geografische Koordinaten: ≈ 23,4° N, 114,1° O (Gemeinde Baitang).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:
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Geschichte: Boluo ist einer der vier ältesten Kreise Guangdongs, gegründet 214 v. Chr. unter Qin Shihuang. Die Teetradition der Region lässt sich bis in die Jin-Dynastie (晋, 265–420) zurückverfolgen: Der daoistische Eremit Dan Daokai (单道开, Shàn Dàokāi), der am Luofushan praktizierte, „trank bisweilen ein bis zwei Sheng Tee-Aufguss“ – eines der ältesten dokumentarischen Zeugnisse des Teegenusses in Lingnan.
In der Tang-Dynastie (唐, 618–907) beschrieb Li Ao (李翱, Lǐ Áo) im Traktat „Jie Huo“ (《解惑》) den Eremiten Wang Yeren (王野人), der an den Hängen des Luofushan eine „Gras-Hütte und einen Teegarten“ angelegt hatte – ein Beleg für bedeutende Teeanpflanzungen bereits im 9. Jahrhundert. In der Song-Dynastie (宋, 960–1279) wurde der Tee vom Luofushan unter den berühmten Tees erwähnt, und Su Dongpo (苏东坡, Sū Dōngpō) pries während seiner Verbannung nach Huizhou die örtlichen Teegärten.
Das „Guangdong Tongzhi“ (《广东通志》, „Vollständige Beschreibung Guangdongs“) hielt fest: „Tee: Der vom Luofu stammende ist vorzüglich“ (茶,罗浮产者佳). Der Luofushan-Tee (罗浮山茶) zählte zu den „Vier großen Tees Lingnans“ (岭南四大名茶).
Mit der Erschließung des Territoriums konzentrierte sich der Teeanbau in der Gemeinde Baitang, einem natürlichen Becken zwischen den Bergketten Luofushan und Xiangtoushan. Bauern verpflanzten wilde kleinblättrige Teebäume von den Berghängen auf ihre Parzellen und formten allmählich eine einzigartige lokale Population – Baitang Xiaoye Zhong (柏塘小叶种, Bǎitáng Xiǎoyè Zhǒng). Im Jahr 2010 entdeckte die Guangdonger Akademie der Agrarwissenschaften in Baitang einen seltenen kleinblättrigen Purpurknospentee (小叶种紫芽茶, xiǎoyè zhǒng zǐ yá chá) und bestätigte dessen außerordentlichen Wert als genetische Ressource – bereits Lu Yu (陆羽) hatte im „Chajing“ (《茶经》) vermerkt: „Tee: der purpurne ist der höchste, der grüne folgt ihm“ (茶,紫者上,绿者次).
Historisch war Baitang Shan Cha überwiegend ein grüner Tee. Die Herstellung von rotem Tee aus demselben kleinblättrigen Rohmaterial ist eine relativ neue Richtung, die seit den 2010er Jahren aktiv entwickelt wird. 2015 erhielt „Baitang Shan Cha“ den nationalen Status eines Produkts mit geschützter geografischer Angabe, und 2019 das Zertifikat „Nationales berühmtes, besonderes, hervorragendes neues Agrarprodukt“ (全国名特优新农产品). Bis 2023 überstieg die Teeanbaufläche in Baitang 30 000 mu (≈ 2 000 ha), und das jährliche Produktionsvolumen erreichte 6 Milliarden Yuan; der rote Tee nahm eine deutliche Nische im Sortiment ein, auch für den Export nach Südostasien, Hongkong und Macau.
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Name: „Bo“ (博) und „Luo“ (罗) sind Elemente des alten Ortsnamens, der bis in die Qin-Zeit zurückreicht. Der Legende nach schwamm der schwebende Berg Penglai (蓬莱, Pénglái) über das Meer und verschmolz mit dem Luofushan – daher die legendäre Etymologie des Kreisnamens. „Hong Cha“ (红茶) bedeutet „roter Tee“. Boluo Hong Cha ist demnach der „rote Tee aus dem Kreis Boluo“.
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Kulturelle Bedeutung: Boluo Hong Cha ist untrennbarer Bestandteil der daoistischen Teekultur des Luofushan (罗浮道茶, Luófú Dào Chá). Der Berg Luofushan ist eine der „Zehn großen daoistischen Stätten“ (十大洞天), und die Teetradition ist hier mit der daoistischen Praxis der „Lebenspflege“ (养生, yǎngshēng) verbunden. Baitang veranstaltet jährlich Teekulturfestivals (柏塘山茶文化节) mit Teezeremonien, „Douchá“-Wettbewerben (斗茶, dòu chá) und Meisterklassen. 2023–2024 empfing die Gemeinde Baitang jährlich über 60 000 Touristen, was die wachsende Bedeutung des Teetourismus belegt. Baitang trägt die Titel „Eines der zehn Teedörfer Guangdongs“ (广东十大茶乡) und „Nationales Demonstrationsdorf für ein Produkt“ (全国一村一品示范村镇).
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:
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Sorte / Kultivar: Baitang Xiaoye Zhong (柏塘小叶种) – eine kleinblättrige Gebirgspopulation von Camellia sinensis var. sinensis, die durch jahrhundertelange Einbürgerung von Wildtee aus den umliegenden Bergen entstanden ist. Der Strauch ist niedrig, das Blatt klein, schmal, elliptisch-lanzettlich, 3–10 cm lang, mit deutlicher Behaarung an jungen Trieben. Die Blattäderung ist ausgeprägt. Die Blütezeit reicht von August bis Dezember. Ein Teil der Betriebe kultiviert auch kleinblättrigen Purpurknospentee (紫芽茶, zǐ yá chá), der einen erhöhten Anthocyangehalt aufweist. In Baitang sind über 130 alte Teebäume erhalten, darunter etwa 30 Exemplare mit einem Alter von rund 100 Jahren und ein Baum von etwa 200 Jahren.
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Ernte: Die Haupterntesaisons sind: die Frühjahrsernte nach der Frühlingstagundnachtgleiche (春分茶, Chūnfēn Chá) – die besten Partien; die Ernte nach Qingming (清明茶); die Sommer- und Herbsternte. Bemerkenswert ist auch die Winterpartie „Xue Pian“ (雪片, Xuě Piàn, „Schneeflocken“) – Tee, der in der Zeit der Kleinen und der Großen Kälte (小雪–大雪) gepflückt wird, wenn die Triebe vereinzelt und die Blätter besonders wertvoll sind. Zwischen den Hauptsaisons wird „Hehua Cha“ (禾花茶) – „Tee der Reisblüte“ – geerntet, der mit der Blütezeit der späten Reissaat zusammenfällt.
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Pflückstandard: Zwei Blätter und eine Knospe (两叶一芯, liǎng yè yī xīn) – Standard für den Baitang-Tee. Für höhere Rote-Tee-Grade eine Knospe und ein Blatt. Ausschließlich Handpflückung: Die Morgenpflückung wird am Mittag verarbeitet, die Tagespflückung am Abend, was die Frische des Rohmaterials garantiert.
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Anforderungen an das Rohmaterial: Ganze, unversehrte Triebe mit charakteristischen feinen weißen Härchen an der Knospe. Das Blatt muss frisch, elastisch und frei von mechanischen Schäden und Schädlingen sein. Die ökologischen Standards von Baitang setzen minimalen Agrochemikalieneinsatz voraus – viele Betriebe verwenden ausschließlich organische Düngemittel.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten:
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Anbauhöhe: 200–500 m über dem Meeresspiegel. Hochlagen-Plantagen (z. B. der Teegarten Fubo am Berg Sanmaoji, 三帽髻) liegen auf über 500 m.
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Klima: Subtropisches Monsunklima. Jahresmitteltemperatur 22,7 °C, mittlerer Jahresniederschlag ca. 1 900 mm, frostfreie Periode 342 Tage. Das von drei Seiten von Bergen umgebene Becken von Baitang schafft ein Mikroklima mit häufigem Nebel, mildem Winter und spürbarem Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen – Bedingungen, die die Einlagerung von Aromastoffen begünstigen.
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Böden: Saure Gebirgsböden mit pH 5,0–5,5, tiefem Humushorizont und einem organischen Anteil von 2–3 %. Der Untergrund besteht aus Granit und Laterit und gewährleistet gute Drainage und Mineralisierung. Die Lage zwischen zwei nationalen Naturschutzgebieten – Luofushan und Xiangtoushan (das einzige unberührte Stück eines nationalen Naturschutzgebiets im Perlflussdelta) – garantiert reine Luft und reines Wasser.
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Anbautechnik: In Baitang dominiert kleinbäuerlicher Familienanbau: Nahezu jede der über 6 000 bäuerlichen Familien der Gemeinde besitzt einen eigenen Teegarten mit einer Fläche von 1–2 bis über 10 mu. Die Gemeinde zählt über 60 Tee-Kooperativen und -Unternehmen, darunter ein provinzieller „landwirtschaftlicher Vorzeigebetrieb“ (省级农业龙头企业). Der Anbau erfolgt nach dem Prinzip „ohne chemische Dünger, ohne Pestizide“ – der Baitang-Tee positioniert sich als „natürlich, grün, gesund“ (天然、绿色、健康). Schnitt, Unkrautbekämpfung und organische Düngung sind die wichtigsten Kulturmethoden.
5. Herstellungstechnologie:
Boluo Hong Cha wird aus demselben kleinblättrigen Baitang-Rohstoff hergestellt wie der klassische grüne Baitang Shan Cha, jedoch nach dem Verfahren der Vollfermentation. Das kleinblättrige Material der var. sinensis ergibt einen roten Tee mit anderem Charakter als großblättrige Sorten: delikater, mit ausgeprägter Blumenaromatik und weniger aggressiver Herbheit.
- Pflücken (采摘, cǎizhāi): Morgenpflückung zarter Triebe von Hand.
- Welken (萎凋, wěidiāo): Natürliches oder kombiniertes Welken (in belüftetem Raum) über 10–16 Stunden. Ziel ist eine Reduzierung der Blattfeuchte auf 60–65 % und die Auslösung erster enzymatischer Prozesse.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Maschinelles Rollen zum Aufbrechen der Zellwände. Das kleine Blatt lässt sich leichter und schneller rollen als großblättriges Material, was eine sorgfältigere Druckkontrolle erfordert.
- Fermentation / Oxidation (发酵, fājiào): Bei 24–28 °C und hoher Luftfeuchtigkeit, Dauer 3–4 Stunden. Das kleinblättrige Material mit seinem höheren Verhältnis von Aminosäuren zu Polyphenolen formt ein charakteristisch süßes, blumiges Profil.
- Trocknen (烘干, hōnggān / 干燥, gānzào): Fixierung des Aromaprofils bei 100–110 °C. Einige Produzenten wenden ein leichtes Nachbearbeiten bei 80–85 °C an, um Karamellnoten zu entwickeln.
- Sortierung (分级, fēnjí): Trennung nach Fraktionen und Qualität, Auslese von Tip-, Blatt- und Blendgraden.
Einzelne Betriebe (z. B. Guanghua Shipin, 光华食品) produzieren auf Baitang-Rohstoffbasis auch aromatisierte rote Tees: Zitronentee (柠檬山茶), Chenpi-Tee (陈皮茶), Litschi-Tee (荔枝茶).
6. Organoleptische Eigenschaften:
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Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Dichte, feste, kleine Rollung; das Blatt ist dünn, gleichmäßig, von charakteristischer kleinblättriger Eleganz. Farbe dunkelkastanienfarben bis schwarz, mit goldenen Tips bei höheren Graden.
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Geruch des trockenen Blattes: Süß, natürlich, mit Noten von trockenen Wiesenblumen, einer leichten Honignuance und feiner Würze. Der Duft ist weniger „voluminös“ und „schwer“ als bei großblättrigen Guangdonger roten Tees – er ist eher „fein und lang“ (细长, xì cháng), wie es für Baitang-Tee beschrieben wird.
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Aroma des Aufgusses: Warm, rund, mit deutlichen Noten von Honig, süßem Brot und leichtem Karamell. In den mittleren Aufgüssen zeigen sich Fruchtnoten von Longan und getrockneter Litschi – ein Abdruck des Guangdonger Terroirs. Bei Partien aus Purpurknospen-Material eine zusätzliche Beeren-Note.
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Geschmack: Konzentriert und dicht (浓厚, nónghòu) für einen kleinblättrigen Tee, mit ausgeprägter Süße, milder Herbheit und langem „die Süße zurückbringendem“ Abgang (回甘, huígān). Harmonische Balance von „gān-huá-xiāng“ (甘、滑、香) – süß, glatt, aromatisch – die klassische Formel des Baitang-Tees, die auch auf die rote Version anwendbar ist.
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Farbe des Aufgusses: Rot-amber, leuchtend, klar. Etwas heller und „weicher“ als bei großblättrigen roten Tees – eher in Richtung Honigrot mit goldenem Schimmer.
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Teeblatt (nass): Kleine, gleichmäßige, einheitlich gefärbte Blätter; Farbton kupferrot bis kastanienbraun. Das Blatt ist elastisch und bewahrt die charakteristische kleinblättrige Struktur.
7. Chemische Zusammensetzung:
- Polyphenole: Das kleinblättrige Rohmaterial der var. sinensis enthält eine moderate Menge an Polyphenolen (18–25 % im frischen Blatt), was nach der Fermentation ein harmonisches Verhältnis von Theaflavinen und Thearubigenen ohne übermäßige Herbheit ergibt.
- Aminosäuren: Erhöhter relativer Gehalt an Aminosäuren (3–4 % der Trockenmasse), darunter L-Theanin, was die ausgeprägte natürliche Süße und Milde des Geschmacks erklärt.
- Alkaloide: Koffein – 2,5–3,5 % der Trockenmasse (typisch für kleinblättrige Sorten); Theobromin, Theophyllin in Spuren.
- Anthocyane: Bei Purpurknospen-Partien (紫芽) erhöhter Anthocyangehalt mit antioxidativer Aktivität.
- Vitamine: B₁, B₂, P (Rutin), Spuren von Vitamin C.
- Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Mangan, Zink, Eisen – Spiegel der organisch reichen Gebirgsböden der Luofushan-Region.
- Ätherische Öle: Komplex von Terpenalkoholen (Linalool, Geraniol), charakteristisch für kleinblättrige Gebirgstees; Maillard-Reaktionsprodukte – Maltol, Furfural.
8. Gesundheitliche Eigenschaften:
- Mild belebend und konzentrationsfördernd durch den relativ moderaten Koffeingehalt in Verbindung mit L-Theanin – der Effekt einer „ruhigen Wachheit“.
- Wirkt antioxidativ dank Theaflavinen, Thearubigenen und (bei Purpurknospen-Partien) Anthocyanen.
- Verdauungsfördernd – traditionell wird Guangdonger Tee während und nach den Mahlzeiten getrunken, um die Verdauung fettreicher Speisen zu erleichtern (besonders relevant im Kontext der kantonesischen Küche).
- Unterstützt bei regelmäßigem, maßvollem Genuss den Gefäßtonus durch Flavonoide und Polyphenole.
- Hat eine milde wärmende Wirkung und lindert subjektive Müdigkeit.
- Der „daoistische Tee vom Luofushan“ (罗浮道茶) wird traditionell mit der Praxis des „Yangsheng“ (养生, „Lebenspflege“) verbunden – der Erhaltung des allgemeinen körperlichen Gleichgewichts.
- Anthocyane des Purpurknospen-Materials besitzen entzündungshemmende Eigenschaften und unterstützen die Gesundheit der Augen.
9. Zubereitung:
- Wassertemperatur: 90–95 °C.
- Teemenge: 4–5 g auf 100–120 ml (kleinblättriges Material extrahiert schneller als großblättriges, daher etwas niedrigere Dosierung).
- Gefäß: Gaiwan (盖碗) – universelle Option; Porzellankanne; Chaozhou-Tonkanne (潮州砂壶) – im Guangdonger Kontext passend. Eine Glaskanne betont die schöne Farbe des Aufgusses.
- Ablauf:
- Gefäß mit heißem Wasser vorwärmen.
- Tee einfüllen; das Aroma des erwärmten trockenen Blattes genießen.
- Eine Wäsche ist in der Regel nicht erforderlich – kleinblättriger Tee gibt sein Aroma rasch ab.
- Erster Aufguss: 5–8 Sekunden (das kleine Blatt entfaltet sich zügiger).
- Zweiter bis vierter Aufguss: 8–12 Sekunden.
- Ab dem fünften Aufguss die Zeit um 5–10 Sekunden verlängern.
- Gewöhnlich 6–8 Aufgüsse; Spitzengrade bis zu 10.
10. Lagerung:
- Luftdichter Behälter, geschützt vor Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen.
- Optimale Temperatur 15–25 °C, trockener, dunkler Ort. Kühlschrank nicht erforderlich.
- Rote Tees aus kleinblättrigem Baitang-Material am besten innerhalb von 12–18 Monaten nach Herstellung trinken. Hochwertige Partien können bis zu 2 Jahre „nachreifen“ und dabei Milde und Tiefe der Honignoten gewinnen.
11. Preis und Fälschungen:
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Preis: Standard-Boluo Hong Cha im Einzelhandel ab 200 bis 500 Yuan pro 500 g (Jin). Spitzengrade und Partien aus Purpurknospen-Material ab 1 000 Yuan und mehr pro Jin. Baitang Shan Cha (grün) als Marktrichtwert: Durchschnittspreis 200–300 Yuan pro Jin für Standardpartien, 500+ Yuan für hohe Grade.
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So vermeiden Sie Fälschungen:
- Kaufen Sie über zertifizierte Kooperativen und Unternehmen aus Baitang (z. B. „Fubo“ (福波), „Sankesong“ (三棵松), „Baitang Chun“ (柏塘春), „Longtou Yihao“ (龙头一号)) mit Rückverfolgbarkeit der Partie.
- Beurteilen Sie das Blatt: Echter Baitang-Tee ist kleinblättrig, dünn, elegant; wenn Ihnen „Boluo Hong Cha“ aus großem oder grobem Blatt angeboten wird, handelt es sich höchstwahrscheinlich um nicht authentisches Baitang-Rohmaterial.
- Prüfen Sie den Geruch: rein, natürlich, ohne „brandige“ oder ranzige Noten. Die charakteristische „feine Länge“ (细长) des Aromas ist ein markantes Merkmal.
- Beurteilen Sie den Aufguss: klar, mild-bernsteinfarben, ohne Trübung.
- Seien Sie bei extrem niedrigen Preisen vorsichtig: Echter kleinblättriger, handgepflückter Tee aus Baitang kann aufgrund des arbeitsaufwändigen Pflückens und der begrenzten Mengen nicht billig sein.
12. Interessante Fakten:
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Der Legende nach wuchsen die ersten Teebäume am Luofushan aus Tee, den der daoistische Meister Ge Hong (葛洪, Gě Hóng, 284–364) während einer Schachpartie verschüttete: Er schwenkte die Neige achtlos hinter sich, und sofort sprossen an den Felsvorsprüngen Teesträucher. Ge Hong ist einer der größten daoistischen Alchemisten und Naturforscher, Verfasser des Traktats „Baopuzi“ (《抱朴子》).
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Im Jahr 2010 entdeckten Fachleute der Guangdonger Akademie der Agrarwissenschaften in Baitang Purpurknospentee (紫芽茶) und bestätigten dessen Zugehörigkeit zu jenem „purpurnen“ Tee, den Lu Yu vor über 1 200 Jahren im „Chajing“ pries. Großblättriger Purpurknospentee kommt in Yunnan vor, doch der kleinblättrige ist äußerst selten.
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Die Gemeinde Baitang trägt im Volksmund den Spitznamen „Laohu Xu“ (老虎圩, „Tigermarkt“): Die Einheimischen trinken so viel Tee, dass sie ständig hungrig sind und Fleisch „wie Tiger“ verzehren – die gesamte Fleischware ist am Morgen ausverkauft.
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Boluo Hong Cha ist einer der ersten Guangdonger roten Tees, die nach Südostasien und Hongkong als Rohstoff für aromatisierte Teegetränke exportiert wurden: Auf seiner Basis werden Zitronen- und Litschitees hergestellt.
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Baitang ist das flächenmäßig größte geschlossene Teeanbaugebiet in der Greater Bay Area Guangdong–Hongkong–Macau (粤港澳大湾区): über 30 000 mu Teegärten, und nahezu jedes der 36 Verwaltungsdörfer ist auf Tee spezialisiert.
13. Vergleich mit anderen roten Tees:
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Yingde Hong Cha (英德红茶, Yīngdé Hóngchá): Der wichtigste Guangdonger rote Tee – aus dem großblättrigen Kultivar „Yinhong Nr. 9“ (英红九号). Yingde Hong Cha ist kraftvoller im Körper, mit Noten von Schokolade, getrockneter Rose und Muskatnuss. Boluo Hong Cha ist delikater: blumig-honigartig, mit kleinblättriger Eleganz und mineralischer Reinheit des Gebirgsterroirs.
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Dian Hong (滇红, Diān Hóng): Yunnaner roter Tee aus var. assamica. Dian Hong ist „großkalibrig“: pfeffrig, honigsüß, kraftvoll. Boluo Hong Cha verfolgt einen grundlegend anderen Stil: kleinblättrige Feinheit, höhere Süße, geringere Herbheit, leichterer Körper.
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Qimen Hong Cha (祁门红茶, Qímén Hóngchá): Anhui-typischer kleinblättriger roter Tee mit charakteristischem „Qimen-Aroma“ (祁门香) – Rosinen-, fruchtige, leicht rauchige Noten. Stilistisch der nächste Verwandte des Boluo Hong Cha nach Rohmaterialtyp, doch der Terroir-Charakter unterscheidet sich: Qimen ist eher „nördlich“, mit einer feinen Säure; Boluo eher „südlich“, tropisch-honigartig und rund.
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Chaozhou Gongfu Hong Cha (潮州工夫红茶): Ein weiterer Guangdonger roter Tee, jedoch aus Chaozhouer Rohmaterial (häufig Dan-Cong-Kultivare). Geprägt von blumig-orchideenartigem Charakter. Boluo Hong Cha ist „erdverbundener“, bergig-honigartig, mit Betonung auf „gān-huá-xiāng“.
Fazit:
Boluo Hong Cha ist ein charmanter, delikater roter Tee, geboren an der Nahtstelle zweier großer Gebirgsmassive Lingnans, in einem Becken mit tausendjähriger Teegeschichte. Das kleinblättrige Gebirgsrohmaterial – dieselbe Baitanger „Gebirgsart“, die jahrhundertelang als grüner Tee diente – entfaltet sich in seiner roten Ausprägung unerwartet: süß, rund, blumig-honigartig, mit charakteristischer Glätte und einem „langen“ Abgang. Dieser Tee wird Liebhaber feiner, eleganter roter Tees ansprechen: jene, die nicht Kraft und Herbheit schätzen, sondern Harmonie, Reinheit und jenes schwer fassbare Gefühl von Gebirgsfrische, das die Daoisten des Luofushan einst den „Atem der Unsterblichen“ nannten.