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Weißer Tee

Bái chá · 白茶

Die Herstellung von weißem Tee gilt als die **einfachste und natürlichste** aller Teearten. Das Hauptziel besteht darin, das ursprüngliche Aussehen, den Geschmack, das Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe des Teeblatts **maximal zu bewahren**.

**Weißer Tee ** ist eine der sechs Hauptteekategorien nach der chinesischen Klassifikation, bekannt für seine minimale Verarbeitung und seinen zarten, raffinierten Geschmack und Duft. Er wird hauptsächlich in China produziert, in letzter Zeit jedoch auch in anderen Ländern kultiviert. 1. Klassifizierung und Herkunft:

  • Typ: Weißer Tee (schwach oxidiert / schwach fermentiert, der Oxidationsgrad liegt üblicherweise nicht über 5–10 %). Manchmal wird er als „unfermentiert“ bezeichnet, was jedoch nicht ganz korrekt ist, da während des Welkens eine minimale Oxidation stattfindet.
  • Kategorie: Gehört zur Kategorie der Elite- und Spitzentees.
  • Herkunft: China, die Provinz Fujian (福建, Fújiàn) gilt als Ursprungsregion des weißen Tees. Die bekanntesten Produktionsgebiete sind:
    • Bezirk Fuding (福鼎, Fúdǐng): Die Heimat des weißen Tees, besonders berühmt für die Sorte Báiháo Yínzhēn.
    • Bezirk Zhenghe (政和, Zhènghé): Ebenfalls bekannt für seine weißen Tees, insbesondere Bái Mǔdān.
    • Andere Regionen: In den letzten Jahren wird weißer Tee auch in anderen Provinzen Chinas (z. B. Yunnan) sowie außerhalb Chinas (Indien, Sri Lanka, Afrika) produziert, solche Tees unterscheiden sich jedoch in der Regel Geschmack und Aroma deutlich vom traditionellen Fujianer weißen Tee.
  • Geografische Koordinaten: Hängen vom genauen Produktionsstandort ab, in der Regel handelt es sich um subtropische Regionen mit hügeligem Relief.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Geschichte des weißen Tees reicht mehrere Jahrhunderte zurück, auch wenn das genaue Entstehungsdatum unbekannt ist. Einige Quellen behaupten, dass weißer Tee bereits zur Zeit der Tang-Dynastie (618–907) erwähnt wurde, andere verorten seinen Ursprung in der Song-Dynastie (960–1279). Die zuverlässigsten Informationen erscheinen während der Ming-Dynastie (1368–1644). Ursprünglich war weißer Tee ein seltenes und teures Getränk, das nur dem Kaiserhof und dem Adel zugänglich war.

  • Name:

    • „Bái“ (白) – weiß. Weist auf die Farbe der mit weißem Flaum bedeckten Teeknospen sowie auf die helle, fast durchsichtige Farbe des Aufgusses hin.
    • „Chá“ (茶) – Tee.
  • Kulturelle Bedeutung: Weißer Tee galt stets als elitäres, erlesenes Getränk. Geschätzt wurden sein zarter Geschmack, das feine Aroma und die heilenden Eigenschaften. In China wird weißer Tee mit Reinheit, Raffinesse und Langlebigkeit assoziiert.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte: Für die Herstellung von weißem Tee werden besondere Sorten des Teestrauchs (Camellia sinensis) verwendet, die sich durch große, fleischige, dicht mit weißem Flaum bedeckte Knospen auszeichnen. Die bekanntesten Sorten sind:
    • Fúdǐng Dàbáichá (福鼎大白茶): „Großer weißer Tee aus Fuding“ – die Hauptsorte im Bezirk Fuding. Gilt als die beste für die Herstellung von Báiháo Yínzhēn.
    • Zhènghé Dàbáichá (政和大白茶): „Großer weißer Tee aus Zhenghe“ – Hauptsorte im Bezirk Zhenghe. Unterscheidet sich in einigen morphologischen Merkmalen von Fúdǐng Dàbáichá.
    • Shuǐxiān (水仙): Diese Sorte wird ebenfalls gelegentlich für weißen Tee verwendet, insbesondere für Shòu Méi.
    • Weitere lokale Sorten: In verschiedenen Regionen können auch andere lokale Varietäten des Teestrauchs zum Einsatz kommen, die sich für die Herstellung eignen.
  • Ernte: Die Ernte erfolgt sehr früh im Frühjahr, wenn die Knospen noch nicht aufgebrochen und dicht mit weißem Flaum bedeckt sind. Dies ist die kürzeste und wertvollste Ernteperiode.
  • Erntestandard: Hängt von der Art des weißen Tees ab:
    • Báiháo Yínzhēn (白毫银针): Es werden ausschließlich ungeöffnete, mit weißem Flaum bedeckte Knospen (Tips) geerntet.
    • Bái Mǔdān (白牡丹): Geerntet wird eine Knospe mit ein bis zwei obersten Blättchen.
    • Gòng Méi (贡眉): Ein bis zwei oberste Blättchen, kaum oder keine Knospen.
    • Shòu Méi (寿眉): Reifere Blätter, die nach der Ernte von Báiháo Yínzhēn und Bái Mǔdān übrig bleiben. Kann einen geringen Knospenanteil enthalten.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Sehr hoch. Verwendet werden ausschließlich ausgewählte, unbeschädigte, saftige Knospen und Blättchen, die bei trockenem Wetter und ausschließlich von Hand gepflückt werden.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Provinz Fujian: Liegt im Südosten Chinas und besitzt ein subtropisches Monsunklima mit milden Wintern und heißen Sommern. Die Region ist geprägt durch bergiges Gelände, fruchtbare Böden und reichliche Niederschläge.
  • Bezirke Fuding und Zhenghe: Die Hauptanbaugebiete für weißen Tee, jedes mit eigenen mikroklimatischen und bodenkundlichen Besonderheiten.
    • Fuding: Näher am Meer gelegen, feuchteres Klima, vorwiegend rote Böden (Roterden). Weiße Tees aus Fuding werden oft wegen ihres süßeren Geschmacks und feinen Aromas geschätzt.
    • Zhenghe: Liegt im Bergland, kühleres Klima, vielfältige Böden. Weiße Tees aus Zhenghe können ausgeprägtere florale Noten aufweisen.
  • Anbauhöhe: Die Teeplantagen liegen auf 300 bis über 1000 Metern über dem Meeresspiegel.
  • Besonderheiten: Durch die Kombination einzigartiger Teestrauchsorten, eines besonderen Mikroklimas, fruchtbarer Böden und traditioneller Anbaumethoden besitzt der weiße Tee aus Fujian seine unverwechselbaren Eigenschaften.

5. Herstellungstechnologie:

Die Herstellung von weißem Tee gilt als die einfachste und natürlichste aller Teearten. Das Hauptziel besteht darin, das ursprüngliche Aussehen, den Geschmack, das Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe des Teeblatts maximal zu bewahren. Die minimale Verarbeitung ist das charakteristische Merkmal des weißen Tees.

  • Ernte (采摘 – cǎi zhāi): Wie oben beschrieben. Erfolgt ausschließlich von Hand.
  • Welken / Anwelken (萎凋 – wěidiāo): Der Schlüsselschritt bei der Herstellung. Die gepflückten Knospen und Blätter werden in dünner Schicht auf Bambustabletts oder speziellen Unterlagen im Freien unter diffusem Sonnenlicht oder in gut belüfteten Räumen mit kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgelegt. Der Prozess dauert je nach Witterung, Teesorte und gewünschtem Ergebnis 24 bis 72 Stunden. Das Welken verläuft langsam und natürlich. Ziel ist es, einen Teil der Feuchtigkeit zu entziehen (bis 60–70 % und mehr), die Blätter weich zu machen und leichte Oxidationsprozesse in Gang zu setzen, die zur Aromabildung beitragen. Wichtig ist, das empfindliche Rohmaterial weder zu überhitzen noch „zu verbrennen“.
  • Trocknung (干燥 – gānzào): Die gewelkten Knospen und Blätter werden an der Sonne, in speziellen Trockenschränken bei niedriger Temperatur (ca. 40–50 °C) oder kombiniert (Sonne + Nachtrocknung im Raum) bis zur vollständigen Entfernung der Restfeuchte getrocknet. Ziel ist es, die Oxidation zu stoppen und Form, Geschmack und Aroma zu fixieren.
  • Sortierung (分级 – fēnjí): Der fertige Tee wird nach Größe, Form und Qualität sortiert, gebrochene Blätter und Fremdkörper werden entfernt.

Wichtig: Weißer Tee unterliegt nicht Verfahren wie dem „Abtöten des Grüns“, dem Rollen, Rösten oder einer Fermentation im traditionellen Sinne. Gerade das natürliche, langsame Welken an Sonne und Luft ist der Hauptfaktor, der den einzigartigen Charakter des weißen Tees prägt. 6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Hängt von der Teesorte ab.
    • Báiháo Yínzhēn: Nur gerade, unbeschädigte Knospen, dicht mit silbrig-weißem Flaum bedeckt.
    • Bái Mǔdān: Mischung aus flaumbedeckten Knospen und ein bis zwei jungen Blättchen von silbrig-grüner oder graugrüner Farbe.
    • Gòng Méi: Mehr Blätter, weniger Knospen. Die Blätter können leicht gerollt sein.
    • Shòu Méi: Reifere Blätter, leicht gerollt oder in natürlicher Form belassen. Farbe von graugrün bis bräunlich.
  • Duft des trockenen Blattes: Sehr zart, fein, frisch, süßlich, mit floralen (weiße Blüten, Maiglöckchen), honigartigen, fruchtigen (weißer Pfirsich, Melone) und krautigen Noten. Leichte cremige und nussige Nuancen können vorhanden sein.
  • Duft des Aufgusses: Delikat, erlesen, mit überwiegend floralen und honigartigen Noten, Anklängen von Früchten und frischem Grün.
  • Geschmack: Sehr weich, zart, rein, süßlich, erfrischend, mit leichter Adstringenz und einem langen, seidigen Abgang. Im Bouquet dominieren florale Noten, Nuancen von Honig, Früchten (weißer Pfirsich, Melone), mit grünen Anklängen, gelegentlich einer leichten Säure. Bitterkeit und starke Herbheit fehlen praktisch. Der Geschmack kann sich je nach Alter des Tees verändern.
  • Farbe des Aufgusses: Sehr hell, blassgelb, fast durchsichtig, mit einem leichten silbrigen oder goldenen Schimmer. Der Aufguss sollte sauber und klar, nicht trüb sein.
  • Teeblatt-Bild (aufgegossenes Blatt): Hängt von der Teesorte ab. Bei Báiháo Yínzhēn: ganze, unbeschädigte Knospen, die ihre Form behalten haben und mit silbrigem Flaum bedeckt sind. Bei Bái Mǔdān: eine Mischung aus Knospen und geöffneten Blättchen. Bei Gòng Méi und Shòu Méi: größere Blätter. Farbe von hellgelb bis blassgrün.

7. Chemische Zusammensetzung:

Weißer Tee zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an folgenden Stoffen aus:

  • Polyphenolen (Catechinen): Starke Antioxidantien. Weißer Tee enthält viele Catechine, jedoch aufgrund der partiellen Oxidation beim Welken weniger als grüner Tee.
  • Aminosäuren: Besonders reich an L-Theanin, das für den süßlichen Geschmack verantwortlich ist, eine beruhigende Wirkung besitzt und die Konzentration fördert.
  • Vitaminen: C, B-Gruppe (B1, B2, PP), E, K.
  • Mineralstoffen: Fluor, Kalium, Magnesium, Zink, Selen.
  • Koffein: Der Koffeingehalt in weißem Tee ist niedriger als in grünem und schwarzem Tee, kann jedoch je nach Sorte variieren. Báiháo Yínzhēn enthält weniger Koffein als Bái Mǔdān oder Shòu Méi.

8. Gesundheitsfördernde Eigenschaften:

  • Starke antioxidative Wirkung: Dank des hohen Polyphenolgehalts ist weißer Tee eines der stärksten natürlichen Antioxidantien. Er schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale, verlangsamt Alterungsprozesse und senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und anderen chronischen Krankheiten.
  • Stärkung des Immunsystems: Erhöht die Widerstandskraft gegen virale und bakterielle Infektionen und stimuliert das Immunsystem.
  • Verbesserung des Hautbildes: Aufgrund des hohen Gehalts an Antioxidantien und Vitaminen trägt weißer Tee zur Verbesserung des Teints, zur Erhöhung der Hautelastizität, zur Verlangsamung von Alterungsprozessen und zum Schutz vor schädlicher UV-Strahlung bei.
  • Beruhigende und entspannende Wirkung: Der hohe L-Theanin-Gehalt hilft, Stress und nervöse Anspannung abzubauen, die Stimmung zu heben und zu entspannen, ohne Müdigkeit zu verursachen.
  • Verbesserung kognitiver Funktionen: L-Theanin verbessert außerdem Gedächtnis, Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit.
  • Tonisierende Wirkung: Trotz des relativ niedrigen Koffeingehalts besitzt weißer Tee eine milde belebende Wirkung, vertreibt Müdigkeit und steigert die Leistungsfähigkeit.
  • Erfrischende Wirkung: Löscht hervorragend den Durst, besonders bei heißem Wetter.
  • Herz-Kreislauf-System: Kann zur Senkung des „schlechten“ Cholesterins (LDL), zur Stärkung der Gefäßwände und zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei verschiedenen entzündlichen Prozessen nützlich sein.
  • Entgiftung: Fördert die Ausscheidung von Giftstoffen und reinigt die Leber.
  • Nutzen für die Sehkraft: In der traditionellen chinesischen Medizin wird weißem Tee eine positive Wirkung auf die Sehkraft zugeschrieben.
  • Gewichtsreduktion: Regt den Stoffwechsel an, fördert den Fettabbau und hilft, den Appetit zu kontrollieren.

9. Zubereitung:

  • Wassertemperatur: 65–80 °C (je nach Sorte). Für Báiháo Yínzhēn beträgt die optimale Temperatur 65–75 °C, für Bái Mǔdān, Gòng Méi und Shòu Méi 75–85 °C. Die Verwendung von zu heißem Wasser ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, da es die zarten Knospen und Blätter „verbrennt“, das feine Aroma zerstört und dem Aufguss Bitterkeit verleiht.

  • Teemenge: 5–7 Gramm auf 150–200 ml Wasser (etwa ein bis eineinhalb Teelöffel).

  • Gefäß: Am besten eignet sich Glasgeschirr (Glas, Kolben, Kanne) oder ein Gaiwan aus Porzellan, um das Entfalten der Knospen und Blätter beobachten zu können.

  • Vorgang:

    1. Das Gefäß mit kochendem Wasser vorwärmen.
    2. Den Tee in das Gefäß geben.
    3. Den Tee mit Wasser der entsprechenden Temperatur übergießen. Der erste Aufguss wird in der Regel nicht weggeschüttet, da die Knospen sehr sauber sind; man kann ihn jedoch bei Bedarf abgießen, besonders bei Tees späterer Grade.
    4. 2–3 Minuten ziehen lassen (erster Aufguss). Die Ziehzeit kann nach Geschmack angepasst werden.
    5. Den Aufguss in die Tassen verteilen.
    6. Den Aufguss 3–5 Mal (bei Báiháo Yínzhēn) und bis zu 5–7 Mal (bei Bái Mǔdān, Gòng Méi und Shòu Méi) wiederholen, wobei die Ziehzeit bei jedem weiteren Aufguss schrittweise um 30–60 Sekunden verlängert wird.

Wichtige Nuancen:

  • Nicht zu lange ziehen lassen: Ein zu langes Ziehen kann besonders bei Báiháo Yínzhēn zu Bitterkeit führen.
  • Die Knospen beobachten: Beobachten Sie während des Aufgießens, wie sich die Knospen und Blätter des weißen Tees im Wasser entfalten und „tanzen“ – ein faszinierendes Schauspiel.
  • Experimentieren: Scheuen Sie sich nicht, mit Ziehzeit und Teemenge zu experimentieren, um die für Sie perfekte Variante zu finden.

10. Aufbewahrung:

Weißer Tee, insbesondere Báiháo Yínzhēn, ist sehr empfindlich gegenüber Lagerbedingungen und verlangt eine behutsame Behandlung.

  • Ort: Weißer Tee sollte an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden, idealerweise im Kühlschrank (in einem separaten Fach) bei einer Temperatur von 0 bis +5 °C. Der Kühlschrank schützt den Tee vor Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen.
  • Luftfeuchtigkeit: Meiden Sie Orte mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, da der Tee leicht Feuchtigkeit aufnimmt, was zu Verderb führen kann.
  • Licht: Direkte Sonneneinstrahlung ist für weißen Tee schädlich; bewahren Sie ihn daher an einem dunklen Ort oder in undurchsichtigen Behältern auf.
  • Behälter: Verwenden Sie luftdicht verschlossene Behälter, die weder Luft noch Fremdgerüche durchlassen. Am besten geeignet sind:
    • Porzellandosen: Gewährleisten eine gute Dichtigkeit und beeinflussen weder Geschmack noch Aroma.
    • Glasdosen: Zulässig, jedoch nur aus dunklem Glas oder bei Aufbewahrung an einem dunklen Ort.
    • Weißblechdosen: Praktisch, jedoch sicherstellen, dass sie für Lebensmittel geeignet und frei von Fremdgerüchen sind.
    • Spezielle Zip-Lock-Beutel: Können verwendet werden, jedoch muss vor dem Verschließen so viel Luft wie möglich herausgedrückt werden.
  • Fremdgerüche: Weißer Tee nimmt sehr leicht Fremdgerüche an und darf daher nicht in der Nähe stark riechender Produkte (Gewürze, Kaffee, Fisch, Haushaltschemikalien usw.) gelagert werden.
  • Lagerdauer: Bei sachgemäßer Lagerung behält weißer Tee seine Eigenschaften 12–18 Monate lang. Báiháo Yínzhēn sollte innerhalb eines Jahres konsumiert werden. Shòu Méi kann länger lagern und mit der Zeit neue Geschmacksnuancen entwickeln.

11. Preis und Fälschungen:

Weißer Tee, insbesondere Báiháo Yínzhēn, zählt zu den erlesenen und teuren Tees. Der hohe Preis begründet sich durch:

  • Seltenheit: Die Produktion ist mengenmäßig begrenzt.
  • Verwendung ausschließlich von Knospen oder Knospen mit 1–2 Blättchen: Für 1 kg Tee wird eine enorme Menge Rohmaterial benötigt.
  • Aufwändige Ernte: Das Pflücken der Knospen ist ein sehr arbeits- und sorgfaltsintensiver Prozess, der große Sorgfalt und Erfahrung erfordert.
  • Hohe Nachfrage: Weißer Tee wird weltweit hoch geschätzt.

Aufgrund des hohen Preises und der Beliebtheit kommt es auf dem Markt leider zu Fälschungen und Imitaten. Wie man Fälschungen vermeidet:

  • Nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen: Suchen Sie spezialisierte Teegeschäfte mit einwandfreiem Ruf, die ihre Kunden schätzen und verlässliche Informationen über Herkunft, Erntejahr und Produzenten liefern können.
  • Vorsicht bei verdächtig niedrigen Preisen: Ein auffallend niedriger Preis ist fast immer ein sicheres Zeichen für eine Fälschung. Echter weißer Tee kann nicht billig sein. Wunder gibt es hier nicht.
  • Das Äußere genau prüfen: Knospen und Blätter sollten ganz, unbeschädigt und dicht mit silbrigem Flaum bedeckt sein (besonders bei Báiháo Yínzhēn). Meiden Sie Tee mit vielen Bruchstücken, Staub sowie matter, uneinheitlicher Farbe.
  • Das Aroma bewerten: Trockener Tee sollte ein sehr zartes, feines, frisches, süßliches Aroma mit floralen, honigartigen Noten besitzen. Ein scharfer, „aufdringlicher“ oder künstlicher Geruch ist ein Fälschungsmerkmal.
  • Aufguss und Teeblatt-Bild prüfen: Die Farbe des Aufgusses sollte sehr hell, blassgelb, fast durchsichtig sein. Das aufgegossene Blatt sollte aus ganzen, zarten Knospen und/oder Blättern bestehen.
  • Eine kleine Probemenge kaufen: Bevor Sie eine größere Partie teuren Tees erwerben, nehmen Sie eine kleine Menge zur Probe, um die Qualität zu beurteilen.

12. Interessante Fakten:

  • Der „jüngste“ Tee: Weißer Tee wird minimal verarbeitet, weshalb man davon ausgeht, dass er das Maximum an wertvollen Inhaltsstoffen bewahrt und dem frischen Teeblatt am nächsten kommt.
  • Tee für Kaiser: In alter Zeit war weißer Tee aufgrund seiner Seltenheit und seines hohen Preises nur dem Kaiserhof und dem Adel zugänglich.
  • Silbernadeln – der Maßstab des weißen Tees: Báiháo Yínzhēn gilt als Referenz für weißen Tee und wird höher geschätzt als die anderen Sorten.
  • Weißer Tee und Schönheit: Weißer Tee wird als „Tee der Schönheit“ bezeichnet, dank seines hohen Gehalts an Antioxidantien, die helfen, Jugend und Schönheit der Haut zu bewahren.

13. Sorten des weißen Tees:

  • Báiháo Yínzhēn (白毫银针): „Silbernadeln mit weißem Flaum“. Die edelste und teuerste Sorte. Besteht ausschließlich aus ungeöffneten, dicht mit silbrigem Flaum bedeckten Knospen. Besitzt einen sehr feinen, zarten Geschmack und ein ebensolches Aroma.
  • Bái Mǔdān (白牡丹): „Weiße Pfingstrose“. Besteht aus einer Knospe und ein bis zwei obersten Blättchen. Hat einen kräftigeren Geschmack und ein intensiveres Aroma als Báiháo Yínzhēn.
  • Gòng Méi (贡眉): „Tributaugenbrauen“. Besteht hauptsächlich aus Blättern, kaum oder keine Knospen. Geschmack und Aroma sind intensiver als bei Bái Mǔdān.
  • Shòu Méi (寿眉): „Augenbrauen des langen Lebens“. Wird aus reiferen Blättern hergestellt, die nach der Ernte von Báiháo Yínzhēn und Bái Mǔdān übrig bleiben. Besitzt einen rustikaleren, aber interessanten Geschmack und Duft. Wird häufig zu Kuchen gepresst.
  • Yuè Guāng Bái (月光白): „Weißes Mondlicht“. Stammt aus der Provinz Yunnan. Unterscheidet sich von den Fujianer weißen Tees dadurch, dass das Welken im Schatten statt in der Sonne erfolgt, was den Blättern eine kontrastreiche Färbung verleiht: eine Seite dunkel, die andere hell.
  • Weißer Tee mit Zusätzen: Es existieren weiße Tees, die mit Blüten, Früchten oder Beeren aromatisiert sind. Am beliebtesten ist weißer Tee mit Jasmin.
  • Lǎo Báichá (老白茶): So wird gereifter weißer Tee bezeichnet. Mit der Zeit verändern sich Geschmack und Aroma, sie werden intensiver und komplexer.

Zum Abschluss:

Weißer Tee ist eine einzigartige Teesorte, die sich durch minimale Verarbeitung, zarten, raffinierten Geschmack und Duft sowie einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen von anderen unterscheidet. Seine silbrigen Knospen und jungen Blättchen, handverlesen in der Provinz Fujian, schenken einen Aufguss von sehr heller, fast durchsichtiger Farbe, blumig-honigartigem Aroma und süßlichem Nachgeschmack. Echten weißen Tee zu probieren bedeutet, die altehrwürdige Teetradition Chinas zu berühren und die Harmonie und Ruhe zu spüren, die dieses edle Getränk schenkt. Weißer Tee ist die ideale Wahl für alle, die Natürlichkeit und Raffinesse schätzen und im Tee nicht nur Geschmack, sondern auch gesundheitlichen Nutzen suchen.