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Bā Shān Què Shé

Bā shān què shé · 巴山雀舌

Bā Shān Què Shé (巴山雀舌, Bā shān què shé) – ein berühmter flachgepresster Grüntee aus den Tiefen des Bashan-Gebirges (大巴山) im Nordosten Sichuans, einer der „Zehn berühmten Tees der Provinz Sichuan“ (四川十大名茶).

Bā Shān Què Shé (巴山雀舌, Bā shān què shé) – ein berühmter flachgepresster Grüntee aus den Tiefen des Bashan-Gebirges (大巴山) im Nordosten Sichuans, einer der „Zehn berühmten Tees der Provinz Sichuan“ (四川十大名茶). Dieser Tee trägt eine doppelte Krone: „König der selenreichen Tees, Juwel unter den Sperlingszungen“ (富硒茶王、雀舌珍品, fùxī chá wáng, quèshé zhēnpǐn). Die flachen, ebenmäßigen Blättchen, die tatsächlich an die winzige Zunge eines Bergsperlings erinnern, wachsen auf von Natur aus selenreichen Böden – die Stadt Wànyuán gehört zu einer der drei großen selenreichen Zonen Chinas. Mit einer über tausendjährigen Teekultur und mehr als 80 nationalen und internationalen Auszeichnungen hat sich Bā Shān Què Shé als Flaggschiff des Sichuaner „Selen-Tee-Korridors“ etabliert.

1. Klassifizierung und Herkunft:

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), nicht fermentiert. Gehört zu den flachen Grüntees (扁形绿茶, biǎnxíng lǜchá) – Untertyp „Quèshé“ (雀舌, „Sperlingszunge“), gekennzeichnet durch ein miniaturhaft flaches Blatt. Technologisch eine Kombination aus Rösten und Heißlufttrocknung (半烘半炒, bàn hōng bàn chǎo).

  • Kategorie: Einer der „Zehn berühmten Tees der Provinz Sichuan“ (四川十大名茶). Produkt mit geschützter geografischer Angabe (国家地理标志保护产品). Träger des Status „Berühmte Handelsmarke Chinas“ (中国驰名商标, Zhōngguó Chímíng Shāngbiāo). 1991 erhielt er beim Internationalen Teekultur-Festival in Hangzhou den Titel „Kulturell berühmter Tee Chinas“ (中国文化名茶) – Platz fünf im nationalen Ranking. Hat die SGS-Prüfung nach 486 EU-Parametern bestanden. Über 80 Auszeichnungen auf verschiedenen Ebenen erhalten.

  • Herkunft: China, Provinz Sichuan (四川省, Sìchuān Shěng), Stadt Wànyuán (万源市, Wànyuán Shì), die zur bezirksfreien Stadt Dázhōu (达州市, Dázhōu Shì) gehört. Wànyuán liegt an der Schnittstelle der Provinzen Sichuan, Shaanxi und der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing, im Herzen des Gebirgsmassivs Daba Shan (大巴山, Dà Bā Shān). Das Anbaugebiet erstreckt sich über 13 Gemeinden.

  • Geografische Koordinaten: 107°28′–108°31′ östliche Länge, 30°39′–32°20′ nördliche Breite.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:

  • Geschichte: Die Teetradition Wànyuáns hat tiefste historische Wurzeln.

    Alte Epoche. Laut der Chronik „Huayang Guozhi – Ba Zhi“ (《华阳国志·巴志》, Huáyáng Guózhì — Bā Zhì) – einer Chronik des Reiches Ba, verfasst vom Historiker Cháng Qú (常璩) im 4. Jahrhundert – wurde das Gebiet von Wànyuán bereits in der Zeit der Westlichen Zhou (11.–8. Jh. v. Chr.) in die Teeanbauzone einbezogen, und Tee gehörte zu den „Tributgaben“ (贡品), die den Herrschern dargebracht wurden. An einer der nördlichen Routen der Tee-Pferde-Straße (茶马古道) gelegen, spielte Wànyuán seit der Song-Dynastie (960–1279) eine bedeutende Rolle im Teehandel zwischen Zentralchina und den nordwestlichen Gebieten.

    Schlüsseldenkmal. In der Gemeinde Shíwō (石窝镇) auf dem Gebiet von Wànyuán hat sich ein einzigartiges Artefakt erhalten – die Felsinschrift „Zǐyúnpíng Zhímíng Língyuánjì“ (《紫云坪植茗灵园记》) aus dem Jahr 1109 (drittes Jahr der Ära Dàguān der Nördlichen Song-Dynastie). Sie berichtet, wie ein gewisser Wáng Mǐn (王敏) Teesetzlinge aus Jiànxī (建溪, heute Nánpíng in der Provinz Fujian) brachte und bei seinem Haus anpflanzte. Die Inschrift enthält ein Gedicht: „Einen kleinen Garten errichtet, dem Měngdǐng-Gipfel vergleichbar; / die heilige Wurzel aus Jiànxī geholt…“ (筑成小圃凝蒙顶,分得灵根自建溪). Nach vorliegenden Erkenntnissen ist dies die älteste Felsinschrift Chinas, die den Teeanbau dokumentiert; ihr Abrieb (拓片) wird im Chinesischen Teemuseum (中国茶叶博物馆) in Hangzhou aufbewahrt.

    Moderne Epoche. Der Tee „Bā Shān Què Shé“ in seiner heutigen Form wurde 1985 von Tee-Experten aus Wànyuán entwickelt, die eine originelle Verarbeitungstechnologie konzipierten. 1987 nahm der Staatsbetrieb „Staatliche Teefabrik Cǎobà“ (国营草坝茶场, Guóyíng Cǎobà Cháchǎng) die industrielle Produktion auf. 1989 wurde die Marke registriert. 1991 wurde der Tee beim Internationalen Teekultur-Festival in Hangzhou mit dem Titel „Kulturell berühmter Tee Chinas“ (中国文化名茶) ausgezeichnet – Platz fünf landesweit. Der prominente Militärkommandeur Zhāng Àipíng (张爱萍, Zhāng Àipíng) schrieb mit eigener Hand den Namen „巴山雀舌“ in Kalligrafie, die bis heute als Markenlogo dient. Im Jahr 2000 wurde eine vollmechanisierte Produktion eingerichtet. 2010 registrierte das chinesische Landwirtschaftsministerium die geografische Angabe „Wànyuán Fùxīchá“ (万源富硒茶 – „Selenreicher Tee aus Wànyuán“). Bis 2024 erreichte die Teegartenfläche von Wànyuán 24,7 Wàn Mǔ (万亩, ca. 16 500 Hektar), die jährliche Produktion an trockenem Tee 6590 Tonnen und der Gesamtwert der Produkte etwa 16 Milliarden Yuan.

  • Name:

    • „Bā Shān“ (巴山) – „Berge [des Reiches] Ba“. Verweis auf das alte Reich Ba (巴国, Bāguó), das im 1. Jahrtausend v. Chr. auf dem Gebiet des östlichen Sichuan und westlichen Chongqing existierte. Der Gebirgszug Daba Shan (大巴山, „Große Ba-Berge“), Heimat dieses Tees, trägt denselben historischen Bezug im Namen.
    • „Què Shé“ (雀舌) – „Sperlingszunge“. Bildhafte Beschreibung der Form des Teeblatts: flach, winzig, leicht zugespitzt, tatsächlich an eine winzige Vogelzunge erinnernd. Der Name „Quèshé“ (雀舌) ist in der chinesischen Teetradition ein Zeichen höchster Rohstoff- und Verarbeitungsqualität; so werden nur Tees aus den zartesten, erlesensten Knospen genannt.
  • Kulturelle Bedeutung: Wànyuán trägt die Titel „Chinesische Hauptstadt des selenreichen Tees“ (中国富硒茶都) und „Heimat der berühmten Tees Chinas“ (中国名茶之乡). Bā Shān Què Shé ist das Aushängeschild nicht nur Wànyuáns, sondern der gesamten Region Dázhōu sowie das Symbol des „Selen-Tee-Korridors“ (中国硒部茶园走廊), den die Stadt als übergreifende Marke vorantreibt. Gedichte des Qing-Beamten Wáng Mènggēng (王梦庚), der zweimal als Kreisvorsteher in Wànyuán diente (1808, 1826), enthalten die berühmte Zeile: „Die Sperlingszunge, mit ihrer Spitze dem Austrieb vom Měngdǐng Shān die Stirn bietend; der scheibenförmige Press-Tee, die Erzeugnisse von Línqióng bedrängend“ (雀舌芒欺蒙顶撷,龙团饼压临邛研) – ein Beleg dafür, dass der Tee aus Wànyuán bereits vor zweihundert Jahren auf eine Stufe mit den größten Tees Sichuans gestellt wurde.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Sorte / Kultivar: Hauptsorte – Sichuan-Mittelblättrige Populationssorte (四川中叶群体种, Sìchuān Zhōngyè Qúntǐzhǒng) – Camellia sinensis var. sinensis aus Samenvermehrung. Sie zeichnet sich durch hohe Frostresistenz (耐寒性强) aus, was unter den Gebirgsbedingungen des Daba Shan mit winterlichen Temperaturen bis –10 °C entscheidend ist. Das Blatt ist mittelgroß, mit guter Behaarung. Alte Teesträucher mit einem Alter von über 30 Jahren konzentrieren sich in der Gemeinde Cǎobà (草坝镇). Das Gewicht von einhundert Sprossen des Standards „eine Knospe – ein Blatt“ beträgt etwa 45 g.

  • Ernte: Die Frühlingsernte ist die wesentliche. Am wertvollsten ist der „Míngqiánchá“ (明前茶) – Tee, der vor Qīngmíng (ca. 5. April) gepflückt wird: mindestens 90 % der Sprossen nach dem Standard „eine Knospe mit einem kaum geöffneten Blatt“. „Yǔqiánchá“ (雨前茶) – vor Gǔyǔ (ca. 20. April): Sprossen „eine Knospe mit einem geöffneten Blatt“, mindestens 80 %. Es gilt der Standard der „Fünf Ernteverbote“ (五不采, wǔ bù cǎi): nicht pflücken bei Regen, nicht pflücken, wenn das Blatt taufeucht ist, nicht pflücken bei violetten Blättern, nicht pflücken bei beschädigtem Blatt, nicht pflücken bei Blättern, die nicht dem Standard entsprechen.

  • Erntestandard:

    • Spitzensorte (特级): einzelne Knospe oder Knospe mit kaum geöffnetem Blättchen. Länge des Sprosses – maximal 2 cm.
    • Erste Sorte (一级): eine Knospe mit einem Blatt. Länge – maximal 2,5 cm.
    • Zweite Sorte (二级): eine Knospe mit zwei Blättchen.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Außerordentlich hoch. Sprossen von gleichmäßiger Größe, ganz, ohne mechanische Schäden. Handpflückung. Das frisch gepflückte Material wird sofort zur Verarbeitung transportiert.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten:

  • Klima: Wànyuán liegt in einer Zone feuchten subtropischen Monsunklimas mit ausgeprägter Höhenstufung – der Unterschied zwischen der niedrigsten (335 m) und der höchsten (2412 m) Erhebung der Stadt beträgt mehr als 2000 m. Jahresdurchschnittstemperatur – 14,7 °C. Frostfreie Periode – 237 Tage. Jährlicher Niederschlag – etwa 1170 mm. Zahl der Tage mit Bewölkung und Nebel – mehr als 200 pro Jahr. Der überwiegend diffuse Lichteinfall fördert die Anreicherung von Aminosäuren: Der Aminosäuregehalt im Frühlingstee beträgt mindestens 3,0 %.

  • Anbauhöhe: 800–1200 Meter über dem Meeresspiegel – der sogenannte „Goldene Teeanbaugürtel des Daba Shan“ (大巴山黄金产茶带).

  • Böden: Gelbbraune Böden (黄棕壤, huáng zōng rǎng) und „steinige“ Böden (烂石地, làn shí dì) – jener Typ, den bereits Lù Yǔ (陆羽) im „Klassiker des Tees“ (茶经) als ideal für Tee erachtete. pH 4,5–6,0, Gehalt an organischer Substanz – über 1,0 %. Die entscheidende Besonderheit ist der natürliche Selengehalt: 0,28–0,51 μg/g – Wànyuán zählt zu den drei großen selenreichen Zonen Chinas (全国三大富硒带).

  • Ökologie: Waldbedeckung – 60,2 %. Die Stadt Wànyuán liegt im Oberlauf des Qújiāng (渠江), in einem Gebiet mit minimaler industrieller Belastung. Die Region erhielt das Zertifikat „Natürliche Sauerstoffbar Chinas“ (中国天然氧吧). Die Teegärten werden mit Gebirgsbächen und Quellwässern des Oberlaufs des Dānjiāng (丹江) bewässert.

  • Kernanbaugebiete (核心产区):

    • Gemeinde Cǎobà (草坝镇, Cǎobà Zhèn): Historischer Kern der Produktion – hier befindet sich die älteste staatliche Teefabrik (1987). Alte Bäume über 30 Jahre.
    • Gemeinde Bātái (八台乡, Bātái Xiāng): Hochgelegene Gärten in 1000–1200 m Höhe, ganzjährig von Nebel umhüllt.
    • Gemeinde Shítáng (石塘镇): Über 3000 Mǔ Gärten, die in die volle Ertragsphase eingetreten sind.

5. Herstellungsverfahren:

Bā Shān Què Shé wird nach einer eigenständigen Technologie hergestellt, die Rösten und Heißlufttrocknung kombiniert (半烘半炒, bàn hōng bàn chǎo). Dieses Verfahren bewahrt die „sperlingszüngige“ flache Blattform und entfaltet gleichzeitig das Kastanienaroma. Der Tee hat die Zertifizierung nach europäischen Standards (SGS, 486 Parameter) bestanden.

  • Ernte (采摘 — cǎi zhāi): Handpflückung nach dem Standard der „Fünf Verbote“ (五不采). Die Sprossen werden noch am selben Tag in die Fabrik geliefert.

  • Auslegen (摊放 — tān fàng): Die gepflückten Sprossen werden in dünner Schicht für 4–6 Stunden zum leichten Welken ausgelegt. Dabei sinkt der Feuchtigkeitsgehalt, das Blatt wird geschmeidig, und das Aroma beginnt sich zu entwickeln.

  • „Grüntöten“ (杀青 — shāqīng): Verarbeitung in einer rotierenden Trommel bei etwa 180 °C. Rasche Inaktivierung der Enzyme, Fixierung der grünen Farbe und der Kastaniennote.

  • Formgebung – „Streichen und Plattdrücken“ (理条压扁 — lǐtiáo yā biǎn): Die entscheidende Phase, die die charakteristische „Sperlingsform“ prägt. Angewandt wird die manuelle Technik des „Ziehens“ (手工拖带, shǒugōng tuōdài): Der Meister zieht das Blatt über eine erhitzte Oberfläche, wobei er jeden Spross zugleich plattdrückt und glättet. Genau hier entsteht die flache, gleichmäßige, leicht zugespitzte Silhouette des „Züngleins“.

  • Abkühlen (摊晾 — tān liáng): Das Blatt wird zum Feuchtigkeitsausgleich und zur „Ruhe“ vor der Endverarbeitung ausgelegt.

  • Wiederholte Formgebung (隔离整形 — gélí zhěngxíng): Zusätzliche Formkorrektur: Beseitigung von Unregelmäßigkeiten, Gewährleistung der Homogenität.

  • Leichtes Trocknen und Rollen (辉干 — huīgān): Das Blatt wird sanft auf Bambussieben gerieben (竹筛轻揉) zur endgültigen Oberflächengestaltung und teilweisen Entfernung von Restfeuchte.

  • Erhitzung zur „Aromaentfaltung“ (烘焙提香 — hōngbèi tíxiāng): Abschließende Niedertemperaturtrocknung bei 60–70 °C. Langsame, schonende Erwärmung „verschließt“ das Kastanienaroma im Blatt, ohne es zu überhitzen.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flache, gleichmäßige, gerade Teeblätter (扁平匀直, biǎnpíng yúnzhí), leuchtend grün (翠绿, cuìlǜ) mit auffälligem weißem Flaum (显毫, xiǎn háo). Die Form ist miniaturhaft – erinnert an die Zunge eines Bergsperlings. Das Blatt ist außerordentlich homogen.

  • Aroma des trockenen Blattes: Zartes Kastanienaroma (嫩栗香, nèn lìxiāng) – das charakteristische Qualitätsmerkmal des Bā Shān Què Shé. Ergänzt um eine reine grüne Note (清香, qīngxiāng).

  • Aroma des Aufgusses: Kastanienaroma als Dominante, beständig und anhaltend. Bei höchsten Graden eine zusätzliche feine blumige Nuancierung.

  • Geschmack: Ausgeprägte Frische (鲜爽, xiānshuǎng) – Ergebnis des hohen Aminosäuregehalts (≥3,0 %). Deutliche Süße (甘, gān). Anhaltende, stabile Rücksüße mit zunehmendem Speichelfluss (回甘生津, huígān shēngjīn). Der Körper ist mäßig dicht. Bitterkeit und Adstringenz fehlen bei Einhaltung des Temperaturbereichs nahezu vollständig.

  • Farbe des Aufgusses: Aprikosengrün (杏绿), leuchtend, klar (明亮, míngliàng).

  • Tee-Depot (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, lebendig (嫩绿鲜活, nèn lǜ xiānhuó), homogen. Die Sprossen entfalten sich zu ganzen „Blumensträußchen“ (匀整成朵).

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole (Catechine): ≥28 % für die Spitzensorte. Wasserlösliche Extrakte – ≥45 %, einer der höchsten Werte unter chinesischen Grüntees, spricht für außergewöhnlichen Stoffreichtum.

  • Aminosäuren (einschl. L-Theanin): ≥3,0 % für die erste Sorte und höher. Der hohe Aminosäuregehalt ist der Schlüsselfaktor für die ausgeprägte Frische und „Saftigkeit“ des Geschmacks.

  • Selen (Se): Einzigartige Besonderheit – der Selengehalt im Teeblatt liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Böden Wànyuáns enthalten 0,28–0,51 μg/g Selen; der Tee akkumuliert dieses Spurenelement effektiv. Nach Angaben der Produzenten übertrifft der Selengehalt im trockenen Blatt des Bā Shān Què Shé die Werte gewöhnlicher Grüntees um ein Vielfaches.

  • Alkaloide: Koffein (mäßiger Gehalt), Theobromin, Theophyllin.

  • Vitamine: Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe (B1, B2), Vitamin E.

  • Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Zink, Mangan, Fluorid sowie das für dieses Terroir einzigartige – Selen.

  • Ätherische Öle: Sorgen für das charakteristische beständige Kastanienaroma. Die täglichen Temperaturunterschiede auf 800–1200 m Höhe verstärken die Synthese aromatischer Verbindungen.

8. Gesundheitliche Wirkungen:

  • Starke antioxidative Wirkung: Die Kombination aus hohem Polyphenolgehalt (≥28 %) und natürlichem Selen erzeugt einen synergistischen antioxidativen Effekt – Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase, eines der Schlüsselenzyme der körpereigenen Antioxidansabwehr.
  • Behebung von Selenmangel: Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das für die normale Funktion der Schilddrüse, des Immunsystems und die reproduktive Gesundheit benötigt wird. Tee aus selenreichen Böden ist eine sichere Quelle für organisches Selen.
  • Anregende Wirkung: Die Verbindung von Koffein und L-Theanin sorgt für milde, ausgewogene Wachheit und verbesserte Konzentration.
  • Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Catechine tragen zur Normalisierung des Fettstoffwechsels und zur Erhaltung der Gefäßelastizität bei.
  • Unterstützung der Verdauung: Polyphenole und Catechine regen die Verdauungsprozesse an und normalisieren die Darmflora.
  • Zahnschutz: Der hohe Fluoridgehalt hemmt die Aktivität kariogener Bakterien.
  • Erfrischende Wirkung: Grüner Tee wird in der traditionellen chinesischen Medizin zu den „kühlen“ Lebensmitteln gezählt, die helfen, innere Hitze zu zerstreuen.

9. Zubereitung:

  • Wassertemperatur: 80–85 °C. Für die Spitzensorte (特级) ist eine Absenkung auf 75 °C zulässig – je zarter das Rohmaterial, desto niedriger die Temperatur.

  • Teemenge: 3 g auf 150 ml (Glasbecher, Verhältnis 1:50) oder 4–5 g auf 100–120 ml (Gaiwan, Aufgussmethode).

  • Gefäß: Glasbecher (玻璃杯) – die beste Wahl: Er erlaubt es zu betrachten, wie die flachen „Sperlingszungen“ senkrecht im Wasser aufsteigen und sich wie Miniaturfächer entfalten. Geeignet ist auch eine weiße Porzellan-Gaiwan (白瓷盖碗).

  • Ablauf:

    1. Becher oder Gaiwan mit heißem Wasser vorwärmen.
    2. Tee einfüllen.
    3. Methode des „mittleren Aufgusses“ (中投法): 1/3 des Volumens mit Wasser (80–85 °C) füllen, Becher leicht schwenken, um das Aroma zu „wecken“ (摇香), dann bis zum vollen Volumen auffüllen.
    4. Erster Aufguss: 30 Sekunden.
    5. Weitere Aufgüsse: jedes Mal um 10 Sekunden verlängern.
    6. Der Tee hält 3–4 vollwertige Aufgüsse aus (zweite Sorte – bis zu 5+ Aufgüsse).

10. Lagerung:

  • Luftdicht verpackt (Aluminiumfolie oder Vakuum), vor Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen geschützt.
  • Optimal – Aufbewahrung im Kühlschrank bei 0–5 °C in hermetisch verschlossener Packung. Es empfiehlt sich, einen Vorrat für 1–2 Wochen im Voraus abzufüllen, um die Hauptpackung nicht zu oft zu öffnen.
  • Soll der Tee innerhalb von 2 Monaten getrunken werden – ist auch die Lagerung an einem kühlen, dunklen Ort bei Raumtemperatur akzeptabel.
  • Neuem Tee (Xīnchá) wird empfohlen, vor dem ersten Aufguss 10–15 Tage zu „ruhen“, um die „Feurigkeit“ (火气) nach der Erhitzung zu mildern.
  • Nach dem Öffnen – innerhalb eines Monats für maximale Frische aufbrauchen.

11. Preis und Fälschungen:

  • Preisklasse: Mittleres und oberes Segment der Sichuaner Grüntees. Orientierungspreise im Einzelhandel: Spitzensorte (特级, Míngqiánchá) – ab 800 Yuan pro Jīn (500 g) und höher; erste Sorte (一级, Yǔqiánchá) – 400–600 Yuan; zweite Sorte (二级) – günstiger, für den täglichen Konsum.

  • So vermeiden Sie Fälschungen:

    • Kaufen Sie bei offiziellen Vertriebspartnern der Marke „Bā Shān Què Shé“ (巴山雀舌). Der Hauptproduzent ist der Staatsbetrieb in Wànyuán und seine autorisierten Partner.
    • Achten Sie auf das Zeichen der geschützten geografischen Angabe „Wànyuán Fùxīchá“ (万源富硒茶) und/oder die Marke „Bā Shān Què Shé“ (巴山雀舌) auf der Verpackung.
    • Visuelle Prüfung: Echter Tee ist flach, gleichmäßig, mit ausgeprägtem Flaum und einheitlich leuchtend grüner Farbe. Fälschungen weisen oft eine ungleichmäßige Form, matte Farbe und schwachen Flaum auf.
    • Das Aroma muss rein kastanienartig sein, ohne „parfümierte“ oder ranzige Noten.
    • Der Aufguss ist klar, aprikosengrün. Ein trüber oder gelblicher Aufguss ist ein Zeichen für mindere Qualität oder alten Tee.

12. Interessante Fakten:

  • Die älteste Tee-Felsinschrift Chinas. Die Inschrift „Zǐyúnpíng Zhímíng Língyuánjì“ (《紫云坪植茗灵园记》, 1109) in der Gemeinde Shíwō ist der älteste Felsentext Chinas, der gezielten Teeanbau dokumentiert. Ihr Abrieb wird im Chinesischen Teemuseum in Hangzhou aufbewahrt. Bemerkenswert: Die Inschrift vermerkt den Transfer von Teesetzlingen aus Fujian in das Daba-Shan-Gebirge – ein Beleg für einen überregionalen „Teeaustausch“ an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert.

  • Kalligrafie eines Generals. Der Name „巴山雀舌“ wurde von General Zhāng Àipíng (张爱萍, 1910–2003) – einem der herausragenden Militärkommandeure der VR China und gebürtigem Sichuaner – in Kalligrafie gehalten. Seine Schrift dient bis heute als offizielles Markenlogo.

  • König des Selens. Wànyuán ist das einzige Gebiet in Sichuan, das als „natürlich selenreich“ (天然富硒区) anerkannt ist. Der Selengehalt der Böden liegt bei 0,28–0,51 μg/g, in einzelnen Zonen bei bis zu 12 ppm. Tee von diesen Böden ist eine der zugänglichsten und angenehmsten Möglichkeiten, einem Selenmangel entgegenzuwirken, der laut WHO-Schätzungen die Bevölkerung von über 40 Ländern betrifft.

  • Verse eines Qing-Beamten. Wáng Mènggēng (王梦庚), der zweimal während der Qing-Dynastie zum Kreisvorsteher von Wànyuán ernannt wurde (1808, 1826), gestand offen, dass er für eine zweite Amtszeit allein wegen des örtlichen Tees zurückgekehrt sei: „Die Sperlingszunge, mit ihrer Spitze dem Austrieb vom Měngdǐng Shān die Stirn bietend…“ – ein seltener Fall, in dem ein Beamter seine Dichtung nicht der Pflicht, sondern dem Tee widmete.

  • 486 Parameter. Bā Shān Què Shé bestand die Prüfung nach 486 EU-Standardparametern der SGS – ein Ergebnis, auf das nur wenige chinesische Grüntees verweisen können.

13. Vergleich mit anderen „Quèshé“-Tees und Hanzhong-Tees:

  • Níngqiáng Què Shé (宁强雀舌): Ebenfalls eine „Sperlingszunge“ aus Hanzhong, jedoch aus dem Kreis Níngqiáng. Selenangereichert, ohne Adstringenz. Bā Shān Què Shé stammt aus dem Bashan-Gebirge (Sichuan/Shaanxi), mit ausgeprägterem „Gebirgscharakter“.
  • Pǔjiāng Què Shé (蒲江雀舌): Sichuan. Flache „Zunge“, eher kastanienartiges Aroma. Bā Shān – blumiger und frischer, aus dem Hochgebirgsraum des Bashan.
  • Hànzhōng Xiānmáo (汉中仙毫): Dachmarke Hanzhongs. Flache Form, Kastanienaroma. Bā Shān Què Shé – „Zungen“-Form, anderes Terroir (Bashan vs. Qinling).

13. Vergleich mit anderen „Quèshé“-Tees und Sichuan-Shaanxi-Tees:

  • Níngqiáng Què Shé (宁强雀舌): Shaanxi. Auch eine „Sperlingszunge“, jedoch aus Hanzhong (Se-Böden). Bā Shān – aus Dázhōu, ebenfalls selenangereichert. Beide mild, mit geringer Adstringenz.
  • Pǔjiāng Què Shé (蒲江雀舌): Sichuan. Flach, „bohniges“ Aroma, große Produktionsmengen. Bā Shān – blumiger, mit kastanienartiger Basis und Selen.
  • Jīntán Què Shé (金坛雀舌): Jiangsu. Östliche „Quèshé“, ohne Selen. Bā Shān – selenangereichert, mit ausgeprägterem Kastanienton.

Abschließend:

Bā Shān Què Shé ist ein Tee für den geduldigen Entdecker. Hinter dem bescheidenen Namen „Sperlingszunge“ verbirgt sich eine tausendjährige Geschichte, die älteste Felsinschrift zum Teeanbau in China, ein einzigartiges Terroir auf selengeschwängerten Böden und ein General, der für die Kalligrafie den Pinsel nicht verschmähte. In der Tasse – milde Frische mit kastanienartiger Wärme, klare Süße ohne Bitterkeit und ein langer Abgang, der mit jedem Schluck zunimmt. Dieser Tee empfiehlt sich für jene, die eine Verbindung von makellosem Geschmack und echtem gesundheitlichem Nutzen suchen – und Tees schätzen, hinter denen eine wirkliche, nicht erfundene Geschichte steht.